Weitere Entwicklungen in Fukushima

13.05.11 22:21 #1
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Juppy hat vollkommen Recht, auch wenn es manch einem so schon reicht und er sich über die permanente Bedrohung im Klaren ist.

Wir sollten die derzeit totgeschwiegene Entwicklung in Fukushima nicht aus dem Auge verlieren. Denn nur weil politisch gewollt so gut wie nicht mehr darüber berichtet wird, ist das Problem nicht etwa beseitigt, sondern spitzt sich im Gegenteil noch weiter zu.

Nach einer Meldung von heute ist es im Reaktor 1 des havarierten Kernkraftwerks Fukushima offenbar zur Kernschmelze gekommen. Das Teile der Brennstäbe geschmolzen seien, hat auch die Betreibergesellschaft Tepco bestätigt. Anscheinend haben sie jetzt erst entdeckt, dass der Wasserstand seit Wochen falsch angegeben wurde.

Ein Tepco-Sprecher bestätigte, dass Teile der Brennstäbe auf jeden Fall geschmolzen seien. Die Schmelze liegt am Boden des Druckbehälters. Seit Wochen werden jeden Tag 150 Tonnen Wasser zur Kühlung in den Reaktor gepumpt, um genau das zu verhindern. Offenbar gibt es in dem Druckbehälter ein Leck, anders ist der geringe Wasserstand nicht zu erklären. "Es muss ein großes Loch geben", sagte ein Tepco-Manager. www.noows.de/atomkatastrophe-in-fukushima-kernschmelze-und-leck-in-reaktor-1-28480
Aber eigentlich ist es noch viel schlimmer. Der Senior Atomwissenschaftler Japans Michio Ishikawa, ehemaliger Leiter des Japan Nuclear Technology Institute und aktueller "most senior" Berater des Instituts, hat bereits am 1.5.2011 ein Interview gegeben, in dem er sagte, dass alle 3 Reaktoren schon längstens eine komplette Kernschmelze erlitten hätten und noch nie gekannte radioaktive Elemente frei gesetzt wurden.
blog.alexanderhiggins.com/2011/05/01/senior-japan-nuclear-scientist-fukushima-reactors-1-2-3-complete-meltdown-21916/

Dazu für diejenigen, die auch kein englisch sprechen als Quelle ein blog
Michio Ishikawa, 77-jähriger ehemaliger Chef des japanischen Instituts für Nukleartechnologie, wurde in eine TV-Show eingeladen, in der Erwartung, er werde sich als Abwiegler betätigen und den vorgegebenen Lügen folgen. Hinsichtlich der kürzlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung der Regierung für eine akkumulative Belastung von 20 Millisievert /Jahr für Kinder, rücksichtslos gegen die Form der Aufnahme / Exposition, enttäuschte der Atomenergiegeneral seinen Gastgeber nicht. Die Regierungserklärung hat de facto Gesetzesrang, Schulen, bspw., können sich mit exekutiver Wirkung auf sie berufen.
Eine Überaschung erlebte die Moderation jedoch, als sie nach Ishikawas Beurteilung der Havarie und der entstandenen Lage fragte. Auf seine Antworten hin fragte ihn jemand, warum er, der Befürworter der Atomkraft, sich derart frontal gegen Regierung und Betreiber stelle. Er habe sich nicht erlaubt, zu lügen, antwortete er.
Ishikawa ist überzeugt, in allen betroffenen Reaktoren liege eine 100%ige Kernschmelze vor, in Reaktor 2 und /oder 3 könne sie den Druckbehälter bereits verlassen haben. Die Abwasser der Notkühlung in den Containmentbehältern weise eine Belastung mit einer Mixtur an Nucleiden auf, die "man nie zuvor gesehen" habe. Zur "Leitgröße" wählte Ishikawa das Isotop Kobalt-60. Wenn nur 10% des im Inventar eines Reaktors enthaltenen Kobalt60 in Wasser gelöst frei werde, entspräche das einer Freisetzung von 37,000 Terabecquerel.
Die derzeitigen Maßnahmen Tepcos bezeichnete er als "Spielereien" und "Mumpitz". Das Werk stelle einen "Kriegsschauplatz" dar, auf dem man mit allen verfügbaren Kräften, einschließlich internationaler Hilfe, die Offensive zu gewinnen habe, indem man "Brückenköpfe" in den Reaktoren selbst zu errichten habe, um die direkte Kühlung der Schmelzen in Angriff nehmen zu können, die bis auf Weiteres je 2-3 Megawatt Restleistungswärme entwickle.
Daß dazu bewußt Menschenopfer zu bringen seien, sagte der "General" allerdings nicht.

