Selbstverantwortung

08.10.09 18:55 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Selbstverantwortung

Die folgenden Denkanstöße sind dem Newsletter Nr. 350 vom 27.08.06 der Informationsplattform "Zeit zu leben" entnommen ( Zeit zu leben - Das Leben in die Hand nehmen )

Wer eigenverantwortlich denkt und handelt, der fragt sich, was er selbst im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann, um das zu bekommen, was er will. Ein eigenverantwortlicher Mensch stellt die eigenen Möglichkeiten in den Mittelpunkt all seiner Bemühungen und weniger die Gründe, warum etwas nicht geht. Ein eigenverantwortlicher Mensch sieht sich als Teil seiner Umwelt und nicht als Opfer, Produkt oder Spielball. Er weiß, dass alles was er tut, Auswirkungen auf seine Umgebung hat und er seine Umgebung durch sein Denken und Handeln mitbestimmt. Ein eigenverantwortlicher Mensch weiß, dass er ein Teil des Systems ist und damit ein Stück Verantwortlichkeit für das Ganze trägt. Und wenn etwas schief läuft, dann weiß ein eigenverantwortlicher Mensch, dass er durch sein Denken und Tun zu einem gewissen Teil dazu beigetragen hat. Ein eigenverantwortlicher Mensch fragt dann aber nicht, wer Schuld an seiner Situation ist, weil er weiß, dass ihn das nicht weiterbringt. Er sucht nicht dem oder den Schuldigen, sondern er fragt sich: "Was will ich und was kann ich tun, um das zu erreichen?". Und weil er nicht nach dem Schuldigen sucht, muss er auch keine Erklärungen oder Ausreden erfinden, die klarmachen, dass er selbst nicht der Schuldige ist.

Ein eigenverantwortlicher Mensch handelt mehr, als er sich beklagt. Eigenverantwortliche Menschen sind Frauen und Männer der Tat, die selten jammern, sondern eher etwas verändern. Und wenn sie nicht dazu bereit sind oder keine Möglichkeiten sehen, etwas zu verändern, dann akzeptieren sie das und leben damit. Eigenverantwortliche Menschen glauben übrigens nicht, dass sie alles erreichen können, sondern sie kennen ihre Möglichkeiten und Grenzen. Und indem sie etwas dafür tun, was sie wollen, lernen und wachsen sie und verschieben ihre Grenzen immer weiter und vergrößern den Kreis dessen, was für sie möglich ist.

Wer eigenverantwortlich denkt und handelt, der weiß, dass er nicht alles alleine bewältigen kann und muss. Ein eigenverantwortlicher Mensch sucht sich gezielt Unterstützung und Hilfe, wenn er nicht mehr weiter weiß. Aber auch dann gibt er die Verantwortung nicht an andere ab, sondern schaut genau, ob ihn die Unterstützung wirklich weiterbringt.

Zusammengefasst: Eigenverantwortliche Menschen
o konzentrieren sich auf und nutzen die Möglichkeiten, die sie haben,
o übernehmen Mitverantwortung für das System, in dem sie sich bewegen,
o fragen nicht nach Schuld und erfinden keine Ausreden, damit sie nicht Schuld sein müssen,
o handeln mehr und jammern selten,
o kennen und verschieben ihre Grenzen,
o und suchen sich Hilfe und Unterstützung, wenn es notwendig ist.
Eigenverantwortung, Selbstverantwortung, Schuld, Zeit zu leben

Je nach Situation ist das alles andere als einfach. Und sicher gibt es Abstufungen der eigenen Aktivität in Sachen Selbstverantwortung, die davon abhängen, wie man sich fühlt, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen usw.
Aber auch hier gilt: Selbst bei Rückschritten fängt jeder Schritt mit Bewegung an.

Gruss,
Uta

Selbstverantwortung

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Vielen Dank Uta,

einfach ist das sicher nicht immer, aber ohne geht es nicht, manchmal auch leider kann man sagen.
Ich hatte einmal eine CD, da ging es auch um das Glücklich sein und der Autor hat gesagt: "Wer nicht selbst die Verantwortung für sein Leben übernimmt, der wird gelebt und zwar von anderen, vom Schicksal usw."

Grüsse von Juliette

Selbstverantwortung

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Nein, es ist sicher öfters nicht einfach, selbst aktiv zu werden. Das muß ja auch nicht bedeuten, daß jemand in einer schwierigen Lage nun selbst alle Aktivitäten übernimmt. Es kann genauso gut bedeuten (letzter Punkt oben), daß man sich kompetente Hilfe sucht und sich nach deren Angaben und Angeboten richtet.

Das fällt oft auch schwer, doch ohne Hilfe geht es oft gar nicht.

Gruss,
Uta

Selbstverantwortung

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Es kann genauso gut bedeuten (letzter Punkt oben), daß man sich kompetente Hilfe sucht und sich nach deren Angaben und Angeboten richtet.
Das hast du gut gesagt Uta.

Und wenn man sich helfen lässt, heißt das ja nicht das man kein Mitspracherecht mehr hat. Manche glauben das vielleicht. Man kann ja seine Bedürfnisse und das was man nicht verträgt, körperlich, seelisch, genau benennen, so das der Helfende besser auf die Person eingehen kann.

Grüsse von Juliette

Selbstverantwortung

Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Das ist sehr wichtig! Im ersten Semester der Psychologie lehrt man den Satz..."Lerne dir selber zu helfen". Und das bedeutet auch Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Das klappt nicht immer...auch nicht immer öfter.
Allein die Aktivität in einer depressiven Phase, machen solche Vorsätze oft zunichte.

