Kontroverse These

23.04.07 06:49 #1
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Kontroverse These

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
ohne erklärungen hätte ich es so geschrieben, doch es hätte vielleicht niemand mehr verstanden, auch wenn es übersichtlicher ist.

beispiel depression:

psychisch-psychisch:

schlimme erlebnisse wachsen einem über den kopf. man wird antriebslos, müde, erschöpft, traurig, etc. ohne aber körperliche veränderungen hervorzubringen.

psycho-somatisch:

schlimme erlebnisse wachsen einem über den kopf. diese depression führt zu einer veränderung des hirnstoffwechsels, evt. zu schlechten leberwerten. (begründung zu lange, um zu beschreiben.)

somato-psychisch:

veränderung des hirnstoffwechsels, eine leberstörung ist da. man wird antriebslos, müde, erschöpft, traurig, etc. hat also eine depression.

somato-psychisch-psychisch:

eine krankheit ist eine lange zeit da, doch sie führt nicht zwingend zu einer depression. das schlimme krankheitserlebniss wächst einem über den kopf. man wird antriebslos, müde, erschöpft, traurig, etc. ohne aber körperliche veränderungen hervorzubringen.

somato-psychisch-somatisch:

eine krankheit ist lange zeit da, doch sie führt nicht zwingend zu einer depression. schlimme erlebnisse wachsen einem über den kopf. diese depression führt zu einer veränderung des hirnstoffwechsels, evt. zu schlechten leberwerten.

was es depressionsmässig nicht gibt:

somato-somatisch, somato-somato-psychisch (weil das wird zu somato-psychisch), psychisch-somatisch-somatisch, psychisch-psychisch-somatisch (weil das wird zu psycho-somatisch).

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IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

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Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
hi beat
zu deiner frage
alles was mit dem stoffwechsel in zusammenhang steht kommt in frage
genetisches spielt eine rolle
aber das dies die mehrheit der ursachen für psychische störungen ist kann ich so nicht bestätigen. die erfahrung zeigt das klienten die sich auf eine psych.therapeutische behandlung einlassen ja heute sehr erfolgreich behandelt werden können.
wenn du andere erfahrungen gemacht hast ist das echt schade.

das, wie du schreibst, die medizinischen ärzte nicht die untersuchungen machen um die es dir besonders geht ist sicher auf ihre ausbildung zurück zu führen.

andererseits können hautirritationen ja auch eindeutig durch psychische konflikte (z.b.etwas aus der weiten welt der beziehungs/grenz thematik) verursacht werden. jedenfalls ist es sonst schwer erklärlich warum sie nach einer behandlung verschwinden können.
das beide erklärungswege immer im auge behalten werden sollten ist, aus meiner sicht, mainstream.
der punkt ist also nicht das entweder oder was ja wohl unstrittig mit einem sowohl als auch allgemein beantwortet würde.
der punkt ist vielmehr die frage der gewichtung. und da denke ich werden wir aufmerksam schauen müßen was die wissenschaft uns da bringt in zukunft.

lieber gruß
andreas

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Holon,
ich habe den Eindruck, daß das Gespräch sich im Kreis dreht.
Du bist überzeugt davon und hast auch die entsprechenden Klienten, daß die überwiegende Mehrheit der kranken Menschen über psychisch-seelische Ursachen krank geworden sind und deshalb auf dem Weg über eine psychisch-seelische Behandlung einschließlich Körpertherapie auch wieder gesund werden können (wobei ich mich gerade frage, wie hoch die Erfolgsrate bei Alkoholikern und Süchtigen überhaupt ist, über eine Psycho-Körpertherapie gesund zu werden).

Beat hat die Erfahrung gemacht - und wirklich nicht nur Beat - daß bei bestimmten körperlichen Belastungen wie Vergiftungen, fehlgeleitetem Immunsystem usw. die Zweiteilung der Diagnostik und Behandlung in Psychiatrie/Psychologie und die ganzen anderen Fachrichtungen wie Orthopädie, Neurologie, Internistische Ärzte, Endokrinologen, Zahnärzte und Kieferchirurgen an sich schon eine ganzheitliche Diagnostik und Therpapie sehr, sehr schwierig oder unmöglich macht. Und zwar u.a. deshalb, weil der Patient irgendwann auf der Strecke bleibt und das Interesse an ihm erlahmt. Da es ja inzwischen durchaus bei allen Ärzten angekommen ist, daß es psychische Ursachen für körperliches Leiden gibt, einigt man sich deshalb dann gerne auf psychosomatische Ursachen und entsprechend auf eine psychotherapeutische Behandlung.
Liegt eine psychische Ursache vor: wunderbar. Dann gibt es Chancen, daß der Mensch gesundet.
Liegen körperliche, stoffliche Ursachen vor: Pech gehabt. Denn dann ist dieser arme Mensch "therapieresistent" (wie sollte denn auch das Gift durch eine Gesprächstherapie oder Analyse verschwinden?), die Ärzte sagen, daß er "austherapiert" ist, und der Patient schaut ins Ofenrohr.

Dieser Teufelskreis bzw. diese Sackgasse fängt oft damit an, daß die Ärzte gar nicht wissen oder wissen wollen, welche Untersuchungen denn gemacht werden könnten. Eine ganz schlichte wäre z.B. der Blick in den Mund: wenn da alles schwärzlich aussieht und zwischendurch noch ein paar Goldkronen blitzen, ist anzunehmen, daß dieser Mensch mit seinen gesundheitlichen Problemen zu allererst zum Zahnarzt gehen sollte. Und zwar zu einem, der etwas über die Amalgam-Problematik weiß und sie ernst nimmt.
Ich habe es erlebt, daß ich in einer Klinik total durchgecheckt wurde, aber in meinen Mund hat niemand geschaut; es war nie die Rede davon. Die Zecke, die ich mir im Park dieser Klinik eingefangen hatte, wurde nicht weiter beachtet...

