Gicht - eine Zivilisationserkrankung

15.10.10 03:19 #1
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Difi ist offline
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Seit: 28.04.09
Gicht - eine Zivilisationserkrankung

Während und kurz nach dem 2. Weltkrieg war die Gicht kaum anzutreffen – ganz im Gegensatz zu heute. Gicht ist eine Wohlstandserkrankung, die deswegen zugenommen hat, weil es uns heute so gut geht. Falsche Ernährungs- und Trinkgewohnheiten spielen als Auslöser der Gicht eine große Rolle, was sich gerade vor Festtagen besonders bemerkbar macht. Gicht ist immer die Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels. Bei gesunden Menschen stehen die Bildung und Ausscheidung von Harnsäure im Gleichgewicht. Sie wird zu 80 % über die Nieren mit dem Harn und zu 20 % über den Darm ausgeschieden. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kommt es infolge hoher Harnsäurekonzentrationen im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben. Diese Ablagerungen führen zu den typischen Symptomen der Gicht.
Purine und Harnsäure im Fokus

Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Stoffwechsels, genauer gesagt das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Purine wiederum sind Bestandteile des genetischen Materials – der DNA (Desoxyribonukleinsäure) und der RNA (Ribonukleinsäure) und somit Bestandteile der Kerne jeder Zelle. Je mehr Zellkerne also ein Nahrungsmittel hat, desto mehr Purine nimmt man zu sich. Je mehr Purine man verzehrt, desto mehr Harnsäure bildet sich. In den Industriestaaten haben etwa 20 Prozent der Männer einen erhöhten Harnsäurespiegel. Bei Frauen steigt der Harnsäurespiegel oft erst nach den Wechseljahren an, weil bis dahin die Östrogene vorbeugend wirken und die Ausscheidung dieses Stoffes über die Nieren unterstützen. Beträgt der Anteil Harnsäure im Blut mehr als 7 mg/dl, so spricht man von einer so genannten Hyperurikämie.
Primäre oder sekundäre Gicht?

* Die primäre Gicht ist eine angeborene Stoffwechselstörung. Ursache ist in den meisten Fällen eine Störung der Harnsäureausscheidung, seltener liegt eine vermehrte körpereigene Harnsäurebildung aufgrund von Enzymdefekten vor.
* Auslöser einer sekundären Gicht können Krebserkrankungen wie Leukämien (erhöhter Zelluntergang), Medikamente (Zytostatika) oder Nierenfunktionsstörungen (Harnsäure wird im Blut zurückgehalten) sein.

Akute Gicht und chronische Gicht

Gichtanfälle treten völlig überraschend und häufig in den Nachtstunden auf. Meist haben die Betroffenen ein fettreiches Mahl oder reichlich Alkohol am Abend davor genossen. Die Harnsäure kristallisiert bevorzugt in Bein- und Fußgelenken aus. Die nadelscharfen Kristalle verursachen eine schmerzhafte Gelenkentzündung, das betroffene Gelenk ist stark gerötet und geschwollen. Treten solche Beschwerden auf, sollte man den Arzt aufsuchen, denn mit fortschreitender Dauer der Erkrankung häufen sich solche Anfälle, wenn die Gicht nicht behandelt wird. Wird eine Gicht chronisch, kann es zur Zerstörung des Gelenkknorpels, der Knochen und der Sehnen kommen. Die Folge: Dauerhafte Gelenkschäden mit Bewegungseinschränkungen, Verformungen und Gelenkversteifungen. Auch die Nieren nehmen langfristig Schaden, wenn sich in ihnen Harnsäure ablagert. Ausfällungen von Harnsäurekristallen im Nierengewebe führen zu einer zunehmenden Einschränkung der Nierenfunktion.

