Ursache von Sucht

14.05.08 10:23 #1
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Ursache von Sucht

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Wenn sich ein Mensch darüber klar wird, daß "die paar Bierchen" eben doch nicht nur ein paar Bier(chen) sind sondern regelmäßiger und inzwischen benötigter Alkoholkonsum, und wenn dieser Mensch dann trotzdem weitertrinkt, dann gibt er der Sucht nach. Ob er es an diesem PUnkt noch schafft, mit dem Alkohol von sich aus aufzuhören, hängt von seiner klaren Entscheidung ab aufzuhören und von seinem Willen, das zu tun, evtl. mit Hilfe einer Gruppe.

Die Entzugserscheinungen sind insofern unterschiedlich, als es einen Unterschied macht, ob jemand Quartelstrinker ist (der kann zwischendurch aufhören und man merkt nichts, bis dann wieder der große Durst kommt) oder ob jemand Spiegeltrinker ist, der immer in etwa den gleich hohen Alkoholspiegel im Blut haben muss, um sich ausgeglichen oder wohl zu fühlen (das ist natürlich subjektiv). Aber beide haben Entzugserscheinungen.

Der Rotweintrinker, der 1x in der Woche ein Glas Rotwein trinkt, hat diese Entzugserscheinungen nicht. Es kann aber sein, daß er - bei entsprechenden Vorbedingungen - das Trinken steigert, und das kann in die Abhängigkeit führen. Muss aber nicht.

Gruss,
Uta

Gruss,
Uta

Hallo Uta
Ich werde mir nun mehr Mühe geben mit meinen Texten. Ich finde es nicht gut, wie Du Alkohol herunterspielst. Denn Alkohol ist ein Nervengift. In der Schule hat uns ein Lehrer vorgeführt, dass auch 0,01 Liter Wein negative Auswirkungen hat. Das ist weniger als ein Zehntel Glas Wein. Irgendwie lebe ich einer Gesellschaft wo Alkohol ein Problem und nur ich mich aufrege, wenn auf einer Klassenfahrt, 7. Klasse getrunken wird. Der Lehrer sagte auch, das sei kein Problem. Ich halte jede Droge für ein Problem, auch Alkohol.
Ich denke nicht, dass ein Alkoholiker den Willen hat, sonst wäre eine Sucht keine Sucht.
Ich habe nicht die Erfahrung, dass die Alkoholkonsumenten, die klinisch nicht als Alkoholiker gelten, aufhören können. Natürlich ist es schlimmer wenn ein Mensch immer betrunken ist.

Oder immer unter Drogen steht.

Gruss whyskyhigh

Ursache von Sucht

Carrie ist offline
Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Natürlich gibt es Alkoholkonsumenten, die aufhören können zu trinken.
Und natürlich ist Alkohol eine Droge, aber ALLES kann zu einer Droge werden. Das Problem ist immer die Menge. Eine kleine Menge Rotwein am Tag hat sogar gesundheitsfördernde Wirkung.
Die Frage aber auch hier: Worauf willst Du hinaus? Was willst Du uns sagen? Hast Du ein Suchtproblem? Oder beschäftigst DU Dich nur rein interessehalber mit den Ursachen von Süchten?
__________________
Liebe Grüße Carrie

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Ursache von Sucht

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Whyskyhigh.
Du hast viele interessante Threads zu wichtigen Fragen eröffnet.
Da du dich scheinbar intensiv mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt hast, würde ich gerne von deinen Erkenntnissen profitieren.
Immer wieder sprichst du die " Not " eines Menschen an.
Kannst du diese Not etwas genauer definieren?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchtprävention?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchttherapie, sollte ein Mensch doch in die Suchtfalle getappt sein?
Dürfen wir etwas mehr über dich erfahren?
Neugierige Grüsse, Sine

Ursache von Sucht

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Hallo Whyskyhigh.
Du hast viele interessante Threads zu wichtigen Fragen eröffnet.
Da du dich scheinbar intensiv mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt hast, würde ich gerne von deinen Erkenntnissen profitieren.
Immer wieder sprichst du die " Not " eines Menschen an.
Kannst du diese Not etwas genauer definieren?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchtprävention?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchttherapie, sollte ein Mensch doch in die Suchtfalle getappt sein?
Dürfen wir etwas mehr über dich erfahren?
Neugierige Grüsse, Sine
Hallo Sine
Danke für Deine wichtigen Fragen. Was meine ich mit Not? Not ist wenn Du Dich unwohl fühlst oder wenn Du Dich angegriffen fühlst oder wenn Du Dich unterlegen fühlst. Oder wenn Du denkst, es kommt einer die Tür rein und macht Dir Vorwürfe.
Ich spreche die Not an, weil ich denke, es kann doch das nur sein was Menschen in Verzweiflung treibt also Depression oder Sucht oder Beides. Dabei ist die Not subjektiv.

