Mentale Heilungsprozesse

04.03.10 13:26 #1
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Mentale Heilungsprozesse

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Hallo miteinander


@nicht der Papa: Was heisst da "gib schon zu"...? - Ich nehme an, du meinst kein Zugeben im Sinne von Zugeben eines Fehlers oder so. (+schmunzel)

Liebe Grüsse und wunderbares Wochenende, fauna
Das Jedesmal "musste" ich mich auch "entscheiden" gesund werden zu wollen. hört sich an, als hättest du jeweils bis zu dieser Entscheidung krank bleiben wollen. Und das irritiert mich einfach etwas.
Das kann ich nicht nachvollziehen.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Mentale Heilungsprozesse

fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo nicht der Papa
Vielleicht ist das einfach nicht nachzuvollziehen für jemanden, der nicht mein Leben lebt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass einiges von mir einige Menschen irritiert. Wenn mir das jemand wie du rückmeldet, kann ich jeweils darüber nachdenken. Das ist sehr gut für mich, da kann ich mir selber jeweils über etwas klarer werden. - Danke für deine Rückmeldung.

"Gesund werden wollen" - ja. Aber "Gesund werden wollen" - da kam in mir auch tatsächlich ein Nein. Da waren grosse Ambivalenzen in mir, weil ich mich auch hilflos, verzweifelt, ausgeliefert, hoffnungslos - und unfähig fühlte, mein Leben zu leben. Wie kann man/frau da gesund sein?

Es gab eben viele emotionale, mentale auch spirituelle Aspekte in meinen Krankheiten. Das Gesundwerden erforderte immer auch tiefe Veränderungs- und Entwicklungsprozesse. Für DIE musste ich mich entscheiden. - Es war für mich nicht nur bequem, gesund zu werden. Ich musste mich, mir selber. meiner Biographie, meine abgespaltenen Gefühlen und dem "normalen" Leben stellen. - Und vor nichts hatte ich so grosse Angst wie vor dem Leben. - Und um gesund zu werden, musste ich auch einiges tun. Auch das war nicht immer nur bequem. Ich musste mich also entscheiden gesund werden zu wollen, und dafür auch Verantwortung zu übernehmen, in dem ich meine Probleme Schritt für Schritt löste. - Taten statt Worte. In diesem Sinne musste ich mich entscheiden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch irritieren kann. Aber ich glaube auch, dass sich noch mehr Menschen etwas vormachen, wenn sie glauben, dass sie wirklich gesund werden wollen. Wenn ich mich umsehe, vermute ich bei einigen, dass sie nicht unbedingt die Bereitschaft haben, sich dem Leben als Gesunde zu stellen. - Ich bin aber auch ganz sicher, dass sich viele tatsächlich auch in diesem Sinne gesund werden wollen.

Herzliche Grüsse, fauna

Geändert von fauna (22.05.10 um 22:01 Uhr)

Mentale Heilungsprozesse

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo fauna,

Zitat von fauna
Das Gesundwerden erforderte immer auch tiefe Veränderungs- und Entwicklungsprozesse. Für DIE musste ich mich entscheiden. - Es war für mich nicht nur bequem, gesund zu werden. Ich musste mich, mir selber. meiner Biographie, meine abgespaltenen Gefühlen und dem "normalen" Leben stellen. - Und vor nichts hatte ich so grosse Angst wie vor dem Leben. - Und um gesund zu werden, musste ich auch einiges tun. Auch das war nicht immer nur bequem. Ich musste mich also entscheiden gesund werden zu wollen, und dafür auch Verantwortung zu übernehmen, in dem ich meine Probleme Schritt für Schritt löste. - Taten statt Worte. In diesem Sinne musste ich mich entscheiden.
Deine Ambivalenzen kann ich sehr gut nachvollziehnen. Ich finde es nicht irritierend was du beschreibst, sondern sehr treffend und gut formuliert.
(Dies nur als kleine, weitere Rückmeldung )

liebe Grüße von hexe

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich finde auch das du das sehr gut beschrieben hast Fauna.

Selbst hinsehen und sich einiges bewusst machen. Das ist Eigenverantwortung und der richtige Weg.

