Antidepressiva: Ja oder nein?

18.11.10 14:10 #1
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Bettina76 ist offline
Beiträge: 90
Seit: 09.10.10
Hallo liebe Foris,

ich habe schon ein paar Tage überlegt, ob ich diese Frage hier stellen soll oder nicht, aber nun vertrau ich Euch das alles mal an.

Grundsätzlich bin ich ein sehr fröhlicher Mensch, der gern rumalbert, lacht und auch das Schöne am Leben sieht, selbst wenn viele schlechte Dinge passieren, kurz: Ich bin nicht der typische Aufgeb-Typ.

Vor über 10 Jahren ging es mir schon einmal sehr schlecht (zu der Zeit, als Lady Diana gestorben ist... ). Ich habe vom Arzt Antidepressiva bekommen...ich weiß nur ehrlich gesagt nicht mehr, ob ich die wirklich genommen habe, da ich mich sehr dagegen gesträubt habe.

Jetzt...bin ich an einem Punkt, an dem ich überlege, ob ich das doch einmal versuchen sollte. Selbst meine beste Freundin sagte mir, ich solle darüber mal ernsthaft nachdenken.

Meine Gründe dafür...sind in Euren Augen sicherlich teilweise Lapalien, Dinge, die nicht den Weltuntergang bedeuten...die man teilweise beheben könnte, wenn man den Arsch (tschuldigt) mal in Bewegung kriegen würde. Genau DA ist aber mein Problem...ich werde immer handlungsunfähiger...ich werde lethargisch (oder phlegmatisch? weiß gerad nicht, welches Wort richtig ist...wahrscheinlich passt beides... ) und schaffe es nicht, mir dauerhaft kleine Ziele zu stecken, um diese dann zu erreichen.

In ein richtiges Loch bin ich gefallen, nachdem ich letztes Jahr nach der Elternzeit aus meiner alten Firma "gekegelt" worden bin. Ich habe keinen Kontakt zum Vater meines 4jährigen Kindes, was schon genug Probleme mit sich bringt. Nun aber den Job verloren zu haben, hat mir fast das Genick gebrochen...

Ich krieg kaum was gebacken. Ich hocke zu viel vor dem Pc, ich habe das Übergewicht nach der Schwangerschaft nicht los werden können, vielmehr sogar noch zugenommen. Ständig bin ich krank (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Knie-Probleme, Zähne, häufige Bronchial-Probleme um nur die häufigsten Dinge zu nennen), gehe mit dem extrem anstrengenden Kind zur Erziehungsberatung, was jedoch keine Besserung bringt. Ich vergesse ständig Termine, ich vernachlässige sämtliche Kontakte zu Freunden...ich neige dazu, zu häufig Alkohol zu trinken (wobei ich das selbst erkannt habe und mich da schon zur Vernunft gezwungen haben...der Wunsch danach ist dennoch häufig da). Ich habe finanzielle Probleme...ständig kommen neue dazu...teilweise dann auch mal selbst verschuldet (geblitzt werden, unterschiedliche Strafgelder durch überziehen von Terminen...) Geht mal eine Sache gut, daß ich mich bemüht habe, geht sofort woanders wieder was schief... Ich bin den ganzen Tag müde, schlafe aber nachts extrem schlecht, ich seh aus wie der Tod auf Latschen, dunkle Augenränder, geschwollene Augen... schlechte Haut...

Das Ganze wirkt sich natürlich nicht gerad gut aus auf die Beziehung zu meinem Kind... ich merke, daß ich manchmal unfair werde, ihn nicht genug beachte...das fällt mir auf, macht mir Kummer...aber ich bin unfähig es zu ändern...

Seit einem 3/4 Jahr bin ich mit einem Mann zusammen, den ich im Internet kennengelernt habe. Ich gebe zu, ich habe ihn noch nie real sehen können. Er zieht gerade bei seiner Frau aus, richtet sich eine neue Bleibe ein, und dann will er mich Ende des Jahres besuchen kommen, wenn das alles fertig ist (er wohnt mehrer hundert km weit weg... )

Seit Jahren ist das der erste Mensch, der wirklich alles von mir weiß, auch, daß es mir nicht so gut geht, der mich dennoch liebt. Ihm gehts allerdings wg. der Scheidung ebenfalls besch***...