Nach 5 Jahren sagt der Partner: Liebst Du mich. Und der Andere sagt, aber klar. Aber trotzdem bleibt die Angst.

Sucht zu lösen kann nur sein, den Menschen in der Not helfen. Damit sie keine Drogen brauchen oder keine Drogen mehr brauchen.
Erstmal so weit, Du siehst ich schreibe gern mehr.

Noch etwas aus meiner Erfahrung. Alle Menschen, die ich kenne, die irgendwas einnehmen, sind in Not und haben Angst. Das kann sein Angst vor dem Telefon oder auch Angst vor der Arbeit.

Gruss whyskyhigh

Ursache von Sucht

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Whyskihigh.
Danke für deine Antwort!
Du schreibst ganz richtig, dass " Not " subjektiv ist.
Die Gründe, die uns in Not bringen, sind vielfältig.
Und genau so vielfältig können meiner Meinung nach Auslöser für Sucht und Wege aus der Sucht sein.
Ich freue mich, wenn du weiter erzählst!
Liebe Grüsse, Sine

Ursache von Sucht

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Nach 5 Jahren sagt der Partner: Liebst Du mich. Und der Andere sagt, aber klar. Aber trotzdem bleibt die Angst.
Diese Angst als Beispiel für mögliche spätere Abhängigkeit genommen:
Hier besteht also große Verlustangst und wenig Vertrauen. DAs hat tief liegende Gründe. Wenn der Mensch mit diesen alten Mustern diese Gründe nicht findet und bearbeitet, wird er immer wieder Angst haben. Denn das Leben ist nunmal nicht nur sicher und nicht nur voraussehbar.

Wenn der Mensch mit Angst es schafft, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln, ist viel für ihn gewonnen.

Gruss,
Uta
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Ursache von Sucht

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Hallo Whyskyhigh.
Du hast viele interessante Threads zu wichtigen Fragen eröffnet.
Da du dich scheinbar intensiv mit dem Thema Sucht auseinandergesetzt hast, würde ich gerne von deinen Erkenntnissen profitieren.
Immer wieder sprichst du die " Not " eines Menschen an.
Kannst du diese Not etwas genauer definieren?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchtprävention?
Was für Möglichkeiten siehst du zur Suchttherapie, sollte ein Mensch doch in die Suchtfalle getappt sein?
Dürfen wir etwas mehr über dich erfahren?
Neugierige Grüsse, Sine
Hallo Sine
Auf die obigen Beiträge werde ich noch eingehen.

Ein Beispiel zum Thema Not und Sucht ist mir eingefallen. Wenn mit Rauchern geredet wird, dann greifen sie immer dann im Gespräch zur Zigarette, wenn ihnen etwas peinlich ist oder sie angegriffen worden sind. Das ist mir schon oft aufgefallen.
Weil Du über Therapie redest, ohne die Angst zu lösen, Tabak verbieten hat keinen Sinn, denn dann würde etwas Anderes benutzt. Oder oft sagen Leute, dass wenn sie viel Stress haben, dann besonders viel Rauchen. Und ich denke nicht, wie ich hier gelesen habe, dass eine Zigarette harmlos ist. Denn ein Suchtmittel ist ein Suchtmittel und nicht gesund.

Worüber ich hier reden will oder streiten will, dann die Frage: Gibt es eine Angst oder eine Not.
Wenn es Millionen Ängste gibt, dann wäre jede Therapie sinnlos.

Meine These ist: Es gibt nur eine Angst oder eine Not.
Und die Frage ist auch, wie kommt die Angst zum Menschen. Wird sie anerzogen.
Es heisst, wenn die Eltern süchtig sind, dann werden die Kinder auch eher süchtig. Also kann es ein Muster sein, das übernommen wird.

Danke für die nette Antwort.

Gruss whyskyhigh

Ursache von Sucht.