Eine Probe von Abwasserschlamm aus dem Distrikt Fukushima, die in der Stadt Koriyima zur Weiterverarbeitung gesammelt wurden, wies eine Caesium - Belastung von 26,400 becquerel/ kg auf. Zu diesem Zeitpunkt waren 3,500 Tonnen Schlamm bereits ... verbrannt!
Eine Probe der Schlacke wies eine Dosis-Aktivität von 334,000 becquerel /kg auf.
Weitere 1000 Tonnen der Schlämme waren bereits zur Weiterverarbeitung zum Zement-Zuschlagsstoff abgegeben worden und ein unbekannter Teil des belasteten Zements war verkauft ...

Dem Professor Toshiso Kosako, von der Universität Tokyo, der unter Protest von seiner Funktion als Regierungsberater zurück getreten war, und seine Empörung über die oben erwähnte Verordnung zur Kinderverstrahlung öffentlich gemacht hatte, verpaßte die japanische Regierung unter "zartem" Verweis auf die unterschriebene Schweigepflicht einen juristischen Maulkorb.
Was ich grad so lese - TomGard, Arbeitsjournal
Habe leider nur 2 Videos der angeblich 11 Videos dieses Wissenschaftler auf französisch gefunden. Das entscheidende Video, dass auf der amerikanischen Seite angezeigt wird, wurde bereits vom Nutzer entfernt.
Dailymotion - M. Ishikawa "Tout le combustible a fondu" - une vidéo Actu et Politique

Auch interessant ist ein älterer amerikanischer Atomwissenschaftler, der praktisch vorführt, was in einem Reaktor passiert. Zum Beispiel mit den Stäben in denen die Uranpallets stecken.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Therakk ist offline
Beiträge: 1.692
Seit: 07.08.10
Anscheinend haben sie jetzt erst entdeckt, dass der Wasserstand seit Wochen falsch angegeben wurde.
haha. Wenn das das Einzige wäre das sie falsch angegeben hätten.....

danke NdP für deinen unermüdlichen Einsatz, für all die Infos.
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Wir leben in der Annahme, dass wir denken, wobei es genauso möglich ist, dass wir gedacht werden

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Wissen ist Macht ist offline
Beiträge: 990
Seit: 25.05.06
Typisch, die echte Gefahr kann man selbst vermuten, mit äußeren Quellen darf man sich aber dann nicht befassen, weil so gerne "verharmlost" wird.
Meine Einschätzung und die öffentliche decken sich also nicht.

Warum hat man die Japaner nicht schon längst großräumiger (viel großräumiger) extrem weit weg evakuiert?

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Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.494
Seit: 07.11.09
Nun lest mal diese Information.
Alles Schall und Rauch: Schweizer Armee zieht Geigerzähler ein
So werden wir von der Politik und Medien verar....
Gruss
Juppy

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nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Nach meinem Eindruck ist die USA ziemlich beunruhigt, da die den Dreck insbesondere an der Westküste schon viel heftiger abbekommen als wir.
Bei den ersten Meldungen des dortigen Messsystems haben viele gedacht, dass wären irgendwelche unrealistischen Zukunftswerte.
Da findet man etliche Seiten, die das genau verfolgen. Die aktuellen Messwerte findet man hier blog.alexanderhiggins.com/2011/04/12/realtime-epa-radnet-japan-nuclear-radiation-monitoring-every-us-city-single-page-16511/
Dort kann man sich im Real Time US Radiation Monitoring die aktuellen Werte aller grösseren US-Städte in CPM anzeigen lassen.