Aber nur so geht es. Die Kraft liegt in uns.

LG; Difi
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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt! -- Einstein --

Selbstverantwortung
Ascalon
@ all:
Ein eigenverantwortlicher Mensch handelt mehr, als er sich beklagt. Eigenverantwortliche Menschen sind Frauen und Männer der Tat, die selten jammern, sondern eher etwas verändern. Und wenn sie nicht dazu bereit sind oder keine Möglichkeiten sehen, etwas zu verändern, dann akzeptieren sie das und leben damit.
Dies hieße ja, dass wer aufgibt, besonders eigenverantwortlich handelte ... what a nonsense ... sorry... .
Und dass "klagen" passives Jammern sei, in jedem Fall, das halte ich auch für Unsinn. Manchmal muss man laut "Klagen" und meinetwegen auch "Jammern", damit bestimmte Missstände deutlich werden.
So gesehen sind ja Demonstrationen und so auch große "Jammereien".

Ascalon

Geändert von Ascalon (12.10.09 um 03:53 Uhr)

Selbstverantwortung

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Ascalon,

So gesehen sind ja Demonstrationen und so auch große "Jammereien".
Dies sehe ich ein klein wenig anders.
Wenn man auf Missstände aufmerksam macht, sei es durch eine Zuwortmeldung oder durch eine Demonstration, dann ist das in meinen Augen kein jammern, sondern eine Handlung. Man wird verbal tätig und ist bereit etwas zu ändern, damit die Welt eine bessere werde.

Aber du hast natürlich recht, das man dieses Jammern wiederum eine Art Eigenverantwortlichkeit ist. Man könnte dem Kind vielleicht einen anderen Namen geben, denn Jammern ist das nicht, denke ich, sondern eher "Ein für etwas Einstehen" was einem wichtig ist. Dies kann man selbst sein, das können aber auch Projekte sein die einem am Herzen liegen, wie zum Beispiel die Umwelt, Spenden sammeln usw.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (12.10.09 um 07:42 Uhr)

Selbstverantwortung

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Hallo Ascalon,

dieses Forum beschäftigt sich ja auch mit vielen Gesundheitsfragen. Wer Schmerzen und Ängste hat, muß die manchmal los werden. Da ist dann Jammern ein Mittel, um sich Erleichterung zu schaffen und mitzuteilen, daß sich jemand gar nicht gut fühlt.

Wenn das dann aber in "Nurjammern" übergeht, also Jammern ohne zu überlegen und IndieTatumsetzen, dann fehlt die Selbst- bzw. Eigenverantwortung. -

Was (politische) Demonstrationen angeht, sehe ich das wie Juliette: es ist eine Möglichkeit der Aktion.

Gruss,
Uta

Selbstverantwortung

Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Ich würde auch noch unterscheiden....Luft raus lassen oder jammern. Wenn es einem dreckig geht, sollte er nicht nur schlucken. Rausschreien kann auch helfen.

Eine Demo ist für mich eine Aktivität mit dem Ziel einer Veränderung. Die, die zu Hause bleiben mit dem Argument...man kannehnichtsändern....sind die Jammerer die sich beschweren aber nichts dagegen/dafür tun.

Noch eine schöne Woche, Difi
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Selbstverantwortung

Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Hier noch eine Seite zum Thema "Eigenverantwortung". Das ist ein Thema, das ich weiter für ganz wichtig halte. Vielleicht zeigt einer der Punkte, die da genannt werden, woran man erkennen kann, daß bei jemand die Eigenverantwortung nicht unbedingt gut ausgebildet ist und der/die Betreffende nicht in Übung damit ist:

...
Ein eigenverantwortlicher Mensch fragt dann aber nicht, wer Schuld an seiner Situation ist, weil er weiß, dass ihn das nicht weiterbringt. Er sucht nicht dem oder den Schuldigen, sondern er fragt sich: “Was will ich und was kann ich tun, um das Problem zu lösen?”. Und weil er nicht nach dem Schuldigen sucht, muss er auch keine Erklärungen oder Ausreden erfinden, die klarmachen, dass er selbst nicht der Schuldige ist.

Ein eigenverantwortlicher Mensch handelt mehr, als er sich beklagt. Eigenverantwortliche Menschen sind Frauen und Männer der Tat, die selten jammern, sondern eher etwas verändern. Und wenn sie nicht dazu bereit sind oder keine Möglichkeiten sehen, etwas zu verändern, dann akzeptieren sie das und leben damit.
...
Zusammengefasst:

Eigenverantwortliche Menschen

- konzentrieren sich auf und nutzen die Möglichkeiten, die sie haben,
- übernehmen Mitverantwortung für das System, in dem sie sich bewegen,
- fragen nicht nach Schuld und erfinden keine Ausreden, damit sie nicht Schuld sein müssen,
- handeln mehr und jammern selten,
- kennen und verschieben ihre Grenzen,
- und suchen sich Hilfe und Unterstützung, wenn es notwendig ist.
Was heißt es, sein Leben in die Hand zu nehmen?

Grüsse,
Oregano

PS: gerade stelle ich fest, daß in diesem Beitrag fast genau das steht, was auch schon in #1 steht. Manche Meinungen scheinen sich nicht zu ändern .
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Geändert von Oregano (15.07.14 um 18:12 Uhr)


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