Erhöhte Harnsäurewerte können mit einer purinarmen Ernährung behandelt werden. Ganz allgemein gelten folgende Regeln für die Ernährung bei Gicht.
Ernährung bei Gicht

* Fleisch, Fisch oder Wurst maximal einmal am Tag und nur ca. 100 Gramm verzehren. Innereien enthalten den höchsten Puringehalt und sollten deshalb komplett gemieden werden.
* Pflanzliche Nahrungsmittel wie z.B. Hülsenfrüchte, Kohl und Rosenkohl haben ebenfalls einen hohen Anteil an Purinen.
* Konsum von Alkohol einschränken, vor allem Bier oder Bierprodukte
* Normalisierung des Körpergewichts
* Flüssigkeitszufuhr – pro Tag mindestens 2 Liter

Medikamentöse Behandlung der Gicht

Die Therapie des akuten Gichtanfalles unterscheidet sich von der Dauerbehandlung zur Verhütung weiterer Anfälle. Im akuten Gichtanfall werden hoch dosierte Schmerzmittel wie Indometacin, Diclofenac oder Kortisonpräparate eingesetzt. Des Weiteren kommt auch das Alkaloid der Herbstzeitlose – Colchicin – zum Einsatz. Bei bereits länger bestehender Gicht und bei stark erhöhten Harnsäurewerten sind Medikamente nötig - Urikosurika und Urikostatika. Urikosurika z. B. Benzbromaron, Probenecid führen zu einer erhöhten Ausscheidung von Harnsäure. Urikostatika z. B. Allopurinol senken die Harnsäureproduktion im Körper.
Aktualisiert: 14.10.2010
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

Ich finde das es hier sehr gut erklärt wird von Nathalie Blanck.

LG, Difi
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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt! -- Einstein --

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 59.004
Seit: 10.01.04

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Wero ist offline
Beiträge: 1.093
Seit: 22.04.06
In früheren Zeiten, als Schmalhans noch Küchenmeister war, hatte die Gicht den Beinamen "Krankheit der Könige". Das fette Leben machte die Privilegierten zu bevorzugten Opfern.

Viele Grüsse
Wero

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knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo,

grundsätzlich ist Harnsäure physiologisch als Antioxydants sehr wichtig für den Körper.

Daher wird in den Glomeruli der Niere die Harnsäure komplett aus dem Blut herausgefiltert. und in der Henleschen Schleife der größte Teil rückresorbiert, sodass nur fünf bis zehn Prozent der Ursprungsmenge mit dem Harn ausgeschieden werden. Das hat die Evolution so eingereicht. Es wird angenommen, dass dadurch der Mensch nicht Vitamin C selbst produzieren kann.

Natürlich ist ein erhöhter Harnsäurespiegel phatologisch. Dazu:http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2176

peter

Geändert von knutpeter (15.10.10 um 11:52 Uhr)

Gicht - eine Zivilisationserkrankung

Gleerndil ist offline
Beiträge: 3.536
Seit: 26.07.09
. . . und genau die erhöhten Harnsäurewerte sind Thema hier, bzw. die daraus resultierenden Schmerzen, wie man ja im ersten Beitrag nachlesen kann.

Diese Gicht-Schmerzen empfindet vermutlich niemand als "sehr wichtig für den Körper".


Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 7.331
Seit: 04.02.09
kann man wirklich den gicht -schmerz übersehen ? .


..................diese plötzlichen starken schmerzen in einem gelenk, welches gerötet, heiß und stark geschwollen ist und bei berührung heftige schmerzen verursacht ?.

.............selbst ein leichtes laken über z.b. einen betroffenen zeh .........und man sieht sogar tagsüber die sterne ..........nein..........niemand der den schmerz eines gicht-anfall kennt wird ihn vergessen.

lg ory
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.........schreib ,damit ich dich sehe .

