Kontra Atomkraft! Was sonst!

16.03.11 09:55 #1
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Kontra Atomkraft! Was sonst!
lisbe
Zitat von Puistola Beitrag anzeigen


Der Ausstieg bedarf der Zeit und des Augenmasses, nicht der Panik.
Vielleicht sollten wir 'Panik' genauer definieren. Dass DE nicht gerade zu den Erdbebengebieten gehört, wissen wir in etwa. Ausschliessen können wir sie aber nicht:
Am 20. Oktober 2004 gegen 6.59 Uhr ereignete sich im nördlichen Niedersachsen ein Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richter-Skala. Das Beben, das knapp eine Minute dauerte, war im Hamburger Stadtgebiet deutlich spürbar und führte zu vermehrten Anrufen bei Polizei und Feuerwehr. Das Beben hat nur leichte Gebäudeschäden verursacht. So wurde aus dem Harburger Raum gemeldet, dass sich zum Teil Risse in Wänden gebildet hätten, und Kacheln von den Wänden gesprungen seien.

Ein Nachbeben der Stärke 2,3 wurde um 9:47 Uhr registriert.
Erdbeben am 20.10.2004 in Hamburg - Stadt Hamburg

Was will man dann erzählen? Man wusste es nicht, man dürfte nicht mit rechnen, es wäre ja soo unwahrscheinlich?.... P'la, P'la, P'la..., wenn Du mich fragst. Das Risiko ist zu groß. Der Preis der kWh ist nur deshalb so 'günstig', weil er keinerlei der Schäden beinhaltet, die es anrichtet. Ich würde ohnehin gerne wissen, selbst wenn 'nur' ein Leben dran glauben muss, wie es sich auf den kWh-Preis auswirken würde. Panik...? Fantasielosigkeit. Tunnelblick. Und unermäßliche Profitgier.

Kontra Atomkraft! Was sonst!

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Da sind ja schon ein paar Argumente (Thema ist "Kontra Atomkraft") zusammengekommen. Ich möchte auch auf Puistola`s Brocken Antworten die ich durch Zitate lesen kann. Puistola steht noch auf meiner "Ignore" Liste und so kann ich seine Texte nicht lesen.

Erstmal ist es so das wir ein verbrieftes Recht (Grundgesetz) auf Unversehrtheit haben (Paragraph 2 GG). Dies sollte auch im Fall einer sog. Katastrophe soweit es geht gesichert sein und deshalb haben wir den Katastrophenschutz. Jetzt ist es aber in den sog. westlichen Industrienationen so, das Menschen nicht für Ihre Ehre und blinden Gehorsams sondern für Ihre Existenz und ggf. für das Wohl Ihrer Familie arbeiten. Das heist NIEMAND weis ob der Katastrophenschutz (ausgeführt von Menschen) im Bedarfsfall, bei einem atomaren Unfall auch wirklich vollumfänglich funktioniert.

Die Herde der Verstrahlten (da man Sie nicht ausreichend schützen kann oder will) muss zusammengehalten werden und das kann im Bedarfsfall auch inzwischen mit Waffengewalt von innen aus geregelt werden (siehe Link letzter Beitrag von mir wo der Einsatz der BW im Katastrophenfall erklärt wird). Dies alles weil man hier kalkuliert. Die Wahrscheinlichkeit eines atomaren Unfalls wird gegen notwendigen Einrichtungen (das müssen keine Bunkeranlagen sein !) und Schutzmassnahmen gerechnet. Damit die Schaafe mit Hirn nicht lauter blöcken als notwendig werden publikumswirksam Jodtabletten eingelagert in der Hoffnung das die Schaafe das Pacebo schlucken und wieder still weiter arbeiten.

Jetzt kommen wir mal zur Kopfarbeit. Sollte es zu einem Unfall in Form einer atomaren Katastrophe kommen sollten die Leute die davon betroffen sind ja alsbald evakuiert werden. Wo macht es dann Sinn dieses Tabletten-Placebo einzulagern ? Der Verstand sagt: im Umland. Wo sind Sie gelagert ? Im Katastrophengebiet. D.h. im Umkehrschluss das NIEMAND der sich dort befindet die Region verlassen wird. Um dies sicher zu stellen ist das Grundgesetzt adaptiert worden. Einen Schutz in diesem "Kessel" ist aber auch nicht vorgesehen.