Auf der einen Seite gibt er mir viel Mut für die Zukunft...was gibt es Schöneres, als geliebt zu werden. Auf der anderen Seite...kann ich ihm nicht so zur Seite stehen, wie ich gerne möchte, denn es geht mir selber nicht gut. Und ich weiß nicht weiter...ich weiß nicht, woher ich die Kraft nehmen soll, mir selber zu helfen...

Vor zwei Jahren war ich mit Kind zur Kur, das hat sehr gut getan...leider nicht lang angehalten...

Ich muß einfach was ändern...aber meine Traurigkeit, meine Sorgen und Zukunftsängste ziehen mich immer wieder runter und machen mich handlungsunfähig...Kleinigkeiten hauen mich um, überrollen mich, werfen mich Lichtjahre zurück...

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Meinung dazu sagen könntet... ich weiß nicht, ob ich mal solche Tabletten für eine zeitlang versuchen sollte...

Einerseits hab ich vor den Dingern echt Schiß...es ist auf eine Art und Weise so ein Zugeständnis..daß man von allein nix schafft, daß man versagt...

Andererseits...warum sollte man nichtmal diese Mittel versuchen...wenn sie doch helfen können...

Bettina

Antidepressiva: Ja oder nein?
Weiblich vittella
Zitat von Bettina76 Beitrag anzeigen
Hallo liebe Foris,
Andererseits...warum sollte man nichtmal diese Mittel versuchen...wenn sie doch helfen können...

Bettina
das denke ich auch, als Unterstützung und vorübergehend muss man manchmal zu Medikamenten greifen, aber eine Dauerlösung kann das nicht sein.
Erstmal brauchst Du eine Entscheidung die Du treffen kannst wenn Du wirklich willst und zwar einen anderen Tagesablauf...
Du hast Pflichten eines 4 Jährigen gegeüber und diese haben Priorität.
Du kannst Dir einen Tagesplan machen um es zu strukturieren und Dich daran zu erinnern.
- Erstmal kein Internet während der Zeit in der Dein Kind dabei ist.!
- Dann jeden Tag mit dem Kind raus in die Natur, damit es sich gut entwickeln kann, Kinder brauchen frische Luft und Bewegung.
- Internet nur wenn das Kind schläft und in Deiner persöhnlichen Freizeit.
Die Liste kann beliebig weiter geführt werden.
Du musst Dir, wenn Du etwas ändern willst ,wirklich bewusst werden was Du da tust mit Dir und Deinem Kind, dann entscheide und zih es durch, es wird Dir Freude bringen zu sehen wie es dem Kind iund Dir und eurer Beziehung besser geht und dann wieder Motivation weiter zu machen usw..

Antidepressiva: Ja oder nein?

liebesleben ist offline
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Hallo,als Mensch der seit seiner Jugend an Depressionen in all seinen Facetten leide sind Antidepressiva in der akkuten Phase ein unbedingtes Muss.Ohne diese Medikamente wäre ich tod.Natürlich bedingt diese medifation einen verantwortungsvollen Umgang.Niemals mehr würde ich auf anraten eines Laien irgend ein Medikament "testen".Auch kann es fatale Folgen haben selbst herum zu experimentieren Zu diesem Thema durfte ich gestern im Österreichichen Fernsehen einen Beitrag bringen.Natürlich ist auch mein Ziel längerfristig von Medikamenten weg zu kommen.Aber ich lebe jetzt schon Jahre mit Medikamenten sehr gut.Meine Lebensqualität wäre ohne Medikament um 50 Prozent schlechter.Aber was noch wichtiger ist sind Freunde und vor allem die Familie die einen unterstützen diesen Faktor kann das best Medikament nicht ersetzen.Herzlichst und alless gute Manfred Krippel aus Wals bei Salzburghttp://tvthek.orf.at/programs/1714895-Stoeckl-live/episodes/1725877-Stoeckl-live

Antidepressiva: Ja oder nein?

