Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene und Opfer

26.11.09 21:03 #1
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Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Zitat von Dora Beitrag anzeigen
Es wird sehr schwer sein einen Rechtsanwalt für solche Fälle zu bewegen.

Ich hatte diese Situation in einem anderen Fall selbst erfahren dürfen.
Der RA sagte mir glatt ins Gesicht, weil sie das so meinen.

Eine Rechtsanwältin in einer anderen Stadt nahm sich zwar um die Angelegenheit an und überprüfte die Sache. Dann klärte sie mich auf,
das Ganze wäre eine heikle Angelegenheit und ziemlich verzwickt.
Ohne weitere Beweise würde die Sache vor Gericht, sehr schwer
durchführbar sein.

Es liegt daran, dass man nach wie vor bei solchen Fällen immer in der Beweispflicht steht.


Recht haben und bekommen, sind zwei Paar Schuhe.


Wo kein Kläger, da kein Richter.
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Hallo nicht der papa,
es ging bei der Löschung nicht darum, das Thema "Selbsttötung" totzuschweigen. Es ging darum, daß wir hier schon mehrere Fälle hatten, in denen Selbstmord angekündigt wurde und dann die große Ratlosigkeit und Angst anfing, was zu tun wäre. Die Möglichkeiten, jemandem zu helfen, der gerade suizidal ist, sind in einem Forum nicht groß. Und die Möglichkeit, über die Internet-Adresse die wirkliche Adresse herauszufinden z.T. gerade nicht möglich oder auch gar nicht im Sinne des verzweifelten Menschen. Das ist mehr als schwierig.
Da Postings zum Thema "Selbsttötung" aber immer weitere anziehen, bei denen das Forum dann auch wieder hilflos ist, möchten wir - das ist die Moderatorenschaft - dieses Thema lieber aussparen, um nicht mehr sehr Verzweifelte hierher zu ziehen.

Gruss,
Uta
Hallo Uta
Ja, , das kann ich auch verstehen. Mann steht dem ganzen ganz schön Hilflos gegenüber.
Lieben Gruß Saloma

Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Zitat von whoever Beitrag anzeigen
Hallo!

Ich bin 25 Jahre alt, studiere jetzt Psychologie (hab im Sommer meine Diplomprüfungen) und war schon öfter in der Psychiatrie (vor dem Studium). Weil mir der Thread hier ein bisschen das Vertrauen gibt, dass ihr mich nicht gleich für ganz verrückt haltet, möchte ich mal davon berichten... sorry, wenn das jetzt im falschen Thread ist oder hier nicht passt, dann bitte verschrieben.

Also, ich bin mit 19 Jahren, direkt nach dem Abitur in die Psychiatrie gekommen. D.h. zunächst ins Krankenhaus, denn ich hatte sehr starkes Untergewicht. Ich wog nur noch 25kg und war entsprechend natürlich auch ziemlich fertig. Ich hatte aber keine Angst vor dem zunehmen, ich habe es mir gewünscht! Zu dick habe ich mich noch nie gefunden. Angst vor Lebensmitteln hatte ich dagegen irgendwie schon, weil mir immer sehr schlecht war (übergeben musste ich mich nicht) und ich so ein schwindeliges Rauschen im Kopf hatte. Das habe ich nicht ausgehalten und wollte ich einfach nicht mehr. Deshalb habe ich nicht mehr gegessen. Die Monate, bevor ich auf 25kg abgenommen hatte, habe ich mich nur noch von Milch und (wenig) Grießbreien ernährt. Ich hatte die ganze Zeit über starke, wässrige Durchfälle (war aber zu blöd nen Zusammenhang zu der Milch herzustellen, außerdem war ich nach der Milch irgendwie süchtig). Und Vitamintabletten hab ich noch genommen, aber sonst eben nichts...
Ich hatte auch sehr viel Angst vor dem Leben und war hoffnungslos und so. Also ich hab halt dabei zugeschaut wie das alles so vor sich ging und ich immer weiter abgenommen hab (am Anfang hatte ich auch nur 40kg) ohne einzugreifen... Klar, nen normaler Mensch wär wohl nen bisschen früher mal ins Krankenhaus. Ich war sogar 2 Mal beim Arzt in der Zeit (mit ca. 27kg oder so) und die haben mich beide wieder gehen lassen...

