Kontra Atomkraft! Was sonst!

16.03.11 09:55 #1
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Kontra Atomkraft! Was sonst!

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Ich hatte schon vor mehr als einer Woche auf Teleopolis oder Heise-News gelesen das man eh ein Problem hat solche Verseuchten Zonen auf Generationen mit einer ausreichenden Krennzeichnung zu versehen. Es scheint bisher keine Gefahrensymbolik zu geben die auch generationsübergreifend klar signalisiert das es sich hinter einer definierten Grenze um gefährliches Land handelt. Das der "Stein" noch gelesen werden konnte lag an der Witterrungsresistenz des Steins und daran das sich scheinbar am Schriftbild nichts geändert hat und der Inhalt aufgrund von aktuellen Erfahrungen verifiziert werden konnte. Wir, als Mitteleuropäer hätten mit dem Stein rein garnichts anfangen können da Kultur, Schriftbild und Verifikationsmodelle gefehlt hätten. Wir hätten selbst im Übersetzungsfall mit "Tsunami" nicht viel anfangen können da wir hier sowas nicht kennen.

DIe einfachsten Hyroglyphen (Bildersprache) in Pyramiden oder Inka-Stätten haben Forscher jahrzehnte gekostet bis die ersten brauchbaren Interpretationen da waren.

Ergo können die Mahnungen der Vorfahren (unsere aktuelle SMS Kultur) vermutlich in ein paar Generationen nicht mehr gedeutet werden ohne detailierte Informationsergänzung. So manch ein Jugendlicher denkt beim Symbol für Giftmüll heute schon an eine Musikgruppe.

Ausserdem habe ich gerade gelesen das scheinbar, wenn der Druck gross genug ist, die Kreativität steigt. Man will dann doch mal die Windräder nicht mehr abschalten wenn Sie zu viel Energie liefern und die gewonnene Energie dann in Wasserstoffform dem Erdgas beimengen. Eine kreative Idee von vielen die demnächst aus der Versenkung auftauchen werden. Es geht immer wenn man nur will !

Die Frage ensteht... warum hat man so simple Schritte nicht schon längst eingeleitet ? Wurde hier wirklich mit aller Macht Verhinderungspolitik betrieben ? Wird diese weiterhin von unseren "geschätzen" Politiker und Ihren sog. Expertenriegen forciert ?

10-20 Euro im Monat pro Haushalt für schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien

und noch ein bisschen gute PR: Google investiert in grössten Windpark der USA

Nachtrag:

Bin gerade durch die Tagespresse und habe schon fast einen Würgereiz was die Argumentationskette der AKW-Betreiber betrifft. Das schlimmste jedoch das mir aufgefallen ist, die haben das Gefühl als bräuchten wir Sie um jetzt umzusteigen. "Ihr" Beitrag wäre ja scheinbar das wichtigste und überhaupt fällt das Wort "wir" auffallend oft in den Monologen der Chefetagen jetziger Energie-Aktienunternehmungen mit unbekanntem Ausgang.

Geändert von Mike (19.04.11 um 13:23 Uhr)

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Nischka ist offline
Beiträge: 1.532
Seit: 02.01.11
Auch wenn der Kopp-Verlag nicht überall beliebt ist, so setze ich hier einen Link rein über einen neuen Artikel, für die, die es interessiert:

Aha! Windfarmen in Großbritannien operieren weit unter der angekündigten Effizienz


Viele Grüße!
**Nischka**

Geändert von Malve (18.11.12 um 12:58 Uhr) Grund: Hinweise/Links Kopp-Verlag unerwünscht

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Manno ist offline
Beiträge: 1.141
Seit: 09.09.08
Zitat von Nischka Beitrag anzeigen
Auch wenn der Kopp-Verlag nicht überall beliebt ist, so setze ich hier einen Link rein **Nischka**
Es geht nicht darum, ob Informationen beliebt oder unbeliebt sind. Wir wissen doch schon längst, daß die Informationen die als "ungeheuerlich" bezeichnet werden, meist auch der Wahrheit entsprechen. Insofern:
Die Wahrheit siegt, aber sie kann nur siegen, wenn sie auch gesagt werden kann. Johann Hus (1369-1415)
Allerdings wissen wir auch, daß Flugblätter (und dazu gehört für mich auch die Bildzeitung) immer etwas reißerisch aufgemacht sind, damit sie überhaupt auf Interesse stoßen. Schließlich will die Bildzeitung Politik und der Kopp Verlag seine Bücher verkaufen. Insofern ist es bei solchen Blättern immer notwenig sich noch eine weitere Quelle zum Thema durchzulesen, wodurch sich das Thema dann meist schon wieder relativiert.