Zu uns. Ich habe versucht einmal herauszufinden, wie die Strahlenbelastung für uns vor Tschernobyl aussah. Da aber nichts Genaueres zu rausgefunden.
Jetzt sagte mein Mann, ach, wir haben in D eh eine hohe terrestrische Strahlung. Ist das wirklich wahr? Ganz interessant finde ich in dem Zusammenhang, das Radon durch Uran entsteht.

Denn es beschäftigt mich jetzt schon eine ganze Weile, dass wir in D höher liegen als Japan in einiger Entfernung von Fukushima trotz dieser Katastrophe. Japan Geigermap: At-a-glance

Wen es interessiert. Hier Ministry of Health, Labour and Welfare: Information about 2011 Tohoku - Pacific Ocean Earthquake kann man die jeweils aktuellen Bestimmungen zu Lebensmitteln und Beschränkungen/Messwerte zu Wasser lesen, die das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales regelmässig veröffentlicht.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Zitat von Juppy Beitrag anzeigen
Nun lest mal diese Information.
Alles Schall und Rauch: Schweizer Armee zieht Geigerzähler ein
So werden wir von der Politik und Medien verar....
Gruss
Juppy
Also für mich ist die Sache klar. Die wollen das Radioaktivität aus dem Bewusstsein der Menschen verschwindet, damit sie weitermachen können wie bisher.
Denn sie haben bemerkt, dass anhand Fukushima eine starke Bewegung durch die Bevölkerung ging, die sie gerne wieder eindämmen möchten. Denn sie wissen, das Volk ist vergesslich.
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Nischka ist offline
Beiträge: 1.517
Seit: 02.01.11
Hier ein Artikel aus DAILYGREEN:

Algen im Meer vor Fukushima radioaktiv verseucht

Aktuelle Messungen von Greenpeace haben ergeben, dass die Algen im Meer vor der Ostküste Japans stark radioaktiv verseucht sind. Greenpecae zufolge sind 10 von 22 Proben mir einem Wert von über 10.000 Becquerel belastet, d.h. der Grenzwert ist bei diesen Proben um das Fünffache überschritten. Neben einigen Proben mit einem Wert von über 19.000 Becquerel stellten die Forscher in zwei Proben sogar über 20.000 Becquerel fest. Damit weisen sowohl diese Werte als auch die Messungen, die von AKW-Betreiber Tepco am Meeresboden durchgeführt wurden, darauf hin, dass das Meer viel stärker mit Radioaktivität belastet ist, als es die offiziellen Stellen zugeben.

Dies ist problematisch, weil Algen in Japan zu den Grundnahrungsmitteln gehören und fast alle der getesteten Algenarten normale Bestandteile der japanischen Küche sind. In den Küstengewässern und auch im Gebiet vor Fukushima soll am 20. Mai die Algen-Ernte beginnen. Der Biologe Dirk Zimmermann von Greenpeace fordert angesichts der Messergebnisse die japanische Regierung auf, die betroffenen Algen nicht zu ernten und die Algenbauern angemessen zu entschädigen. Dieser Forderung schließt sich auch Wakao Hanaoka, Meeresexperte von Greenpeace Japan an. Auch Greenpeace-Strahlungsexpertin Ike Teuling, die mit an Bord der “Rainbow Warrior” ist, kritisiert, dass die Behörden nur sehr wenig tun, um die Bevölkerung zu schützen, obwohl rund ein Viertel des gesamten japanischen Fangs an Fisch und Meeresfrüchten aus dem Gebiet stammt, aus dem auch die radioaktiv belasteten Proben stammen.