Naja, jedenfalls direkt nach dem Abitur bin ich dann ja ins Krankenhaus gegangen und wurde dort sofort mit Zyprexa und Tavor (5mg glaub ich, sehr viel auf jeden Fall) versorgt. Leider ist mir das Zyprexa gar nicht bekommen. Eine von den Nebenwirkungen ist, dass die Leukozyten abfallen können. Also hatte ich kaum mehr weiße Blutkörperchen und musste auf die Intensivstation (weiß nicht ob nur deswegen). Dort wird einem mehr Blut (pro Tag) abgezapft als auf der Normalen Station, was dann zur Folge hatte, das ich bald zu wenig davon hatte... Das haben sie dann aber gemerkt . Sonst waren die Krankenschwestern und Pfleger dort alle nett. Erst hatte ich ne Magensonde, aber die Nahrung nicht gut vertragen, deshalb einen Zentralen-Venen-Katheder, also direkt über die Blutbahn, das ging gut.

Ich weiß jetzt nicht mehr genau wie lange ich im Krankenhaus war, ich glaube 6 Wochen. Auf jeden Fall haben sie mir ziemlich schnell das Märchen von der total netten Psychiatrie in der es Menschen gibt die sich total toll um einen kümmern und einem dabei helfen wieder richtig zu essen erzählt. So auf Dauer ist es ja auch nicht so schön, die ganze Zeit im Bett rumzuliegen, und so hab ich zugestimmt. (Ich durfte aber im Krankenhaus wenigstens ab und zu mal rumlaufen, dazu wurde ich halt von dem Infusionsgerät abgemacht). Für die Psychiatrie hab ich dann wieder eine Magensonde bekommen, weil die dieses Infusionsdings nicht bedienen können.

In der Psychiatrie wars von anfang an äzent. Den ersten Tag hab ich überhaupt nichts zu essen bekommen. (Es ist ja auch nicht so dass ich mir irgendwo was hätte holen können, ich wurde die ganze Zeit im Rollstuhl irgendwo zum warten deponiert und Geld hatte ich ja auch nicht. Ok, auf die Idee wär ich wohl eh nicht gekommen, ich mein nur theoretisch.) Nach ewigem, unendlichen warten hat mir der Chefarzt dann erzählt, dass er mich wieder gehen lässt wenn ich 65kg wiege. Ich war begeistert!! Nicht, dass ich finde, das 65kg (grundsätzlich) zu viel wären (wenn man es erzwingt dann allerdings schon!), aber bei 500g pro Woche (was mit ZVK klappt, aber mit Magensonde schon schwieriger ist) wären das ja noch gefühlte Jahrhunderte in der Klapse gewesen.

Es gab dann noch Streit, weil die die blöde Magensonde so schnell eingestellt haben, dass ich se denen wieder ausgekotzt hab. Im Krankenhaus (und da wars schon schwierig) lief sie 24-Stunden durch. Ich weiß, dass der Magen auch Pausen braucht, zum Verdauen, aber wenn man zu viel Magensondenflüssigkeit auf einmal reinkippt, dann kommt die wirklich wieder raus, ganz automatisch (bei mir jedenfalls; auf den Packungen von Trinknahrung steht ja auch langsam trinken drauf).

Naja, irgendwann haben dies dann auch geschafft, die Magensonde langsamer zu stellen. Leider musste ich immer auf einem bestimmten Stuhl sitzen, während sie lief. Das sollte wohl meiner Motivation dienen, sie möglichst schnell durchlaufen zu lassen.

Der Stuhl stand im Gruppenraum. Und während ich dort den ganzen Tag saß, habe ich natürlich einiges mitbekommen von der Psychiatrie.

Z.B. war dort eine Patientin, die eigentlich ganz nett war, nur nicht so intelligent. Sie war 32 und wollte immer wie 16 sein. Welche Krankheit sie hatte, weiß ich nicht, warum sie dauernd am Bett fixiert wurde auch nicht, nur dass sie dauernd am Bett fixiert war. Sie hat dann immer nach mir gerufen, aber ich konnte ihr ja nicht helfen. Die Schwestern haben immer zu ihr gesagt, wenn sie 2 Stunden nicht schreit, dann wird sie losgemacht. Dabei wussten sie genau, dass sie es niemals schaffen wird, 2 Stunden nicht zu schreien.

