Die Luft ist raus... mit 22?

19.12.11 20:39 #1
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Die Luft ist raus... mit 22?

clody ist offline
Beiträge: 216
Seit: 23.06.08
Zitat von Runaway Beitrag anzeigen
Hallo lilli90,
ich hatte in dem Alter das gleiche Problem, wie Du. Du hast Dein "Ich" in ein "Wir" umgetauscht, die Erwartungen haben sich nicht erfüllt, immer wieder Enttäuschung, immer mehr Verlustangst, wie sollst Du weiterleben ohne den zweiten Teil vom "Wir". Du lebst weiter und Du kannst es auch. Deshalb auch die Magenprobleme (Solarplexus), welches für die Selbstidentität steht, die Du erst in ein "Wir" getauscht hast und nun verloren hast.

Mir half damals die Beschäftigung mit dem Lebensinn, ich habe zwar keinen gefunden außer den, den ich jeweils selbst benannt habe, aber ich war beschäftigt, habe mir ein neues Weltbild erarbeitet.

Ich werde demnächst 40 und es geht mir wieder gut. Ich habe meinen damaligen Freund noch über 8 Jahre nachgehangen, weil es für mich der sogenannte passende Deckel zum Topf war. Nach und nach verstand ich, dass ich es falsch wahrgenommen habe und das aus dieser Zeit, aus mir ein neuer Mensch wurde.

Auch wenn Du momentan nicht das Gefühl hast, dies ist ein Neubeginn, es ist einer, ein erzwungener, deshalb fühlt es sich so übel an. Das geht aber wieder weg. Und das schöne dabei ist, wenn Du Deine Identität wieder neu erschaffen hast, dann wirst Du besser auf sie aufpassen und Dich besser schützen können. Das wird schon wieder, ich war zwar eine lange Zeit lebensmüde, aber es ging mir zwischen durch eigentlich immer besser, als ich dachte. Ich hab mich sehr schwer getan mein "Leiden" wieder loszulassen, da es meine neue "erzwungene" Identität war. Es ist ein bisschen so, aus einer Raupe wird eine Puppe und daraus wird dann ein Schmetterling.

Für Dein Gemüt kannst Du Johanniskraut (Kapseln) ausprobieren, ob es Dein Grundbefinden etwas ausgleicht. Ansonsten könntest Du Dich mit Meditation beschäfftigen. Vielleicht findest Du eine Gruppe. Innenschau ist oft sehr hilfreich, ich habe mich damals intensiv mit Astrologie beschäftigt, Esoterik und Yoga bzw. Advaita, mein Bewusstsein wuchs dadurch und heute verstehe ich vieles besser aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. So dass ich eigentlich dankbar bin, für den damaligen Absturz in die "Finsternis". Ich wünsche Dir die Kraft, die Du brauchst, alles Gute ...
finde ich einen sehr guten beitrag. ich arbeite auch an einem ähnlichen thema.

Die Luft ist raus... mit 22?

Rocco Malone ist offline
Beiträge: 26
Seit: 19.08.10
Sagt mal, ihr Johanniskraut-Dealer, werdet ihr vom Familienministerium finanziert?
Die zweitgrößte Gefahr von dem Zeug ist eine ungewollte Schwangerschaft, weil es die Pillenwirkung herabsetzt. Wenn ihr Angst habt, dass Deutschland ausstirbt, ist der Johanniskraut-Tipp an eine 22-Jährige ohne diese Einschränkung natürlich das Beste, was man tun kann.
Die größte Gefahr von Johanniskraut ist allerdings die totale Wirkungslosigkeit bei den meisten, die es schlucken. Und da bei Menschen im Alter von Lilli die mit Abstand häufigste Todesursache Selbstmord ist, finde ich den unreflektierten Johanniskraut-Tipp einfach super. Auch der Hinweis, sich in einer starken Krise mit Esoterik zu beschäftigen - exzellent.
Ich bin mir sicher, dass ihr alle es nur gut meint. Aber gut gemeint ist in der Regel eben das Gegenteil von gut überlegt.