Leider gibt man oftmals die Verantwortung ab. Manche glauben gerne an irgendeine Hilfe von Außen. "Bring mein Leben in Ordnung", dass ist etwas was kein anderer für einen tun kann. Ich erlebe viele Menschen die krank sind, und nach einem gewissen Erfolg von Außen, geben sie die Verantwortung für sich selbst dann vollständig ab.

Das mentale spielt eine große Rolle, neben anderen Fähigkeiten die man besitzt. Die Hilfe zur Selbsthilfe ist eine feine Sache. Diese kann durch einen Menschen, einen Heilpraktiker, einen Heiler, oder auch durch einen Arzt erfolgen, je nachdem wo die Probleme gelagert sind. Der Mensch muss aber lernen auf eigenen Füßen zu stehen und wie du so schön sagst selbst tätig werden. Wer jahrelang sich von etwas abhängig macht und glaubt ohne die Hilfe von Außen nicht mehr sein zu können, der tut sich nichts Gutes, auch wenn die Sache selbst nicht verkehrt ist.

Was ich dabei auch extrem hinderlich finde ist das Aufteilen von Krankheit und Gesundheit, in Symptome oder keine Symptome, in Schwarz oder Weiß. Alles was man spürt hat mit einem selbst zu tun und kann man auch auflösen.

Gerne vergessen wird dabei die Körperliche Seite. Gifte, die in einem Übermass aufgenommen werden, oder fehlerhafte Ernährung können das Körpersystem ebenso aus dem Gleichgewicht bringen wie alles andere auch.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (23.05.10 um 10:50 Uhr)

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Aprikose ist offline
Themenstarter Beiträge: 156
Seit: 04.03.10
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Und vor nichts hatte ich so grosse Angst wie vor dem Leben. - Und um gesund zu werden, musste ich auch einiges tun. Auch das war nicht immer nur bequem. Ich musste mich also entscheiden gesund werden zu wollen, und dafür auch Verantwortung zu übernehmen, in dem ich meine Probleme Schritt für Schritt löste.
Hallo Fauna,
ich bin ergriffen von der Aufrichtigkeit deines Beitrages vom 22.5. Kann mich Hexe und Juliette nur anschließen, und verstehe jetzt auch, was ich gemeinsam mit Nicht der Papa vorher nicht verstand.

Zu viele Blockaden (oder wie immer ihr/du es nennen mögt) wurzeln in der Angst vor ... Zumeist zusätzlich noch unbewusst. Da kommt Hilfe von außen in Form von innerlich Bild gebenden Analogien meist recht gut an, doch der Heilimpuls selbst erfolgt aus uns selbst heraus. Das bezeugst du sehr gut.

Auch meine Impulsgebung zur Krankheit basierte auf Angst. Die Heilung erfolgte mindestens zur Hälfte mental.

"Wenn ich mich umsehe, vermute ich bei einigen, dass sie nicht unbedingt die Bereitschaft haben, sich dem Leben als Gesunde zu stellen."

Glaubst du, man kann den Benannten auch damit helfen, dass man sie dazu ermutigt, sich dem sich selbst und dem JETZT - anstatt dem Leben - zu stellen?

Habe oft den Vergleich mit dem Diagnose bedingten Muss der körperlichen Entgiftung meines Körpers, und der zweifellos mit erfolgten, geistig spirituelle Reinigung. Anstelle der Situation bedingten, vorüber gehenden Angst, fand ich über meinen Willen zu meinem inneren Frieden zurück.

Was ist aus deiner Angst vor dem Leben geworden? Wie und in was hat sie sich gewandelt?

Gruß
Aprikose

Mentale Heilungsprozesse

fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo Aprikose
Du hast geschrieben:
Die Heilung erfolgte mindestens zur Hälfte mental.
- Im Minimum, bei mir auf jeden Fall. Alle Unterstützung von Ärzt/innen und Therapeut/innen konnte erst greifen, als ich mental bereit dafür war.