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Manno ist offline
Beiträge: 1.141
Seit: 09.09.08
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
.Diese Gicht-Schmerzen empfindet vermutlich niemand als "sehr wichtig für den Körper". Gerd
Vermutlich nicht - besonders dann nicht, wenn der Sonntagsbraten auf dem Tisch steht. Allerdings ist es doch sehr tröstlich, daß die Kristalle bei entsprechender Lösung hinausgeschwemmt werden können, daß ein Kaffee danach entwässernd wirkt und daß lt. dem Link von knutpeter:

Geeignete Lebensmittel bei Hyperurikämie sind: Milch, Eier, Fenchel, Möhren, Paprika, Rote Bete, Zucchini, Tomaten, Salate, Kartoffeln, Teigwaren, Mehl und Brot. Auch Tee, Kakao, Kaffee und Schokolade können entgegen früheren Ansichten problemlos konsumiert werden, denn die hier enthaltenen Xanthine werden anders verstoffwechselt.
Man muß sich ja nicht unbedingt immer das Negative reinziehen, denn ein Stück Schokoladentorte und ein Kännchen Kaffee, könnte man sich stattdessen auch noch reinziehen. Aber bitte mit Sahne !

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Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Difi,

Ich finde das es hier sehr gut erklärt wird von Nathalie Blanck.
Das Problem ist, daß in dem Beitrag die tatsächliche Ursache der Krankheit nicht angesprochen wird. Deutlich wird das hier:

Gicht ist immer die Folge eines erhöhten Harnsäurespiegels. Bei gesunden Menschen stehen die Bildung und Ausscheidung von Harnsäure im Gleichgewicht. Sie wird zu 80 % über die Nieren mit dem Harn und zu 20 % über den Darm ausgeschieden. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kommt es infolge hoher Harnsäurekonzentrationen im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben.
Nathalie Blanc beschreibt hier nicht die Ursache der Krankheit sondern eine Krankheitsfolge. Der erhöhte Harnsäurespiegel ist lediglich ein Symptom der Krankheit Gicht. Als Ursache wird genannt:

Je mehr Zellkerne also ein Nahrungsmittel hat, desto mehr Purine nimmt man zu sich. Je mehr Purine man verzehrt, desto mehr Harnsäure bildet sich.
Was ziemlicher Unsinn ist, denn bspw. die Inuit hatten einen enorm hohen Anteil Purine in der Ernährung und trotzdem war die Krankheit Gicht dort unbekannt. Was hier beschrieben wird ist lediglich ein Faktor, der bei bestehender Krankheit die Symptomatik verschlimmert. Das hat mit der Ursache der Krankheit nichts zu tun.

Die Differenzierung bringt uns auch nicht weiter:

* Die primäre Gicht ist eine angeborene Stoffwechselstörung. Ursache ist in den meisten Fällen eine Störung der Harnsäureausscheidung, seltener liegt eine vermehrte körpereigene Harnsäurebildung aufgrund von Enzymdefekten vor.
Auch hier muß man die Frage stellen: Woher bitte kommt denn die Stoffwechselstörung? Woher kommt der Enzymdefekt? Man schiebt das hier auf "angeboren", aber das ist prinzipiell falsch.

Jede Krankheit hat eine Ursache und die liegt nie in der Geburt oder einer "zufälligen Fehlkonstruktion" des Säuglings. Tatsächlich wirken sich hier die Fehler der vorangehenden Generationen aus und zeigen sich in einer erhöhten Vorbelastung resp. Anfälligkeit. Der Mechanismus ist mittlerweile bekannt, siehe unter Epigenetik.

Erhöhte Harnsäurewerte können mit einer purinarmen Ernährung behandelt werden.
Da die erhöhten Harnsäurewerte nur ein Symptom sind und die purinhaltige Nahrung nur Auslöser der Symptomatik, ist diese Behandlung keine ursächliche Heilbehandlung, sondern lediglich eine Symptomlinderung. Deshalb kann man die Krankheit durch purinarme Ernährung auch nicht heilen. Heilung würde bedeuten, daß der Betroffene wieder purinhaltige Nahrung zu sich nehmen kann, ohne Beschwerden zu bekommen und das ist hiermit natürlich nicht zu erreichen.