In diesem Fall relativiert sich der Artikel schon beim Durchlesen. Die Studie erwähnt nur die mögliche Kapazität und nicht die Kosten der Stromerzeugung. Die Kapazität hängt vom Generator ab und der ist nicht so teuer, daß man ihn nicht etwas größer auslegen kann. (sonst müßte man bei starkem Wind immer abschalten). Wenn Windturbinen im Mittel also nicht 30 Prozent sondern nur 25% ihrer Kapazität über ein Jahr erzeugen, wäre das kein Drama. Die Frage nach der Rentabilität wurde nicht einmal angesprochen, sodaß Windkraft wohl auch bei 25% noch rentabel sein dürfte ... Somit hätte sich auch dieser Artikel wieder relativiert ;-)

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Manno ist offline
Beiträge: 1.141
Seit: 09.09.08
Zitat von Mike Beitrag anzeigen
gelesen das man eh ein Problem hat solche Verseuchten Zonen auf Generationen mit einer ausreichenden Krennzeichnung zu versehen.
So , so - machst Du Dir schon über Deine Wiedergeburt Gedanken ? Es mag profan klingen, doch Tatsache ist: Du bist sterblich und wenn Du erst gestorben bist, ist das Thema für Dich uninteressant ... Gehe einfach mal davon aus, daß nachfolgende Generationen Endlagerstellen immer wieder neu markieren werden, bis sie einen Weg gefunden haben, daß Zeug zu entsorgen.

Abgesehen davon: Machst Du Dir auch über den ganzen Atommüll Gedanken, der noch vor einigen Jahren ganz legal im Meer entsorgt werden konnte. Langsam rosten die Fässer durch und das sind keineswegs geringe Mengen. Was hast Du z.B. dazu gesagt:
Die etwa 100 Minister für Umweltschutz, die in Nairobi vom 21. bis zum 25. Februar 2005 an der 23. Sitzung des Vorstandes des Weltministerforums für die Umwelt des Unep teilnahmen, bekamen von Klaus Töpfer zu hören: Der Tsunami habe an der Küste Somalias nicht nur gewöhnlichen, sondern auch nuklearen Abfall angeschwemmt.
Die UNEP berichtete, dass nicht nur Somalia betroffen ist. Seit den 80er Jahren ist die illegale Verklappung von Gift- und Atommüll vor den Küsten der armen afrikanischen Länder ein gutes Geschäft, doch das wird uns von den Medien verschwiegen. Uns wird nur von den somalischen Piraten berichtet, aber uns wird nicht gesagt, warum die Fischer dort nicht mehr auf "anständige Weise" ihren Lebensunterhalt verdienen können. Länder der EU lassen vor der Küste Somalias Atommüll und andere Giftstoffe wie Cadmiumabfälle, Quecksilber und Blei verklappen. Sie kippen die nicht sonderlich gesicherten Fässer mit dem strahlenden Abfall einfach ins Meer. Westliche Trawler fischen daraufhin illegal und dazu mit illegalen Fangmethoden das Meer leer. Damit nahmen sie den Fischern an Somalias Küsten nicht nur die Lebensgrundlage, sondern wir bekommen unseren Müll dadurch auch gleich wieder zurück: Auf den Teller ! Was meinst Du, warum ich mich so für eine "freie Presse" einsetze ? Bzw. was glaubst Du, warum Du darüber nie informiert wurdest ?
xxx
10-20 Euro im Monat pro Haushalt für schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien
Nachtrag: Bin gerade durch die Tagespresse und habe schon fast einen Würgereiz was die Argumentationskette der AKW-Betreiber betrifft.
Ich bekomme einen Würgereiz, wenn ich nun wieder mit "alternativlosen" Feststellungen gefüttert werden: 10-20 Euro pro Haushalt ? ... Wieso werden solche Behauptungen kritiklos übernommen ?

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Manno ist offline
Beiträge: 1.141
Seit: 09.09.08
Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
Gier gab es schon lange. Da war Gier nach Macht und Besitz z.B. bei Stammeshäuptlingen und der Besitz war ein möglichst großer Harem, viele Ziegen, oder Pferde.

