Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

28.03.09 23:54 #1
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Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Dani ist offline
Themenstarter Beiträge: 457
Seit: 20.03.09
Hallo, Ich begrüße Euch

Mir ist es gelungen, schon wieder einen ellenlangen Beitrag zu schreiben.

Zitat von minon Beitrag anzeigen
hallo Jenni,

Es ist merkwürdig. hier im thread bist Du recht eloquent und wirkst in dieser Hinsicht recht "gut beisammen". ich meine, Du schaffst das trotz der immensen körperlichen Schwierigkeiten und Folgeprobleme.
Danke für Dein Lob. Ich habe nun mal kein Schizo, kein Paranoid, keine Halus, keine Psychiose. Große Angststörungen sind aufgetreten. Gut dass ich gut beisammen bin - soweit ich die Transidentsgeschichte ausklammere.
Borderlein wird mir angedichtet, Soziale Vobie. Narzisstische Persönlichkeitsstörung und eine Einbildung der Schmerzen. Ich merk nichts davon. Ich ritze mich nicht, habe nie da was in dieser Richtung gespürt. Selbstverletzung ist nicht mein Ding. Menschenscheu bin ich auch keineswegs. Ich bin nicht gewalttätig, Die Diagnosen fallen unterschiedlich aus.
Zitat von minon Beitrag anzeigen
Ist es Dir denn wirklich unmöglich, einen Arzt/Zahnarzt aufzusuchen, einfach Deine Chipkarte plus 10 Euro (falls Du die auftreiben kannst...), keine Überweisung. dann nicht Deine komplette Leidensgeschichte, sondern nur einzelne ausgewählte Infos, und zwar in Vokabeln verpackt, die Dir nicht schaden. Im Zweifelsfall (damit ist zu rechnen) lieber ein beredtes schweigen mit einem passenden Gesichtsausdruck. So müsste sich doch ein Arzt für Dich einnehmen lassen.
Doch kann ich Ärzte aufsuchen. Chipkarte vorlegen, mich anmelden. Und schon bin ich in der Psychoecke. Die Anmeldung sieht mich, sieht die Daten der Chipkarte. Ich falle auf. Viele Ärzte haben die Ansicht Transsexualität ist eine psychische Erkrankung.
Was sage ich dem Arzt, Wegen was bin ich beim Arzt. Eine Untersuchung einfordern ohne Angabe meiner Beschwerden?
Da kommt das Wort: Zungenbrennen. und schon bin ich wieder in der Psychoecke.
Ich bin bei vielen Ärzten gewesen, habe nicht alles erzählt. Ich bin als Mann hin, als Frau hin, psychisch krank kommt sofort.
Hinzu kommt der vorherrschend große Ärztemangel. Sehr viele Menschen halten mich verrückt, glauben mir kein Wort. Warum ist denn dies so. Den meisten Menschen wird gesagt, „Geh zum Arzt, wenn eine Krankheit den menschlichen Körper angegriffen hat. Der Arzt wird es schon richten. Schließlich hat der Arzt dies gelernt“. Uneingeschränktes Vertrauen in die Ärzte. Die Folge davon ist die Untergrabung meiner Glaubwürdigkeit. Das Gewicht des Arztes wiegt doch mehr, als meine Stimme. Damit sind die Vorurteile der Gesellschaft, in der Gesellschaft stark gekräftigt.
Zitat von minon Beitrag anzeigen
Vielleicht ist das Schwierige, dass Du dich für so einen "Auftritt" von Deinem Leiden distanzieren und Dich in eine Rolle einfinden müsstest...
Gib mir bitte eine präzisere Erklärung, wie dies gemeint ist.
Weinend und Jammernd zum Arzt gehen, bringt in meinem Fall nichts Positive. Dies würde als psychisch belastend gewertet, als Depressionen usw. Es kommt immer wieder zu Schwierigkeiten. Immer wieder wird mir gesagt, Ich kann Ihnen nicht helfen.
Zitat von minon Beitrag anzeigen
Und wenn das ginge, dann in kleinen Schritten eine Deiner "Baustellen" nach der anderen angehen. Es wäre ja auch verwunderlich, wenn sich Deine Probleme im Handstreich lösen ließen.