Dann war da eine andere Patientin, die nichts gesagt hat. Sie saß ganz ruhig im Gruppenraum und plötzlich sind eine Menge von Pfelgern gekommen und haben ihr Haldol gespritzt und sie kann fixiert. Dabei war sie ganz ruhig... Also das war mehrmals, bei der gleichen Frau...

Manche fixierte Patienten haben sie ins Bett machen lassen, aber so genau habe ich das nicht mitbekommen.

Dann war noch eine Lehrerin in der Psychiatrie. Sie sollte angeblich eine Manie haben. Ich bin mir sicher, dass sie nicht manisch war. Sie war vielleicht unbequem für ihre Vorgesetzten, weil sie sich eingesetzt hat, aber nicht manisch. Ihr Exmann wollte, dass sie in der Psychiatrie bleibt.

Medikamente gab es immer sehr viele. Die meisten wollten sie nicht nehmen, aber es wurde bei vielen auch im Mund kontrolliert. Bei mir nicht, nur dass ich auch Schlucke. Deshalb habe ich das Tavor manchmal in der Wange versteckt und so selber abgesetzt, zum Schluss.

Ich durfte dann irgendwann die Flüssigkeit aus der Magensonde auch selber trinken. Das ist angenehmer, als so einen Schlauch im Hals zu haben. Ich habe so immer 2000 Kalorien pro Tag bekommen. Mit 35kg ist mein Gewicht dann allerdings nicht mehr weiter gestiegen. Mir wurde vorgeworfen, meine Psyche würde das so einfädeln, weil ich so schrecklich gerne noch länger bleiben möchte. Entlassen wurde ich dann glücklicherweise trotzdem.

Ich kam in eine Klinik und bekam wieder eine Magensonde. Dort war man anscheinend der Ansicht, dass es nicht möglich ist, den Inhalt der Magensonde ganz selbstständig zu trinken... Naja, wie auch immer. Ich hab brav neben her gegessen und brav zugenommen und so brav die Anforderungen erfüllt. (Ich hatte schleckliche Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall aber das interessiert ja keinen.)

Dann war da in der Klinik noch eine Sache: Im Krankenhaus hat irgendein Depp in den Untersuchungsbericht reingeschrieben, ich hätte Verletzungen im Genitalbereich. Habe und hatte ich damals nicht. Weiß nicht, wie das da reinkommt. Zumal die nie meinen Genitalbereich gesehen haben. Jetzt wollte die in der Klinik dem mal nachgehen und mich zum Frauenarzt überreden. Ich hab davor ziemlich Angst, weil ich in dem Bereich negative Erfahrungen hab (aber keine Verletzungen im Genitalbereich, andere negative Erfahrungen). Ich hab dann mit denen ausgehandelt, dass ich zu ner Frauenärztin (in der gleichen Klinik) gehe, wenn ich nicht auf diesen Stuhl muss. Also sind wir los. Dort angekommen hat die Frauenärztin aber drauf bestanden, dass ich auf den Stuhl sollte, das wollte ich nicht, also hab ich drauf bestanden, dass ich mich nicht auf den Stuhl setze. Also ohne Ergebnis wieder zurück. Ich hab gesagt, ich weiß eh, dass ich da keine Verletzung hab und die aus dem Krankenhaus können das gar nicht wissen, vielleicht meinten sie meinen unteren Bauch, der schaut ein bisschen komisch aus, weil ich so Bauchkrämpfe hab, den kann sich wegen mir auch jeder Mal anschauen. Oder eben auch alles von außen, wenn ich nicht auf den Stuhl muss. Das galt nicht, und die Herren Freud-Anhänger haben daraus ein "Also hast du was zu verstecken, sonst hättest dus ja gezeigt" gemacht. Fand ich total fieß und gemein.

Und wenn es denen darum geht alles was in dem Bericht vom Krankenhaus steht so genau zu untersuchen, warum haben sie dann meinen Magen und meinen Darm nicht untersucht? Denn ich hab zwar den Bericht selber nicht, aber ich nehm mal an, dass da irgendwas von Ernährungsschwierigkeiten drinnen steht.....

Dort, also in dieser Klink hab ich auch Atosil bekommen.... Davon hab ich jetzt noch Zukungen in den Beinen.... Aber ich hör jetzt besser mal auf zu schreiben, sonst wird das viel zu viel.... insgesamt war ich nämlich in 9 Kliniken/Psychiatrien/Krankenhäusern....

