Kontra Atomkraft! Was sonst!

16.03.11 09:55 #1
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Kontra Atomkraft! Was sonst!

Puistola ist offline
Beiträge: 983
Seit: 06.08.08
Zitat von Therakk Beitrag anzeigen
erster Gedanke war: na da werden sie wohl schon vorgersorgt haben, sind ja Profis.
zweiter Gedanke war: siehe Fukoshima
Oder eben Fukushima-1-Zwilling Mühleberg:

170 Millionen für Mühleberg-Nachrüstung - Schweiz: Standard - bazonline.ch
Dann der Bau einer Reserve-Wasserleitung von der Saane her für den Fall, dass die Kühlung durch Aarewasser ausfallen würde. Schliesslich ein alternatives Brennelement-Lagerbeckenkühlsystem im Reaktorgebäude, ein zusätzliches Nachwärmeabfuhrsystem ebenfalls in diesem Gebäude und die Verbesserung ...
Und dies, obwohl Mühleberg schon seit Jahrzehnten in der Kritik steht wegen der Notkühlung und deswegen schon mehrfach nachgerüstet wurde.


Hier noch eine lustige Grusellektüre zum Thema Kühlung und Erdbeben:
Kernkraftwerk Fessenheim
Ähnliche Skandalgeschichten gibt wikipedia zu den meisten AKWs wieder

Puistola

Kontra Atomkraft! Was sonst!
Clematis
Zitat von Nischka Beitrag anzeigen
Was wäre eigentlich, wenn der Strom jetzt längerfristig ausfällt? Ich kriege mit, daß es immer häufiger zu Ausfällen kommt, noch sind sie kurz, aber was wenn...?
Ist genug vorgesorgt oder haben wir dann den Gau?
Zitat von Therakk]erster Gedanke war: na da werden sie wohl schon vorgersorgt haben, sind ja Profis.
zweiter Gedanke war: siehe Fukushima
Hallo Nischka und Therakk,

wenn Ihr befürchtest ein Stromausfall würde einen AKW-Gau verursachen, so denke ich, daß das bei einem Stromausfall z.B. in einem Ort, Stadt, kaum passieren kann.

Alle AKW haben meines Wissens Notstromaggregate zum Betreiben der Wasserpumpen, die das Kühlwasser heranholen. Man müsste aber die Konstruktionspläne haben, um zu erfahren, ob hier zwei Kühlkreisläufe, zweite Notwasserpumpen, zweite Generatoren usw. installiert sind.

Die Siedewasserreaktoren sind insoweit gefährlicher, weil hier das Kühlwasser radioaktiv verseucht wird, während bei den Druckwasserreaktoren ein Kreislauf kühlt und radioaktiv ist, während der zweite diesen kühlt aber nicht kontaminiert wird. Letzteres wird behauptet, allerdings bin ich da skeptisch, wenn dann aber eine geringere Kontamination.

In Europa holt man das Wasser aus den Seen und Flüssen, daher müßte schon eine extreme Dürre eintreten oder extreme Hitzewelle, damit das Wasser nicht ausreicht oder zu warm ist, um die Kühlfunktion zu erfüllen.

Fällt der Strom aus, können Pumpen und Kühlung mit Notaggregaten daher noch recht lange weiter laufen. Und sollte es ganz dick kommen, können die Reaktoren noch abgeschaltet werden. Hier kommt es dann darauf an, daß die Betreiber wenigstens etwas Verantwortungsbewußtsein zeigen (und daran darf man zweifeln! ) und die Abschaltung früh genug einleiten, denn soweit mir bekannt, dauert dieser Vorgang 6-7 Stunden.

Geschieht der Stromausfall ohne weitere Katastrophe, sollten im Notfall auch Pumpen, Batterien, Notstromaggregate relativ schnell herbei zu schaffen sein. Das ist der Vorteil eines Industrielandes... Irgendwo stehen bestimmt welche.