Glaubst du, man kann den Benannten auch damit helfen, dass man sie dazu ermutigt, sich dem sich selbst und dem JETZT - anstatt dem Leben - zu stellen?
Hmm, ich verstehe deine Frage nicht ganz. Was ist der Unterschied zwischen dem Leben und dem JETZT? - Für mich findet das Leben JETZT statt. - Meinst du, dass die Formulierung JETZT weniger Angst macht? - Oder meinst du etwas anderes?

Was ist aus deiner Angst vor dem Leben geworden? Wie und in was hat sie sich gewandelt?
Da muss ich kurz reflektieren. - Ich glaube oft ist Offenheit daraus geworden, einfach für das, was ist. Dabei habe ich immer noch ab und zu Angst, auch andere schwierige Gefühle, aber es geht nicht mehr dauernd um Existenzielles. Vielleicht ist es zur Offenheit zusätzlich eine Art Grundvertrauen geworden. - Auch Sicherheit habe ich gewonnen.
Wenn ich das jetzt formuliere, weiss ich aber dass der Wandel dauernd weiter geht.

Ist es bei dir die Angst zu innerem Frieden geworden. Habe ich das richtig verstanden? Wovor hattest du Angst?

Was ich sehr spannend finde: Du bist über deinen Willen dazugekommen. Bei mir war es der Wille und gleichzeitig das Aufgeben des Kontrollierenwollens.

Herzliche Grüsse
fauna

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Aprikose ist offline
Themenstarter Beiträge: 156
Seit: 04.03.10
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Ist es bei dir die Angst zu innerem Frieden geworden. Habe ich das richtig verstanden? Wovor hattest du Angst?
Hallo Fauna,
zum Glück hast du nachgefragt, denn es war nicht ganz vollständig ausgedrückt. Die Angst ist ein Souvenir meiner Kindheit. Die erste Angst, an die ich mich erinnere, und die sich zweifellos weiter entwickelte, war die Angst als Kleinkind meine Eltern durch Tod zu verlieren.
Das kam daher, dass mich meine Oma oft betreute, die sich altersgemäß mit dem Tod auseinander setzte, und mit mir darüber sprach, als wäre ich erwachsen. Als ich einen Elternteil durch Tod verlor, erkrankte ich. Die Kindesangst lebte weiter in mir, verwandelt in Verlustängste. In Zeiten keiner für mich erkennbaren Bedrohung, lebte ich dagegen in einem inneren Frieden.
Mein gedankenfreier Zustand der Glückseligkeit.

Was ich sehr spannend finde: Du bist über deinen Willen dazugekommen. Bei mir war es der Wille und gleichzeitig das Aufgeben des Kontrollierenwollens.
Mit der Erkrankung habe ich jegliche bewusste Kontrolle los gelassen, unter Kritik meiner Nächsten. Es lebt sich auch so ganz wunderbar!
Im Rückblick kann ich nur noch erkennen, dass ich über meinen Willen wieder in den durchaus von mir gewollten, da gut bekannten Zustand des Friedens zurück fand.

Meine Mutter erzählte mir 'mal, dass ich als Kleinkind recht energisch sagte: "ich will!". Sei es das rote Kleid mit Pommelchen oder nie heiraten zu wollen. */Mit der Pubertät jedoch, wollte ich nicht mehr von meinen Eltern, sondern richtete das Wollen an mich. Ein Geschenk meines Lebens, das mir bei der Erkrankung mehr als nur sehr zu gute kam. Jedwedes unbewusst entgegen gesetztes Wollen kann ich heute dadurch ausschließen.

Fauna, mit JETZT meine ich tatsächlich den inneren Frieden des Augenblicks und nicht das Leben. Das "Leben" verlangt uns bereits admininstrativ oft reines gezieltes Handeln ab, anstatt Bewußtsein. Wir "proles" der Neuzeit wissen oft gar nicht mehr, dass es sich auch ohne als "proles" völlig ohne Handeln gut leben lässt. Alleine bei diesem Mini-Beispiel haben wir NUR ein Dauer-Bi-Stress-Beispiel, das mit jede Menge Symptome erzeugt, wie alleine dieses Forum bereits im Namen aufweist.