Kommen wir zu logischen Schutz. Durch die Einrichtung von Atomkraftwerken sind Menschen im Fall eines Unfalls auf sich selber gestellt. Niemand (weder Politik noch Betreiber) hat Interesse an teuren Einrichtung zur Sicherstellung der Unversehrtheit sondern es wird vermutlich ganz im Gegenteil gehandelt. D.h. jeder der nicht besonders Schützenswert ist (Geldadel) und bestimmte Grenzwerte auf dem Geigerzähler übertrifft darf ungeschützt im Kessel bleiben der dann vermutlich von der Bundeswehr und/oder internationalen Truppen aufrecht gehalten wird.

Der Rest der Nation wird applaudieren und hinter den Massnahmen stehen (ausser er ist persönlich durch Verwandtschaft betroffen) und diese Massnahme unterstützen. Das wäre kalkulierter Mord der so nicht vom Grundgesetz gedeckt wird. Jedoch wird der "normalsterbliche" von diesen unmenschlichen Plänen nie erfahren weil es sonst im Vorfeld schon Aufstände geben könnte und man ggf. zur Errichtung von notwendigen Abwehrmassnahmen genötigt werden könnte die man nicht bezahlen will. Man möchte ja seinen Pensionen nicht für die Volksgesundheit opfern. Selbst eine Minimalversorgung mit einem Schutzanzug und einer Maske ist nicht gewährleistet und wird im Bedarfsfall auch nicht eingerichtet da nicht vorhanden. Auch eine Empfehlung zur persönlichen Einlagerung solcher Massnahmen ist im Informationkatalog der Regierung nicht vermerkt.

Wir werden von Gesetzwegen dazu verpflichtet immer im KFZ eine aktuelle Verbandskiste mitzuführen und auch sonst ist der Gesetzgeber nicht kleinlich bei sozialisierten Hilfsmassnahmen (Feuerwehr, Notdienste) aber von sowas wird aus taktilen Gründen nicht erwähnt noch verbrieft. Der "Kunde" könnte Angst vor seinem konsumierten Porduktes (Atomstrom) bekommen und die bisher hauptsächlich neutrale Stimmung zur Atomkraft kippen. All das ist mit Paragraph 2 im GG nicht vereinbar.

Wer mir nicht glaubt soll doch bitte mal ein Thesenpapier zum Verhalten im atomaren Kriesenfall vorweisen. So ein Papier wird nicht der Bevölkerung ausgegeben weil es das einfach garnicht gibt. Aus taktilen (psychologischen) Gründen der AKW-Betreiber in Absprache mit der Regierung wird es das auch nicht geben.

Im Bedarfsfall (den niemand voraussagen kann) hat man von 2 genannten Komponenten ganz wenig bis garnichts zur Verfügung. Weder Zeit noch Augemass können an dieser Stelle helfen wenn Menschen ohne funktionierende Pläne in einem Kessel festgehalten werden um den Rest der Nation zu schützen.

Was wir uns aber nicht leisten können sind ganze Lanstriche die zur verbotenen Zone erklärt werden müssen. Auch Japan ist aufgrund der Platzbeschränkung einer Insel dazu verdammt die Region um Fukushima (trotz der Verstrahlung) alsbald wieder zur bewohnbaren Zone zu erklären weil Sie nicht anbauen noch ausweichen können. Jegicher Versuch noch Land zu gewinnen (siehe Inselgruppe zwischen Japan und China um die gerade gestritten wird) wird im Krieg enden da niemand sein Land freiwillig hergeben wird um hundertausende oder gar Millionen von Flüchtlingen aufzunehmen.

Kommt es also mal zum offiziell weggerechneten atomaren Unfall stehen wir vor eine wirklich blöden Reihe von sehr unpolulären Massnahmen (bis hin zur Enteignung) die durchweg nicht vom Gesetz geschützt sind und das alles in einem Sozialstaat der von Menschen regiert wird deren Ihre Pensionen wichtiger sind als die Unversehrtheit Ihre Mitmenschen.

Zusammenfassend wird aus dem normalen Bürger im Fall einens atomaren Unfalls vermutlich zum Mörder weil er vermutlich auch mit Waffengewalt (auch ein Auto kann eine Waffe sein !) sein Recht auf Unversehrtheit einfordern wird. Dieser Konsequenz sollte man sich aufgrund von fehlenden Massnahmen im Bedarfsfall gewahr sein. Wer also ein AKW betreibt und keinerlei ausreichende Gegenmassnahmen im Störfall aufweist muss sich klar sein das er damit indirekt für die daraus folgenden Konsequenzen haftbare gemacht wird. Ich möchte nur auf die Misstände im Vorfeld hinweisen da man jetzt noch korrigieren könnte. Der Wille hin zu einer Veränderung geht jedoch vom Volk aus und dafür braucht es ein paar dramatische Darstellungen.