Diesen Satz höre ich nicht zum ersten Mal. In den Jahren der Psychiatrischen Behandlung sind Baustellen entstanden. Aus der Hoffnungslosigkeit, aus Ängsten, aus Lügen, welche ich auch noch geglaubt habe, heraus. Vor der ersten psychosomatischen Klinik hatte ich eine Baustelle, die körperlichen Beschweren. Weiter war nichts. Immer wieder versuche ich Baustellen langsam anzugehen. Ganz kleine Schritte machen. Ich versuche die körperlichen Beschwerden von den psychischen Beschwerden abzukoppeln. Es gelingt mir nicht. Ganz klar warum dies so ist. Die körperlichen Beschwerden bringen und brachten mich körperlich in einen nicht überlebenden Zustand. Meine körperlichen Beschwerden bringen mich in die geschlossene Psychiatrie. Es entstehen weitere Baustellen.
Alle meine Baustellen sind Folge der Schmerzerkrankung. Die Ursache der Baustellen kann ich nicht beheben. So bekommen alle Baustellen genügend Futter und werden zur Plage.
Zitat von minon Beitrag anzeigen
Du könntest ja deine bisherige Strategie mit der Psychiatrie parallel beibehalten (du brauchst sie ja, das hast du schon verständlich beschrieben). wäre das irgendwie ein Ansatz für dich?
Was ist meine Strategie. Unterbringung in der Psychiatrie. Damit werden körperliche Behandlungen nicht zugelassen. Es wird neben der Diagnose „verrückt“ zu sein, gar nichts zugelassen. Parallelstrategien zu fahren, ich bin am Ball. Ab Morgen ändert sich meine Strategie. Gerade war Visite. Schon wieder wollten mich die Ärzte in die Geschlossene Psychiatrie einsperren. Mir werden erfundene Dinge vorgeworfen, zbs. „Wenn sie Selbstmord gefährdet sind oder sich verletzen wollen, oder andere verletzen wollen, müssen wir sie auf die geschlossene Station bringen“. Das was ich sage findet wenig gehör. „Ich habe keine Selbstmordgedanken, mich selbst zu verletzen ä ä, kein Bedarf, und ich werd auch keinen Patienten angreifen“. Die Visite wollte mich reizen, mich aufbringen, mich fertig machen. Die Psychoärzte drehen jedes Wort um und wenden es zum Schaden des Patienten an. Ich kann immer wieder sagen: „Weg von jeglicher Psychobehandlung, weg von Psychiatrien“.
Hier in der Klinik lerne ich neue Leute kennen. Ich bin ein Kontakt freudiger Mensch. Ich komm ins Gespräch. Einige Patienten werden sogar zu Freunden.
Einige Patienten sind zum ersten Mal in so einer Klinik. Dann kommt dann so was. „Ich bin froh hier zu sein, hier wird mir geholfen, ich weis jetzt, dass ich psychisch krank bin, ich habe endlich meine Diagnose, jetzt weis ich endlich warum’s mir nicht gut geht“. So war das bei mir am Anfang auch, und in vielen Folge - Psychokliniken auch.
Jetzt hasse ich die Psychokliniken und alles was mit der Psyche zu tun hat.
Gesundheitszustand hin und her, es spielt keine Rolle. Es ist völlig egal wie ich mich fühle. Morgen ist meine Entlassung. Über die Folgen will ich gar nicht nachdenken.
Zitat von minon Beitrag anzeigen
PS: und Du hast ja hier übers Forum Ansprechpartner, mit denen Du Dich per Telefon beraten könntest.
Es ist schön Ansprechpartner zu haben. Ich könnte auch da und dort anrufen. Dies habe ich auch gestern gemacht. Ich sag, ich brauch Hilfe, und die Antwort „Ich würde dir helfen wenn ich es könnte“. Es ist Ohnmacht, die Fassungslosigkeit, die Ratlosigkeit bei vielen Personen. Die körperliche Belastung ist selbst beim Telefonieren zu groß. Warten bis es mir wieder besser geht und dann weitermachen. Und nun kommt meine positive Einstellung. Macht weiter so, gebt mir Hinweise, schriftlich, mündlich, übers Telefon, wie Ihr wollt.
Zwangsweise führt dies zur Suche nach Ärzte/Zahnärzten und alles was ich kriegen kann. Also werde ich weiter versuchen Eure Hinweise umzusetzen.
Auch heute habe ich riesengroße nicht auszuhaltende Schmerzen. Diese Schmerzen führen langsam zum völligen Stillstand jeglicher Tätigkeit. Nicht, dass ich nichts mehr machen will, nein mein Körper macht nicht mehr mit. Selbst mit dem Schreiben habe ich größere Schwierigkeiten. Ich muss aufhören weiter zu schreiben.