@ Hexe, ist zurecht auf deine Erfahrung eingegangen:
"
Das Gesundwerden erforderte immer auch tiefe Veränderungs- und Entwicklungsprozesse."

Ich bin nach wie vor angetan vor deiner Offenheit und deinen "inneren Stimmen, die dir von "ärztlichen Diagnosen abraten". Das kenne ich gut. An dieser Stelle wünsche ich allen Menschen in gerade SCHEINBAR sehr schwierigen Situationen, dass sie sich gerade dann, im Bezug auf ihre Heilung, ihrer eigenen Stärken erinnern.

Lieber Gruß
Aprikose

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fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Hallo Aprikose
Du hast geschrieben
Im Rückblick kann ich nur noch erkennen, dass ich über meinen Willen wieder in den durchaus von mir gewollten, da gut bekannten Zustand des Friedens zurück fand.
Das klingt schön "in den gut bekannten Zustand des Friedens zurückfinden". - Wunderschön sogar. Ich freu mich mit dir. Aus deinen Zeilen lese ich heraus, dass du aus der Rückschau nicht mehr alles genau nachvollziehen kannst, wie es bei dir gelaufen ist. - Mir geht es ähnlich. Es ist bei mir sogar so gelaufen, dass ich gewisse Erfahrungen bei verschiedenen Krankheiten wiederholte. Ich nehme an, dass ich auf diese Art, durch diese Wiederholungen halt das Lernen vertiefe.

Bei mir ist es mit dem Wollen unterschiedlich. Gewisse Dinge kann ich sehr gut durch das Wollen erreichen, gewisse Dinge auch nicht - da stehen mir noch innere Gegenmuster oder Blockierungen entgegen...

Hmm, ich merke gerade, dass ich "Leben" wirklich in zwei verschiedenen Bedeutungen "lebe". - Einmal lebe ich, wenn ich mich im JETZT befinde - NICHTS TUN MUSS - "nur Gewahrsein". Das ist bei meiner Biographie ziemlich herausfordernd. Zum anderen ist es für mich der "normale Alltag", den ich auch gestalten kann/darf/muss. -
Beide Arten zu leben stehen für mich im Gegensatz zum "Überlebensmodus", in dem ich mich über lange Zeiten, mit Unterbrüchen, in denen ich "leben" konnte befand.

Liebe Grüsse, fauna

Mentale Heilungsprozesse

Aprikose ist offline
Themenstarter Beiträge: 156
Seit: 04.03.10
Hallo Fauna,

wie würdest du deinen letzten Satz anders formuliert noch umschreiben?

Der "Überlebensmodus" hat seine Berechtigung, so lange das "Gewahrsein" dabei nicht zugunsten Dritter geopfert wird. Alleine die Erfahrungen, die Menschen damit haben, dass sie so einiges nur mit dem Zu- und Einlassen auf innere wie äußere Beschaulichkeit an Befindlichkeitsstörungen gezielter und erfolgreicher angehen konnten, lädt doch ein zum NICHTS TUN.

Stimmt, ich betrachte meine eigene Situation der Rückkehr zu mir selbst im Rückblick wie ein staunendes Kind. Kann doch eigentlich gar nichts passieren, wir finden immer wieder zurück, wenn wir es nur wollen.

Dieses Nichts tun ist nur scheinbar, scheint mir. Gerade in dieser Zeit vermute ich stets die bestmöglichen Vorgänge in mir und um mich herum, die nach Rückkehr in die Gedankenwelt sich wie von alleine zu lösen scheinen. Du hast das auch schön ausgedrückt mit den tiefen Veränderungsprozessen, die so ganz ohne sichtbares Handeln stattfinden.

Fauna, wo sind deine Krankheiten jetzt?

Lieber Gruß
Aprikose

Mentale Heilungsprozesse

fauna ist offline
Beiträge: 1.571
Seit: 27.11.09
Liebe Hexe, liebe Juliette
Herzlichen Dank für eure Rückmeldungen. - Schön, dass es auch Menschen gibt, die nicht irritiert sind durch die Ambivalenzen, die eben auch gelebt werden wollen...
Liebe Grüsse
fauna


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