Psychiatriegeschädigte

31.05.11 10:45 #1
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Psychiatriegeschädigte

Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Zitat von Anneke Beitrag anzeigen
Und "Bewegungsdrang" führt nicht in die geschlossene Abteilung eines Krankenhauses.
Grüße von Anneke
Stimmt nicht! Genau das war der Grund, warum ich in die Psychiatrie kam. Ich konnten nicht mehr still sitzen, noch nicht mal zum Essen oder Schlafen. Akatihisie nennt man das auch. Eine der Hauptnebenwirkungen von Neuroleptika.

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Zitat von Anneke Beitrag anzeigen
Im Maßregelvollzug werden psychisch kranke Straftäter untergebracht, die im Sinne der Paragrafen § 20 oder § 21 des Strafgesetzbuches als schuldunfähig oder vermindert schuldfähig gelten. Zudem besteht bei ihnen ein Zusammenhang zwischen Delikt und psychischer Störung und man schließt bei ihnen nicht aus, dass weitere Straftaten begangen werden.
Grüße von Anneke
Dass das nicht stimmt, findet man anhand von Einzelschicksalen im Internet: Stichwort "Holger Zierd": Er wurde in der forensischen Psychiatrie zu Tode gefoltert. Er kam in die Forensik, weil er unter dem Einfluss der Psychodrogen einen Autounfall verursacht hatte, bei dem ein Mensch um's Leben kam. Was hat so jemand in der Forensik zu suchen?

Ein anderes Beispiel: Ein Patient, der ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat, wurde ebenfalls in der Forensik untergebracht und der Mutter verweigert man jedes Besuchsrecht. So jemand hat weder was in der Forensik noch der Psychiatrie zu suchen.

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Zitat von Anneke Beitrag anzeigen
Und was die Informationen auf dieser Seite Psychiatrie Erfahrene anbelangt, so kann ich leider nur mit dem Kopf schütteln. Der Betreiber leugnet unter "FAQ (Antworten auf häufig gestellte Fragen) selbst psychische Erkrankungen.
Anneke
Es konnte noch nie die Existenz einer psychischen Erkrankung nachgewiesen werden. Es gibt keine Tests oder Blutuntersuchungen, die die angeblichen Stoffwechselstörungen im Gehirn, die Ursache von Psychosen oder Depressionen sein sollen, beweisen würden.

Psychiatrische Diagnosen sind subjektive Meinungen (und nicht mehr) von Psychiatern. Deshalb hat man auch soviele verschiedene Diagnosen, wie Psychiater einen in Augenschein genommen haben. Psychiatrie ist eine völlig unwissenschaftliche Disziplin und sonst gar nichts!

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Zitat von Ivin Beitrag anzeigen
Da kann ich tellerrand nur zustimmen - das ist in der tat horror und eben nicht mal eben durch sport wegzukriegen, so äußerungen kommen von leuten, die echt kein plan diesbezüglich haben (sorry, aber die entwicklung dieses threats regt teils auf..). als ich damals zwangsmedikamentiert wurde durch zahlreiche pharmaka, hatte ich das auch. ich konnte nicht mal 10 sekunden stillsitzen, ohne aufzustehen und herumzulaufen- wirklich unerträglich..

LG
Ivin
Genau so ist es: Es ist eine der Hauptnebenwirkungen von Neuroleptika! Diese Akathisie kommt in der Natur nicht vor. Sicher hat man mal eine kurze Unruhe und läuft vielleicht auch mal kurz hin und her. Aber die Akathisie, Sitzunruhe, macht es einem unmöglich, still zu sitzen oder zu liegen. Man kann noch nicht mal in Ruhe essen. Ich bin davon überzeugt, dass ich das in beiden Fällen, als ich es hatte, durch Psychopharmaka bekommen habe.

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen
Psychopharmakas sind "nur" ein hinterlistiges Geschäft auf Kosten der Allgemeinheit (staatliche Kassen zahlen ärztlich ausgestellte Rezepte für Psychopillen als wären es Hustenpastillen) sowie der eigentlichen Gesundheit der "Patienten" - die (Neben-) wirkungen sind extrem - bis hin zum (Selbst-) Mord. Und Psychiatrien sind quasi Gefängnisse mit besonderen ("medizinisch/rechtlichen") Befugnissen...
Ganz genau!