Die wirklichen Konsequenzen aus solch unreifen Plänen und zögerlichem Vorausschauen kann niemand voraussagen. Aber das es schlimm werden wird kann sicher jeder ableiten. Viel schlimmer jedoch ist die Tatsache das zwar die Renten aber nicht die Menschen gesichert werden müssen.

und hier noch ein Lacher für alle:

Unfälle, die über den Rahmen dieser Auslegungsstörfälle hinausgehen, können nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden.
entnommen: www.vattenfall.de/de/file/Ratgeber-bei-UnfallKKB-27032009_13592463.pdf

damit hat Vattenfall (dieser Text wiederholt sich bei allen anderen Ratgebern von AKW-Betreibern) Fukushima zur Fiktion erklärt. Ganz schön pfiffig, diese AKW-Betreiber!

Ich glaube, das Menschen die so lapirade Darstellungen gegen jegliche Beobachtungsfähigkeit publizieren um Ihrer Informationspflicht nachzukommen, nicht wirklich fähig ist eine Sondersituation zu managen geschweige denn zu verhindern.

Ein: "es tut uns Leid" wird die Situation nach einem Störfall ausserhalb des Ermessens der AKW-Betreiber auch nicht wirlich verbessern.

Die Erwartungshaltung der Massnahmenentwickler das Menschen mit gesundem Verstand sich ruhig verhalten und bei geschlossenem Fenster auf die Durchsagen in Radio und Lautsprechern warten an welcher Stelle Sie Ihre Jodtablette abholen können kommt mir wie aus dem letzten Jahrtausend vor. Jedenfalls ist diese Empfehlung in Zeiten von Turbo-Internet und maximaler Mobilität fern jeglicher Realität.

Ich für meinen Teil würde im Störfall die Messungen (im Internet abrufbar) selber auswerten und während der Kriesenrat im nächsten Dorf gerade mal die Zelte aufschlägt mit meinen Spritreserven und meiner Familie im Gepäck so schnell wie möglich an den weitest entferten Punkt reisen. Dort angekommen kaufe ich mir dann ein paar Jodtabletten in den nächsten Apotheke sofern ich das als notwendig ansehe und schaue mir das Spektakel im Kneipen-TV an. Scheinbar habe ich gerade den Punkt gefunden warum trotz steigender Spirtpreise sog. SUV`s der Verkaufsschlager sind. Da wir scheinbar als Gesellschaft das blutverschmierte Geld über die wahren Werte des Lebens gestellt haben versuchen wir uns halt zu behelfen indem wir vermeindliche Sicherheit kaufen. Echt witzig, diese Menschen.

Geändert von Mike (04.10.12 um 09:45 Uhr)

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alibiorangerl ist gerade online
Beiträge: 8.950
Seit: 09.09.08
Wuhu,
naja, wenn dann mal
Zitat von Mike Beitrag anzeigen
... das es schlimm werden wird kann sicher jeder ableiten. Viel schlimmer jedoch ist die Tatsache das zwar die Renten aber nicht die Menschen gesichert werden müssen...
"flächendeckend" die Menschen an allen möglichen und unmöglichen Umwelt-Beeinträchtigungen (belastete Nahrung, Wasser, Luft - inkl "schleichende" Verstrahlung, sowie "Überversorgung" mit div Medikamenten bzw Gesundheitsbehelfe wzB Amalgam, usw usf - zwar in "kleinen Dosen", aber doch) leiden, eher krank werden und versterben, dann wird auch an "gesicherten" Renten gespart...

[/Sarkasmus]
__________________
» Optimismus ist nur ein Mangel an Information. « – Heiner Müller

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Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Wie man der Tagespresse entnehmen kann werden krankheitsbedingten die frühpensionierten Beamten (trotz "Reha statt Rente") immer mehr und das schmälert auch die eigene Pension von der man in der Regel noch Jahre oder Jahrzehnte entfernt ist und die aus der Kasse des laufenden Geschäftsjahrs entnommen werden. So gesehen ist der vorhergehende Beitrag garnicht so realitätsfern denn schleichend vergiftete Menschen rutschen leider vor dem Sterbebett noch in die Frührente sowie Langzeittherapien und schmälern so den anderen Ihre "gesicherten" Pensionen.