In Fukushima - Siedewasserreaktoren (weil sie billiger sind) kamen ja gleich viele Ereignisse auf einen Schlag zusammen: Erdbeben zerstörte Gebäude und Wasserleitungen. Tsunami setzte die Generatoren, Notstromaggregate und Pumpen unter Wasser, weil sie nur 5m über dem Meeresspiegel eingebaut waren. Kühlung fiel schlagartig aus, das Wasser im Reaktor verdampfte, Brennstäbe konnten nicht eingefahren werden, deren Zirkonhüllen zerbrachen. Abklingbecken liefen aus. Selbst als sie da einiges ersetzten, die geborstenen Leitungen im Reaktorgebäude und Wasserleitungen konnten nicht repariert werden. Dennoch eingepumptes Wasser lief aus den Leitungen oder verdampfte bevor es den Kern erreichte. Die Schäden waren zu groß, die Radioaktivität durch die Brüche sehr stark - da konnte kaum einer arbeiten. Dann kamen noch die Wasserstoffexplosionen hinzu.

Da das europäische Festland nur von sehr leichten Erdbeben heimgesucht wird, zumindest D, F, Benelux, kann sich solch ein Vorgang hier kaum wiederholen, auch Tsunamis haben wir nicht.

Wahrscheinlich kommt es eher darauf an, wie scharf die Sicherheit betrachtet wird. Seit der damaligen Ausstiegsvereinbarung und auch jetzt bei der neueren, wurden die Sicherheitsvorschriften immer mehr gelockert und in die fast alleinige Verantwortung der Betreiber gelegt. Ich denke, daß hier die größte Gefahr lauert. Wie sicher sind die Anlagen aus technischer Sicht überhaupt? Eins ist möglich: wurde zu sehr geschlurt, verschleppt, kann eine unglückliche Verkettung von Ereignissen letztlich zu einem Supergau führen. Aber ein Stromausfall alleine bewirkt das wohl nicht. Aber meist kommt ja ein Unglück nicht allein, sondern mindestens im Dreierpack!

Die EU hatte zwar kürzlich eine Sicherheitsüberprüfung aller EU AKWs durchführen lassen und prompt wurde veröffentlicht, die deutschen AKWs wiesen weniger Mängel auf als jene anderer Länder. Was von der EU und insbesondere von der deutschen Regierung und Presse und deren Wahrheitsliebe zu halten ist, das wissen wir. Es könnte sich auch genau anders herum verhalten, sagen würde uns das aber niemand.

Nun, ich wohne nur 60 Km von Cattenom entfernt, das sind gleich VIER Pannenreaktoren, ich habe bei Vorbeifahrten bisher nur einmal alle Vier laufen sehen, meist sind es nur einer oder zwei, viel seltener drei.

Wegen Stromausfall würde ich mir keine Sorgen machen, ganz abgesehen von der Tatsache, daß das Panikmache ist. Die Betreiber der AKWs schüren diese Angst im eigenen Interesse. Wir haben 8 AKWs auf einen Schlag in kurzer Folge abgeschaltet. Es hat keinen einzigen Blackout gegeben weil Überkapazitäten vorhanden waren und sind. D exportiert auch jetzt noch Strom in das europäische Verbundnetz und kann natürlich aus den gleichen Quellen bei Bedarf auch welchen importiern, z.B. aus Frankreich. Falls es irgendwo zu Ausfällen kommt, gehe ich jede Wette ein, daß diese von den AKW-Betreibern selbst und ganz bewußt herbei geführt wurden, um für sich Stimmung zu machen.

Trotz Atomstrom kommt es hier in F häufiger zu Stromausfällen - marode Verteilerstationen und vor allem die oberirdischen Stromleitungen in ländlichen Gebieten, bei Sturm oder Schneelast geht irgend etwas kaputt. Einmal im Winter brauchten sie 3 Tage für die Reparatur und da funktionierte weder Heizung, Herd, Warmwasser, Licht.

