Radioaktivität und Strahlenbehandlung bei Krebs

10.05.11 12:31 #1
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Da habe ich ein Bild gefunden, das zeigt wo die onkologische Krebstherapie auf der Strahlenpyramide steht. Deshalb habe ich ein paar Vergleiche angestellt.


Dabei scheint die Angabe von 20.000 mSv oder 20 Sv für die Strahlenbehandlung unüblich und 20 Sv lange nicht der Spitzenwert zu sein.

http://www.uke.de/kliniken/strahlentherapie/strahlenbiologie/downloads/zentrum-radiologie/V09.pdf
Das Verwirrende dabei ist, dass die Strahlendosis in der Onkologie normalerweise nicht in Sievert (Sv), der sogenannten Äquivalentdosis angegeben wird, sondern in Gray (Gy), der Energiedosis.

Was doch seltsam dünkt, wenn man bedenkt, dass bei uns die radioaktive Belastung der Umwelt mit Gammastrahlen in µSv/h gemessen wird, aber anderswo in nGy/h. Und 100 nGy/h=100 nSv/h=0,1 µSv/h.
Also Gy im Prinzip eigentlich doch Sv entspricht.

In der Schulmedizin setzt man dagegen aufwendige Umrechnungen ein, die die tätsächliche Organdosis sehr niedrig erscheinen lassen.
Aber der logische Verstand sagt, wenn ich ein Organ 80 Gy aussetze, bekommt es auch 80 Sv ab. Wobei sich Strahlung grundsätzlich addiert.

{{Hauptartikel|Strahlentherapie bei gutartigen Erkrankungen und anders}}

Zahlreiche chronisch-entzündliche und degenerative Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellbogen, Schulterschmerzen, Arthrosen der verschiedenen Gelenke, Wirbelkörperhämangiome, Induratio Penis plastica und andere können strahlentherapeutisch behandelt werden. Diese sogenannte Reizbestrahlung weit unterhalb der gewebeabtötenden Dosis ist mit Ausnahme des stochastischen Risikos nebenwirkungsfrei. Die Ansprechraten liegen bei 50 bis 70 %. Die verwendeten Gesamtdosen liegen im Bereich von 1 bis 20 Gray und sind somit deutlich niedriger als die Dosen, die bei der Therapie von Krebserkrankungen (20 bis 80 Gy) verwendet werden müssen.

Tumorzellen haben in der Regel eine schlechtere Reparaturfähigkeit für DNA-Schäden als normale Zellen. Diesen Unterschied nutzt man aus, indem die Dosisleistung verringert (Protrahierung, wird heute kaum noch verwendet) oder die Gesamtdosis auf tägliche kleine Einzeldosen (1,8–2,5 Gy) verteilt (Fraktionierung) wird. Damit verringert sich die mit der gleichen Dosis abgetötete Zellzahl.

Die maximal tolerierte Gesamtdosis des Normalgewebes (ca. 10 Gy bei kleinem Volumen) kann so auf ein Vielfaches gesteigert werden; nur fraktionierte Schemata erreichen tumorizide Herddosen bis 80 Gy.

