Ursache von Sucht

14.05.08 10:23 #1
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Ursache von Sucht

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Was ich meine:
Der "Notleidende", der z.B. zum Alkohol greift und dann abhängig wird, hat seine ursprüngliche Not erst einmal erfolgreich mit dem Alkohol verdrängt. Der bringt dann zusätzliche Probleme durch die Verhaltens- und Befindlichkeitsveränderungen durch den Alkohol. Das ursprüngliche Problem existiert weiter, ist aber verdeckt.
Wenn der Alkoholiker nicht aufhört zu trinken, hat er meiner Meinung nach auch keine Chance mehr, das ursprüngliche Problem zu bearbeiten.
Der körperliche Entzug in einer Klinik ist ein erster Schritt dorthin. Der rein körperliche Entzug, ohne Aufarbeitung (mit therapeutischer Hilfe)des ursprünglichen Problems wird aber nicht lange helfen, weil dann wieder der Alkohol oder ein anderes Suchtmittel winken wird.

Gruss,
Uta
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Ursache von Sucht

whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Sucht ist relativ klar definiert:


Da steht auch:


Wenn der Mensch also mal ein Glas Rotwein mit Genuß trinkt, nimmt er zwar ein mögliches Suchtmittel zu sich, er ist aber nicht süchtig bzw. abhängig. Das ist er erst dann, wenn er ohne sein Suchtmittel Entzugserscheinungen spürt und diese sich erst verziehen, wenn er wieder der Sucht nachgibt.

Gruss,
Uta

Ich denke, Du hast recht. Wir sollten eher das Wort Abhängigkeit benutzen.
Auch den ein Glas Rotwein Trinker halte für bedenklich. Es ist zwar bequem zu sagen, das eine Glas ist kein Problem. Das ist aber nicht meine Erfahrung. Warum sollte ein Suchtmittel wie Tabak oder Kokain oder Alkohol nicht denselben Sinn für den Nutzer haben wie täglicher Konsum?

Das mit den Enzugserscheinungen ist sehr subjektiv. Ausserdem gibt es so viel ich weiss körperlichen Entzug und geistigen Entzug.

Was meinst Du mit der Sucht nachgeben. Eigentlich ist es doch so, jeder Mensch entscheidet sich für die Sucht.
Und wie weit ist es real oder Projektion?

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Was meinst Du mit der Sucht nachgeben.
Wenn sich ein Mensch darüber klar wird, daß "die paar Bierchen" eben doch nicht nur ein paar Bier(chen) sind sondern regelmäßiger und inzwischen benötigter Alkoholkonsum, und wenn dieser Mensch dann trotzdem weitertrinkt, dann gibt er der Sucht nach. Ob er es an diesem PUnkt noch schafft, mit dem Alkohol von sich aus aufzuhören, hängt von seiner klaren Entscheidung ab aufzuhören und von seinem Willen, das zu tun, evtl. mit Hilfe einer Gruppe.

Die Entzugserscheinungen sind insofern unterschiedlich, als es einen Unterschied macht, ob jemand Quartelstrinker ist (der kann zwischendurch aufhören und man merkt nichts, bis dann wieder der große Durst kommt) oder ob jemand Spiegeltrinker ist, der immer in etwa den gleich hohen Alkoholspiegel im Blut haben muss, um sich ausgeglichen oder wohl zu fühlen (das ist natürlich subjektiv). Aber beide haben Entzugserscheinungen.

Der Rotweintrinker, der 1x in der Woche ein Glas Rotwein trinkt, hat diese Entzugserscheinungen nicht. Es kann aber sein, daß er - bei entsprechenden Vorbedingungen - das Trinken steigert, und das kann in die Abhängigkeit führen. Muss aber nicht.

Gruss,
Uta
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Geändert von Oregano (15.05.08 um 17:13 Uhr)

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Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
Zitat von whyskyhigh Beitrag anzeigen
Babys und Kinder sind leer, aber nicht süchtig.
hallo whyskyhigh,

da muss ich dir aber wehement widersprechen!

ich mag mich bis zurück in meine ersten 10 lebenswochen erinnern.
ich habe auch anhaltspunkte, weswegen ich genau weiss, dass meine erinnerungen aus den ersten 10 lebenswochen stammen.

ich war gar nicht leer!
absolut nicht!
ich hatte eine so grosse fülle in mir, wie nicht mehr in meinem späteren leben.
weil sie geht einem verloren.
man vergisst, welchen schatz man bei seiner geburt mitgenommen hat.
die innere fülle wird zugedeckt durch erlebnisse.
seien die gut oder schlecht.
und durch die eher schlechten erlebnisse, welche an der ineren fülle knabbern, wird man leer.

wir wissen gar nicht, was in uns drinnen schlummert und deswegen sind wir leer.
wenn wir es sind.
also wenn wir innere leere haben.

diese innere leere versuchen wir zu füllen.
wenn es schief geht, versuche wir das mit suchtmittel.
und so geraten wir in die sucht und hoffen, dabei innerlich nicht mehr leer zu sein.
doch der schein trügt.
die sucht ist nur eine flucht in ein noch grösseres loch.

ich rede aus erfahrung.
wobei ich nicht typisch suchtkrank bin oder war, sondern nur manchmal neigungen dazu zeigte.
wenn ich eben vergass, dass ich eine grosse innere fülle habe und leer wurde.

du kannst jetzt mit noch so vielen belgten oder "bewiesenen" argumente gegen meine ausführungen kommen.
ich lasse mich in dieser hinsicht nicht "belehren".
weil ich habe es erfahren.
ich habe die innere fülle in meiner wiege erfahren.
ich wurde innerlich leer.
ich wollte dieser leere mit sucht entfliehen.
ich schaffte es, meine innere fülle wieder zu erkennen.
und ich erkannte dabei, dass meine suchtneigung zu nichts führt.

viele liebe grüsse von shelley
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
Zitat von whyskyhigh Beitrag anzeigen
Der Volksmund sagt,
geht die Ehe kaputt, dann trinke deswegen.