Also warm anziehen, sich einen kleinen Kocher auf einer Gasflasche besorgen, dto Gaslampe, notfalls mit dem Auto spazieren fahren, um sich gründlich aufzuwärmen... Dazu viele Kerzen, sich auf die Couch oder ins Bett begeben mit dicken Decken, gutes Buch... So gut ging es vielen unserer Vorfahren nicht! Solches Zubehör sowie Taschenlampen, auch solche mit Kurbel-Akku habe ich und würde sie jedem empfehlen, besonders auf dem Lande, wo sich wie hier die Füchse auf der Hauptstraße gute Nacht sagen! Billigen Sprit, 40 Ltr. aus L habe ich immer hier, man weiß ja nie...

Und das Positive darf man sicher auch sehen:
Stromausfall ALLEIN wäre fast so schön wie die autofreien Sonntage in den 70ern - nur möglichst nicht zur kältesten Zeit. Keiner kann mehr arbeiten, da heute alles elektronisch, elektrisch läuft - Urlaub auf Firmenkosten. Die meisten Verkehrsmittel stünden still, auch Zapfsäulenpumpen laufen elektrisch - wieder Raum zum spazieren gehen ohne Auspuffgase, Mobilfunkmasten können ohne Strom nicht strahlen - sich gesund fühlen dürfen, keine dumm machende Glotze - stattdessen wieder lange interessante Gespräche und Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, keine nächtliche Festbeleuchtung - wir sehen wieder den mit Sternen übersäten Himmel, wie ich hier jede Nacht, denn ab 1:00 Uhr sind sogar die wenigen Straßenlaternen aus und die Sterne funkeln einen fröhlich an!

Gruß,
Clematis23

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lisbe
Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
danke für diesen ausgezeichneten Beitrag, dem ich insgesamt zustimme, auch wenn das Zitat, wie in rot erbeten, gekürzt wurde.
Zitat? Rot? ich weiss nichts davon..

@Therakk
Vielleicht sollten wir einen neuen Fred dann mit alternativen Energien aufmachen...?
Bei den Motoren handelte es ich wohl um den Overunity-Effekt. Der Typ wurden nach dem Verkauf von 40.000 Stück an eine japanische Kette ermordert, seine Werkstatt dem Boden gleich gemacht.

Geändert von lisbe (04.10.12 um 23:35 Uhr)

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Mike ist offline
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Seit: 16.02.05
Zitat von lisbe Beitrag anzeigen
Zitat? Rot? ich weiss nichts davon..
Wenn man auf "Zitat" unter einem Beitrag klickt steht über dem Eingabefeld:

"Bitte beim Zitieren möglichst viel irrelevanten Text entfernen. Danke."

dieser Text ist, wie in meinem Beispiel, rot markiert. Für Menschen mit einer rotschwäche könnte er dann auch grün sein...

kurze Anmerkung: Siedewasserreaktoren verseuchen kein Kühlwasser. Das wäre furchtbar und Greenpeace würde amok laufen!

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alibiorangerl ist gerade online
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Seit: 09.09.08
Wuhu,
es ist ja schon... bezeichnend... quasi "vis a vis" von Fukushima - San Onofre <> Fukushima - Google Maps ... als wär' nie etwas (woanders) passiert...

Kernkraftwerk San Onofre
Zitat von de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_San_Onofre
...
Das Kernkraftwerk San Onofre (englisch San Onofre Nuclear Generating Station, SONGS) ist eines der US-amerikanischen Kernkraftwerke. Es liegt an der amerikanischen Pazifikküste von Kalifornien, ...

... um 1,5 Millionen durchschnittliche südkalifornische Haushalte mit Strom zu versorgen. Das Kraftwerk steht auf einem 34 Hektar großen Grundstück. [1]

Die Lage des Standortes wird aufgrund der Erdbebengefährdung als eine der gefährlichsten der Welt bezeichnet. Es leben mehr als 7,4 Millionen Menschen in 80 km Umkreis[2], vor allem in den Großstädten Los Angeles und San Diego.[3] Einige aktive Bruchlinien befinden sich in der Nähe, eine davon ist der bekannte San-Andreas-Graben.