Ganz allgemein gelten folgende Regeln für die Ernährung bei Gicht.
Die gegebenen Empfehlungen zielen auf eine Symptomlinderung, nicht auf eine ursächliche Heilbehandlung.

Tatsächlich ist die Gicht ursächlich eine rein ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit. Die Ursachen liegen nicht im Fleischverzehr, sondern im Verzehr raffinierter und konzentrierter Kohlenhydrate, raffinierter Fabrikfette und generell stark verarbeiteter und dadurch vitalstoffarmer Nahrung. Durch den Mangel an Vitalstoffe in einer solchen Ernährung kommt es zu Stoffwechselstörungen und diese Störungen sind es dann, die zum Entgleisen des Harnsäurestoffwechsels führen. Ziel der ursächlichen Heilbehandlung muß es daher sein, den Vitalstoffgehalt der Nahrung zu normalisieren und das geht nur, indem man die Ernährung möglichst naturbelassen gestaltet. Die ursächliche Heilbehandlung erfolgt daher sinnvollerweise durch eine Ernährungsumstellung auf eine (zunächst) tiereiweißfreie Vollwerternährung mit hohem Frischkostanteil.

Das ganze sollte immer in direkter Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, denn durch die Korrektur der Ernährungsfehler und die dann wieder anlaufenden Stoffwechselprozesse kann es zu einer vermehrten Freisetzung und Ausscheidung der eingelagerten Harnsäure kommen, was sich in einem (letzten) Gichtanfall äußern kann. Dieser Gichtanfall muß dann medikamentös abgefangen werden, wie auch die weitere medikamentöse Behandlung (falls nötig) durch den Arzt betreut werden muß.

Es gibt viele Menschen, die durch eine derartige Ernährungsumstellung ihre Krankheit dauerhaft loswurden - das ist also schlicht praktische Erfahrung.
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Gicht - eine Zivilisationserkrankung

knutpeter ist offline
Beiträge: 1.646
Seit: 18.07.09
Hallo Joachim,

ich finde Deine Theorie sehr interessant:

Die Ursachen liegen nicht im Fleischverzehr, sondern im Verzehr raffinierter und konzentrierter Kohlenhydrate, raffinierter Fabrikfette und generell stark verarbeiteter und dadurch vitalstoffarmer Nahrung.
Bitte kannst Du mir das erklären?

1. was sind raffinierte und konzentrierte Kohlenhydrate? ich nehme an, Du meinst Zucker? was hat Zucker mit Gicht zu tun?
2. was sind raffinierte Fabrikfette? Margarine? oder Palmenöl? Was verursacht und wie Gicht
3. was sind denn Vitalstoffe? und was hat deren Mangel mit Gicht zu tun?

Ich nehme an Du hast Dich intensiv mit dem Theme beschäftigt und kannst mir die bio-chemischen Zusammenhänge erklären, oder mir erklärende Literaturhinweise geben.

peter

Gicht - eine Zivilisationserkrankung

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo knutpeter,

Gerne...

1. was sind raffinierte und konzentrierte Kohlenhydrate? ich nehme an, Du meinst Zucker? was hat Zucker mit Gicht zu tun?
Gemeint sind damit Fabrikzucker und Auszugsmehle. Das Problem bei raffinierten Kohlenhydraten liegt in zwei Dingen: Zum einen sind sie hochkonzentriert, da sie quasi ein Extrakt aus dem Lebensmittel sind (Zuckerrübe bzw. Getreidekorn), zum anderen sind sie herstellungebedingt isoliert, das heißt, sie enthalten zwar enorme Mengen Kohlenhydrate, liefern aber nicht wie das ursprüngliche Lebensmittel auch die zur Verarbeitung nötigen Vitalstoffe mit.