Könnte man beim Menschen die Gier nach Besitz = Geld abschaffen, gäbe es auch kein Problem mit dem Geld. Des Menschen schlechter Charakter ist somit das Grundübel.
Wenn hier die Gier des Stammenshäuptlings nach Ziegen mit der unserer Manager gleichgesetzt wird, dann habe ich da so meine Einwände: Hätte der Stammenshäuptling wegen einiger Ziegen seinen ganzen Stamm gefährdet ? Ich glaube nicht ! Würde aber ein Manager der jährlich 10 Millionen bekommt dafür schweigen, obwohl ein Super-Gau droht ? Ich glaube schon !

Das Oberthsche Gesetz

Hermann Oberth, ein Deutscher Mathematiker und Physiker, der väterliche Freund und Lehrer des
Werner von Brauns, formulierte seine Lebenserfahrung:

"Im Leben stehen einem anständigen Charakter viele Wege offen, um vorwärts zu kommen.
Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft diese Wege auch offen,
daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht beschreiten will.
Der Schurke hat daher mehr Chancen, letztendlich an die Macht zu kommen.

Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese werden die Schurken immer reicher
und in den höheren Gesellschaftsschichten findet eine Anreicherung mit Schurken statt.
Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird um so schlechter,
je einflussreicher und daher auch wohlhabender sie gestellt ist.

Nur die Gier nach den in einer Gesellschaft erhaltbaren Privilegien erklärt die Tatsache,
warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist.
Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will."
Kurzum: Willst Du, daß Deine Mitarbeiter zu Schurken werden, dann erhöhe ihre Gehälter ! Ich muß ja wohl auf das Leben von Werner von Braun nicht detailiert hinweisen. Hat überhaupt schon einmal irgendein Manager die Konsequenzen für sein Handeln tragen müssen, oder existiert in den oberen Gesellschaftschichten inzwischen so etwas wie eine "Gaunermoral" ? Und wie war das jetzt mit:
Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
Könnte man beim Menschen die Gier nach Besitz = Geld abschaffen, gäbe es auch kein Problem

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Manno Beitrag anzeigen
Die UNEP berichtete, dass nicht nur Somalia betroffen ist. Seit den 80er Jahren ist die illegale Verklappung von Gift- und Atommüll vor den Küsten der armen afrikanischen Länder ein gutes Geschäft, ...
Auch das ist doch noch lange nicht die Wahrheit.
Nach einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) liegt auf dem Meeresgrund Müll mit der wahnwitzigen Aktivität von 85 Billiarden (85.000.000.000.000.000) Becquerel. Das ist etwa so viel, wie bei der Tschernobyl-Katastrophe durch die Haupt- emittenten Cäsium und Strontium verstrahlt wurde. „Die Abfälle wurden zwar in Behältern versiegelt“, sagt der Atomexperte Helmut Hirsch, „aber schon durch den Aufschlag auf den Boden platzten Fässer.“

So liegen allein im Atlantik rund 250.000 Fässer in 65 bis 4750 Metern Tiefe. Zumeist handelt es sich um leicht- und mittelradioaktive Abfälle, bisweilen auch um komplette Atomreaktoren. Östlich der Insel Nowaja Semlja ließen die Russen laut IAEA 17 U-Boot- oder Schiffsreaktoren verschwinden. Sieben von ihnen enthielten noch Brennstäbe. Im Bericht der Behörde nicht erwähnt sind die Reaktoren dreier russischer und zweier amerikanischer Atom-U-Boote, die bei Manövern sanken.

Welche Gefahr von den strahlenden Altlasten ausgeht, ist umstritten. Der Greenpeacer Veit Bürger hält den Müll für eine Zeitbombe: „Es kann durchaus sein, dass die U-Boot-Reaktoren irgendwann durchrosten und schlagartig viel Radioaktivität freisetzen.“ Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) untersuchte 1995 die radioaktive Belastung des Nordostatlantiks und wiegelt ab: „In der Umgebung des 1989 gesunkenen russischen U-Boots ,Komsomolez‘ konnten wir keine erhöhte Radioaktivität feststellen“, erklärt der Projektleiter Hartmut Nies. Die weiträumig messbare Verseuchung des Nordmeers lasse sich nach Meinung der Forscher eher auf Atombombentests und die Tschernobyl-Katastrophe zurückführen – vor allem aber, und da sind sich Chemiker Nies und Greenpeacer Bürger einig, auf die Wiederaufarbeitungsanlagen.