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Shelley Beitrag anzeigen
hallo whyskyhigh,

da muss ich dir aber wehement widersprechen!

ich mag mich bis zurück in meine ersten 10 lebenswochen erinnern.
ich habe auch anhaltspunkte, weswegen ich genau weiss, dass meine erinnerungen aus den ersten 10 lebenswochen stammen.

ich war gar nicht leer!
absolut nicht!
ich hatte eine so grosse fülle in mir, wie nicht mehr in meinem späteren leben.
weil sie geht einem verloren.
man vergisst, welchen schatz man bei seiner geburt mitgenommen hat.
die innere fülle wird zugedeckt durch erlebnisse.
seien die gut oder schlecht.
und durch die eher schlechten erlebnisse, welche an der ineren fülle knabbern, wird man leer.

wir wissen gar nicht, was in uns drinnen schlummert und deswegen sind wir leer.
wenn wir es sind.
also wenn wir innere leere haben.

diese innere leere versuchen wir zu füllen.
wenn es schief geht, versuche wir das mit suchtmittel.
und so geraten wir in die sucht und hoffen, dabei innerlich nicht mehr leer zu sein.
doch der schein trügt.
die sucht ist nur eine flucht in ein noch grösseres loch.

ich rede aus erfahrung.
wobei ich nicht typisch suchtkrank bin oder war, sondern nur manchmal neigungen dazu zeigte.
wenn ich eben vergass, dass ich eine grosse innere fülle habe und leer wurde.

du kannst jetzt mit noch so vielen belgten oder "bewiesenen" argumente gegen meine ausführungen kommen.
ich lasse mich in dieser hinsicht nicht "belehren".
weil ich habe es erfahren.
ich habe die innere fülle in meiner wiege erfahren.
ich wurde innerlich leer.
ich wollte dieser leere mit sucht entfliehen.
ich schaffte es, meine innere fülle wieder zu erkennen.
und ich erkannte dabei, dass meine suchtneigung zu nichts führt.

viele liebe grüsse von shelley
Hallo Shelley
Ich meine mit leer mit ohne Druck auf sich oder Andere. Ein Kind ist neugierig und erlebt, aber ein Kindergartenkind hetzt nicht zum Bus oder streitet stundenlang.
Mit dem was Du an Fülle meinst, hast Du recht, ich bezog das leer auf Angst und Not weil das zur Sucht führt.
Wenn das so wäre wie es ist, wie geht das verloren? Geht es vergessen? Und wenn, warum vergessen es Millionen von Menschen, wo jeder Mensch fröhliche Kinder sieht jeden Tag?
Und was meinst Du mit zugedeckt?
Wenn ich das so lese, denkst Du der Mensch hat einen Willen, weil es sich so liest, als wäre einfach so. Und wenn wie passiert es?
Ich denke nicht, dass Drogen wie Zigaretten in Kindheit zurückführt sondern eher das Gegenteil. Wenn dann führen Drogen zum Vergessen vom Kindlichen.

Warum ging das Kinderglück bei Dir weg?
Weil das ist hier das Thema, was ich bereden will.


Gruss whyskyhigh

Ursache von Sucht

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Whyskyhigh.
Verstehe ich das richtig?
Du siehst das Grundübel darin, dass wir unsere Kindlichkeit verlieren?
Sine

Ursache von Sucht.

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Shelley Beitrag anzeigen
nochmals ich.

das ist genau das, was ich sagen wollte:

geht eine ehe in brüche, wird man innerlich zerstört.
das innere licht - die fülle - wird getrübt.
man sieht das inner licht nicht mehr.
es wurde dunkel.
man ist traurig, verzweifelt.
man denkt, man sei leer.
man wird ausgelaugt von dem ganzen stress.
man wird ausgesaugt von den schlimmen erlebnissen.
man ist innerlich leer.
und dann greift man zur flasche.
um sich wieder aufzufüllen.

wenn man angst hat an der party, nimmt einem diese angst die innere sicherheit.
ohne innere sicherheit wird man leer.
die angst hat einem ein loch in die seele gebohrt.
um dieses loch zu stopfen, schluckt man die droge.

gleiches macht die panik.
sie "frisst" einem löcher in die seele.

viele liebe grüsse; shelley

Hallo
Ich denke nicht, wenn eine Ehe kaputt geht, dass das Paar leidet. Das ist viel früher. Weil das ein Prozess ist. Wenn dann nach der Ehe getrunken wird, dann auch, weil dem Ex Schuldgefühle damit gemacht werden. Ein Mensch leidet nicht erst nach der Scheidung sondern an dem was dazu geführt hat.
Das innere Licht wird beim ersten Streit kaputt gemacht. Und ich denke nicht, dass die Menschen leer werden sondern im Gegenteil. Sie sind voller Gedanken, die sich widersprechen, Liebe und Ekel.
Es wird nicht aufgefüllt, sondern wenn dann ist der Ekel das Problem. Und wenn es nur Ekel geben würde, dann gebe es keinen Streit. Sondern der Widerspruch ist das Problem.


Und jetzt fällt mir ein: Ist eine Ehe in der gestritten wird Sucht? Es ist wie beim Raucher: Nüchtern und unter Nikotin?


Was ist für Dich Panik?


Gruss whyskyhigh

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