Nachtrag.
Warum ist dass so, mit der Psychoecke. Falle ich psychisch auf, benehme ich mich psychisch daneben, wo liegt meine psychische Störung. Wie zeigt sich meine psychische Störung.
Mir sind Menschen begegnet, Menschen mit Erfahrungen in der Psychoecke. Menschen, welche keine psychische Krankheit angesehen wird. Menschen mit körperlichen Beschwerden. Menschen die in die Psychoecke gedrückt werden, nur weil bislang keine körperlichen Ursachen der körperlichen Beschwerden gefunden wurden. Mir sieht man auch keine psychischen und körperlichen Krankheiten an. Es sind die Ärzte, welche eine psychische Erkrankung daraus machen. Und da ist nun die Frage: „Warum gehe ich dann zum Arzt“.

Liebe Grüße von Jenni

Geändert von Dani (29.11.10 um 16:08 Uhr) Grund: Nachtrag

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?
Weiblich KimS
Hallo Jennifer Sonnenstrahl,

Du hattest vorhin gemeint, dass ich oder andere das von Dir geschriebene nicht ernst nehmen würden. Doch doch, kann ich nur sagen. Aber Dir wäre ja auch nicht geholfen wenn ich Dir dann meine Ratschläge nicht schreiben würde.

Du regst Dich auf über die Psycho-Diagnose, aber ehrlich so verrückt ist das ja nicht. Ich meine wenn man so lange Schmerzen hat, wird man oft infolge dessen irgendwann depressiv. Ich verstehe aber auch dass eine Psycho-Diagnose nicht heissen soll oder darf dass es per Definition dann keine körperliche Beschwerden oder Ursache gäbe. Vielleicht denken Deine Ärzte das ja auch nicht, aber wissen sie einfach nicht wie Dir mit dem Körperlichen zu Helfen. Das heisst ja nicht dass es Kein Arzt gibt der Dir vielleicht doch helfen könnte, und/oder Dir ernst nehmen würde. Ich verstehe aber, dass Deine Erfahrungen nicht so positiv sind, und dass es wirklich schwierig für Dich ist. Ich wollte Dir dass nur sagen, weil Dir das möglicherweise auch Hoffnung schafft, und einen positiveren Blickwinkel auf einiges.

Ausserdem gibt es ja Krankheiten/Diagnosen wobei z.B. eine Depression oder andere psychische Probleme manchmal auch zum Symptomebild gehört/gehören. Bei Vitamin B12 Mangel sind psychische Probleme ja oft auch mehr oder weniger Teil vom Symptomebild.

Hast Du Dir die Links mittlerweile Angeschaut? Schau auch mal bei der Symptomeliste, Du hast vorhin ja gefragt wie man das machen soll beim Arzt. Schreibe all Deine Symptome auf, schaue dann mal in der Liste im Link zu Symptome bei Vit B12 Mangel und was da alles übereinstimmt. Dann zu bitten um eine gezielte Untersuchung wäre dann ja gar nicht so merkwürdig, Du könntest Deine Bitte besser Begründen usw. wenn Du selber auch meinst der Verdacht könnte schon zutreffen.