„Noch Mitte der 70er Jahre hat Sellafield jährlich mehr radioaktive Substanzen eingeleitet, als jetzt an Bord der ,Komsomo- lez‘ sind“, sagt Nies. „Das zeigt, in welchem Ausmaß die Anlagen das Meer als Endlager benutzen“, meint Bürger.

Nach zwei Tauchgängen ist es so weit: Im Filter bleiben radioaktive Partikel hängen, die die erlaubte Größe von 25 Mikrometern überschreiten. Außerdem enthält die Probe Kobalt-60, Ruhthenium-106, und das sehr gefährliche Americium-241. Der Beweis ist erbracht: Die Cogéma leitet illegal ein. Doch dies wird vorerst nichts nützen, denn auf Antrag des Konzerns wurde der Prozess erneut verschoben.

Zwischen 1946 und 1993 haben 13 Staaten an rund 80 Plätzen ihren Atommüll im Meer versenkt. Insgesamt lagert auf dem Grund der Ozeane strahlender Abfall mit einer Radioaktivität von rund 85 Billiarden Becquerel. Zwar wird heute offiziell nicht mehr gedumpt, doch die Wiederaufarbeitungsanlagen verseuchen die Meere nach wie vor.

Versenkter Atommüll

Land in Mrd. Bq* Prozent

Sowjetunion (bis 1991) 39.242.700 46,2

Russland (ab 1991) 2.750 –,-

Großbritannien 35.087.500 41,2

Schweiz 4.419.300 5,2

USA 3.496.250 4,1

Belgien 2.120.000 2,5

Frankreich 353.500 0,4

Niederlande 336.100 0,4

Japan 15.080 –,-

Schweden 3.200 –,-

Neuseeland 1.040 –,-

Deutschland 200 –,-

Italien 200 –,-

Süd-Korea Menge nicht bekannt

Summe 85.077.820
greenpeace magazin: Auf der Jagd nach Atommüll
Vergesst einfach, dass der Atommüll nur um Afrika oder in der Nähe armer Länder lagern würde. So lange es erlaubt war, haben die überall ihren Müll versenkt.

So haben die USA gegenüber der Internationalen Atomenergieorganisation eingeräumt, von 1946 bis 1970 über 90.000 Container mit radioaktivem Abfall vor ihren Küsten versenkt zu haben. Und wenn wir diesbezüglich genauer recherchieren würde, dann würden wir sicher feststellen, dass er überall im Meer lagert.
13.10.2009 | 10 Kommentare
DOKUMENTATION ÜBER ATOMMÜLL
Und ständig wächst der Abfallberg
Der Journalist Éric Guéret spürte den strahlenden Rückständen der Atomkraft nach und fand eine Geschichte von Lügen, Täuschungen und Verharmlosungen (Arte, Dienstag, 21 Uhr). VON REIMAR PAUL
Mehrfach gelangten aus der Atomanlage Majak im Ural riesige Mengen radioaktiver Abwässer in die Tetscha. Foto: arte
Der Film beginnt mit beklemmenden Bildern. Auf hoher See werfen Männer in gelbem Ölzeug Fässer über Bord. Die nächste Einstellung zeigt verrostete Tonnen irgendwo auf dem Meeresboden. Das Metall ist aufgeplatzt, der Inhalt fortgespült. 50 Jahre lang haben Staaten wie Großbritannien, die USA, Russland, Frankreich oder Japan ganz legal insgesamt 100.000 Tonnen nukleare Abfälle in den Ozeanen verklappt, bis ein internationales Abkommen diese Praxis 1993 verbot.
Offiziell halten sich alle Länder an den Vertrag. Den Atommüll haben sie weiter am Hals. Und es wird immer mehr. Ständig wachsen die Abfallberge. Zu Wasser und zu Land, in Frankreich, Russland und den USA haben der Journalist Éric Guéret und sein Team den strahlenden Hinterlassenschaften von militärischer und "ziviler" Atomkraftnutzung nachgespürt.