Sorry für den langen Text... Tut mir Leid, nur sowas kann man ja sonst nie irgendwo erzählen...
Hallo whoever
Du passt hier sehr gut rein, denn hier geht es ja um Opfer der Psychiatrie.

Ein Arzt darf dich mit einem Körpergewicht von nur 27 Kg nicht nach hause schicken, da dieser Lebensbedrohlich ist.
Ich selber litt an Magersucht und wurde ebenfalls mehrfach Zwangsernährt. ( Schlauch Stationär. )
Habe auch schon mal ende der 80ern einen Todesfall in der Psychiatrie erlebt. Das wurde damals vertuscht, aber nicht gut genug.
Ja, den Mund kontrollieren ob man die Tabs. auch geschluckt hat, da will man wohl auf NR. sicher gehen, das haben die bei mir früher auch immer gemacht.
Es wurden sogar richtige Kommandos nach hause geschickt, pünktlich zu den med. Einnahmezeiten, 3x täglich, damit man sie auch bloß nimmt.
Was du da schreibst, ist wirklich der Hammer, ich hoffe für dich, dass du da nicht mehr hin gehen musst.
Lieben Gruß Saloma

Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Hallo nicht der papa,
Es ging darum, daß wir hier schon mehrere Fälle hatten, in denen Selbstmord angekündigt wurde und dann die große Ratlosigkeit und Angst anfing, was zu tun wäre. Die Möglichkeiten, jemandem zu helfen, der gerade suizidal ist, sind in einem Forum nicht groß. Und die Möglichkeit, über die Internet-Adresse die wirkliche Adresse herauszufinden z.T. gerade nicht möglich oder auch gar nicht im Sinne des verzweifelten Menschen. Das ist mehr als schwierig.
Da Postings zum Thema "Selbsttötung" aber immer weitere anziehen, bei denen das Forum dann auch wieder hilflos ist, möchten wir - das ist die Moderatorenschaft - dieses Thema lieber aussparen, um nicht mehr sehr Verzweifelte hierher zu ziehen.

Gruss,
Uta
Das verstehe ich einerseits und natürlich auch die Problematik für ein Board. Es gibt aber auch ein Community Management, dass den Umgang mit solchen Fällen definiert. Dazu ein interessanter Blog. Umgang mit Suizid/Selbstmord-Ankündigungen in Communitys | Community Management Blog

Danach würde ich persönlich es aufgrund der rechtlichen Aspekte so sehen, dass Moderatoren letztlich keine andere Möglichkeit haben, als solche Fälle wegen des möglichen zu verantwortenden Vorwurfs der unterlassenen Hilfeleistung (§ 323 c StGB) an die Polizei melden sollten, die dann mit ihren erweiterten Möglichkeit der Feststellung der Identität die betreffende Person ausfindig machen kann.

Dies wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Zwangseinweisung führen, was sich in diesen Fällen nicht vermeiden lässt.

Auch wenn ich beim besten Willen kein Freund der Psychiatrie bin, habe ich selbst vor einigen Jahren auch schon einen jungen Mann, Freund unserer Kinder, der schon seit Jahren diverse Psychopharmaka nahm und nimmt und mehrfach in der Psychiatrie war, und sich damals akut einem starken Selbstmordwunsch ausgesetzt fühlte, auf sein persönliches dringliches Bitten (da er selbst pleite war) in die mehrere Orte entfernte Psychiatrie gefahren.
Es gibt Verantwortungen, die man nicht übernehmen kann.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

Oregano ist offline
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Seit: 10.01.04
Danach würde ich persönlich es aufgrund der rechtlichen Aspekte so sehen, dass Moderatoren letztlich keine andere Möglichkeit haben, als solche Fälle wegen des möglichen zu verantwortenden Vorwurfs der unterlassenen Hilfeleistung (§ 323 c StGB) an die Polizei melden sollten, die dann mit ihren erweiterten Möglichkeit der Feststellung der Identität die betreffende Person ausfindig machen kann.

Dies wird dann aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Zwangseinweisung führen, was sich in diesen Fällen nicht vermeiden lässt.
So ist es.

Da aber unser Board nicht rund um die Uhr von aktiven Moderatoren besetzt ist und nicht jeder User z.B. die Polizei rufen wird, wenn eine Selbstmorddrohung im Raum bzw. Forum steht, kann nicht immer nach dem Recht gehandelt werden.
Genau deshalb wird versucht, möglichst wenige Selbsttötungskandidaten auf diese Seiten zu ziehen.
Es ist etwas anderes, wenn Du persönlich zum Autoschlüssel greifen kannst und auf Wunsch jemand in die Psychiatrie fährst als wenn hier im anonymen Forum ohne Auto und direktes Telefon gehandelt werden sollte.