Herzliche Grüsse,
Kim

Geändert von KimS (29.11.10 um 17:19 Uhr) Grund: Chreibfehler

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Doch kann ich Ärzte aufsuchen. Chipkarte vorlegen, mich anmelden. Und schon bin ich in der Psychoecke. Die Anmeldung sieht mich, sieht die Daten der Chipkarte.
Hallo Jennifer,

ich glaube da brauchst du dir keine Sorgen machen. Meines Wissens sind nur best. Fachkreise bsw. Orthopäden (die sich zusammengeschlossen haben) damit verbunden.

Bei Hausärzten und auch Zahnärzten ist das nicht der Fall.

Von daher würde ich es erneut bei einem anderen Arzt versuchen.

Alles Gute.

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

minon ist offline
Beiträge: 152
Seit: 29.11.09
Zitat von Jennifrau Beitrag anzeigen
Da kommt das Wort: Zungenbrennen. und schon bin ich wieder in der Psychoecke.
-Zitat von minon
-Vielleicht ist das Schwierige, dass Du dich für so einen "Auftritt" von
-Deinem Leiden distanzieren und Dich in eine Rolle einfinden
-müsstest...

Gib mir bitte eine präzisere Erklärung, wie dies gemeint ist.
Weinend und Jammernd zum Arzt gehen, bringt in meinem Fall nichts Positive.
du sagst ja selbst, was die ungeeignete methode ist. den begriff des zungenbrennens kann man wohl auch nicht als zielführend einordnen. hatte dir nicht KimS vorgeschlagen, dir was hilfreiches auszudrucken?

ich nehme an, du musst deine interessen selbst wahren. schade, dass es der sozialmedizinische dienst nicht konnte (ich verstehe immer noch nicht, warum er nicht in der lage war, das zustande zu bringen). und dass die psychiatrie das ganz bestimmt nicht für dich tun wird, weißt du selbst.

irgend eine sozial akzeptierbare rolle müsstest du für dich finden. wenn ich damit nicht total daneben liege...

lg
minon

Geändert von minon (29.11.10 um 17:47 Uhr)

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Dani ist offline
Themenstarter Beiträge: 457
Seit: 20.03.09
Zitat von minon Beitrag anzeigen
schade, dass es der sozialmedizinische dienst nicht konnte (ich verstehe immer noch nicht, warum er nicht in der Lage war, das zustande zu bringen).
Ja der medizinische Dienst kann es auch nicht begreifen was mit mir für ein schlimmes Spiel getrieben wird. Fassungslos stehen die Mitarbeiter mir gegenüber. Der medizinische Dienst versucht sein bestes. Mit Ärzten reden, mit Kliniken reden, mit Psychiatrien reden.
Beispiel: Der medizinische Dienst hatte mit der Psychiatrie Naumburg einen Termin für eine stationäre Aufnahme ausgehandelt mit anschließender Tagesklinik. Ich bekam den Einweisungsschein und sogar einen Transportschein. Zwei Taschen gepackt wartete ich auf das Transportfahrzeug. Es kam, und ich wurde nach Naumburg gebracht.
In der Psychiatrie Naumburg angekommen, wurde die Aufnahme verweigert und auch mit der Tagesklinik ging nichts. Keine Aufnahme, keine Behandlung, nie und nimmer. Nun stand ich da mit meiner Erkrankung und musste zusehen, wie ich wieder nach Hause komme. Kein Freund, den ich anrufen kann, kein Familienmitglied welchen ich anrufen kann. Ich bin mit meiner Erkrankung und zwei Reisetaschen auf mich gestellt. Der medizinische Dient konnte es nicht fassen. Jedes normale Krankenhaus, jede Psychiatrie will nichts mit mir zu tun haben. auch nicht die weit entfernten. 300 km von meinem Zuhause entfernt. Auch da wurde ich abgelehnt. Da der Konsilschein von einem Umweltarzt kam, sollte ich mir an den Umweltarzt wenden. Meine Anfrage nach einem Beruhigungsmittel, bekam ich ein Rezept für Tavor.
All das was ich einstecken muss, die Dresche, es trägt nicht dazu bei, mit allem hier fertig zu werden.
Gestern wäre ich beinahe in die geschlossene Station gekommen. Ich weine zu viel und ich schreie zu viel. Morgen verlasse ich die Klinik.
Ich muss wirklich ein ganz ganz schlimmer Mensch sein. Ich passe nicht in diese Welt.
Jennifer