Die Heilwirkung erfordert Fraktionierung und hohe Gesamtdosen von 20 bis 80 Gray je nach Art des Tumors. Symptomlindernde Behandlungen für unheilbare Patienten können kürzer sein; beispielsweise können Knochenherde mit einmalig 8 Gy schmerzlindernd behandelt werden.
Strahlentherapie-Pharmaindustrie-pharmaindustrie.net
Man behandelt eine gutartige Erkrankung mit einer Bestrahlung mit 1 bis 20 Sv, behandelt Krebs entweder mit vielen täglichen Minuten langen kleinen Dosen von 1,8-2,5 Sv oder gezielten Herddosen bis 80 Sv. Wenn es nach Wikipedia geht werden sogar Dosen eingesetzt, die noch höher liegen.
Wikipedia schreibt dazu
Die Herddosis wird als Herd-bezogene Energiedosis in Gray (Gy) angegeben. Typische angestrebte Herddosen liegen bei der Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen in der Größenordnung von 0,5 bis 20 Gy; bei bösartigen Erkrankungen im Bereich von 45 bis 80 Gy. Bei der Radioiodtherapie gutartiger Schilddrüsenerkrankungen werden Herddosen von 120 bis 400 Gy angestrebt; bei der Behandlung des Schilddrüsenkrebses werden auch über 1000 Gy erreicht.
Wobei mir dann deren Aussage
Nicht zu verwechseln ist die Herddosis mit der Äquivalentdosis (gemessen in Sievert), die sich – nach Strahlenart und jeweiligem Organ gewichtet – meist auf den gesamten Körper eines Individuums bezieht. Hier können bereits Ganzkörper-Dosen von wenigen Sievert zum Tode führen.
nicht glaubhaft, halt typisch schulmedizinisch erscheint. Denn wenn man irgendwo 10 Gy abbekommt, müsste das Organ auch 10 Sv abbekommen. Sonst würde man im Ausland nicht nGy/h mit nSv/h gleichsetzen können.

Gleichzeitig liest man-
Der wichtigste Risikofaktor für ein Schilddrüsenkarzinom ist eine frühere Strahlentherapie der Halsregion. Onkologie für die Praxis
Oder anders betrachtet.
1Sv = 100 Röntgen, 10 mSv/h = 1 Milliröntgen/h
Im 2. Teil von Geiger Süß Sauer www.symptome.ch/vbboard/video...eil-2-1-4.html wird viel über die hohen Röntgendosen von früher gesprochen.
So wurden Kinder anfänglich mit Dosen von 2000- 3000 Milliröntgen in mobilen Bussen geröntgt und Karl Morgan spricht davon, dass damit bei vielen Zehntausenden Kindern Krebs ausgelöst wurde. Das entspricht einer Dosis von 20.000 - 30.000 mSV oder 20-30 Sv.

In der Krebstherapie werden sogar Dosen von 8000 Milliröntgen/80Gy und darüber als Herddosen eingesetzt. Dosen, die nach Morgan sicher Krebs erzeugen.

Die Dauer einer Strahlenbehandlung im unteren Bereich kann bei täglich mehreren Minuten über Wochen liegen. In Tschernobyl wurden so viele Arbeiter eingesetzt (man spricht von 800.000), weil jeder nur 60 Sekunden eingesetzt werden durfte. Die Strahlung soll zwischen 500 mSv und 16 Sv betragen haben.
Akute Reaktionen auf Bestrahlung werden innerhalb von 90 Tagen der Strahlentherapie beobachtet. Während einer fraktionierten Strahlentherapie mit 5x2 Gy/Woche tritt gelegentlich innerhalb der ersten zwei Wochen ein schwaches Erythem mit zunehmender Hauttrockenheit auf. Dem folgt eventuell ein beginnender Haarverlust. In der dritten Woche entwickelt sich das typische, sogenannte „Haupterythem“, mit zunächst Entwicklung eines Ödems, was durch geschädigte Talgdrüsen verursacht ist. Höhere Bestrahlungsdosen führen zu Epilation und trockener Desquamation. Diese „Radiodermatitis sicca“ kann in der fünften Behandlungswoche bei einer Gesamtherddosis von 50 Gy in eine Radiodermatitis exsudativa übergehen. Es kommt zum Austritt von seröser Flüssigkeit durch die zunehmende Epitheliolyse. Aus diesem Stadium der feuchten Epitheliolyse können sich akute Ulzera entwickeln, welche nicht selten unter Ausbildung dauerhafter Narben, sogenannten konsekutiven Späteffekten, ausheilen. Nach ungefähr sechs Wochen kann es zur
Hyperpigmentierung der Haut kommen.
Nach einem Maximum der akuten Hautreaktionen circa sieben bis zehn Tage nach Therapieende, kommt es zur Regeneration der Hyperpigmentierung. Das Haarwachstum kann nach ungefähr zwei Monaten wieder beginnen, die Talg- und Schweissdrüsen bleiben meist irreversibel geschädigt........