Laut Betreiberangaben sei das Kraftwerk für Beben bis zur Stärke 7,0 ausgelegt.[4]

...

Die Reaktoren 2 und 3 sollen 2022 stillgelegt werden.

Geologisches Umfeld
Im Meer, in zehn Kilometern Entfernung von San Onofre, verlaufen drei geologische Bruchlinien, weiterhin in unter einem Kilometer Entfernung der Cristiano-Graben. Drei weitere sehr aktive Bruchlinien befinden sich in 35, 70 und 90 Kilometern Entfernung eine davon ist der bekannte San-Andreas-Graben.[6]

Zwischenfälle

Am 1. Februar 2012 trat aus einem Rohr in einem Nebengebäude radioaktives Gas aus, woraufhin der an das Gebäude angrenzende Reaktor heruntergefahren wurde.[7]
...
San Onofre: Restarting of troubled nuclear plant planned - San Jose Mercury News
Zitat von mercurynews.com/california/ci_21697818/san-onofre-restarting-troubled-nuclear-plant-planned
San Onofre: Restarting of troubled nuclear plant planned
10/04/2012
... The proposal was immediately denounced by environmentalists who have argued for months the seaside plant between San Diego and Los Angeles is too damaged to restart safely. About 7.4 million Californians live within 50 miles of San Onofre, which can power 1.4 million homes.
...
... schließlich haben wir noch ein paar Jährchen bis 2022... und was sind schon 7,4 Millionen Anwohner gegen 1,4 Millionen Stromverbraucher...

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» Optimismus ist nur ein Mangel an Information. « – Heiner Müller

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Clematis
Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen
Laut Betreiberangaben sei das Kraftwerk für Beben bis zur Stärke 7,0 ausgelegt.
Hallo Alibiorangerl,

Und das reicht nicht. Das San Francisco Erdbeben von 1906 hatte auf der Richterskala 8,4 erreicht...
San-Francisco-Erdbeben von 1906

Wegen des dekadischen Logarithmus bedeutet der Anstieg der Magnitude um einen Punkt auf der Skala einen etwa zehnfach höheren Ausschlag (Amplitude) im Seismogramm und näherungsweise die 32-fache Energiefreisetzung (exponentielles Wachstum) im Erdbebenherd.
Richterskala
Von 7 auf 8 ist ein Erdbeben von 8 auf der Richterskala also 10 Mal stärker als das von 7!!!

Auch das Kernkraftwerk Diablo Canyon steht nur 3 Km von einer Erdbebenspalte vor der Küste mittig zwischen Los Angeles und San Francisco.
Kernkraftwerk Diablo Canyon

In Kalifornien sieht es besonders schlimm aus, denn die Spezialisten für Erdbeben gehen davon aus, daß ein in der San Andreas Falte oder deren Nähe auftretendes Epizentrum weitere Verschiebungen in mit ihr verbundenen Falten bzw. Verwerfungen auslösen wird bzw. ein Beben von tektonischen Platten in der Nähe die Falten/Verwerfungen in Kalifornien aktivieren würde. Träte dieser Fall ein, wären gleich mehrere Kernkraftwerke zeitgleich betroffen.

Gruß,
Clematis23

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alibiorangerl ist gerade online
Beiträge: 8.950
Seit: 09.09.08
Wuhu,
eben - unbegreiflich, dass "man" sich in Kalifornien für diese Gebiete entschied - wo doch jedes Kind (sogar in den USA, denk ich) weiß, was da bezüglich Erdbeben (vgl San Francisco 1906) passieren kann...
__________________
» Optimismus ist nur ein Mangel an Information. « – Heiner Müller

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Clematis
Zitat von Mike Beitrag anzeigen
kurze Anmerkung: Siedewasserreaktoren verseuchen kein Kühlwasser. Das wäre furchtbar und Greenpeace würde amok laufen!
Hallo Mike,