Zahira ist offline
Beiträge: 886
Seit: 25.10.08
ich glaube depressionen sind schreie der seele und nur medikamnte sind keine lösung aber manchmal braucht man auf seinem weg etwas unterstützung
wichtig ist, dass du herrausfindest wieso deine seele schreit.
was hat dir gefehlt was fehlt jetzt usw.
ich glaube nachdem was ich gelesen ahbe, du brauchst dabei hilfe welche genau musst du wissen. medikamente( pflanzlich oder chemisch), bücher, gesprächsteraphie oder auch ein seelenurlaub der nur für die depression da ist. es gibt viele wege

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Weiblich vittella
Zitat von liebesleben Beitrag anzeigen
Hallo,als Mensch der seit seiner Jugend an Depressionen in all seinen Facetten leide sind Antidepressiva in der akkuten Phase ein unbedingtes Muss.Ohne diese Medikamente wäre ich tod.
entschuldige dass mein Gedanke dazu ist, dass dieses Medikament daran hindern kann wirklich gesund zu werden...
Der beste Beweis wie wenig es nützt bist ja dann Du der es bereits als Kind nahm und immer noch nimmt.....

Antidepressiva: Ja oder nein?

Zahira ist offline
Beiträge: 886
Seit: 25.10.08
den gedanken hatte ich auch und als ex antideprijunkie kann ich nur sagen: man kann sich auch echt wohl fühlen so bebatscht

genauso wie die depression an sich zu einem durch gewöhnung angenehmen zustand werden kann.. DAS gefühl kennt man zumindest

und zu depressionen wollte ich noch meinen vater zitieren:
das schlimmste daran ist, dass sie dich glauben machen du bist hilflos und es gibt nichts was du tun kannst. dabei bist du der einzige der etwas tun kann und das ist: TU ES!

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liebesleben ist offline
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Seit: 14.11.10
Zitat von vittella Beitrag anzeigen
entschuldige dass mein Gedanke dazu ist, dass dieses Medikament daran hindern kann wirklich gesund zu werden...
Der beste Beweis wie wenig es nützt bist ja dann Du der es bereits als Kind nahm und immer noch nimmt.....
Na ja so würde ich das nicht sehen denn es ist eine Krankheit zu der ich stehe und die mich zeit meines lebens beeinflussen wird.Jeder Tag in Depression und dunkelheit ist ein verlorener Tag,und darum stehe ich auch zur medikation.

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liebesleben ist offline
Beiträge: 10
Seit: 14.11.10
Zitat von Zahira Beitrag anzeigen
ich glaube depressionen sind schreie der seele und nur medikamnte sind keine lösung aber manchmal braucht man auf seinem weg etwas unterstützung
wichtig ist, dass du herrausfindest wieso deine seele schreit.
was hat dir gefehlt was fehlt jetzt usw.
ich glaube nachdem was ich gelesen ahbe, du brauchst dabei hilfe welche genau musst du wissen. medikamente( pflanzlich oder chemisch), bücher, gesprächsteraphie oder auch ein seelenurlaub der nur für die depression da ist. es gibt viele wege
Ja es gibt viele Wege meiner ist Medikamen plus Theraopie und Selbsthilfegruppe wo ich selbst moderriere

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Weiblich vittella
Zitat von liebesleben Beitrag anzeigen
Na ja so würde ich das nicht sehen denn es ist eine Krankheit zu der ich stehe und die mich zeit meines lebens beeinflussen wird.Jeder Tag in Depression und dunkelheit ist ein verlorener Tag,und darum stehe ich auch zur medikation.
ja, ich kann das gut nachvollziehen, Du hast gelitten und einen Ausweg gesehen.....
Aber machen wir uns nichts vor, zu denken, dass Du Deine Depressionen Zeit Deines ganzen Lebens haben musst, ist ein Glaubenssatz, ein Glaubenssystem was daran hindert gesund zu werden, so ist die Krankheit eigentlicvh die Konditionierung mit ihren Glaubenssätzen.

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Weiblich vittella
Zitat von liebesleben Beitrag anzeigen
Ja es gibt viele Wege meiner ist Medikamen plus Theraopie und Selbsthilfegruppe wo ich selbst moderriere
ja, damit ist eine feste Identifizierung mit Freizeitbeschäftigung entstanden, so finde ich das gar nicht mehr so tragisch,denn es scheint Dir dank der Depressionen einiges aufgetan zu haben......ist auch ein Weg.


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