1.2.2 Chronische Strahlenreaktionen

Chronische Schäden entwickeln sich frühestens 10 Wochen nach Bestrahlung oder häufiger Monate oder Jahre nach Abklingen der akuten Radiodermatitis. Auch ohne vorhergegangene akute Hautmanifestationen können chronische Schäden auftreten, da unterschiedliche Zielzellen im Hautniveau betroffen sind. Bei den chronischen Schäden sind vor allem Dermis und Subkutis betroffen.................
http://www.freidok.uni-freiburg.de/v...ation_2006.pdf
Das erklärt dann auch die schlimmen Verbrennungen und Geschwüre von Krebspatienten nach Strahlentherapie.

Die tägliche Herddosis bei Brustkrebs beträgt 2 Gy und die gesamte Bestrahlungsdosis liegt bei 50 Gy oder 5.000 Milliröntgen.

Deshalb schreiben einige ganz unverblümt auf Patienteninformationsseiten von Brustkrebs-Therapie (Experimente am Menschen)wie etwa auf dieser Seite http://www.brustkrebs-info.de/brustk...hp?buchstabe=s siehe unterhalb Studien.

Es mag jeder seine Schlüsse ziehen, ob Strahlentherapie wirklich heilen kann.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Radioaktivität und Strahlenbehandlung bei Krebs

BiMi ist offline
Beiträge: 440
Seit: 19.08.10
Hallo - Nicht der Papa,

vielen, vielen Dank! Ein ganz wichtiger Beitrag!
Ich wollte in der nächsten Woche den '1-Hilfe-bei Krebs' Thread mit abschließenden Infos schließen lassen und dann vielleicht einen neuen
'Selbsthilfe bei Krebs' eröffnen.
Diesen auch teilen in komplementärmedizinisch bei erfolgter Standardtherapie
und alternativ...

Auch ein Entscheidungshilfe-Thread könnte dort hinein gehören.
Diesen sehr guten Beitrag könnte man dann verlinken.

LG BiMi

Radioaktivität und Strahlenbehandlung bei Krebs

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Vielleicht sollten wir auch die Quellen nutzen, die sich mit Strahlenschäden beschäftigen. Wie z.B. dieser Artikel: Medscape: Intestinal Radiation Injury Intestinale Strahlenschäden, der verspätet auftretende Strahlenschäden am Darm bis 2 Jahre nach der Strahlentherapie bei Prostatakrebs thematisiert.

Auch diese Seite A Review of Radiation Effects on Patients’ Skin and Hair Eine Übersicht von Strahleneffekten auf Haut und Haare von Patienten, zeigt unterschiedliche Strahlenschäden auf.
U.a. ist auch ein Stück Schweinefleisch abgebildet, an dem man ersehen kann, wie es sich nach einer einmaligen Bestrahlung mit 20,7 Gy nach 16 Wochen entwickelt hat. Sichtbar ist eine
a)Partielle Nekrose - Dicke ( dunkelgrauer Bereich) der Dermis verändert und offensichtliche Gefäßveränderungen in der darunterliegenden subkutanen Fettschicht.
b)Bereich der Nekrose in der subkutanen Fettschicht. Die darüber liegende Dermis zeigt keinen Hinweis auf Nekrose.
(Diese Photographien wurden ca. 1960 erstellt und für die Veröffentlichung gereinigt und verbessert.)

Es ist also keinesfalls so, dass sie nicht die ganzen Jahrzehnte über ganz genau selbst wissen würden, welche Schäden die Strahlentherapie hervorruft.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11


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