"Der unvergleichlich komfortable Drogenentzug"

05.10.08 11:05 #1
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Guten Morgen.
Heute möchte ich euch eine Methode des Drogenentzuges ( Hauptsächlich Heroin und Methadon ) vorstellen, über die ich im Netzt gestolpert bin:
ProAdicta | ESCAPE Ambulatorium
Diese Methode eignet sich für Süchtige, die das notwendige Kleingeld haben und in einem stabilen Umfeld leben.
" So ein Unsinn!" habe ich mir gleich gedacht.
" Der durchschnittliche Junkie hat kein zu Hause und schon gar keine finanziellen Mittel ".
Ich hatte Kontakt mit dem Leiter der Klinik und er erzählte mir, dass die Heroinsüchtigen auf der Strasse nur die sichtbare Spitze des Eisbergs seien...
Nun denn. Macht euch selber ein Bild und schaut bei Interess mal in den Link, ich würde mich über Meinungen dazu freuen!
Sine

" Der unvergleichlich komfortable Drogenentzug "

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Vielleicht mag sich niemand die Mühe machen, den Link zu studieren. Deshalb ein paar Zitate daraus:
Wir bieten in unserem internationalen Ambulatorium einen schnellen, sanften und diskreten Ausstieg aus der Abhängigkeit von Opiaten nach dem innovativen ESCAPE-Verfahren.

Direkte Stimulation der körpereigenen Opiate (Endogene Morphine = Endorphine) durch modernste Medizintechnik sowie umfassendes Know-How ermöglichen eine problemlose Überwindung der körperlichen Abhängigkeit in einer angenehmen Umgebung zum Pauschalpreis.
Montag-Freitag, pauschal CHF 2 800.-- | EUR 1 800.--

Wir beraten Opiatabhängige aus dem In- und Ausland individuell und ermöglichen einen Ausstieg aus diesem chronischen Problem mit modernen und effizienten Konzepten. Ambulante Escape-Suchttherapie zur Stabilisierung nach dem Entzug.
Erfahrene ärztliche und psychotherapeutische Betreuung.
Beratung und Entzug bei Opioidabhängigkeit aus der Schmerztherapie
Auch Paar-Entzüge möglich.
Hilfe und Unterstützung für Angehörige.
Bewältigung der Kokainsucht durch ambulante Therapieprogramme
andere Entzugsbehandlungen (z.B. GHB/GBL, THC,) auf Anfrage.
Sine

" Der unvergleichlich komfortable Drogenentzug "

MissSilke ist offline
Beiträge: 36
Seit: 23.09.08
Ich hab mir schon gedacht, dass es eine schweizer Seite sein muss. Die Idee an sich ist nicht schlecht, aber ich Frage wieviele es so wirklich schaffen. Seit wann gibt es das eigentlich? Ich finde es auf der Seite nicht.

Was ich gut finde ist, dass man die Sucht nicht mehr in einem Umfeld voller Süchtigen bekämpft. Somit sollte es viel einfacher sein, sein Sozialesumfeld zu bewahren. Man muss sich dann auch nicht mehr reintegrieren in die Gesellschaft.

" Der unvergleichlich komfortable Drogenentzug "

patalux ist offline
Beiträge: 2
Seit: 08.08.10
hi all
ich bin auch zufälligerweise über das ESCAPE-programm gestolpert und würde mich da schon interessieren.. ( seit 11 jahren Methadon 50-70mg )..
hat jemand echt erfahrungen damit gemacht ?

ich lese ausschliesslich positive erfahrungen was mich echt stutzig macht...

danke für eure hilfe
pata

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Hatte gerade das gepostet.
Gleichzeitig kann man einer älteren Untersuchung entnehmen, dass die Rückfallquote nach Monate langer Therapie kaum niedriger ist, als nach einer qualifizierten (21 Tage dauernden) Entgiftung.
http://www.rueckfall-programme.de/do...enigkeiten.pdf


Da die Rückfallquote heute immer noch so hoch ist wie früher, wäre schon eine Rückfallqoute von nur 50% ein voller Erfolg.
Zur Rückfallquote habe ich aber jetzt gar nichts gelesen.
Immer mal wieder werden wir kritisiert für unser Angebot eines "komfortablen" Drogenentzugs mit dem Argument, wer es einem Süchtigen so leicht mache, die Abhängigkeit zu überwinden, der ermuntere ihn geradezu zum Rückfall, durch einen möglichst unangenehmen und schmerzhaften Entzug würde er nachhaltig davon abgehalten. Diese Argumentation halten wir für verfehlt.
Wobei mir aber nicht bekannt wäre, dass in deutschen Kliniken nicht alles getan wird, den Süchtigen mit entsprechenden Medikamenten den Entzug so leicht und schmerzfrei wie möglich zu machen.