Sie führten Interviews mit Zeitzeugen und Experten, begleiteten kritische Wissenschaftler bei ihren Recherchen und Messungen, durchforsteten Archive und stießen bei Offiziellen immer wieder auf Ausreden und auf Mauern des Schweigens. Die Filmemacher erfuhren: Die Geschichte der Produktion von Atommüll ist auch eine Geschichte von Lügen, Täuschungen, Verharmlosungen.
Hanford, USA, ist die erste Station von Guérets Reise. Am Columbia River baute die US-Army 1942 auf einem abgelegenen Stück Wüste Anlagen zur Erprobung und Produktion von Atombomben. Die für das streng geheime "Manhatten Project" aus dem ganzen Land zusammengezogenen Wissenschaftler experimentierten in neun Reaktoren und fünf Plutoniumfabriken, bis sie genug Spaltstoff für die schreckliche Waffe zusammenhatten.
Die meist flüssigen Abfälle leitete man in den Fluss oder in große Tanks, die dann im Boden vergraben wurden. Viele Behälter platzten, die Brühe sickerte ins Erdreich, gelangte ins Trinkwasser und in die Nahrungskette. Umweltschützer und Journalisten, die das Gelände bis heute nicht betreten dürfen und sich dem Hanford-Komplex nur auf dem Fluss nähern können, messen immer noch stark erhöhte Radioaktivitätswerte. Bei einer Probe im Jahr 2002 waren 13 von 15 im Columbia gefangenen Fischen kontaminiert.
In Russland filmte Guéret in der Region um die Stadt Tscheljabinsk im Südural. In der geheimen Atomanlage Majak explodierte 1957 ein Tank mit flüssigem Atommüll - es war der größte Unfall vor Tschernobyl. 200 sofortige Todesopfer sind bestätigt, insgesamt sollen zehntausende an der Strahlung gestorben sein. Etliche umliegende Dörfer wurden evakuiert, in anderen ließ man die Menschen weiter auf der kontaminierten Erde wohnen. "Die halten uns hier wie Versuchskaninchen", sagt ein Mann in die Kamera.
Der nahe Karatschai-See diente zur Verklappung des Atommülls aus Majak. Über die Flüsse Tetscha und Ob kann die strahlende Fracht bis ins Eismeer gelangen. Bislang haben die russischen Techniker kein Mittel gefunden, um die Strahlung im und unter dem heute noch 13 Hektar großen See zu binden.
Die Luft und das Meer bei der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague sind verstrahlt. Die Fabrik, in der auch deutsche AKW-Betreiber ihre abgebrannten Brennstäbe behandeln ließen, spült durch ein viereinhalb Kilometer langes Rohr jeden Tag 400 Kubikmeter radioaktives Abwasser in den Ärmelkanal. Ganz legal. Denn der Vertrag von 1993 verbietet nur, dass Fässer mit Atommüll im Meer versenkt werden. Die direkte Einleitung von strahlenden Abfällen verbietet er nicht.
Dokumentation über Atommüll: Und ständig wächst der Abfallberg - taz.de
Da gibt es keinen Anfang und kein Ende.
Sellafield (GB)

Sellafield leitet jährlich ca. 230 Millionen Liter schwachradioaktive Abwässer ins Meer. So haben sich inzwischen etwa 500 - 1000 kg Plutonium in der Irischen See angesammelt. Zum Vergleich: 1 Millionstel Gramm Plutonium eingeatmet reicht, um Lungenkrebs zu verursachen.

La Hague (F)

Auch die zweite Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague, Frankreich, ist in Sachen Umweltverpestung nicht viel besser. La Hague leitet täglich 10 Millionen Liter radioaktive Abwässer ins Meer.
atommll referat referat
Atommüll vergiftet schon seit Jahrzehnten auf mannigweise Weise unsere Umwelt.
Wo entsteht Atommüll?

Überall, wo mit radioaktiven Stoffen gearbeitet wird, entsteht Atommüll:

Forschung,

Industrie (Lebensmittelbestrahlung, Leuchtfarben),

Medizin (Nuklearmedizin, Strahlentherapie),

Atomwaffenproduktion

und vor allem im Kernkraftwerksbereich:

Kernkraftwerk,

Wiederaufarbeitung und

Brennstoffkreislauf*.

* Mit Brennstoffkreislauf werden i.d.R. alle Verfahren zur Versorgung und Entsorgung von Kernkraftwerken mit Kernbrennstoffen beschrieben.
Dazu kommen noch die vielen Atombombentests, bekannte und verheimlichte Unfälle, sowie das massive Verschiessen von Uranmunition.