Abklingbecken:
Abklingprozess lt. Abklingbecken Die Brennelemente kommen mit einer durch die Zerfallswärme entstehenden Temperatur von über 100 °C aus dem Reaktor ins Abklingbecken. Da das als Kühlmittel benutzte Wasser als Moderator wirkt, müssen im Abklingbecken zusätzlich Neutronenabsorber vorhanden sein, um eine Kritikalität zu vermeiden.
Während der Lagerung zerfallen die bei der Kernspaltung im Reaktor gebildeten, größtenteils kurzlebigen Radionuklide. Die dabei frei werdende Energie wird in Form von Wärme an das umgebende Wasser abgegeben und über Kühlkreisläufe abgeführt.
Wenn Neutronen ins Wasser abgegeben werden, dann wird dieses logischerweise auch radioaktiv verseucht.

Siedewasserreaktoren: Siedewasserreaktor
Im Gegensatz zum DWR mit Primär- und Sekundärkreislauf, verfügt der SWR nur über einen Dampf-Wasser-Kreislauf. Der Kreislauf des radioaktiv belasteten Kühlmittels ist somit nicht auf den Sicherheitsbehälter (Containment) beschränkt.
Gemäß Zeichnung kommen die Rohre mit dem Kühlwasser 12,13,16 in direkten Kontakt mit dem radioaktiv verseuchten Kühlwasser, das durch den Reaktorkern geflossen ist. Da die radioaktiven Partikel so gut wie alles durchdringen können, dürfte auch das Kühlwasser, das in diesen Rohren fließt kontamiert werden.

Druckwasserreaktoren: Datei:Kernkraftwerk mit Druckwasserreaktor.svg
Hier wird dem Primärkreislauf im Reaktorgebäude ein Dampferzeuger hinzu gefügt. Der Dampf mündet in den Sekundär- und Kühlkreislauf.
Auch hier kommen die Rohre des Kühlkreislaufes in direkten Kontakt mit dem radioaktiven Dampf, der in direktem Kontakt mit dem Wasser des Kerns gestanden hat. Insofern gilt das gleiche Argument wie für Siedewasserreaktoren. Eine Kontamination des Kühlwassers kann nicht ausgeschlossen werden.

Bei Störfällen wurde bisher schon oft genug Radioaktivität nicht nur über den Schornstein, sondern auch in die Quellen des Kühlwassers frei gesetzt. Das läßt sich auch bei Greenpeace nachlesen.

Bei den Kühlkreisläufen des Reaktorkerns handelt es sich zwar um geschlossene Kreisläufe (dieses Wasser wird nicht in die Umwelt abgegeben), aber da radioaktive Partikel alles durchdringen können, wird der offene Kühlkreislauf meiner Meinung nach ebenfalls kontaminiert, wenn auch in geringerem Ausmaß als der Primärkreislauf.

Daß diese Problematik bei Wikipedia NICHT erwähnt wird, ist nicht weiter verwunderlich, wenn man die dort herrschenden Kontrollmechanismen für Veröffentlichungen berücksichtigt.

Nach wie vor wird verschwiegen, abgestritten, daß kontinuierlich geringe Mengen Radioaktivität über die Schornsteine der AKWs abgegeben wird, dann wird man ebenso verschweigen, daß das Kühlwasser, das wieder in die Seen, Flüsse zurückgeführt wird, kontaminiert ist. Jedenfalls kann ich mir verkneifen in der Mosel (Cattenom) schwimmen zu gehen!

Gruß,
Clematis23

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Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Jetzt wird es bunt in der öffentlichen Diskusion um die Sicherheit der Atomkraftwerke. Nachdem Angela den Austritt beschlossen hat und Fukushima uns gezeigt hat das nichts so sicher ist wie es "nach menschlichem Ermessen" beteuert wird, wurde die dafür zuständige Kommission in jedem Land damit beauftragt die Sicherheitsstandards in europäischen AKW`s zu prüfen. Diese Überprüfung war im April 2012 abgeschlossen und wurde in Ihrer Ausführung bemängelt.