Auch sollte die schleichende Vergiftung der Bevölkerung mit Blei im Benzin über viele Jahrzehnte nicht vernachlässigt werden. Dies wurde eingeatmet oder über die Nahrung aufgenommen und hat sicher auch eine ganze Generation ziemlich angeschlagen. Das "Warnschild" an der Tankstelle mit der Aufschrift "Bleifrei" weist heute noch darauf hin das das nicht immer so war.

versuchen wir aber mal beim Thema zu bleiben. Ich freue mich über weitere Informationen (alles geheime Verschlussache der Behörden) was die Vorgehensweise der zuständigen Behörden im atomaren Störfall betrifft.

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lisbe
Weitere Ideen, auf die ich nicht ohne Weiteres gekommen wäre, andere sie aber haben:
Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage macht das schwedische Atomkraftwerk Ringhals auf sich aufmerksam. Auf dem Gelände des Werks wurde Sprengstoff gefunden. Bereits am Montag war Öl aus einem Reaktor ausgelaufen.
Alarm in AKW: Sprengstoff in Atomkraftwerk in Schweden entdeckt - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten

Damit kann doch nicht regemäßig gerechnet werden, oder? Haben wir es dann gewusst oder nicht?

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lisbe
Das ist ja noch besser... und aktueller:
Die Schweden glaubten lange, ihre Atomkraftwerke seien besonders sicher. Nach dem Stresstest der EU hat nun auch jedoch auch ein Bericht von Greenpeace gravierende Mängel offengelegt.
Stockholm - Greenpeace hat die sofortige Schließung aller drei überwiegend vom staatlichen Energiekonzern Vattenfall betriebenen schwedischen Kernkraftwerke verlangt. Die Umweltschutzorganisation hat einen Bericht vorgelegt, wonach das Risiko für eine Atomkatastrophe in Schweden „allgegenwärtig“ ist. Die „sehr alten“ Reaktoren der Werke in Ringhals, Forsmark und Oskarshamn, die in den 70er und 80er Jahren errichtetet wurden, seien wegen umfangreicher technischer Mängel und einer schlechten Sicherheitskontrollkultur eine große Gefahr für die Bevölkerung in Schweden und seine Nachbarländer, hieß es im Bericht. Einer der von Greenpeace untersuchten Störfälle ist aus dem Juli 2006. Im Kernkraftwerk Forsmark sorgte ein Kurzschluss dafür, dass zwölf unterschiedliche Sicherheitssysteme kollabierten und zwei von vier Reservestromsystemen für die Reaktorkühlung versagten.

Der Störfall wurde als Kategorie-1-Ereignis eingestuft – das gefährlichste.

Insgesamt hatte die Organisation sechs bekannte Vorfälle von externen Experten überprüfen lassen. „Es ist ein Mythos bei uns, dass schwedische Atomkraft sicher ist. Schwedische Atomkraftwerke sind alt und haben große Sicherheitsprobleme. Es fehlt an Personal und Kompetenz, und Störfälle ereignen sich ständig“, warnte Rolf Lindahl, Atomkraftexperte und Mitverfasser des Greenpeace-Berichtes. „Wir sind selbst sehr erschrocken, welch massive Mängel unsere Studie zutage gefördert hat“, sagte Greenpeace-Sprecherin Martina Krüger. Auch im Stresstest der EU hieß es, dass Ringhals ungenügend gegen Überschwemmungen und Erdbeben geschützt sei. Laut Greenpeace sind die beiden anderen Akw, Oskarshamn und Forsmark, ebenfalls schlecht auf Naturkatastrophen vorbereitet. Und auch der Schutz gegen Terroranschläge sei mangelhaft. Zahlreiche Störfälle sollen den Behörden zudem nie gemeldet worden sein.
Schweden: Mythos Atomkraft - Politik - Tagesspiegel

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Puistola ist offline
Beiträge: 983
Seit: 06.08.08
Zitat von lisbe Beitrag anzeigen

Alarm in AKW: Sprengstoff in Atomkraftwerk in Schweden entdeckt - Aus aller Welt - FOCUS Online - Nachrichten

Damit kann doch nicht regemäßig gerechnet werden, oder? Haben wir es dann gewusst oder nicht?
Zitat von FOCUS
Sicherheitskräfte hatten den an einem Feuerlöscher befestigten Sprengstoff am Mittwoch entdeckt, als der Lastwagen in den des größten schwedischen Atomkraftwerks fahren sollte.
Na und?
Das Zeug wurde ja wie vorgesehen am Tor zum "inneren Sicherheitsbereich" gefunden.