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Dani ist offline
Themenstarter Beiträge: 457
Seit: 20.03.09
Hallo Leute,

Jennifer, Mann, Frau, es ist „fast“ egal. Seit mehreren Jahren habe ich merkwürdige gesundheitliche Probleme. Ich war bei vielen Ärzten, bei Psychiatern, Psychologen, war in vielen Psychiatrien. Ich habe mich auf alles eingelassen. Habe alles was ich erfahren habe mitgemacht. Habe geschaut, woher meine körperlichen Probleme kommen.

Aus einem Menschen ohne Depressionen, ohne Existenzängsten, ohne jeglichen Ängsten, ohne psychischen Erkrankungen, einen Menschen mit Familie, Freunde, gesicherte Arbeit, Eigentumswohnung, finanzieller Absicherung ist nach dreieinhalb Jahren Krankenhauserfahrung, spezialisiert auf Psychokliniken, ein richtig kaputter Mensch geworden.

Arbeitsunfähig, lebensunfähig, überlebensunfähig, schmerzgeplagt sitze ich nun hier am Rechner und schreibe meine Sorgen und Ängste auf.
Ich schreibe, weil ich Hilfe benötige. Hier vor Ort, hier in dieser Wohnung, Hier.

Ich mach mir nen

Dienstag bin ich aus einer Psychiatrie entlassen worden. Die Ärzte haben mir mitgeteilt, dass meine Krankenkasse die Zahlungen für meine stationäre Behandlung in der Psychiatrie einstellt. Praktisch heißt dies für mich: Keine Möglichkeit der Weiterbehandlung. Damit sage ich es so wie es ist. Ich habe keine Behandlungsmöglichkeiten mehr.

Heute ist Sonnabend, ein Nervenkollaps nach dem anderen jagt mich, befördert meine Psyche sonst wohin. Ängste über Ängste machen mich fertig. An ein geregeltes Leben, an Ordnung, Sauberkeit, vernünftige Ernährung ist nicht mehr zu denken. Auch die vorgeschriebene Medikamenteneinnahme funktioniert überhaupt nicht mehr. Psychisch war ich nicht in der Lage mir die notwendigen Medikamente zu besorgen. Ich habe keine Medikamente mehr.

Eine ganze Woche habe ich keine Nahrungsmittel zu mir genommen. Finanzielle und psychische Schwierigkeiten treiben mich in die Enge. Ich bin das, was man eine runter gekommene gestrauchelte Existenz nennt, im Volksmund „Asozial“.

Gestern Abend kam ein richtiger großer Zusammenbruch. Halb zehn in der Nacht bin ich raus aus der Wohnung, Auto anlassen, die Scheiben frei kratzen und dabei weinen, schreien, eben durchgeknallt. Ich wollte ins Kaufland mir einen Kasten Bier holen.

Den Kasten Bier habe ich nicht geholt. Was zu essen habe ich mir geholt. Ich habe erst im Kaufland bemerkt, dass ich mich beim Scheiben frei kratzen an der Hand verletzt habe. Überall Blut, es hat mich nicht interessiert, konnte sowieso nicht darauf reagieren. War schon ne kleine Sauerei. War für mich dann doch auch zu viel, an der Kasse mit EC-Karte bezahlen, den Kassenbeleg unterschreiben, da ging’s nicht weiter. An der Information habe ich dann meine Wunde versorgen lassen müssen. Es wollte überhaupt nicht aufhören zu bluten. Ich mute dem Personal ganz schön was zu. Dementsprechend sieht nun mein Auto aus. Das ist mir egal. Die Hand und das Auto ist kein Problem.

Problem ist mein psychischer Zustand. Heute wollte ich das Bad und die Küche von oben bis unten putzen. Jetzt erst mal nicht. Meine Psyche ist in einem desolaten Zustand.