Dies war nicht anders zu erwarten denn die Kommissionmitglieder waren und sind allesamt finanziell an dem Fortbestand der AKW`s ausserodentlich interessiert. Es sind Ihre Arbeitgeber...

Daraufhin wurde ein neues Aktionskommision auf EU-Ebene gegründet das nun:

1. die Voreingenommenheit der ersten Kommision klar darstellt und deren Existenz in Frage stellen sollte
2. mit anderen Kriterien deutlich mehr Sicherheitsmängel und Punkte an den Tag bringt als die erste Gruppe

Das wiederum erzürnt die ersten Gruppen da sie mit dieser Massnahme wirklich blossgestellt wurde.

Folge dieser Diskrepanz beim sog. Stresstest ist, das:

1. Oettinger eine EU-weite Versicherung für AKW Betrieber fordert
2. Das die aufgedeckten Mängel trotz Milliardengewinnen (warum blos ?) erneut auf den Stromkonsumenten abgewälzt werden sollen.


Der genaue Grund für eine plötzliche Versicherungspflicht (Punkt 1) erschliesst sich mir nicht. Die Versicherung kassiert horrende Gebühren und wird im Bedarfsfall einfach erstmal den Steuerzahler ranholen. D.h. es geht in erster Linie nicht darum ob ein AKW versichert ist sondern wie ! Zudem hat noch keine Versicherung weltweit einen oder mehrere Tote wiederbelebt geschweige denn Strahlenopfer entstrahlt. D.h. Versicherungen sind, wie so oft, in diesem Bereich Blendwerk für die Schaafe. Man fühlt sich halt sicherer mit einer Versicherung aber vor den Folgen am eigenen Leib schützt einen sowas auch nicht. Da das Versicherungspapier aufgrund der Komplexität der zu versichernden Sache vermutlich mal wieder aus mehreren hundertausenden Seiten besteht wird auch hier wieder nur blinder Aktionismus betrieben und es wird zum Gemeinwohl was unterschrieben was erneut niemand gelesen hat.

Unter Punkt 2 sollte man sich gewahr sein das alle AKW Betrieber sehr wohl wussten und wissen was im Regelfall für Sicherheitsmassnahmen benötigt werden. Man hat diese vermutlich aus kalkulativen (gewinnmaximierenden) Gründen einfach weggelassen in der Hoffnung das es niemand merkt. Wer hier wen beeiflusst oder sogar bestochen hat wäre Sache einer Ermittlungskommission die vermutlich niemals zusammentreten wird. Das ist wahres "Big-Bussiness" ! Wie ein Schlang wird der einzelne AKW-Betreiber sich winden die schön angehäuften Gewinne in die eh schon bezahlte aber nie installierte Sicherheitstechnik zu investieren. In Zeiten wo eh alles teurer wird muss der Kunde sich halt damit abfinden, das wenn die "böse" EU halt so vehement auf Sicherheitsmassnahmen steht, die Strompreise teurer werden. Eine schleichnde Enteignung hat ansich schon begonnen an allen Ecken des täglichen Lebens und das ist wieder so ein Teil davon. Denn kein Bürger wird einen Cent mehr Lohn bekommen nur weil seine Stromrechung teurer wird.

Eine kleine Ausnahme bilden hier die Angehörigen der Stromkonzerne die Ihren Strom auch deutlich preiswerter bekommen als "normalsterbliche" (früher <2010 war der sogar ganz umsonst!). D.h. wir zahlen nicht nur die Zeche für die Grossbetriebe, die Sanierungsmassnahmen sondern auch anteilig den Strom des Nachbarn der bei RWE, EON und den anderen Konsorten arbeiten. Deswegen hat der auch immer gute Laune wenn er zur Arbeit geht ! So sichert man sich (ziemlich unlauter) bis in die Rente der Mitarbeiter Ihre Loyalität. Die grösste Lachnummer in diesem Zusammenhang sind jedoch die "kostenfreiern" 0800er Rufnummer dieser Monsterkonzerne die dem Kunden wahrhaft vorgaukeln das diese für den Kunden umsonst seien.