Zum Ursprung dieses Arguments kann ich allerdings was sagen.
Als mein Bruder damals gemeinsam mit seiner Frau in die Therapie ist, haben wir die ersten Wochen unseren Neffen aufgenommen, denn Kinder sind am Anfang verboten.
Beim Abholen durch zwei MAinnen der Einrichtung wurde uns von den hohen Erfolgszahlen südamerikanischer Drogentherapien berichtet, die uns als wirklich absolut hart und fast schon Existenzbedrohend geschildert wurden.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Geändert von nicht der papa (09.08.10 um 01:03 Uhr)

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schilfrohr1 ist offline
Beiträge: 59
Seit: 31.07.10
An sich ist alles interessant, was den Entzug erleichtern könnte. Diese genannte Methodik könnte, integriert in eine Drogenentzugstation, unterstützend durchaus Sinn machen. Allerdings bei einem Betrag von €2200,- (für 5 Tage ??)würde ich eher eine abwartende Haltung einnehmen und auf Erfahrungen (im persönlichen Austausch) warten. Denn die Konzepte in den Kliniken sind durchaus gut, der kontrollierte körperliche Entzug unter konventionellen Maßnahmen oft gut erträglich. Schlimmer ist oft die Furcht vor Schmerzen, das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verlust der Bereitschaft, Schmerzen zu ertragen, wenn die gewohnte Wirkung der Opioide nachlässt. Ob da die o.g. Methode hier im Vorteil ist? Gute pflegerische Arbeit, sozialarbeiterische und psychologische Betreuung sind wichtige Standbeine, für die Drogenpatienten in normalen Kliniken nicht zahlen müssen.
Aber ich bin gespannt. Auch wenn die Rückfallquote hoch ist, ist jeder Versuch, aufzuhören, unbezahlbar; jede Pause vom schwerem Leben im Milieu ein kleiner Gewinn.
__________________
Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von schilfrohr1 Beitrag anzeigen
An sich ist alles interessant, was den Entzug erleichtern könnte. Diese genannte Methodik könnte, integriert in eine Drogenentzugstation, unterstützend durchaus Sinn machen. Allerdings bei einem Betrag von €2200,- (für 5 Tage ??)würde ich eher eine abwartende Haltung einnehmen und auf Erfahrungen (im persönlichen Austausch) warten. Denn die Konzepte in den Kliniken sind durchaus gut, der kontrollierte körperliche Entzug unter konventionellen Maßnahmen oft gut erträglich. Schlimmer ist oft die Furcht vor Schmerzen, das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verlust der Bereitschaft, Schmerzen zu ertragen, wenn die gewohnte Wirkung der Opioide nachlässt. Ob da die o.g. Methode hier im Vorteil ist? Gute pflegerische Arbeit, sozialarbeiterische und psychologische Betreuung sind wichtige Standbeine, für die Drogenpatienten in normalen Kliniken nicht zahlen müssen.
Aber ich bin gespannt. Auch wenn die Rückfallquote hoch ist, ist jeder Versuch, aufzuhören, unbezahlbar; jede Pause vom schwerem Leben im Milieu ein kleiner Gewinn.
Da fängt das Problem mMn. schon an. Das ist eine Therapie für gut in ein soziales Umfeld integrierte Abhängige. Das sind soweit es Heroin betrifft, nach meinem Eindruck meist diejenigen, die ziemlich am Anfang ihrer Drogensucht stehen.

Und in einschlägigen Foren kann man da auch schon lesen, dass der Entzug alleine auch locker innert 4 Tagen in einer normalen Klinik zu schaffen wäre.

Zu den Kosten:
Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Der Escape Entzug ist im Leistungsverzeichnis der CH-Krankenkassen aufgeführt. Eine Leistungspflicht besteht jedoch nicht. Einzelne Kassen aus Österreich oder Deutschland bezahlen aus der Zusatzversicherung Escape-Entzüge, da diese im Vergleich zu einem stationären Entzug sehr wirtschaftlich sind. Sozialbehörden aus dem In- und Ausland leisten manchmal ebenfalls Kostengutsprache für die Escape-Entzüge und Therapien. Es lohnt sich, im Einzelfall nachzufragen.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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fastsuchtfrei ist offline
Beiträge: 39
Seit: 30.01.09
ich habe die berichte gesehn,

aber für meinen teil gehe ich in die Klinik und danach fange ich ein neues LEBEN irgendwo an. im zusammenhang Lups, IV und Gemeinde werd ich dan eine Arbeitsintegration leisten. Da ich weis das die IV nicht mehr zimperlich ist und einen + UP das Programm schliesst, hab ich zwar ein Messer am Hals aber eine Chance welche ich heute nach 4 jahren nuze ohne Angst zu haben alles zu verlieren.
Inzwischen weis ich was bei den ersten 2 Klink Aufenthalten schief ging.

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anonym09 ist offline
Beiträge: 659
Seit: 18.04.09
Wie kann denn in nur 5 Tagen eine Therapie so durchgeführt werden, dass man von dem keinen Männchen befreit wird, was einen immer wieder einflüstert,
nur noch ein mal.....?
Ich kann es fast nicht glauben.

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fastsuchtfrei ist offline
Beiträge: 39
Seit: 30.01.09
Ich auch nicht und genau das ist die schwerste Aufgabe welche ich noch vor mir habe.
Ich bin ja monetan auf Ampehetamin enzug und in der daraus endstehenden Psychose

Aber auch gespräche mit Konsumenten können zum konsum animieren.


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