Wenn Du Angst hast, dann nimm Drogen und die Party ist ein Erfolg.

Ich bin also sicher, es geht um Not und Panik und Angst.

Ein Spiegeltrinker trinkt rund um die Uhr also hält er es vor Panik nicht aus ohne Drogen.
nochmals ich.

das ist genau das, was ich sagen wollte:

geht eine ehe in brüche, wird man innerlich zerstört.
das innere licht - die fülle - wird getrübt.
man sieht das inner licht nicht mehr.
es wurde dunkel.
man ist traurig, verzweifelt.
man denkt, man sei leer.
man wird ausgelaugt von dem ganzen stress.
man wird ausgesaugt von den schlimmen erlebnissen.
man ist innerlich leer.
und dann greift man zur flasche.
um sich wieder aufzufüllen.

wenn man angst hat an der party, nimmt einem diese angst die innere sicherheit.
ohne innere sicherheit wird man leer.
die angst hat einem ein loch in die seele gebohrt.
um dieses loch zu stopfen, schluckt man die droge.

gleiches macht die panik.
sie "frisst" einem löcher in die seele.

viele liebe grüsse; shelley
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
genau, was in uta's link beschrieben wird, besagt meine ansicht der dinge:

Unter Sucht versteht man ein bestimmtes Verhaltensmuster, das mit einem unwiderstehlichen, wachsenden Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- und Erlebniszustand beschrieben wird.
das verlange nach einem bestimmten gefühls- und erlebniszustand.

man verlangt nach den gefühlen, welche man verloren hat.
man verlangt nach den erlebnissen, welche einem fehlen.

verlorene gefühle - innere leere - dunkelheit
fehlende erlebnisse - innere leere - dunkelheit

statt dass man die gefühle und erlebnisse mit der inneren fülle - der helligkeit, dem licht - stillt, gerät man in die sucht.
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Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
Zitat von whyskyhigh Beitrag anzeigen
Der Trinker ist auch beim Trinken in Not und auch trockene Alkoholiker sind in Not.
weil das trinken ein trug ist.
es stillt nicht den hunger nach fülle, sondern bohrt einem ein noch grösseres loch ins herzen.
es ist eine flucht in die dunkelheit.
weg vom licht.
weg von der inneren fülle.

not = dunkelheit = innere leere
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo whyskyhigh.
Wenn du hier in der Rubrik " Sucht Divers " rumstöberst, wirst du ein paar Threads finden, wo ich versucht habe, Ursachen für Sucht zu finden.
Es freut mich, dass du dich schon so intensiv mit dem Thema befasst hast, bestimmt kannst du mir weitere Inputs zum Thema liefern.
Leider habe ich noch nicht ganz verstanden, was du nun genau als Ursache von Sucht ansiehst.
Ausserdem würden mich von dir erdachte Lösungsansätze zur Suchttherapie interessieren.
Liebe Grüsse, Sine

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whyskyhigh ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 329
Seit: 11.05.08
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Was ich meine:
Der "Notleidende", der z.B. zum Alkohol greift und dann abhängig wird, hat seine ursprüngliche Not erst einmal erfolgreich mit dem Alkohol verdrängt. Der bringt dann zusätzliche Probleme durch die Verhaltens- und Befindlichkeitsveränderungen durch den Alkohol. Das ursprüngliche Problem existiert weiter, ist aber verdeckt.
Wenn der Alkoholiker nicht aufhört zu trinken, hat er meiner Meinung nach auch keine Chance mehr, das ursprüngliche Problem zu bearbeiten.
Der körperliche Entzug in einer Klinik ist ein erster Schritt dorthin. Der rein körperliche Entzug, ohne Aufarbeitung (mit therapeutischer Hilfe)des ursprünglichen Problems wird aber nicht lange helfen, weil dann wieder der Alkohol oder ein anderes Suchtmittel winken wird.

Gruss,
Uta
Hallo Uta
Ich denke nicht, dass eine Droge verdrängt oder verdrängen kann oder soll. Das tut ein Gespräch oder ein Fussballspiel. Das ist aber nicht der Sinn einer Droge.

Ich meine nicht die Befindlichkeit, sondern die Droge ändert Hormone und Denken. Und das wiederum schafft Probleme. Ein Arzt sagt bei einer Narkose so viel ich weiss auch, er macht die Narkose abhängig vom Nikotinspiegel.
Wer trinkt, löst keine Probleme, das sehe ich auch so. Die Frage ist, kann er nicht oder will er nicht?

Was habe ich vergessen?

Gruss whyskyhigh

Ursache von Sucht

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
"verdrängen" kann man als bewußtes Wegschieben/Verdrängen eines Themas ansehen. Oder auch als nicht bewußtes Wegschieben und Verdecken durch andere Themen - in dem Fall Alkohol.

Natürlich ändern Drogen auch die Hormone und das Denken. Doch das tun auch traumatische Ereignisse im Leben, was ja inzwischen durch SPECT nachgewiesen ist. Also geht es darum, das bewußte Denken und die hormonelle Steuerung des Menschen möglichst auf "normal" zu bringen. Ob und wie das gelingt, dürfte sehr verschieden sein. Auf jeden Fall gehört Glück, Konsequenz, Wille und mehr dazu.

Gruss,
Uta
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