Die Proben wurden Anfang Mai entnommen, neben den Algen wurden auch Meerwasser und verschiedene Fische zur Analyse gebracht, die jedoch noch nicht komplett abgeschlossen sind. Die genommenen Proben stammen aus den Gewässern bis 65 Kilometer vor dem havarierten AKW Fukushima, die Umweltorganisation durfte mit ihrem Schiff “Rainbow Warrior” die Hoheitsgewässer Japans nicht befahren.

In den nächsten Tagen will Greenpeace weitere Untersuchungen der gesammelten Proben durchführen lassen. Die detaillierten Ergebnisse werden nicht vor dem 20. Mai erwartet. Allerdings ist sich Greenpeace- Experte Zimmermann schon jetzt sicher, dass die durch das Atomunglück ausgetretene Radioaktivität schon in der Nahrungskette ist - ein Beweis dafür, dass das Ausmaß der Atomkatastrophe immer verheerender wird, so der Biologe der Umweltschützer weiter. (mh)

Hier der Link:
Algen im Meer vor Fukushima radioaktiv verseucht - DailyGreen.de

Hoffen wir, daß das Volk JETZT nicht mehr so vergeßlich sein wird!
Ich hör jedenfalls von etlichen Seiten Empörung darüber, daß das Thema aus den Medien weitgehend verschwunden ist.
Alle Bären läßt man sich wohl auch nicht mehr aufbinden.

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Stell Dir vor, es gibt Funk, und keiner nutzt ihn :-D

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nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Hallo Nischka, das da jetzt alles im Meer verseucht ist, ist nur logisch. Ich verstehe ehrlich nicht, warum sich Greenpeace dafür sein Schiff verseuchen lässt.

Zumal aktuell wieder ein neues Leck gefunden wurde aus dem verseuchtes Wasser ins offene Meer austritt. Diesmal im Reaktorblock 3, also demjenigen der mit dem MOX-Brennstäben betrieben wird.
Messungen am besagten Leck zeigten Cäsium 134 Werte von 32.000fach über Normalwert. Entsprechend der bisherigen Politik schreiben sie nix vom Plutonium. Aber das heisst nix.
AKW Fukushima: Arbeiter betreten erstmals Reaktor 3- Fehlersuche geht weiter | Online-Presseportal.de
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nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.535
Seit: 18.11.09
Habe noch einen interessanten Artikel von suite101 gefunden.
Auszug:
400 Tonnen Meerwasser im AKW Hamaoka entdeckt
Die japanische Nachrichtenagentur JijiPress meldet unterdessen, dass man über 400 Tonnen Meerwasser in der Kondensationskammer des stillgelegten AKW Hamaoka gefunden hat. Fünf Tonnen davon seien sogar bis zum Kern vorgedrungen - ein gefährdender Umstand, kann das aggressive Meersalz doch Beschädigungen auslösen. ..........
Jedoch sind beide Kreisläufe normalerweise strikt getrennt, so dass es wahrscheinlich irgendwo eine Beschädigung geben muss.

Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Fukushima: 170 Millisievert und eine "radioaktive Sauna" | Suite101.de Fukushima: 170 Millisievert und eine "radioaktive Sauna" | Suite101.de
Kommen jetzt doch noch ernsthafte Probleme mit einem weiteren japanischen AKW auf uns zu, wie ich schon nach dem Erdbeben befürchtet hatte?

PS: Weitere aktuelle Artikel zu Fukushima Daniel Clemens | Suite101.de
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Geändert von nicht der papa (22.05.11 um 01:14 Uhr)

Weitere Entwicklungen in Fukushima
Clematis
Hallo ihr Lieben,

hier ein neuer Beitrag von n-tv: Tesco hat jetzt zugegeben, daß es wahrscheinlich? auch in den Reaktoren 2 und 3 in Fukushima zu Kernschmelzen kam... Da sie bisher gelogen haben, ist davon auszugehen, daß von "wahrscheinlich" nicht die Rede sein kann, sondern daß dem tatsächlich so ist.