Was jedoch weiterhin forciert bleibt, ist die Tatsache das wir Steuern auf den Strom bezahlen müssen und wirtschaftliche Grossbetriebe (to-big-to-leave-the-country) nach wie vor sogar mit Bonus-Paketen den Strom in den wörtlichen Arsch geschoben bekommen. Die Fragen die sich hier aufwerfen sind recht einfach...: lohnt sich der Standort Deutschland für den Arbeitnehmer überhaupt noch und sind Energieerzeuger Wohlfahrsverbände ?

Zudem stellt sich mir die Frage, warum die einen Kraftwerke das eine haben und die andern beim anderen schlampig waren. Eine EU-Kommission (die ja nicht neu ist!) sollte doch einen EU-weiten Sicherheitsmassnahmenkatalog haben der deckungsgleich ist, oder ?

Quellen:

RWE streicht neuen Mitarbeiter Gratis-Strom

Mängelreport: Frankreich empört sich über AKW-Stresstests der EU - Nachrichten Wirtschaft - Energie - DIE WELT

AKW-Stresstest der EU: Oettinger will Versicherung gegen Unfälle - SPIEGEL ONLINE

Wie AKW-Betreiber das Erdbebenrisiko nach unten korrigierten - Schweiz - Aargauer Zeitung

AKW: Die Schweiz ist auf einen Unfall schlecht vorbereitet (ee-news.ch)

Atommüll - Endlager-Einigung droht zu scheitern - Politik - sueddeutsche.de

Wichtig und über allen Atomdebatten schwebend ist jedoch die althergebrachte "Weisheit" das es wohl wieder kostet... und zwar nicht die Betreiber Ihre Einnahmen oder den Aktionär seine Rendite sondern den Steuerzahler und Energieverbraucher...

...und zwar das was man am liebsten nicht ausspricht: VIEL GELD!

Wirklich sicher ist jedoch das die Gewinne der Atomkraftbetreiber gesichert sind und die anfallenen Altlasten (Brennstäbe) zum gemeinwohl dann auf Verbraucher-Kosten in ein noch nicht existierendes Depot auf unbestimmte Zeit eingelagert werden.

Wer übrigens glaubt das ein abschalten der AKW`s auf deutschem Grund einhergeht mit dem Verzicht auf den Bau von Schlüsseltechnologien für die Kernkraft hat weder die Mentalität unserer Politiker und deren Berater noch die Wirtschaft verstanden.


Das Umdenken der Sicherheitspolitik bei AKW-Betreibern kann nicht von innen kommen. Da muss ein Gesetz her in dem klipp und klar steht das die AKW-Betreiber (sowie die Vorstände und Gremien) im Fall eines Unfalls die ersten am Schadensort sind und dort solange zu verweilen haben bis das Problem gelöst ist. Dann wird man hellhörig und es wird weit über das Mass gesichert. Solange andere Ihren Müll entsorgen und Ihre Schäden reparieren kann denen die Sicherheit sowas von egal sein. Eine Eignungsprüfung zum führen eines AKW ist mir jedenfalls neu, sollte es sowas geben.

Bevor sich nun unsere Politiker aus em FEnster hängen und 25 Milliarden Euro plus Viersicherungsgebühren in vermutlich Millionenhöhe für die Sanierung und Aufrüstung von AKW`s ausgeben sollte man mal gegenrechnen was das an Leistung in z.B. Windenergie geben könnte.

laut Wiki sind es zur Zeit 1700 Euro pro Kilowatt Windenergie.