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Ivin ist offline
Beiträge: 42
Seit: 09.02.11
Hallo Melanie,

ja, das ist definitiv eine Medikamentennebenwirkung - bei mir war das damals exakt das gleiche..leider ists so, dass Leute wie wir da keine Lobby haben und so ziemlich gemacht werden kann mit einem, was die wollen..
Ich wünsch dir, dass dieser Alptraum vorbei ist für dich..

Liebe Grüße,

ivin

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Hallo Ivin,

hier meine Psychiatrie-Geschichte:


ich bin im Jahr 2000 und im Jahr 2011 aufgrund von anhaltender Schlaflosigkeit in die Fänge der Psychiatrie geraten. Ich wurde sowohl im 2000 als auch im letzten Jahr gegen meinen erklärten Willen mit stärksten Neuroleptika zwangsbehandelt. Man unterstellte mir in beiden Fällen Psychosen, die ich nie hatte, und ich habe völlig aus der Luft gegriffene psychiatrische Diagnosen erhalten. So wurde mir mein Misstrauen in die Schulmedizin als “anhaltende wahnhafte Störung” ausgelegt.

Im Jahr 2000 wurde ich mit Worten genötigt, die Medikamente zu schlucken, indem man mir Gewalt für den Fall der Verweigerung androhte. Ich habe damals die Gutachterstelle für ärztliche Behandllungsfehler eingeschaltet, aber da dort auch nur Psychiaterkollegen sitzen, führte dies zu keinem befriedigenden Ergebnis.

Im letzten Jahr hat man mich sogar mit roher Gewalt mit 7 oder 8 Personen ans Bett gefesselt, um mich zu zwingen, erneut stärkste Neuroleptika zu schlucken. Dies war ein für mich traumatisches Erlebnis, dass mein Weltbild in seinen Grundfesten erschüttert hat. Es ist schwer zu begreifen, dass es möglich ist, unschuldigen Menschen, die zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für sich oder andere darstellten, körperliche Gewalt anzutun und sie der Freiheit zu berauben.

Mit dem vorläufigen Entlassungsbericht im letzten Jahr wurde mir wiederum eine „anhaltende wahnhafte Störung“ ebenfalls aufgrund meines mangelnden Vertrauens in die Schulmedizin unterstellt. Ich habe später den ausführlichen Entlassungsbericht angefordert, weil ich sehen wollte, wie man das begründet. Im endgültigen und ausführlichen Entlassungsbericht steht nun aber, oh Wunder, eine wieder andere Diagnose, und zwar soll ich nun eine „schizoaffektive Störung“ mit sogar schizophrenen und depressiven Merkmalen haben.

Ich bin sehr dankbar für diese Abänderung, zeigt dies doch deutlich, dass man sich offensichtlich willkürlich irgendwelche Diagnosen aus den Fingern saugt.

Fakt ist, dass ich nie im Leben wahnhafte oder schizoaffektive oder was auch immer für Störungen hatte. Ich konnte lediglich nicht schlafen, und zwar beide Male ausgelöst durch eine Überfunktion der Schilddrüse, welche wiederum durch ärztliche Behandlung bzw. Untersuchung, sowohl im Jahr 2000 als auch im letzten Jahr, ausgelöst wurde. Da Ärzte nie eingestehen, dass Ihre Behandlung schädlich sein könnte, dichtet man dem Patienten lieber Wahnvorstelllungen an.

Ich habe im Jahr 2000, nachdem man mich hochdosiert aus der Klinik entließ, die Medikamente selbst abrupt abgesetzt, weil ich nicht wußte, dass man das auf keinen Fall machen darf, und habe dann zeitverzögert starke Entzugssymptome bekommen, unter anderem diese schreckliche Bewegungsunruhe, die monatelang anhielt. Ich mußte dann zwangsläufig wieder in eine Klinik, wo ich wieder Neuroleptika erhielt, aber in gemäßigter Dosis. Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich Neuroleptika nie brauchte. Es waren die Schlaf- und Beruhigungsmittel, die man immer gleichzeitig bekommt, die gegen die Schlaflosigkeit geholfen haben. Und Benzodiazepine durchbrechen auch die Bewegungsunruhe, wie ich gelesen habe. Pervers, erst machen sie einem diese Symptome, die einen für Außenstehende als total durchgeknallt aussehen lassen, und dann treten sie als der Retter auf, da es passende Mittelchen gibt, die das wieder zum Stillstand bringen.