Wegen meiner angeschlagenen Gesundheit war ich in dieser Woche bei drei Ärzten. Ich frag mich, warum ich mir das antue. Ich vertrag die Reaktionen der Ärzte nicht. Jegliche Behandlung wird abgelehnt. Und dann noch der Ton dabei. Wieder habe ich mich bei drei Ärzten abgeschossen. Da bekomme ich keinen Fuß mehr in die

Nun komme ich zum Anlass meines jetzigen Schreibens. Viel zu früh bin ich aufgewacht. Einen Kater, als hätte ich doch den Kasten Bier ausgesoffen. Und meine Seele und Psyche geht krachen. Ich sitze hier und bin seelisch zerstört. Eine Tilidin muss mir übern Berg helfen. Kater – ekeligen Geschmack, Kopfsausen, ich fühle mich wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Zum Tilidin, ich nehme die kleinste Dosis davon (50/4 mg). Das Zeug hat neben der positiven Schmerzsenkung erhebliche Nebenwirkungen. Tilidin bleibt ein notwendiges Übel, wenn gar nichts mehr geht.

Zum Alkoholproblem – ich trinke manchmal ne Flasche Bier. Mein Alkoholkonsum ist im letztem halben Jahr gestiegen. Im Durchschnitt komme ich nun auf ne halbe Flasche Bier pro Woche. In der letzten Woche habe ich kein Bier getrunken. Bin ich Alkoholabhängig? Wenn ich mal in die Alkoholabhängigkeit falle, dann nehme ich mir die Zeit, mir das Bier im Bierglas zu genehmigen.

Mein Tagesablauf ist nicht strukturiert. Wozu auch? Ich sitze am Rechner, sortiere meine Softwaresammlung, auszumisten. Ich habe da viele Programme, noch aus den DOS Zeiten stammend, über die ganzen Jahre hinweg, gesammelten Programme. Vieles wird eh nicht mehr gebraucht und ist lange überholt. Viele der Programme muss ich installieren um zu sehen was das für Programme waren. Meine drei Rechner bringe ich da gewaltig durcheinander. Das ist für mich aber kein Problem. Ich mach auch was in der Wohnung. Mich um die Wäsche kümmern, Unterlagen sortieren und ausmisten. Doch mal dazu kommen Staub zu wischen, Ordnung in mein Chaos bringen. Geht alles ein bisschen langsam, ist ebenso. Ich habe ja Zeit. Auf dem Weihnachtsmarkt war ich auch. Muss mich dran gewöhnen, nur zu schauen und nichts zu kaufen zu können. Leider kommt mir da meine Lage ins Gedächtnis, in meine Gefühle, die Ausweglosigkeit, in der ich mich befinde.

Wieder ist ein notwendiger Aufenthalt in einer Psychiatrie ohne Besserung zu Ende gegangen. Wieder heißt es „Ich weiß nicht weiter“. Wieder musste ich erfahren, dass es bei meiner Behandlung nicht um mich geht, sondern dass gewinnbringend ausgerichtete Merkmale an erster Stelle stehen.
Auch in der Psychiatrie kam es zu nicht so günstig verlaufenden Nervenzusammenbrüchen. Vom Personal wird dies als Erpressungsversuch gewertet. Es ist mir mehrmals unmissverständlich gesagt worden. Das ich fertig bin und kein Schauspiel veranstalte, diese Möglichkeit wird gar nicht in Betracht gezogen. Bei der letzten Visite am Montag hatte ich auch einen psychischen Zusammenbruch. So ‘n Zusammenbruch ist für Alle sehr belastend. Ich fange ja an zu schreien und zu kreischen. Das ist schon Kontroll- und Beherrschungsverlust. Ich bleibe als unangenehmer Patient beim Personal in Erinnerung. Mir geht’s da so, wie Kapitän Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“. „Sie sind ohne Zweifel der schlechteste Patient von dem ich je gehört habe“. Antwort von mir: „Aber ihr habt von mir gehört“. Fluch der Karibik habe ich mir mehrmals angeschaut. Die optimistische Einstellung des Kapitän Jack Sparrow, selbst in brennzlichen Situationen finde ich bewunderungswert. Dafür gibt's

Entlassungsbericht

Diagnosen:

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0)
2. Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-1 0: F45.1)
3. Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61 .0)
4. Störung der Geschlechtsidentität (ICD-10: F64.0)