Artikel siehe hier:
Fukushima-GAU nimmt seinen Lauf: Tepco räumt Kernschmelzen ein - n-tv.de

Mich erschreckt, daß Fukushima ganz aus den Radionachrichten verschwunden ist und auch international kaum noch in irgendwelchen Medien erwähnt wird. Vermutlich hat es diskrete Direktiven von "oben" gegeben, mit der "Panikmache" aufzuhören - wer Bücher zu Medienkontrolle gelesen hat, weiß wie einfach das ist und wie brav die Medien solchen Direktiven Folge leisten!

Hier eine Seite, mit direktem Zugang zu verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften: D N N D - Die wichtigsten Nachrichten auf einen Blick

DREI Kernschmelzen - und die Folgen? Wenn man nach Holger Strohms Aussagen für kleinere Reaktoren geht, zu seiner Zeit der Standard, müßte eine Evakuierung der Bevölkerung im Umkreis von mindestens 160 Km erfolgen, das wäre in etwa der Todesstreifen - Tod sofort bis etwa wenige Monate danach, darüber hinaus gibt es je nach Wetterlage noch für viele Kilometer schwere Strahlenschäden. Damalige Kalkulationen besagten, daß eine Kernschmelze ein Land wie Österreich oder die Schweiz vollständig unbewohnbar machen würde, die damalige BRD ohne DDR zur Hälfte. Doch die Japaner wurden nur im Umkreis von wenigen Kilometern evakuiert.

Bei einer Kernschmelze treten u.a. Strontium 90, Tritium, Jod und Plutonium aus. Diese Gase sind besonders flüchtig und verbreiten sich mit dem Wind, da schwerer als Luft senken sie sich auf die Landschaft herab und sind daher die gefährlichsten, denn sie werden eingeatmet und verseuchen die landwirtschaftlichen Flächen. Tritium kann sich mit Wasser verbinden und hat dann eine um das 30-fach höhere Halbwertzeit als wenn es in der Luft als Gas verbleibt.

Wenn man das alles bedenkt, wird das Ausmaß der Katastrophe immer erschreckender. Wie viele Millionen Menschen werden hier tatsächlich radioaktiv verseucht? Wie viele von ihnen werden in den nächsten Jahren an Lymphomen, Krebs, Schilddrüsenkrebs, Immunschwäche, Infektionen, Herz-Kreislaufkrankheiten usw., die durch die Verstrahlung ausgelöst wurden, schwer erkranken und nach einem äußerst schmerzhaften und langem Leidensweg sterben?

Und was ist mit all jenen mutigen Menschen, die vor Ort darum kämpfen das Ausmaß der Katastrophe in Grenzen zu halten? Sie arbeiten dort freiwillig und setzen sich radioaktiven Strahlungen aus, die ihre Gesundheit ruinieren, denn daß die Belastung im harmlosen Bereich bleibt dürfte reine Illusion sein.

Diese Leiden gehen nicht einfach deswegen weg weil die internationalen Medien die Katastrophe von Fukushima tot schweigen - das Desaster ist noch lange nicht ausgestanden... Für viele, viele Jahre noch nicht...

Hier wird wiederholt, was immer wieder geschieht: kann man ein menschenverachtendes Ereignis nicht verschweigen, wird zunächst darüber berichtet und dann setzt die Phase des tot Schweigens ein, das unter den Teppich kehren. Hier: Auf wessen geheiß? Doch nicht etwa der Atomindustrie? Das dürfen wir uns schon im Namen der japanischen Bevölkerung nicht gefallen lassen - die Berichte müssen aktuell bleiben.

Grüße,
Clematis23


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