Welche Diagnose ist richtig oder keine davon? Wie erfahre ich das?

20.08.10 20:13 #1
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juno81 ist offline
Beiträge: 48
Seit: 20.08.10
Hallo

seit 2 Jahren wurde mir Borderline und Trauma diagnostiziert. Ich habe aktiv durch mehrere Sachen dagegen mitgewirkt. Neulich habe ich mir ein Buch aus der Bücherei rausgesucht, in dem es nur Zwänge und Chronische Zerstreutheit ging(was immer schlimmer und langjähriger werden), der Titel hieß auch Häufige Zerstreutheit. Als ich das Buch las, dachte ich die sprechen über mich, obwohl ich von dem Aufmerksamkeitsdefizit ADD also ich war schon immer der geistig abwesende Typ von Kindheit an und habe es deswegen nie mitberücksichtigt.
Da Borderline und ADD ähnliche Parallelen haben und mir jetzt auch noch eine Psychologin sagte, sie wäre sich nicht sicher, ob ich wirklich Borderline habe, bin ich verwirrt. Ich habe die letzten Jahren sehr oft mit Borderliner zu tun gehabt und musste feststellen, dass ich mit Abgrenzen, Wut abbauen und andere Sachen nichts zu tun habe. Ich konnte nicht mal in der Borderlinegruppe stationär mit denen zurechtkommen, weil ich ständig das Gefühl hatte, ich wäre hier falsch. Ich konnte es nicht sagen, woher es kommt.
Leider kennen sich sehr wenige Ärzte mit ADD und Borderline gleichzeitig aus, aber mir ist außerordentlich wichtig, was genau ist, denn ich muss sagen, dass ich Angst habe noch mehr Schaden zu bekommen und normale Psychiater kennen sich da nicht aus. Wo soll ich hingehen zur Diagnostik? Wie kann ich das testen? Der Arzt, der damals Borderline und Trauma diagnostiziert hat, hat mich nicht auf ADD getestet, er war von Traumaambulanz.Wie ich in der Schule war und in Gesprächen normalerweise bin(ADD), stand nicht im Fragebogen.

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.783
Seit: 26.04.04
Ich hole den Beitrag hoch, vielleicht kann jemand weiterhelfen.

Liebe Grüße,
Malve

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Hallo juno,

eine von einem Arzt gestellte Diagnose muß nicht unbedingt richtig sein. Ich habe manchmal das Gefühl, daß gerade Borderline immer mal einfach als Diagnose so da steht, obwohl das überhaupt nicht passt. Ob das eine Abrechnungssache ist? Keine Ahnung .

Wenn Du Dich auf dieser Seite durchliest, dürftest Du noch besser beurteilen können, ob für Dich die Diagnose AD(H)S zutrifft:
www.adhs.ch/adhs/diagnostik/diagnostik.htm
ADS / ADHS bei Frauen : Diagnose und Therapie bei Frauen mit ADHS
ADS Fragebogen fr Mdchen von Leoni

Grüsse,
Oregano

Dann wäre es wichtig, einen entsprechenden Arzt/Therapeuten zu finden.

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juno81 ist offline
Themenstarter Beiträge: 48
Seit: 20.08.10
Hallo Oregano

also ich habe mehreren Seiten und Patientenerzählungen und Tests zu ADS ausgeführt, die waren positiv, der eine Test aus dem ADS Buch, das ich tatsächlich zufällig auslieh, der im Internet auch. Die stark ausgeprägte Zählschwäche und das ich immer solange brauchte zu lernen standen auch drin.

Bei mir sagen alle Psychologen man merkt Ihnen Borderline gar nicht an. Was das auch immer heißt. Aber was es genau ist, scheint die nicht zu interessieren.
Ich habe durch Zufall mit einer ADS hypotyp Frau gesprochen, ich erzählte ihr 2 wochen lang vieles von meinem Leben, wir waren Zimmernachbarinnen, sie meinte nachdem sie mehr Einblick in meinem Verhalten gewonnen hatte, so war sie damals auch, als man ihr das diagnostizierte.
Ich weiss damals als ich zu dem Psychologen ging, war ich in einer Krise. In solchen Zeiten schreihe ich mal, werfe Sachen an die Wand usw. Komisch war, dass einigen Monaten später gingen diese Wutausbrüche völlig weg, ich schreihe seitdem, wie davor gar nicht mehr, großartig mich durchsetzen oder nein sagen konnte ich ja eh fast nie. Es kann einfach auch sein, dass die Symptome in einer echten Krise Borderline sehr ähneln.

Ich habe bei einer ADS Stelle angerufen, aber erst im Febr einen Termin bekommen. Soll ich jetzt 6 Monate mich länger mit Ungewissheit quälen?