Ich würde zuallererst Magnesium und Kalium empfehlen. Vor allem Magnesium liegt bei den meisten Menschen im Mangel vor, und beide Mineralien sind essenziell für einen ausgeglichenen Gefühlshaushalt. Es gibt Menschen, auch hier im Forum, die ihre Depressionen alleine durch Magnesium überwunden haben. In den meisten Fällen reicht es natürlich nicht. Aber in den meisten Fällen ist es schon eine riesige Erleichterung.

Und dann ist es bei jungen Frauen nicht selten, dass sie sich nur von Kohenhydraten ernähren. Bisschen Vollkornbrot, bisschen Obst, bisschen Gemüse, Salätchen, und bei großem Kummer Gummibären. Dann fehlen leider wichtige Fettsäuren, und vor allem fehlt Eiweiß. Für den Fall, dass du, Lilli, dich ähnlich ernährst wie oben beschrieben, würde ich dir empfehlen, möglichst viel fetten Fisch und mageres Fleisch an Stelle von Brot und Nudeln zu essen.

Diese Empfehlungen helfen oft schon ein Stück weiter. Für alles Weitere müsstest du bitte nochmal genauer beschreiben:
- ob du körperliche Symptome hast
- welche größeren Krankheiten du schon hattest
- welche Ängste dich ganz konkret belasten
- ob du vor allem traurig, hilflos oder aggressiv bist
- wie genau dein Schlafverhalten ist
- ob du möglicherweise schon ein dominantes Gefühl von Sinnlosigkeit hast
- ob es Menschen, Dinge oder Situationen gibt, die dich aus deiner niedergedrückten Stimmung überhaupt noch wenigstens kurzfristig herausbringen

Viele Grüße und frohe Weihnachten

Rocco

Die Luft ist raus... mit 22?
kopf
du scheinst dich ja mit jungen frauen gut auszukennen ,mit johanniskraut dagegen weniger .

Frohe Weihnacht !

LG

Die Luft ist raus... mit 22?
Schoggitortemitrahm
Als ferndiagnose und blödgeplapper würd ich sagen eine Candidatin erster Klasse. Johanniskraut nüzt nicht bei Beziehungsproblemen. Auch nicht bei Magen/Darm. Nimm Salbei, Ringelblume und Lavendel! Diese Mischung hilft vorallem wenn du gar nicht weisst wo das Problem genau liegt.
lg

Die Luft ist raus... mit 22?

Rocco Malone ist offline
Beiträge: 26
Seit: 19.08.10
du scheinst dich ja mit jungen frauen gut auszukennen ,mit johanniskraut dagegen weniger .
Ich würde sagen, mit beidem. Warum bist du da anderer Meinung?

Die Luft ist raus... mit 22?

makro ist offline
Beiträge: 170
Seit: 28.12.11
Hi,

ich hatte ein ganz ähnliches Problem mit 23 Jahren, das ist jetzt fast 15 Jahre her. Bei mir war die Ursache, dass ich meinen Selbstwert in der Beziehung sozusagen "aufgelöst" habe. Ich musste lernen, mich selbst und meine Bedürfnisse auch zu respektieren, nicht nur die meines Partners. Ich war durch die Beziehung zum totalen Wunscherfüller geworden, der sich selbst vernachlässigt hat. Am Ende der Beziehung blieb nur mehr ich selbst übrig, aber mit der selben Lebenseinstellung.
Ich hatte niemanden mehr, den ich mit Liebe überhäufen konnte und letztendlich gab ich mir selbst die Schuld daran weil "ich mich nicht genug bemüht hatte". Darin hab ich dann auch den Grund für das Ende der Beziehung gesehen, mein Selbstwert glitt über Nacht in den Keller. Totale Einsamkeit und Katastrophe, ich habe das Ende dieser Partnerschaft ähnlich erlebt, wie z.b. den Tod eines nahen Familienmitglieds.
Also musste ich lernen, mir wieder Gutes zu tun, mich zu akzeptieren, den Sinn des Lebens nicht in totaler Aufopferung innerhalb einer Partnerschaft zu suchen. Das funktioniert in Hollywood aber nicht im realen Leben...

