Totale Lustlosigkeit!

25.04.09 22:25 #1
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Totale Lustlosigkeit!

Putzi ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 25.04.09
Das ist für mich nicht vorstellbar, da ich null Selbstbewußtsein habe und mir auch sehr wenig zutraue. Würde so gerne aus diesem Tief raus, aber es ist so schwer. Möchte mal richtig stolz auf mich sein, Spaß am Leben haben und einfach nur geniessen. Wie war es denn damals bei Dir? Wie hast Du die Freude am Leben wiedergefunden?
Das mit den sportlichen Aktivitäten wäre eine Maßnahme, aber ich schaff es nicht mich aufzuraffen und zudem fehlen mir noch die finanziellen Mittel.

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo Putzi,

wäre ein Gespräch mit deiner Vorgesetzten denkbar? Eventuell unter Begleitung einer dritten Person? Hättest du zu sowas den Mut? Vielleicht weiß sie ja gar nicht, dass dich ihre Art des Umgangs so fertig macht. Und dass du viel effektiver arbeiten könntest, wenn das Arbeitsklima freundlicher wäre. Es gibt Menschen die wirklich nicht mitkriegen, wie sie auf ihre Umwelt wirken.

An deiner Stelle würde ich mich um eine psychotherapeutische Unterstützung kümmern. Damit du erstens die Zusammenhänge zwischen deinem Allgemeinbefinden und der ständigen Belastung am Arbeitsplatz begreifst, zweitens jemand hast, der dir dabei helfen kann, etwas mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und dein Leben wieder in die Hand zu nehmen, und vor allem als Ansprechpartner, bei dem du deinen ganzen Ballast, den du offenbar schon lange mit dir herumschleppst, endlich mal abladen kannst und sicher sein kannst, dass du hier verstanden wirst.
Es ist schon großes Glück, wenn solche Menschen im Bekanntenkreis sind, die meisten sind damit überfordert.

Gruß
mezzadiva

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Putzi ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 25.04.09
Mit meiner Chefin mag ich garnicht sprechen. Sie hat schon genug Probleme mit einer anderen Kollegin,die angeblich nur Streß macht.Dabei wird sie nur von meiner Vorarbeiterin schickaniert und ich erlebe das immer wieder hautnah mit und das ärgert mich für sie. Sie tut mir leid und bekommt kein Bein auf die Erde. Ich glaube,daß sie mich wahrscheinlich garnicht ernst nehmen würden.Dieses Jahr bin ich schon 13 Jahre dort und habe es bis heute ausgehalten. Ich weiß nicht wie ich das geschafft habe.
Was meinst Du denn, an wen ich mich wenden könnte. An einen Psychologen? Kostet mich das eigentlich was?

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo Putzi,

normalerweise zahlt die Krankenkasse Psychotherapie, du kannst sie dir also verschreiben lassen. Ob der "Dienstweg" dahin immer noch über einen Besuch beim Neurologen läuft, weiß ich nicht, da kann dir aber sicher dein Hausarzt weiterhelfen, wenn du ihn darauf ansprichst. Ich denke schon dass das in deinem Fall eine Menge bringen kann.

Gruß
mezzadiva

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Guten Morgen Putzi,

bei mir war es so, dass ich gemerkt habe, dass ich alleine nicht aus dem Tief herauskomme. Somit habe ich mir eine Überweisung für eine Psychotherapeutin geben lassen. Du kannst die ersten Male erst mal schnuppern, ob Du Dich bei ihr/ihm wohlfühlst und in guten Händen fühlst. Dann brauchst Du Dich erst entscheiden, kannst gegebenenfalls einen anderen aufsuchen. Der Therapeut stellt bei der Krankenkasse einen Antrag und dann kann es losgehen. Mir hatte ein Herr einer Beratungsstelle mal gesagt:"Wissen Sie Frau ... , auch die Seele braucht mal Hilfe." Und diese habe ich dann angenommen.

Von mal zu mal, von Sitzung zu Sitzung habe ich mir immer mehr zugetraut und auch gesehen, was ich alles bisher geleistet habe und täglich leiste.

Ich kann diesen Schritt wirklich empfehlen.

Liebe Grüße Manuela

Totale Lustlosigkeit!

Putzi ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 25.04.09
Manchmal denke ich,daß ich vielleicht sogar übertreibe und keine Hilfe brauche. Will es mir womöglich nicht eingestehen. Ich merke nur, daß ich seit sehr langer Zeit unzufrieden bin, auf fast nix mehr Lust habe und mich schwer zu irgendwas aufraffen kann. Sorgen mache ich mir auch irgendwo über meinen Freund. Er hat niemanden mehr. Zu seinen Eltern hat er seit Jahren kein Kontakt mehr, auch zu seinen Geschwistern nicht. Freunde bzw.sein bester Freund ist ihm auch egal geworden was ich auch verstehen kann.
Wir haben im Prizip eigentlich keinen eigenen Freundeskreis. Das möchte ich in Zukunft ändern, weil es so nicht weitergeht. Wir unternehmen immer weniger. Einladungen sind selten geworden und wenn, dann ist das nach langer Zeit irgendwo auch mal wieder echt schön. Dort lernt man ja auch neue Leute kennen. Was ich nur nicht verstehe, daß man den Vorschlag bekommt mal irgendwo hin mitzugehen z.B. Party gehen und dann nichts passiert. Es wird alles nur dahin gesagt, aber es wird nicht in die Tat umgesetzt.