Gruss,
Uta

Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

nicht der papa ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Genau deshalb wird versucht, möglichst wenige Selbsttötungskandidaten auf diese Seiten zu ziehen.
Da habe ich wohl zu wenig an Euch gedacht und schäme ich mich jetzt auch ein bisschen, das nicht so gesehen zu haben.Denn jeder ist ein Notfall, bei dem letztlich gehandelt werden muss, egal wie auch immer man zur Psychiatrie steht.

Und das Saloma ist auch mein Widerspruch, in dem ich eine gewisse Ausweglosigkeit sehe.
Denn trotz meiner Aversion gegen Psychopharmaka und der gefühlten inneren zutiefsten Ablehnung der Psychiatrie, die ich bei Besuchen auf der Geschlossenen entwickelt habe, als ich selbst gesehen habe, wie Menschen Tage lang fixiert und gleichzeitig unter viele verschiedene Psychopharmaka und Barbiturate gesetzt werden und diesen Pharmakatypischen Gang bekommen und nicht mehr sie selbst sind, was mir schon beim Gedanken daran das Herz zerreißt, sehe auch ich in manchen Fällen keine Alternative, weil es keine alternativen Einrichtungen gibt.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Ein kleines Gedicht:

Der liebe Gott hat mir das Licht geschenkt,
aber eine Ärztin hat es mir gestohlen.
Ich werd ,s mir wieder hohlen,
und ihr Gerichtlich den Hintern versohlen.

Gruß Saloma
[/QUOTE]



@...Hallo Saloma, ein schönes Gedicht.

@ Allgemein zur Ankündigung von einem Siuzid, da kann man nur die Polizei einschalten, was anderes kann man wohl nicht tun.


Ich finde ein Siuzid kann und darf niemals eine Lösung sein!


Oft sind Kinder da, die es in den allerwenigsten Fällen einfach nur so wegstecken können. In den eigenen vier Wänden, werden sie durch so eine Situation, bis zu einem gewissen Alter oft regelrecht traumatisiert.

Sie entwickeln ungewollt Schuldgefühle, als wären sie für diese Situation verantwortlich.

Dass kann sehr schwerwiegenden Folgen haben, was wie ein roter Faden durch das Leben der Kinder zieht und sich auf das Selbstwertgefühl auswirken kann.


lg Dora
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Geändert von Dora (10.04.10 um 23:25 Uhr)

Bundesverband für Psychiatrie Erfahrene und Opfer

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Hallo
Danke Dora, das Gedicht ist mir neulich spontan eingefallen und passt wie A....auf Eimer.

Suizidaner laufen weck, sie wollen oder können nicht kämpfen.
Ich würde das niemals tun, habe mich mal damit auseinandergesetzt, daher weiß ich das so genau.
Ich werde erst diese Welt verlassen, wenn der Liebe Gott mich zu sich ruft. Egal was ich aushalte.
Ja, das mit den Hinterlassenen Schuldgefühlen, ist ganz schön Egoistik vom Selbstmörder.
Lieben Gruß Saloma

Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene und Opfer

Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
@..Guten Morgen Saloma, ich möchte diese Menschen nicht verurteilen,
denn das Recht steht mir nicht zu.

Doch jeder hat sein Päckchen zu tragen, der Eine mehr der Andere weniger und das sollte eigentlich jeder bedenken.

Es ist Egoistik wenn ich als Geistesfahrer unterwegs bin oder unter den Zug springe. Die Unschuldigen Menschen werden ungewollt mit hinein gezogen.
Ich weiß von vielen Zugfahrern die frühzeitig verrentet wurden, da sie es nervlich nicht weggesteckt haben.


Es gab einmal eine Bekannte, die wurde immer wieder von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht. Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, sich das Leben zu nehmen.
Wenn eine Situation sie mal wieder erdrückte, lief sie in den benachbarten Wald und weinte sich dort aus oder schrie ihre Verzweiflung hinaus. Sie war ja alleine und konnte so handeln Als die Last sie durch das Schreien wieder etwas befreite, lief sie zu ihrer Familie zurück.