Ich dachte allerdings das wäre Euch allen bekannt.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Geändert von nicht der papa (19.04.11 um 18:18 Uhr)

Kontra Atomkraft! Was sonst!

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Ich dachte allerdings das wäre Euch allen bekannt.
Nein, das wird (noch) nicht in der Schule gelehrt und steht leider (noch) nicht auf Seite 1 der Tagespresse. Ich dachte eigentlich das ich ein umfangreiches Allgemeinwissen habe aber diese Fakten (mit der massiven Verklappung) wurden ausgeblendet oder haben es einfach nicht bis zu mir geschafft.

Werden denn die 85 Billiarden (85.000.000.000.000.000) Becquerel und deren sog. Kernenergie mit in die Klimaberechnungen eingezogen ? Schliesslich schmelzen die Pole und das könnte ja auch eine Quelle für die sog. Erderwärmung sein, oder ?

Geändert von Mike (19.04.11 um 18:59 Uhr)

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Nischka ist offline
Beiträge: 1.532
Seit: 02.01.11
Hallo ndp,
diese Nachrichten haben mir doch die Socken ausgezogen. Und da ich wenig Nerven zur Verfügung hab, hab ich dann nicht so genau gelesen.
Ich glaube, da muß man sich dann auch selbst schützen, wenn man ein schwaches Nervenkostüm hat, das ist einfach allzu mega-abartig!!!

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Clematis
[quote]Aha! Windfarmen in Großbritannien operieren weit unter der angekündigten Effizienz

Hallo Nischka,

Zunächst eine Korrektur: nicht Großbritannien, sondern nur Schottland.

Die Daten wurden von einer sehr radikalen Umweltschutzorganisation, dem John Muir Trust verbreitet, der enge Bindungen zum Sierra Club, ebenfalls sehr radikal in Californien unterhält.

Was aber noch wichtiger ist, die Daten wurden von Stuart Young Consulting zusammengestellt, nicht selbst erhoben. Der wahre Ursprung dieser Daten ist:

Stuart Young and the John Muir Trust are grateful to ELEXON Ltd for permission to use its generation data, and for the not inconsiderable help I have had from the BSC Service Desk. BSCServiceDesk@logica.com.
Siehe hier: http://www.windaction.org/news/31634
Erhoben wurden die Daten von ELEXON Ltd., einer Vertriebsorganisation bzw. einem Berater der Energieunternehmen, für alle Fragen, die sich ihnen stellen.

Die Dienste von ELEXON für die Energiewirtschaft umfassen:
Our service offerings reflect our expertise in:

Commercial management and procurement - Management und Beschaffung
Service and operations management - Kundendienste und Operation
Customer support - Kundenunterstützung
Assurance - Versicherungen
Government support - Unterstützung bei Regierungsfragen
Change assessment and implementation - Bewertung und Implementation

Quelle: http://www.elexon.co.uk/pages/ourservices.aspx
Die Daten wurden also von einem Unternehmen gesammelt, das mit der Energiewirtschaft und damit auch mit den AKW-Betreibern in engster Verbindung steht und dann von einer Umweltorganisation verbreitet, die sich der Landschaftserhaltung verschrieben hat und mit zu den radikalsten gehört.

Desweiteren sollte man die ausschließlich in Schottland erhobenen Daten nicht überbewerten, denn es ist lediglich eine regionale Erhebung, die mit den gleichen Windrädern in anderen Regionen völlig anders ausfallen könnte/würde.

Es wird auch nicht darauf eingegangen welcher Art (Hersteller) die Windräder sind, ob es neue durchentwickelte oder erste Versuche sind, noch wie und wo sie genau aufgestellt wurden oder wie hoch sie sind. Alle diese Informationen wären aber erforderlich, um diesen Bericht überprüfen zu können. So wie er verbreitet wird, kann es einfach nur ein Propagandafeldzug sein, der von wem auch immer lanciert wurde.

Das Problem beim Kopp-Verlag ist: einerseits bringt er gelegentlich gute kritische Bücher heraus, andererseits hat er einige "Hausautoren" wie Rétyi, Risi, Schulze, Wisnewski, Ulfkotte, Grandt usw., die eine Menge Gewäsch, Mutmaßungen, Schlagzeilen aus den Medien, zu einem Brei verarbeiten und als Fakten darstellen, wobei heftig mit Schlagworten gearbeitet wird, die Dinge beliebig verfälscht werden, um eine eigene Ansicht zu untermauern, aber nie irgendwelche ECHTE Referenzen angegeben werden. Einige dieser Bücher habe ich gelesen, eines von so einem Autor hat mir gelangt, nie wieder.