25.000.000.000 Euro plus ein paar zerquetschte Versicherungsprämien macht satte 14,7 Millionen Kilowatt Windenergie die damit zu schaffen wären. Das wären dann 1470 Megawatt und das entspricht in etwa der Leistung eines AKW der aktuellen Baureihe nur aus den Sanierungskosten der bisherigen Bauwerke. Alles in allem entspräche das sehr vielen Arbeitsplätzen (die wir dringend brauchen), sauberer Energie, und keinen langfristigen Umweltschäden die erst in ein paar hundert Jahren zum Vorschein kommen.

Geändert von Mike (05.10.12 um 16:21 Uhr)

Kontra Atomkraft! Was sonst!
Clematis
Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen
Wuhu,
eben - unbegreiflich, dass "man" sich in Kalifornien für diese Gebiete entschied - wo doch jedes Kind (sogar in den USA, denk ich) weiß, was da bezüglich Erdbeben (vgl San Francisco 1906) passieren kann...
Hi,

hier ein kleiner Film:
Kalifornien : Banges Warten auf "The Big One" - SPIEGEL ONLINE
Diablo Canyon - Laufzeitverlängerung um 20 Jahre steht an!

Kalifornier warten auf "The Big One", die Angst davor wird verdrängt.
Planet Wissen - Erdbebengebiet Kalifornien
Vor längerer Zeit las ich einen Bericht, dem gemäß der Konsum von Schlaftabletten und Beruhigungsmitteln in Kalifornien, den Durchschnittswert der USA bei weitem übertrifft. Also leben die Menschen dort nach dem Motto: Augen zu und durch!

Dazu kommt dann noch die Angst vor einem Kernkraftwerksgau:

Atomenergie: Kaliforniens Strahlenangst | Gesellschaft | ZEIT ONLINE
Als die New York Times die Ankunft der ersten radioaktiven Strahlen aus Japan für vergangenen Freitag vorhersagte, waren viele Amerikaner an der Westküste am Rande des Nervenzusammenbruchs. Fukushima schien immer näher zu rücken. Auch der Tsunami hatte zuvor Kalifornien erreicht. Strände mussten gesperrt werden. In Santa Cruz und Crescent City wurden Häfen und Schiffe zerstört und ein Mann kam beim Fotografieren ums Leben. Vielen Kaliforniern führt die Naturkatastrophe in Japan die eigene Verwundbarkeit vor Augen. Es ist, als blickten sie in ihre eigene Zukunft. Auch für Kalifornien wird seit Langem ein starkes Erdbeben vorhergesagt. Auf Erdbeben und Tsunamis kann man sich in gewisser Weise vorbereiten. Radioaktivität, die unsichtbare Gefahr, aber wirkt auf die Psyche.
Im August 2012 kam es zu kleineren und mehreren Erdbeben:
news.ch - Erdbebenserie erschüttert Kalifornien und Arizona - Erdbeben, Naturkatastrophen, Boulevard

Lt. Seismologen können diese häufiger auftretenden kleineren Beben dazu führen, den Druckausgleich in Platten, Verwerfungen usw. in kleinen Schritten zu bewirken, wodurch das "Große Beben" entschärft bzw. verzögert werden könnte.

Erdbeben Kalifornien aktuell:
*Erdbeben Kalifornien -Los Angeles aktuell*

Erdbebenkarte Europa:
Erdbeben-Karte zeigt Erdbeben-Risiko für Europa und Deutschland - SPIEGEL ONLINE

Bericht über Erdbebenwahrscheinlichkeit: Deutschland und Schweiz
Erdbeben in Baden-Württemberg: Wo Europa auseinander bricht - Wissen | STERN.DE
Stärke 4,5: Erdbeben erschüttert Baden-Württemberg - Panorama | STERN.DE

Erdbebenkarte Europa:
http://www.oberrheingraben.de/Geophy...eben_gross.jpg

Aktuelle Erdbebenkarte Europa - gezeigt Österreich, mit Erläuterungen:
* ERDBEBEN-aktuell *

Gruß,
Clematis23


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