Ich habe sowohl im Jahr 2000 als auch im letzten Jahr die Psychodrogen, und es ist nichts anderes, umgehend nach Entlassung aus der Klinik abgesetzt und habe damit in beiden Fällen bewiesen, dass es eine Lüge ist, dass ich diese Medikamente dauerhaft bräuchte. Ich hatte weder vor dem Jahr 2000 noch zwischen 2000 und 2011 auch nur das Geringste mit der Psychiatrie zu tun. Und auch seit meiner Entlassung aus dieser Klinik im Jahr 2011 mache ich einen großen Bogen um Ärzte, da ich weiß, dass selbst vermeintlich harmlose Untersuchungen gravierende Folgen haben können.

Wenn ich schlafen kann, geht es mir bestens. Und ich konnte zum Glück zeit meines Lebens gut schlafen, außer nach monatelanger Jodeinnahme während der Schwangerschaft (Ursache im Jahr 2000) sowie einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse im letzten Jahr. Von dem Tag an, als ich diese Untersuchung hatte konnte ich nicht mehr schlafen und hatte wie im Jahr 2000 typische Überfunktionssymptome. Dass Ultraschall eine Aktivierung der Schilddrüse auslösen kann und dass selbst Gewebeschädigungen durchaus möglich sind, habe ich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachtexten bestätigt gefunden. Es kann jedenfalls nicht sein, dass ein knapp 50jähriger Mensch, der zweimal in seinem Leben eine Phase der Dauerschlaflosigkeit mit entsprechenden völlig normalen psychischen Auswirkungen hatte (3 Tage des Schlafentzugs können bereits Psychosen auslösen, die ich aber wohlgemerkt nie hatte!), dem es aber sofort wieder schlafartig besser ging, als er endlich wieder schlafen konnte, zu einem chronisch psychisch Kranken erklärt wird.

Zum Glück habe ich keine schweren Schädigungen davongetragen, wie viele andere Psychiatriegeschädigte, ich bin hauptsächlich seelisch geschädigt, aber ich habe solche Angst davor, dass die mich wieder einkassieren könnten. Die Psychiatrie und die Schulmedizin im Allgemeinen muß doch "Abtrünnigen", die durch Nichtbehandlung beweisen, dass die Ärzte und Psychiater lügen, wenn sie erzählen, dass man nur mit ihrer Behandlung selig werden kann, wiederum "beweisen", dass SIE recht haben. Und in der Psychiatrie funktioniert das nun mal so, dass man Unwillige zwangsmedikamentiert, um aus ihnen die Zombies zu machen, die sie angeblich aufgrund ihrer Erkrankung sind. Eine ganz miese Disziplin, die Psychiatrie.

Geändert von Melanie2 (14.03.12 um 19:54 Uhr)

Psychiatriegeschädigte

Ivin ist offline
Beiträge: 42
Seit: 09.02.11
Hallo Melanie,

vielen Dank für deine Geschichte. Vieles von dem, was du beschreibst, erinnert mich an an eigene Erfahrungen- bloß dass ich bisher unzähige Male in Kliniken war..angefangen hat das als ich 16 war- nachdem ich nächtelang nicht schlafen konnte. Auch ich kenne Zwangsmedikamentierung, Fixierung etc. - obwohl nie eine Selbst- oder Fremdgefährung vorlag..wer das selbst nicht erlebte, meint natürlich sowas ginge ja gar nicht, undenkbar etc. Alles bullshit..
auch ich wollte die Klinik damals anzeigen, da hat mir der Chefarzt gesteckt, wenn ich irgendwem etwas sagen würde, käme ich hier nie wieder raus.. Da sitzen Typen, die sich einen drauf wichsen, andere klein zu machen und denen einer abgeht, wenn sie andere fixieren können. Meine Erfahrung ist da, dass man nix groß machen kann- die "Irren" sind wir..so ists leider..

Wünsche dir einen schönen Abend,

ivin

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Melanie2 ist offline
Beiträge: 35
Seit: 30.12.10
Hallo Ivin,

schön, wenn man sieht, dass man nicht alleine ist. Nicht, dass ich froh bin, dass es anderen auch so ergangen ist, ganz sicher nicht, aber dass man sich über solche Foren findet und einem bestätigt wird, dass es genauso ist, dass da die eigentlichen Psychopathen sitzen, die sich, genau wie Du sagst, dran aufgeilen, über andere Menschen Macht auszuüben. Diese Leute sind die wirklich Kranken, die eine Gefahr für andere, für uns darstellen.

Ich schreibe Dir eine PN.

LG
Melanie

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Lilie ist offline
Beiträge: 257
Seit: 19.03.08


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