Frau Bergner wurde aufgrund von akuter Suizidalität zunächst auf unsere geschützte Akutstation aufgenommen und nach Stabilisierung und glaubhafter Distanzierung von Suizidalität auf unsere offen geführte Kriseninterventionsstation verlegt. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes erfolgten verhaltenstherapeutisch orientierte stützende Gespräche zur Stabilisierung sowie eine medikamentöse Einstellung. Wir empfehlen eine ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Weiterbehandlung. Im Hinblick auf die Behandlung ihrer Somatisierungsstörung nahm Frau Bergner Kontakt den Schön-Kliniken auf und erhielt bereits Vorschläge hinsichtlich spezialisierter Einrichtungen. Unsererseits erfolgte die Kontaktaufnahme zum SPDI Weißenfels (Frau Grube). Der Patientin wurde nahe gelegt, unmittelbar nach Entlassung aus unserer stationären Behandlung dort vorstellig zu werden. Zum Zeitpunkt der Entlassung bestand kein Anhalt für eine akute Eigen- und Fremdgefährdung. Ein ausführlicher Bericht folgt.

Entlassungs-Medikation:

Doneurin 25mg Tbl. 2-2-2-2
Atosil 25mg Tbl. 1-1-1-1
Zinkorotat 2Omg TbI. 1-1-1-0
Simvahexal 2Omg Tbl. 0-0-1-0

zu "akuter Suizidalität"

- ich bin nicht akut Selbstmord gefährdet und war es auch nicht. Ich leide unter körperlichen Beschwerden, welche zu hohen Ängsten geführt hat.

zu "Empfehlen psychiatrische und psychotherapeutische Weiterbehandlung"

- ob ich will oder nicht, ich habe hier keine Möglichkeit diesen Empfehlungen umzusetzen. Ich habe alles in meinem Ort und Umgebung abgeklappert.
Zudem gibt es für eine ambulante Psychotherapie keine Kostenübernahme
meiner Krankenkasse. Ich habe wegen Erfolgslosigkeit der letzten ambulanten
Psychotherapie (Verhaltenstherapie) eine Sperre.

zu "Schön Kliniken"

- ja, ich habe Unterlagen angefordert, ausgefüllt und an acht Kliniken gesendet. Bei diesen Kliniken handelt es sich um Kliniken der Psychosomatik.

Die Ärzte der Psychiatrie forderten mich auf einen Termin zum Vorgespräch in der psychosomatischen Station zu vereinbaren. Gemacht, getan und für zu krank für die psychosomatische Station befunden.
Zu krank für die Psychiatrie. Na !?

Bald drei Monate in dieser Psychiatrie und die Ärzte haben es nicht fertig gebracht, meine Blutwerte und Leberwerte durch zuschauen. Vier Tage vor Entlassung wird festgestellt, dass ich einen ungeheuer hohen Cholesterinspiegel habe. Diätessen wird verordnet und ein Medikament. Da kann ich nur noch

Wegen der Goldallergie, den anderen Allergien, der Schwermetallproblematik, Problembereich Zähne, usw., ich werde bis jetzt zu 100% abgewiesen. Bei der letzten Visite habe ich was von den feststellten körperlichen Untersuchungsergebnissen gesagt. Ich bin in ein Maß der Ablehnung geraten. Da bin ich so was von angeeckt. Körperliche Ursachen als Möglichkeit meiner Erkrankung zu erwähnen, das wird von den Psychoärzten als „Unmöglich, als Beweis psychisch krank zu sein“, gewertet.

Wegen der erhöhten Schwermetalle habe ich mir DMSA aus Luxemburg schicken lassen. Habt Ihr Erfahrungen mit diesem Mittel. Gibt es andere Bezugsquellen?
Vielleicht steht was in diesem Forum. Ich bin etwas erschöpft jetzt nachzuschauen.
Ich habe nachgeschaut. Erschreckend, deprimierend, nicht weiter lesen. Nun weis ich warum ich überall abgelehnt werde. Ärzte dürfen sich mit der Schwermetallproblematik nicht auseinander setzen.
Ich werde praktisch ver t.