Ähnlich wird in dem BBC-Scotland-Artikel verfahren, siehe hier: http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-12985410
Nicht der John Muir Trust ist Urheber der Studie, sondern Elexon, was ein ganz anderes Licht darauf wirft. Und wieder ist nichts davon überprüfbar.

Dann liest man besser das Buch von Holger Strohm: Friedlich in die Katastrophe, hier ist JEDE Aussage mit genauer Quelle angegeben, die man dann selbst überprüfen kann. DAS hat Hand und Fuß! Sicher ist auch das aus Sicht des Autors subjektiv, denn er wählt aus, was er verwendet, doch er zeigt damit, daß die Zitierten eben mit ihm übereinstimmen oder auch nicht und belegt das.

Gruß,
Clematis23

Geändert von Malve (18.11.12 um 17:24 Uhr) Grund: Links zum Kopp-Verlag unerwünscht

Kontra Atomkraft! Was sonst!
Clematis
Hallo Manno,

Wenn hier die Gier des Stammenshäuptlings nach Ziegen mit der unserer Manager gleichgesetzt wird, dann habe ich da so meine Einwände: Hätte der Stammenshäuptling wegen einiger Ziegen seinen ganzen Stamm gefährdet ? Ich glaube nicht ! Würde aber ein Manager der jährlich 10 Millionen bekommt dafür schweigen, obwohl ein Super-Gau droht ? Ich glaube schon !
Die Wahrscheinlichkeit, daß der Stammeshäuptling seinen ganzen Stamm gefährdet, war vielleicht geringer, doch wohl nicht ganz auszuschließen. Kam darauf an wie korrupt er war.

Du hast das im Detail beschrieben, was ich versucht habe mit wenigen Worten zu sagen, wobei einige Aspekte natürlich unerwähnt blieben. Der Text ist sehr lesenswert.

Kurzum: Willst Du, daß Deine Mitarbeiter zu Schurken werden, dann erhöhe ihre Gehälter ! ... Hat überhaupt schon einmal irgendein Manager die Konsequenzen für sein Handeln tragen müssen, oder existiert in den oberen Gesellschaftschichten inzwischen so etwas wie eine "Gaunermoral" ? Und wie war das jetzt mit:
Die Gaunermoral würde ich eher Verbrechermoral nennen und diese reicht bis in die obersten Ebenen der Justiz hinein. Wenn dem nicht so wäre, würden insbesondere viele Verantwortliche für tödliche Medikamente längst lebenslang hinter Gittern sitzen - bislang ist das aber noch nie geschehen. Und ich gehe sogar so weit zu sagen: wenn Merkel den Atomaustieg vermasselt, dann gehört auch sie an einen solchen Ort! Aber auch das wird nicht passieren, denn: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!!!

Es ist alles ein Trauerspiel: ich spielte mal vor vielen Jahren in einer Firma nicht mit, als dort SEHR krumme Wege eingeschlagen wurden. Es dauerte nicht lange und ich war meinen Job los, natürlich unter einem Vorwand. Als ich das jemandem erzählte, den ich sehr schätzte, bekam ich zu hören: Warum hast du nicht mit gemacht? Wenn du es nicht machst macht es jemand anders!
Mein Gegenargument, dann könnte ich nicht mehr mit mir leben, stieß auf völliges Unverständnis. Damit will ich mich hier nicht hervortun, ich habe auch so meine Macken... Diesen Jemand betrachtete ich fortan dann mit etwas anderen Augen.

Was nützt einem mehr Gehalt, wenn man sich im Spiegel dann nicht mehr ansehen mag? Ja, das ist alles eine Charakterfrage und dazu zu stehen, kann einen teuer zu stehen kommen. Es dennoch zu tun nennt sich dann Zivilcourage - was das ist und wie das funktioniert hat John F. Kennedy mal an Hand von positiven Beispielen aus der amerikanischen Politik in einem kleinen Buch beschrieben.
Siehe hier: https://www.amazon.de/Zivilcourage-J...3236439&sr=1-1

Gruß,
Clematis23


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