Außerdem teste ich mich jetzt nochmal auf Borderline, aber ich erzähle denen nichts weiteres, denn ich kenne diese Beeinflussbarkeit. Aber ich habe Angst, die lesen es irgendwo, dass bei mir Borderline vor 2 Jahren diagnostiziert wurde, also ich habe zig mal erlebt, wie schnell sich Ärzte beeinflussen lassen.Und dann will ich das auch schriftlich haben, muss ich ja sogar. Denn wenn ich doch was anderes habe und es auf viele Papiere schon steht, muss es korrigiert werden. Bin gespannt.

liebe Grüße, Melissa

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von juno81 Beitrag anzeigen
Die stark ausgeprägte Zählschwäche .....
liebe Grüße, Melissa
Was waren das noch für Zeiten, in denen Menschen einfach eine Rechen- und/oder Schreib-/Leseschwäche hatten, sie je nach Temperament in Choleriker, Sanguiniker, etc. eingeteilt wurden und wenn sie sauer waren auch mal ihren Ärger rauslassen und was an die Wand knallen konnten, ohne dass dies gleich typische Anzeichen einer psych. Erkrankung waren.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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mara022 ist offline
Beiträge: 1.216
Seit: 03.09.09
@nicht der papa

Du sagst es, diese ganzen Diagnosen im psychischen Bereich scheinen von Jahr zu Jahr mehr zu werden...

@juno81

Andere Frage passt jetzt vielleicht nicht so hier her aber hast du viele Amalgamfüllungen und wurde schon mal alles bei der Schilddrüse abgecheckt?

Gruß Mara

Ps: Auf mich passen Diagnosen auch nicht so wirklich...

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juno81 ist offline
Themenstarter Beiträge: 48
Seit: 20.08.10
Hallo Mara

nein ich habe keine Amalgamfüllungen mehr. Ich leide unter CMD seit 4 Jahren, eine Kiefergelenkserkrankung.

An Nicht der Papa, so lustig finde ich es nicht, wenn ich nicht 2 Beträge zusammenzählen kann. Ich war in der Schule in Fremdsprachen fehlerlos immer und im Mathe, Rechnugswesen und bis heute nur Zählprobleme. Außerdem mein kurzzeitgedächtnis ist schlechter als früher, ich lerne Fremdsprachen und dennoch weiss ich manchmal nur vage was ich gerade gelesen habe.So lese ich oft mehrmals immer wieder dasselbe durch. Von Langzeitgedächtnis kann ich das nicht sagen, das funktioniert immer noch gut.

Außerdem sind mir ständig in Übersetzungen trotz super Textverständigung eine Menge an Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, die mich nach unten korrigiert haben, sodass ich ganze Zeit deswegen auf der Kippe stand.

Und klar geht es nicht nur um das Zählproblem, es gibt viele andere Sachen, die darauf hindeuten, aber das würde den Rahmen springen und nach wie vor, muss es von einem Arzt festgestellt werden oder nicht. Blöd nur, dass die ADS stelle hier in München Termine in 6 Monate vergeben. Meine Güte.
Wieso können andere Ärzte sowas nicht früher feststellen? Wer hat es bei euch festgestellt?

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inchiostra ist offline
Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo Juno81

mir kommt das alles bekannt vor. Mußte das einfach mal lesen, was du alles geschrieben hast.
Ich "sollte" auch immer Borderline haben. Leidete sehr darunter, weil ich das Gefühl hatte, die halten mich alle für bekloppt.
Wenn ich mal wütend war, ich schmiss auch Sachen durch die Gegend oder schmiss Türen, hieß es gleich Oh, die ist eine Borderline. Dann sagte ich immer ,wenn schon, dann von Borderline. Das klingt vornehmer.
Spass beiseite. So lustig ist das nicht.

Wie nicht der papa richtig sagt, man ist gleich psychisch Krank, wenn man seine Gefühle offen zeigt.Das ist ja auch oft unterdrückte Wut, die da rauskommt. Auch, weil man sich nicht verstanden fühlt.

Das ist auch richtig Juno81, man sieht es einigen nicht an, obwohl sie es angeblich haben, weil sie es nicht haben.
Jetzt nach ca 15 Jahren bin ich immer noch der Meinung, dass ich keine Borderlinerin bin. Ich bin auch der Meinung, dass meine Symptome eher zu ADHs passen.
Außerdem habe ich, da ich in mehreren Kliniken war, echte Borderliner erlebt. Da bin ich und du sicher meilenweit von entfernt.

So richtig diagnostiziert wurde es in den Jahren von keinem. Der erste Therapeut, der mir das sagte ich hätte dieses Syndrom wußte kaum etwas darüber. Erst durch mich las er mal etwas darüber. Das machte mich dann wütend. Die letzte Klinik vor 1 1/2 Jahren sagte auch wieder nichts genaues sie nannten es emotionale sonstwas. Es interessierte mich einfach nicht mehr was ich nun haben soll. Es öffnete mir aber alle Türen bei den Ärzten und Krankenkasse. Das war ein Vorteil.
Ich merkte auch, dass die Ärzte selber das Wort Borderline nicht gerne sagen, weil sie sich nie richtig sicher sind bzw. waren.