Mein Credo bleibt:
Es bedarf des geordneten Ausstiegs aus der Nuklearenergie.
Die Sache abzuhaken mit 25 Mia Nachrüstung, wie das die EU-Kommission vorschlägt, reicht nicht aus. Für die Nachrüstungen muss eine Cut-Off-Schwelle festgelegt werden, jenseits welcher nur die sofortige Stillegung in Frage kommt.

Fessenheim eben, weil im Rheingraben die Erdkruste nicht so ein Bisschen wackelt wie in Hamburg (4.5 Richerpunkte) , ...
Erdbeben am 20.10.2004 in Hamburg - Stadt Hamburg
... sondern die 100-fache Energie (6.5 Richterpunkte) freisetzen kann, wie im grössten bekannten europäischen Erdbeben, 1356 in Basel, 36 km von Fessenheim:
Erdbeben von Basel 1356

Zum Vergleich:
Das Beben in Fukushima vom 11. März 2011 erreichte 9 Punkte auf der Richterskala und war damit ca. 30 mal so stark wie jenes von Basel bzw. 300 mal stärker als jenes von Hamburg.
Kein Wunder:
Der seismisch hochaktive Rheingraben erscheint geologisch wie ein Kratzer in der Erdkruste im Vergleich zur hochaktiven Grenzfläche zweier Platten vor der Ostküste Japans.

Und dennoch:
Das einst geplante AKW Kaiseraugst, 20km von Basel, scheiterte nicht an unserem damaligen 15'000-köpfigen Besetzungsaktion, sondern an der schon lange vermuteten Aussichtslosigkeit, den Erdbebennachweis zu erbringen.

Puistola


PS:
Ist jemand so freundlich, dieses Posting per Zitat dem finsteren Mike
zugänglich zu machen? Er ist ja in der bedauerlichen Lage, meine
besinnlichen Beiträge nicht lesen zu können, der Arme.

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lisbe
Zitat von Puistola Beitrag anzeigen
Es bedarf des geordneten Ausstiegs aus der Nuklearenergie.
Es soll dann passieren. Jetzt. Sofort. Der Mensch ist nicht in der Lage das Risiko abzuschätzten. Er ist nicht in der Lage, die Katastrophen zu 'korrigieren'.
Und der Ausstieg geht nicht, indem man neue Kraftwerke baut.

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Puistola ist offline
Beiträge: 983
Seit: 06.08.08
Zitat von lisbe Beitrag anzeigen
Es soll dann passieren. Jetzt. Sofort.

Und der Ausstieg geht nicht, indem man neue Kraftwerke baut.
Wie das?
Ohne neue Kraftwerke legst Du die Ausstiegsländer wirtschaftlich, und damit auch sozial lahm.
Wenn das im Süden mehrheitlich Solarkraftwerke und im Norden Windkraftwerke sein werden, bedarf es in der Mitte der Speicherkraftwerke und dementsprechend einer Leitungsinfrastruktur und eines europaweiten Strommarktes, über den das Ganze zusammengekoppelt wird.

Die durch den Atomausstieg entstehende massive Verteuerung der Energie gibt zudem Anreiz zu energiesparenden Invetitionen. Das fängt bei alten Kühlschränken und Warmwasserbereitern in Haushalten an, geht über Gebäudesanierungen, neues Rollmaterial für die Bahn und endet bei der weiteren energetischen Optimierung von industriellen Prozessen.

Was gar nicht geht, ist die finnische 'Lösung':
Das Land wird, trotz extrem tiefer Aussentemperaturen in grossen Teilen widerstands-elektrisch geheizt. Statt diese Heizungen mit kräftigem Marktdruck auf Wärmepumpen umzustellen, wird nun einfach zu dem im Bau befindlichen AKW Oikoluoto III noch ein Weiteres geplant.
Stattdessen sollte Oikoluoto III höchstens fertiggestellt werden, um die alten Reaktoren sowjetischer Bauart stilllegen zu können, während die "Stromlücke" allein schon durch dezentrale Investitionen in WPs geschlossen werden könnte.

