Vorurteil oder unwissentlich essgestört?

01.04.09 15:01 #1
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Vorurteil oder unwissentlich essgestört?

freitag ist offline
Beiträge: 69
Seit: 27.03.09
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Hallo,

danke für euren Zuspruch.

Was ihr schreibt ist wirklich deutlich. Also deutlich im Sinne von "mit dem Verhalten kann ich mich nicht identifizieren also halte ich mich nicht für gefährdet."

In der Pubertät hatte ich eine Phase wo ich mir sehnlichst gewünscht habe mehr Gewicht zu haben und auch versucht habe mich ein wenig zu "päppeln". Denn ich war sehr klein und ohne weibliche Rundungen weshalb ich zwei Jahre jünger aussah was mir natürlich überhaupt nicht gefiel. Es hat nicht funktioniert, wenn mir das Essen keinen Spaß mehr macht werde ich zur Furie, kann mir selbst nicht auf den Pelz gucken, also gab ich es auf da was ändern zu wollen. Gewachsen bin ich dann trotzdem noch.

Ich drück euch beiden die Daumen. Bei allem was ich darüber lese habe ich das Gefühl wer einmal damit zu tun hatte ist sein Leben lang gefährdet, ist das so?

Die Idee mit der Briefmarke finde ich krass, aber nachvollziehbar. Luki du brauchst darauf nicht zu antworten aber ich frag einfach mal. Hast du in dieser Zeit gewusst dass du krank bist, es aber beseite geschoben oder fallen einem solche Dinge erst auf wenn man bereits ein Stück weit da raus kommen konnte?

Ich wünsch euch sonnige Ostertage!
LG Lilith

Hallo,
nach unseren Informationen sind sie (die anorektischen)ein Leben lang gefährdet und auch nie dick. Es gibt im Bekanntenkreis Mädchen, die schon lange damit leben, also zwar gesund, aber noch wie vor sehr dünn.
Das mit der Briefmarke kenne ich zwar nicht, aber wieviel Kalorien ein Teebeutel hat, das weiss auch ich inzwischen und wie gemogelt wird um Kalorien zu sparen, das Essen wieder ausspucken um nur den Geschmack zu spüren..
Aber der Schrei nach Liebe, da kann schon was dran sein, denn es fing in unserem Fall mit wenig Selbstwertgefühl und Mobbing in der Schule an, also fehlerne Anerkennung.
Und die Eltern sind machtlos!!
LG
Freitag

Vorurteil oder unwissentlich essgestört?

Luki ist offline
Beiträge: 40
Seit: 13.10.07
Hallo Lilith,

Zitat von Lilith:
Bei allem was ich darüber lese habe ich das Gefühl wer einmal damit zu tun hatte ist sein Leben lang gefährdet, ist das so?
Begleiten wird es einen wahrscheinlich ein Leben lang.
Es ist wie bei allen anderen Süchten auch, solange die Ursachen, die zu einer Sucht führen, nicht erkannt, verändert und/oder beseitigt werden, wird man immer gefährdet bleiben.

Zitat von Lilith:
Luki du brauchst darauf nicht zu antworten aber ich frag einfach mal. Hast du in dieser Zeit gewusst dass du krank bist, es aber beseite geschoben oder fallen einem solche Dinge erst auf wenn man bereits ein Stück weit da raus kommen konnte?
Es ging mir sehr schlecht, aber ich hätte es nicht als Krankheit bezeichnet. Zu dem Zeitpunkt als es bei mir begann (es war 1979), waren Essstörungen noch kein Thema. Weder ich noch mein Umfeld hatten jemals was davon gehört. Erst als ich so 16 Jahre alt war, las man öfter darüber. Ich konnte mein Verhalten und die Gründe, warum es dazu gekommen war, in diesen Artikeln wiederfinden. Aber es half mir nicht, mit der Situation besser umgehen zu können.

Ich wünsche auch schöne Ostern!
Viele Grüße Luki

Vorurteil oder unwissentlich essgestört?

Lilith ist offline
Themenstarter Beiträge: 53
Seit: 24.03.09
Hallo ihr Lieben,

die Verzweiflung der Angehörigen kenne ich. Eine sehr liebe Internetfreundin von mir hat eine Tochter die gefährdet ist und ich habe zwar nur virtuell aber doch fühlbar mitbekommen wie sehr die Hilflosigkeit an ihr nagt. Obwohl sie sehr gut informiert ist, mit Therapeuten gesprochen ja eigentlich alles getan hat was einer Mutter irgendwie möglich sein kann, bleibt sie letztendlich doch "draußen" denn was zu tun wäre müsste ihre Tochter selbst tun damit es funktioniert.

Das Thema Sucht ansich ist mir vertraut auch wenn es um stoffgebundene Süchte geht. Bislang habe ich Essstörungen zwar mitbekommen, aber mich stets gefragt wie eine Sucht entstehen kann ohne einen "Kick". Inzwischen habe ich mich mehr eingelesen und ich denke ich fange an zu verstehen dass der "Kick" durchaus da ist und damit alles genauso schwer, verführerisch, fatal und lebenslänglich gefährlich ist. Sucht ist mir vertraut und damit auch die entsprechenden Denkweisen. Damit werden Briefmarke und Teebeutel für mich langsam verständlich...

Ich drücke euch ganz doll die Daumen dass es sich zum Besten wendet!

LG Lilith


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