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo Putzi,

ja das kenne ich: da soll man mal zu sich stehen und offiziell äußern, dass man Hilfe braucht, und schon kommen die Selbstzweifel: eigentlich geht's mir ja doch ganz gut, ich brauch doch nicht den ganzen Aufwand ...
horch mal genau in dich rein: könnte das dahinter stecken? Dass du sogar daran zweifelst, jetzt ein Recht auf Hilfe zu haben?
Ich habe den Eindruck, denn was du anschließend schilderst, klingt nicht gerade danach, als würde es dir in deiner Umgebung leicht gemacht, auf andere Gedanken zu kommen.
Warum lebt ihr beide so zurückgezogen, dein Freund und du? Habt ihr euch schonmal daüber unterhalten? Manche Menschen brauchen nicht soviel Gesellschaft wie andere, aber euch - oder zumindest dir - scheint es ja deutlich zuwenig zu sein.

Das Rezept ist recht einfach, und doch am Anfang gar nicht so leicht zu leben: Was du mit anderen erleben möchtest, das fange selbst an. Möchtest du eingeladen werden, so lade die Menschen ein, mit denen du was unternehmen möchtest. Hat jemand eine Idee für gemeinsame Party geäußert, dann ruf doch einfach mal unverbindlich dort an und frag nach, ob schon ein geeigneter Termin in Sicht ist oder mach selber einen Vorschlag.

Rumsitzen und abwarten ist erfahrungsgemäß nicht sehr erfolgreich.

Ich glaube, dir könnte schon viel geholfen werden von einem guten Psychotherapeuten, vielleicht kommt sogar auch ein bisschen Hilfe für deinen Freund dabei heraus. Er scheint ja eine schwierige Beziehung zu seiner Familie zu haben. Das kann leider vorkommen, aber sein eigenes Leben sollte es nicht so sehr überschatten, dass er sich auf Dauer auch vor anderen Menschen zurückzieht. Evtl. wär es für euch beide was?

Gruß
mezzadiva

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Putzi ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 25.04.09
Das ist eine gute Frage warum wir so zurückgezogen leben! Es hat sich einfach mit der Zeit so in unser Leben geschlichen. Man hat immer weniger mit Freunden unternommen, weil man sich nicht auf sie verlassen konnte und jedesmal, wenn man sich getroffen hat keine gute Laune da war. Halt richtige Spaßbremsen. Und dann hat man den Kontakt halt immer mehr und mehr einschlafen lassen. Mit meinem Freund habe ich schon versucht mich darüber zu unterhalten, aber wir wissen nicht wie wir das ändern sollen. Die Leute sind hier sowieso im Lande alle so komisch. Und das Problem meines Freundes ist wieder eine andere Geschichte. Da waren die Familienverhältnisse nie so zusammenhaltend und heute ist halt kein Kontakt mehr da was meinem Freund auch ehrlich gesagt egal ist.

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Barbara 1 ist offline
Beiträge: 47
Seit: 07.11.08
Zitat von Putzi Beitrag anzeigen
Ja das stimmt schon! Ich weiß nur nicht wie ich aus diesem Teufelskreis rauskommen soll. Wie ich mehr Spaß an gewissen Dingen bekomme usw.
Hallo Putzi,
ich bin zwar älter habe aber das gleiche Problem. Ich fühle mich genauso, wenig Freunde, immer das gleiche und muss mich zwingen damit ich was auf die Reihe kriege. Fühle mich teilweise totunglücklich. Hoffe es ist ein kleiner Trost....denn es geht anderen auch so. Weiss mir aber auch nicht zu helfen, dachte schon an einer Psychotherapie muss aber gestehen das ich dazu allerdings keine Lust habe.
Gruß Barbara

Totale Lustlosigkeit!

Putzi ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 25.04.09
Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf und wie lange fühlst Du Dich schon so unglücklich? Ich kann Dich sehr gut verstehen wie Du empfindest. Du sprichst mir aus der Seele. Man kann sich nicht aufraffen. Alles dauert so lange und man schafft nicht das was man schaffen will. Bin am überlegen, ob mir eine Psychotherapeutin helfen konnte wieder ein anderes Denken und Spaß am Leben zu entwickeln, aber ich bin mir da noch absolut nicht schlüssig. Mit jemanden Fremden über meine Probleme zu reden würde mich sehr viel Überwindung kosten.


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