Weiters gab es einen tieferen Grund, warum das alles so verlaufen ist, und zwar wurde ich als Kind immer schon dazu genötigt (also erzogen), gegenüber anderen Menschen zurück zu weichen, nicht zu nehmen, sondern nur zu geben. Daraus wurde dann im jungen Erwachsenenalter totale Überfürsorglichkeit. Ich habe meine früheren Partnerinnen praktisch damit erdrückt.
Andererseits "brauchte" ich eine Partnerin, denn sonst fehlte mir der Teil im Leben, mit dem ich diese gewisse Harmonie erleben konnte.
Die Story könnte nun noch sehr viel länger werden, aber ich komme mal zum Wesentlichen:

Sobald ich mich selbst wieder (oder erstmals) akzeptiert habe, soweit bis ich überzeugt war, ewig als zufriedener Single weiter leben zu können, mit all den zwischenmenschlichen Problemen abgeschlossen hatte, mein Selbstwertgefühl wieder hergestellt hatte und damit aufhören konnte nach dem perfekten Partner zu suchen - als ich also wieder leben konnte - dauerte es nicht lange und dann habe ich mich wieder verliebt. Es ging wie von selbst. Und es war die tiefste und berührendste Form von einem Liebesrausch, den ich je erlebt habe inkl. total erfüllender, zwangloser Sexualität. Zuvor war ich auch total unselbständig, die Wohnung gammelte vor sich hin, nur destruktive Hobbies (Drogen), Fastfood, Internet die Nacht durch etc.
Diese Beziehung danach war dann alles andere als einseitig, heute erwartet meine Frau unser zweites Kind Natürlich gehts meistens nicht ohne Schwierigkeiten, aber eine Beziehung darf nie so destruktiv werden, wie sie früher war. Da stimmt dann meistens im Selbstbild was nicht - kann auch am Selbstbild des Partners liegen.

Was Antidepressiva betrifft, versuchs erst mal ohne. Die Trauer kann schon mal mehrere Monate sitzen bleiben.
Ich hatte eine sehr schlechte Wahl getroffen, mit meiner Trennung fertig zu werden (sprich: LSD) und danach brauchte ich wirklich welche! Es war sehr schwierig von den Antidepressiva weg zu kommen, obwohl ich immer nur die halbe verschriebene Dosis genommen habe. Jedes mal, wenn man die Dosis reduziert, kommen genau die Probleme verstärkt wieder, wegen denen man die AD genommen hat. Für mich war das ein Teufelskreis, allerdings wäre ich ohne AD auch nicht aus dem Sumpf meiner Depressionen rausgekommen. Ich bin dann 2 Jahre auf Johanniskraut (Yarsin) "ausgewichen" und da war das reduzieren leichter. Am Schluss hab ich null Unterschied zur vollen Dosis (3x300mg) gespürt, insgesamt waren es 2,5 Jahre. Zuerst war ich 8 Monate lang von dem Trennungsschock und dem LSD deprimiert, antriebslos, hatte Sozialphobie und war die ersten paar Monate richtig paranoid.

Abschliessend noch das Folgende:
Pfeiff auf das, was andere über Dich denken. Das tun die sowieso, an Deiner Stelle könnte jeder andere Mensch stehen, die Leute würden über ihn auch irgendwie urteilen. Das passiert eben in den Köpfen der Leute, Du kannst NICHTS tun, um irgend jemand zu genügen oder mehr von ihm geliebt bzw. respektiert zu werden. Aber Du kannst DICH lieben und respektieren!
Du hast das eine Leben, auch wenn Dir niemand beigebracht hat, es zu lieben, lerne es. Wenn Du Dich lieben kannst wie Du bist, dann wird alles andere kein wirkliches Problem mehr für Dich sein. Alleine zu sein wird dadurch sogar zum Genuss, jetzt dürfte es ja eher eine Qual für Dich sein.

Es ist leider schwer, einen Therapeuten zu finden, der einen gut in Richtung Selbstliebe, das ist was komplett anderes als Selbstverliebtheit, führen kann. Ich selbst hab mich an rennomierte Selbsthilfebücher und einen kleinen aber feinen Freundeskreis gehalten.

LG,
makro

Geändert von makro (28.12.11 um 16:22 Uhr)


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