In einem Buch kann ich mich sehr gut genau erinnern, es heißt Zwanghaft Zerstreut. In diesem Buch stand auch, da geht es um ADHS ,dass es eine Verbindung mit Borderline gibt. Oder so ähnlich. Das zeigte ich mal vor ein paar Jahren meiner Ärztin, die das gleich verneinte. Doch es stand ja da,warum soll das nicht stimmen?

Laß dich nicht verunsichern. Die Ärzte wissen es selber oft nicht genau. Man muß sich schon selbstverletzen, da kann man es dann auch glauben.

Meine Tochter sagte mir, dass es in Mannheim eine Klinik gibt, die das genau feststellen können, ob man Borderlin hat. Das wäre die einzige Klinik, die das so genau feststellen.

Wie Mara22 auch schon sagte, man sollte an die Schilddrüse denken.

Da ich es auch mit der Schilddrüse habe, machte ich mich auch da schlau.
Es ist erst ein paar Tage her, da habe ich sogar gelesen (weiß nicht mehr wo genau) dass man die Schilddrüsensymptome auch oft mit Borderlin verwechselt.

So, das wollte ich dir einfach mal sagen. Ich weiß, wie schlecht man sich mit einer Diagnose fühlt die nicht stimmt. Wenn man sich unverstanden fühlt von den Ärzten.

Alles Gute
inchiostra

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Diese Symptome in Bezug auf das Nervensystem bei Morbus Basedow lassen u.a. an Borderline denken:

Nerven/Psyche:
gesteigerte Reflexe, Nervosität, Unruhe, Konzentrationsschwäche, Rastlosigkeit, gesteigerter Bewegungsdrang, Zittrigkeit, Schreckhaftigkeit, Angst- und Panikattacken, Schlafstörungen (typisch: trotz größter Müdigkeit/Erschöpfung nicht einschlafen können), Gereiztheit/Agressionen/Wutanfälle (typisch: der Erkrankte ist oft schon aus nichtigen Anlässen „von Null auf 100“), starke Stimmungsschwankungen („himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“), die an manisch-depressive Zustände erinnern (und mit diesen verwechselt werden können), selten regelrechte Psychosen, delirium-artige Erregungszustände oder Apathie. Epileptiker können zu verstärten Krampfanfällen neigen
Schilddrüsennetz Hannover (www.schilddruesenguide.de) - Informationen zu Erkrankungen der Schilddrüse

Gruss,
Oregano

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juno81 ist offline
Themenstarter Beiträge: 48
Seit: 20.08.10
Hallo Inchiostra

also ich denke du hast es nicht verstanden, worum es mir geht. Ich glaube nicht dass ich Borderline habe. Ich habe mehr als 4 Borderlinerfreunde gehabt, bin seit 1,5 jahren in SHG für Borderline. Außerdem habe ch mich genug in das Thema eingelesen.
Es geht hier nicht um was man anmerkt oder nicht oder wie ernst genommen ich mich von den Ärzten fühle. Sondern dass ich mich selbst am besten kenne und nach 2 Jahren Auseinandersetzung der Diagnose nicht zustimmen kann.
Ich war selbst auf Borderlinestation im Krankenhaus und ich kam mir da fehl am Platz.

Außerdem wie du weisst Borderline und ADS haben viele Parallen. Der Arzt da hätte mich auf beides testen sollen, um das andere auszuschließen.

Offensitlich scheinst du es auch nicht ganz zugehört zu haben. Damals als ich Sachen durch die Gegend schmieß hatte ich mich von meinen Eltern trennen müssen. Ich war in einer Krise. Stell du dir vor, du musstest so eine Entscheidung treffen, da wärst du ruhig in der Ecke gestanden?

Das, was mir am verdächtigsten vorkommt, ist dass ich ich keine Wutausbrüche habe, Gefühle nicht rauslasse, sondern eher zu viel in mir reinfresse. Ich habe viele Borderline kennengelernt, aber auch die introvertrierten konnten ihre Gefühle zeigen. Außerdem habe ich schon erwähnt, dass die Tests auf ADS positiv waren, ich denke das soll besser einen auf ADS speziallisierten Arzt feststellen und der, der mir Borderline zuschrieb hat mich nicht drauf getestet!
Vielleicht du verlässt dich 100 % auf was die Ärzte sagen, aber ich nutze mein Verstand auch, die eigene Körperwahnehmung täuscht selten.Denn die Ärzte kennen einen nicht besser als sich selbst.
Lies doch mal Zeitung, da weisst du wieviele falsche Diagnosen heutzutage gestellt werden, klar Ärzte sind Menschen, aber es ist mein Leben hier, das durch eine Falschdiagnose zerstört wird.


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