Morphiumpflaster - Wesensveränderung?

22.05.07 13:00 #1
Neues Thema erstellen
Morphiumpflaster - Wesensveränderung?

Helmchen ist offline
Themenstarter Beiträge: 74
Seit: 30.11.04
Hallo Uta,

meine Schwester hat gesagt, dass sie sich überflüssig gefühlt hat, als hätte ich gedacht, dass ich froh wäre, wenn sie wieder fort wäre. Sie hatte auch gar nicht wahrgenommen, dass ich wegen ihr 6 Kurse (mit Honorarverlust) für sie abgesagt hatte. Da ich Übungsleiterin bin, muss ich immer führen, bin also auch dominant, habe ein fertiges Programm vorgelegt ohne zu fragen, ob es ihr Recht wäre. Sie hat nicht über ihre Wünsche gesprochen. Sie hat mich auch nicht gefragt, wann wir fahren und ich habe ihr nicht gesagt, was ich noch zu tun habe, z. B. im Haushalt. Wir wissen jetzt, dass wir die Dinge früher ansprechen müssen und das wir dem anderen mehr Freiheit lassen müssen. So habe ich ihr gesagt, dass ich im Urlaub nicht die Führungskraft sein möchte. Wenn ich Mittagsschlaf halten will und sie nicht, kann sie selbst etwas unternehmen. Sie soll nicht immer auf micht warten, sondern selbst aktiv werden.

Ich habe gespürt, das etwas nicht stimmt. Meine Art ist es dann ruhig zu werden. Ich weiß eigentlich dann selbst gar nicht, was mit mir los ist. Ich fühle mich nur sehr unwohl. Das spürt der andere dann wiederum. Und wenn man dann nicht darüber spricht, schaukelt sich die Geschichte immer weiter hoch.

Ich habe übrigens noch eine Baustelle, die möchte ich nun auch bald angehen.
Im letzten Urlaub haben wir unsere ältere Schwester mit Mann getroffen. Ich hatte das Gefühl, das die ältere Schwester eifersüchtig auf uns beide ist. Unseren Schwager mögen wir nicht besonders.
Nun hatten wir uns für einen Nachmittag verabredet, aber meine ältere Schwester E. betonte "aber nicht, wenn es regnet". Nun fing es an zu regnen. Wir schauten aus dem Fenster und ich sagte zu meiner Schwester U. "ich glaube, wir legen uns besser hin, es regnet". U. war einverstanden und ich rief E. an, hatte auch schon damit gerechnet, dass sie das Treffen absagte. Sie rief dann U. an und frug sie, wer von uns eigentlich so müde wäre. U. sagte: "weiß ich auch nicht, wir haben uns nie mittags hingelegt", was nicht stimmte. Ich ahnte von diesem Telefonat nichts und rief sie abends an, wo sie denn jetzt mit ihrem Mann wäre. Sie sage, sie wären gerade beim Abendessen, sie wüsste nicht, wie das Restaurant hieß. U. sagte, das E. sauer wäre, ich wusste aber gar nicht, warum.

Daraufhin schaukelte sich auch diese Geschichte immer weiter nach oben, so dass wir nach 4 Tagen im Streit auseinander gingen.

Hätte meine Schwester E. beim Telefonat U. gesagt, dass sie traurig wäre, weil sie ihr doch so gerne das Ostland zeigen möchte, damit U. weiß, wie E. immer Urlaub macht, hätten wir gemeinsam bestimmt eine bessere Lösung finden können. Sie kann jedoch nicht gut über ihre Gefühle reden.

Nach 2 Monaten rief ich dann meine Schwester E. wieder an und besucht sie ein paar Wochen später. Wir sprachen dann noch einmal darüber. Sie war sich keiner Schuld bewusst, wir hätten uns ihr gegenüber ablehnend verhalten. Wir hätten sie nicht dabei haben wollen.

So ist das mit den Gefühlen. Ich habe dann mit E. und mit U. telefoniert und versucht, nichts vom anderen zu erzählen.

Dann kam das Thema Geld und Grabpflege. Wir mussten meiner Schwester E. im März 31,60 € überweisen. U. wusste es nicht mehr genau und überwies 30,00 €. Nun nahm die Spirale wieder seinen Lauf. E. rief bei mir an (weil sie ja nicht mit U. sprach) und beschwerte sich bei mir. Auf meine Frage, was ich damit zu tun hätte, meinte sie, dass ich ja Schuld wäre an unserem gemeinsamen Streit.

Ich sagte es U. und diese rief sofort E. an und erzählte ihre Version. Das war im März. Seitdem herrscht bei uns Funkstille, obwohl wir uns geschworen hatten, dass dieses bei uns nicht vorkommt.

Jetzt möchte ich diesen Streit beenden. Weiß auch noch nicht, wie ich es anfangen soll. Auf jeden Fall müssen wir 3 Schwestern zusammen kommen. Wie kann es Frieden in der Welt geben, wenn wir es noch nicht mal in unserem unmittelbaren Umfeld schaffen.

Ihr kennt bestimmt ähnliche Geschichten. Es sind meist Kleinigkeiten, die eigentlich nicht der Rede wert sind.

LG Helmchen
__________________
Tu es, aber tu es mit Liebe!

Morphiumpflaster - Wesensveränderung?

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.705
Seit: 10.01.04
Hallo Helmchen,
ja , ich kenne ähnliche Geschichten. Wo Menschen zusammen sind, menschelt es nun mal, aber bei Geschwistern (meiner Erfahrung nach vor allem bei Schwestern) menschelt es oft ganz besonders.
Ich denke, das liegt daran, daß Schwestern oft schon von Kleinauf durch die Geschwisterfolge und das Verhalten der Eltern ganz besonders aufeinander eingestellt bzw. eingespielt sind. Manchmal entstehen so lebenslange gute Beziehungen.
Manchmal bleiben aber die eher unterbewußten Vorbehalte, vermeintlichen Verletzungen, Benachteiligungen, "Wüte" bestehen, werden nie ins Bewußtsein geholt, rühren sich aber natürlich trotzdem immer wieder. Ich kenne eine Frau, die inzwischen 65 ist. Kaum kommt sie mit ihrer Schwester zusammen, entsteht Krisenstimmung und STreit. Inzwischen haben sie kaum mehr Kontakt (es sei denn, es geht um die Grabpflege ...), weil es offensichtlich nicht möglich war, hier zu einem normalen oder sogar erfreulichen Verhältnis zu kommen.

Ich wünsche Dir viel Glück beim Annähern. Es ist vielleicht trotzdem gut zu wissen, daß Dich niemand zwingt, hier vermittelnd aufzutreten und daß Du die Wahl hast, im FAll der Fälle, den/die Kontakt/e abzubrechen.

Alles Gute und viel Glück,
Uta


Optionen Suchen


Themenübersicht