Es ist meiner Meinung nach so sinnlos, weiter entsprechend der Schulmedizin zu trennen in "Psyche" und "Körper" - aber es ist ebenso sinnlos, einem von beiden den Vorrang zu geben.

Gruss,
Uta

Geändert von Oregano (24.04.07 um 10:32 Uhr)

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Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
allo uta
ich habe ja gerade noch nen satz an meine obige antwort gehäng.
das mit der frage der gewichtung.
ich glaube das es hier über viele einzelberichte und meinungen ja nicht ein ganzes bild der zusammenhänge abgibt. andere foren können zu ganz anderen ergebnissen anhand von persönlichen erfahrungen kommen!
wie oben gesagt, ich glaube die frage der gewichtung ist wichtig und ich glaube die wissenschaft wird uns jenseits von glaubenssystemen antworten bringen.

und die frage was bringt die therapie in bezug auf suchtkranke: kann ich so aus meiner erfahrung beantworten: in dem haus in dem ich arbeite ist die rückfallquote sicher unter 5% im jahr. wobei man natürlich da es ein gesamtkonzept gibt schwer sagen kann was es letztlich gewesen ist.

lieber gruß
andreas

Kontroverse These
oli
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Es ist meiner Meinung nach so sinnlos, weiter entsprechend der Schulmedizin zu trennen in "Psyche" und "Körper" - aber es ist ebenso sinnlos, einem von beiden den Vorrang zu geben.
Da wäre dann wirklich mal ein ganzheitlicher Ansatz von nöten. In dem Sinne ganzheitlich, dass Psyche und Körper gleichberechtigt angesehen werden und nicht jeder an seinem Fachgebiet rumdoktert. Leider schaffen das weder die Psychotherapeuten, noch die Heilpraktiker oder Schulmediziner !

Es heiss nicht "entweder oder " sondern, "sowohl als auch".

Und: natürlich können sich Psychotherapien positiv auf körperliche Beschwerden auswirken, sie wirken über die Psyche/Seele positiv auf das Immunsystem. Wäre es aber nicht sinnvoll, körperliche Belastungen zusätzlich untersuchen zu lassen ?
Parallel dazu müsste man zu somatischen Behandlungen auch psychische Maßnahmen unternehmen.

Die Trennung Körper/Geist ist überholt, allerdings auch bei der Gewichtung mit Schwerpunkt Geist.

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Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
hi oli,
zu dem was du sagst ist schon viel geschrieben worden weiter oben.
lieber gruß andreas

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
_________________________________________________
(Das ist mein Schlußstrich)

Uta

Kontroverse These

Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
ja das ist ein guter zeitpunkt.
alle argumente wurden dargelegt.
so auch von mir:
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andreas

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Cailly ist offline
Themenstarter Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Zusammen,

ich würd die Fakten aus dieser Diskussion gern noch mal Zusammenfasen, ok?

Es gibt:

Psychosomatisch - Psyche als Ursache für somatische Beschwerden,

Somatopsychisch - Körper als Ursache für psychische Beschwerden,

sowie unterschiedliche Formen in denen sich beides Vermischt.

Eine daraus sinvolle "Ganzheitliche Bahndlungsmethode" gibt es aktuell nicht oder es ist zumindest nicht bekannt das es sowas gibt.

Die aktuelle Umgehensweise mit Somatopsychischen oder "Wechselwirkenden Erkrankungen" beruht überwiegend auf einem hin und her zwischen "Somatischen - " und "Psychischen - " Fachärzten....was leider kontraproduktiv ist und nur seltenst zu einer Gesundung führt.

Nun meine Abschließende Frage dazu:
Hat hier jemand Ideen wie man (wir als Laien) etwas tun kann um diese Situation zu Verändern?

Liebe Grüße,
Cailly
*PS - die Beantwortung dieser Frage können wir auch in einem neuen Thread durchgehen - wenn Ideen kommen *

Kontroverse These

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo cailly,

in der anthroposophischen medizin kucken die doch schon seit es sie gibt auf körper und seele gleichzeitig.
na, ja.
sie haben ein bisschen eine komische ansicht von seele.
ja und ihre therapieformen sind ein wenig komisch. so mit niederpotenter homöopathie, wickel, sprachgestaltung, so buchstaben rumtanzen, malen, tonen, psycho-instrumente spielen, bäder und solche sachen.
sie geben aber auch schulmedizinische medikamente, wenn es nötig ist. also antibiotika, magensäureblocker, antipilzmittel, insulin, und eigentlich alle mittel, die es gibt. sogar psychopharmaka.

also mir hats geholfen.



(mir wollten sie sogar noch das amphetamin geben, doch ich sagte dann, dass ich es jetzt nicht will.)

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ambulant mache ich es so:

gegen meine hauptkankheit mache ich schulmedizinische therapie. (versuche aber auch natürliche dinge.)
gegen symptome schaue ich, ob ich es natürlich machen kann, wenn nicht, dann schulmedizin.
begleitend dazu habe ich eine ärztin, welche logotherapie nach viktor e. frankl macht. ich finde das die einzig vernünftige psychotherapie. bei der schaut man, dass man jetzt gut lebt und suhlt nicht so in schlimmen erlebnissen aus der vergangenheit rum.
wichtig finde ich auch, dass man etwas für den körper tut. physiotherapie und solche dinge. (soll ich akupunktur auch dazu zählen, oder zu natürlichen dingen? und craniosacral-therapie oder feldenkrais?)

viele liebe grüsse von shelley
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