Wie man sieht:
Ohne dass auch der Einzelne sich beteiligt, funzt der Ausstieg nicht.
Ich hab z.B. noch einen Elektroboiler in meiner Wohnung stehen. Der Vermieter will mir aber keine Solarthermische Anlage auf dem Dach zugestehen und auch keine Luftkanäle für einen WP-Boiler genehmigen. So bin ich eben auf 40°C Wassertemperatur unten, aber ich könnte mehr tun, wenn ich nur dürfte (und meine Nachbarn im Haus mitmachen würden).

Puistola

Kontra Atomkraft! Was sonst!
lisbe
Zitat von Puistola Beitrag anzeigen
Wie das?
Ohne neue Kraftwerke legst Du die Ausstiegsländer wirtschaftlich, und damit auch sozial lahm.
Wo hast Du das her? Bildzeitung? Ich habe keine Lust, eine neue Grundsatzdiskussion anzufangen... Kurz: wirtschaftlich würde man nur der Atomlobby schaden - der Rest der Welt wäre richtig glücklich.

Wenn das im Süden mehrheitlich Solarkraftwerke und im Norden Windkraftwerke sein werden, bedarf es in der Mitte der Speicherkraftwerke und dementsprechend einer Leitungsinfrastruktur und eines europaweiten Strommarktes, über den das Ganze zusammengekoppelt wird.
Und das ist genauso ein Mythos. Aber medienwirksam. Ganz abgesehen davon, dass man dann doch die alternativen Energieformen unterstützen soll, wie Turtur das seit langem fordert. Er will noch nicht mal Geld daraus schlagen, er will forschen, stellt alle Ergebnisse online, damit allgemein Bekanntes nicht mehr patentiert werden kann. Edel. Eine seiner anderen Ideen: fertige Generatoren z.B. bei den Australiern einkaufen. Nix, aber auch nix passiert. Ausser, dass hin und wieder ein pfiffiger Erfinder um die Ecke gebracht wird. Im Falle von Kohei Minato war es ja noch nicht mal die freie Energie. Aber die Motoren haben einen Wirkungsgrad von über 100%. Es gibt mittlerweile Millionen Lösungen für das Atomproblem. Es wird diffamiert, diskreditiert, lächerlich gemacht, es wird auf gar keinen Fall darüber berichtet und wenn, dann auch ins Lächerliche gezogen. Sogar Arte ist mir deshalb übel aufgestossen wg. Kapanadze.

Es gibt nicht einen Grund an der Atomindustrie festzuhalten. Millionen, um mit ihr abzuschliessen. Schon vor Hundert Jahren sagte Tesla zu Einstein, dass ein Vorgehen gegen die Natur (Atomspaltung) nicht wünschenswert sein kann. Mit der Natur kommt der Mensch weiter (kalte Fusion).

Ich meine, in Anbetracht der Möglichkeiten, die nicht genutzt werden - die ganzen Brainis, die auf Schritt und Tritt ausgebremst werden. Soll ich das unterstützen, damit man mit dem Risiko weiter spielt?
Wann findet endlich mal ein Paradigmenwechsel statt, in dem nicht nur darüber gesprochen wird, dass es so nicht geht, sondern dass es anders gemacht wird? Du weisst es nicht? Vielleicht, wenn man feststellt, dass ein Bündel Geld überm Kopf im Falle der Strahlung genauso viel Nutzen hat, wie die Zeitung überm Kopf.

Mir fällt übrigens noch ein, dass die Stomanbieter zunehmend noch nicht mal mehr unterscheiden zw. Tag- und Nachttarif.... Es ist alles so eine Bullshitpropaganda, dass es mittlerweile Jahrtausende dauern würde die Darstellungen wieder gerade zu biegen... Kein Nerv. Schon gar nicht, wenn so eine Fantasieresistenz (=das Fehlen des Vorstellungsvermögens) in der Allgemeinheit herrscht. Das ist auch der Grund, warum schon seit immere Visionäre so ein schweres Leben gehabt haben. Weil der Rest nicht mitkam rein intelektuell, aber es schaffte medienwirksame Parollen rauszuposaunen, so dass ein jedes fortschrittliche Gedankengut auf dem Scheiterhaufen endete. Das ist bis heute so.

Geändert von Malve (04.10.12 um 17:57 Uhr) Grund: Siehe Boardregeln, E.2


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