Ein langer ausgedehnter Spaziergang oder ein gutes Gespräch kann oft Wunder bewirken.
Man sollte jedoch viel früher daran denken und nicht zuerst dann, wenn das Licht bereits ausgeht.



Ich wünsche noch einen schönen sonnigen Sonntag.
__________________
Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene und Opfer

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Hallo Dora
Ich möchte diese Menschen auch nicht verurteilen, ich finde es nur schade, dass das der letzte Ausweg ist. Das leben ist Angebohren schwer.
Ein Selbstmord ist, glaube ich noch schwerer, es gehört sehr viel Mut dazu, so was zu tun.
Also sind Suizidaner Mutig, warum können sie nicht im Leben, weiter kämpfen?

Jeder Mensch hat das recht, mit seinem leben zu machen, was er für richtig hält, auch wenn er es beenden will.
Aber sie haben kein recht dazu, andere ins Unglück zu stürzen. Die Angehörigen und Freunde sterben doch mit.
Wenn ich ein Zugfahrer währe, dem ein Selbstmörder vor den Zug fällt, mich könnte man sofort ins Irrenhaus bringen.

Ich habe mal eine Reportage gesehen von schwer kranken Menschen, denen Med. nicht mehr geholfen werden konnte, sie sind ins Ausland gefahren und haben einen Ärztlich begleiteten , zugelassenen ,Selbstmord gemacht. Sogar die Fam. hat das respektiert und begleitet.Sie konnten damit umgehen.

Viele Selbstmörder sind aber auch voll gepumpt mit Psychopharmaka, wahrscheinlich, sind sie in ihrer denkweiße sehr eingeschränkt und wissen gar nicht was sie da tun.( mein da sein darf nicht war sein zb. )

Diese Schrei Technik im Wald funktioniert sehr gut, dass habe ich auch schon gemacht.
Auch habe ich schon Bäume umarmt, um ihre kraft in meinem Körper , zu speichern.
Ich singe sehr viel, auch wenn es mir schlecht geht, so kann ich mich beruhigen.
Es gib sehr viele dinge, die man tun kann um einem Selbstmord aus dem Wege zu gehen.

Ich bin wie deine bekannte, ein schwerer Schicksalsschlag nach dem anderen habe ich mein leben lang , nach einander , gemeistert. Das hat mich stark gemacht, diese krankheit jetzt auszuhalten.
Was ich sagen will, ist, bei mir ist alles trainiert.
Danke dir auch einen schönen Sonntag.
Lieben Gruß Saloma

Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene und Opfer

OoOMauOoO ist offline
Beiträge: 1.158
Seit: 02.01.09
Morgen

Muss auch mal was zu schreiben Sorry

Hatte und habe Teilweisse die Gedanken heute noch es ist nicht so einfach zu sagen das es der letzte Ausweg ist . Manchmal so ist es bei mir ist es ein Gedanke der sich festsetzt du kommst ganz schlecht aus der Situation wieder raus zu sagen das es nicht der richtige Weg ist . Bei mir kommt er meisst Abend`s wenn ich Ruhe habe und über vieles Nachdenken kann das ist dann wie ein Schalter du kannst eben gelacht haben und im selben Moment bist du einfach nur traurig das geht dann mal paar Stunden der Zustand .

Ich hatte mal eine Situation da war ich so tief traurig *das war schrecklich* das ich einfach was anderes fühlen wollte und habe dann etwas dummes getan nur um von den Gedanken los zukommen . Man sagt immer Deppr. z.Bsp. hat man woll keine Gefühle ?! Bei mir wurde ja eine festgestellt aber mich bringen die Gefühle manchmal ziemlich aus der Fassung komme dann in Situation wo ich mir einfach nur blöd vorkomme .

Wo ich mal ins KH musste wegen Nieren *das war auch so ein Gedanke der sich festgesetzt hat* sass ich da und habe nur geweint *weiss nicht wieso* brach über mich zusammen auf einmal . Immer wenn ne Schwester oder der Arzt reinkam habe ich meine Tränen weggewischt *mir war das peinlich* das geht mir jetzt immer noch so kann nix von meinen Gefühlen erzählen ohne dabei zu Heulen !

Also damit wollte ich sagen das es manchmal ein Gedanke ist den man nicht los wird als ob das im Kopf festgemacht ist !

Lg
__________________
~~ Bin ich nur glücklich wenn es schmerzt ~~


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