Ein Apfel bspw. liefert eine gewisse Menge Kohlenhydrate, aber gleichzeitig auch Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, ungesättigte Fettsäuren, Faser- und Aromastoffe (Vitalstoffe). Ißt man ihn, hat der Organismus alles zu Verfügung, um die Nährstoffe des Apfels richtig zu verstoffwechseln. Extrahiert man aber die Kohlenhydrate aus dem Apfel, bspw. in Form eines Apfeldicksaftes (auch ein Fabrikzucker), dann werden die Vitalstoffe weitgehend dabei zerstört oder sind gar nicht erst enthalten. Verzehrt man so etwas, dann muß der Organismus die nötigen Stoffe aus eigenen Depots zuschießen bzw. von anderen Stellen abziehen. Da in der Natur solche Konzentrate nicht vorkommen, reichen die Depots nicht aus, um den Bedarf eines solchen isolierten Konzentrats zu decken. Es entsteht so ein relativer Mangel an all den Stoffen, die für die Verarbeitung benötigt werden. Dieser Mangel wiederum führt zu Stoffwechselstörungen in allen möglichen Bereichen des Organismus und wenn bspw. der Harnsäurestoffwechsel davon betroffen ist, dann kann sich das auf Dauer in Form einer Gicht zeigen.

Für Auszugsmehle gilt sinngemäß das gleiche - sie sind nur der vermahlene Stärkekern des Getreidekorns. Die in den Randschichten des Korns enthaltenen Vitalstoffe, die eigentlich für die Verarbeitung der Stärke benötigt werden würden, fehlen.

2. was sind raffinierte Fabrikfette? Margarine? oder Palmenöl? Was verursacht und wie Gicht
Das Prinzip ist das gleiche. Naturbelassene Fette wie Butter, Nüsse oder kaltgepreßte (native) Öle liefern neben dem Fett eine Vielzahl wichtiger Vitalstoffe. Raffinierte Fette werden in aufwändigen chemischen Verfahren hergestellt, bei denen alle Vitalstoffe zerstört werden. Die Margarine ist bspw. ein reines Kunstprodukt, dem man hinterher über den Zusatz von Aromen, Farbstoffen und einigen isolierten Vitaminen den Anschein eines gesunden Nahrungsmittels zu geben versucht.

3. was sind denn Vitalstoffe? und was hat deren Mangel mit Gicht zu tun?
Ich denke, das ist oben deutlich geworden. Vitalstoffe sind Stoffe, die in naturbelassenen Lebensmitteln enthalten sind und benötigt werden, um die Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) der Nahrung zu verarbeiten. Fehlen sie, kommt es auf Dauer zu Stoffwechselstörungen, die sich je nach Konstitution des Betroffenen in Form diverser ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten zeigen. Die Gicht ist dabei nur eine von vielen - etwa 80% der heutigen Krankheiten haben hier ihre eigentliche Ursache.

Ich nehme an Du hast Dich intensiv mit dem Theme beschäftigt und kannst mir die bio-chemischen Zusammenhänge erklären, oder mir erklärende Literaturhinweise geben.
Ich bin ärztlich geprüfter Gesundheitsberater GGB und beschäftige mich damit seit über zehn Jahren. Die biochemischen Vorgänge kann ich dir im Detail nicht erklären, weil sie für meine Arbeit nicht gebraucht werden - da zählt vor allem die praktische Umsetzung und die Aufklärung über die Ursachen. Nach detaillierten Stoffwechselvorgängen fragt da in der Regel niemand, sondern eher, woher er eine Getreidemühle bekommt Du kannst die Zusammenhänge aber bspw. in "Ernährung des Menschen" von Elmadfa, Leitzmann nachlesen. Empfehlenswert für die grundlegenden Stoffwechselvorgänge auch: "Taschenatlas der Ernährung" von Biesalski und Grimm. Ergänzend auch: "Zucker, Zucker" von M.O.Bruker, vor allem die zweite Hälfte in der es um den Fabrikzucker als pathogenetischen Faktor geht. Von Bruker gibt es auch eine Abhandlung zum Thema Gicht in "Rheuma - Ursache und Heilbehandlung".
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)


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