An diesem Schreiben sitze ich mehrere Stunden. Immer wieder mache ich Pausen. Auch ein ausgedehndes gehört dazu.
Wieder ein Mamut Schreiben. Ich habe mir Zeit genommen dies optisch aufzupolieren.
Ich kann mir vorstellen, mit solch langen Mitteilungen, mit dem Lesen, Euch zu viel auf bürde.

Liebe Grüße an Alle Für alle, welche es schaffen dieses Scheiben bis hier her zu lesen, kommt jetzt die Belohnung.

Jennifer Sonnenstrahl ........ geht bald

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Dani ist offline
Themenstarter Beiträge: 457
Seit: 20.03.09
Hallo liebe Leute,

Wie immer bringen die Mundbeschwerden meine Psyche durcheinander. Um für mich was zu tun, gehe ich die Schwermetallentgiftung an. Ich habe mir DMSA schicken lassen. Habe Informationen über die Anwendung von DMSA eingeholt und wollte nach dem Cutter Protokoll loslegen.
DMSA und Gold. Ist Gold im Mund ist die Anwendung von DMSA verboten. DMSA kann nicht entgiften. Todesfälle sind bei der Anwendung von DMSA und Gold im Mund zu verzeichnen. Ich fand noch eine wissenschaftliche Erklärung was bei Anwendung von DMSA und Gold im Mund passiert. Es steht fest: DMSA kann nicht entgiften. Prima.
Dieses Gold im Mund machte mir schon mal einen Strich durch die Rechnung. In Rötz, eine Zweigstelle vom Umweltkrankenhaus Neukirchen, konnte bei mir nur ein Test auf Schwermetalle gemacht werden. Schwermetalle in doch schon hohem Maße wurden nachgewiesen. Die Entgiftung konnte nicht durchgeführt werden. Die Goldkronen in meinem Mund bekomme ich einfach nicht raus. Ich kann machen was ich will. Durch meine finanzielle Pleite habe ich nun nicht die Möglichkeit privat das Gold entfernen zu lassen.
Ich kann nun das DMSA im Schrank ganz hinten verstecken.
Wer da sagt, trotzdem entgiften. Nach dem was ich da gelesen habe, kein DMSA und ein DMPS.
Ich frage mich, wie geht’s denn da weiter mit mir. Muss ich die Qualen ertragen. Im Bett ausharren und auf den Tod warten.

Dies wird bestimmt der letzte Bericht in diesem Jahr sein.

Ich wünsche allen Menschen auf der Welt ein gutes erfolgreiches Jahr 2011.

Jennifer Sonnestrahl

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Guten Morgen Jenni
Ich habe hier das Buch von dem Heilpraktiker Uwe Kärstedt,
„entgiften statt vergiften“ vorliegen.
Da steht drinnen, dass man mit Biologo-Detox die Schwermetalle aus dem Körper bekommt.
Wenn dich das interessiert, dann schicke ich dir über PN mal die Adresse, wo du das bestellen kannst.
In diesem Buch stehen auch noch andere sehr gute Hilfsmittel drinnen.
Hier ist mal ein Video von Kärstädt.
Gute Besserung und trotz alledem einen guten Rutsch.
Lieben Gruß

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.787
Seit: 26.04.04
Hier gibt es einen Thread zu Uwe Karstädt:
http://www.symptome.ch/vbboard/amalg...vergiften.html

Liebe Grüße,
Malve

Krank und keine Diagnose, alles vielleicht von der Psyche?

Saloma ist offline
Beiträge: 560
Seit: 04.10.09
Hallo Malve
Danke, habe den Thread mal überflogen, die Leute sind irgendwie nicht so begeistert, wie ich lese.
Ich allerdings ja, da ich auch ne menge Erfahrung mit Kärstädt teile und vieles was ich selber schon wusste steht in dem Buch.
Gut, diese Aggressive Werbung kann man falsch verstehen, aber auf der anderen Seite, die Biologischen Mediziner müssen sich ja auch massive gegenüber den Pharmakonzernen verteidigen.
Lieben Gruß Saloma


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