Krankheit & Wiedergeburt

26.05.06 08:40 #1
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Krankheit & Wiedergeburt

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Chiara

ich denke, dass wir heute Gott sei Dank die Zeiten der körperlichen Züchtigung weitestgehend abgeschafft haben.
Das kommt darauf an, wer Du mit wir meinst und was Du unter körperlicher Züchtigung verstehst. Die körperliche züchtigung hat ja abgenommen wie Du erwähnst. Und die Jugendgewalt hat zugenommen. Komisch, oder?

Tatsächlich frage ich mich, was gibt mir, als Erwachsenen das Recht ein Kind, was ja unvergleichlich kleiner und schwächer ist, körperlich zu züchtigen?
Was gibt uns das recht, aus Strafe dem Kind Fernseher oder Fussball zu verweigern, es ins Kinderzimmer zu schicken (absonderung) etc etc.
Es gibt Kinder, welche die obgenannten Sachen sehr persönlich und als Liebesentzug deuten. Die Annahme, das eine Körperliche Züchtigung immer schlechter als eine andere Strafe sei, ist einfach nicht zutreffend. Gemäss einer Metaanalyse von Studien hat man festgestellt:
1. Kinder die körperlich gezüchtigt werden und wenig Liebe erfahren haben, hatten tendenziell eine "schlechtere" Persönlichkeit später.
2. Kinder welche ab einem gewissen Alter (glaube 10 oder 12) körperlich gezüchtigt wurden, haben auch bei liebevoller Erzeihung eine tendenziell etwas "schlechtere" Persönlichkeit als die Anderen.
3. Kinde welche nur vor dieasem Alter (10 oder 12) gezüchtig wurden, hatten tebdenziell eine "bessere" Persönlichkeit, als die die nie körperlich gezüchtigt wurden!
Wie bein allen Statistiken kann ma auch das nicht auf den einzelfall immer anwenden. Aber interessant ist die Tendenz schon.

Wenn das einen Erwachsenen ausmacht, dann denke ich, sollte er noch viel lernen was Achtung, Respekt und Wertschätzung anderen Menschen und ganz besonders unseren kleinsten u. schwächsten Mitbürgern gegenüber, anbelangt.
Aufgrund der obgenannten studien und auch sonst finde ich es nicht fair, wenn Du allen die dies tun, mangelnde Achtung und Wertschätzung anderen gegenüber vorwirfst. Gleichzeitig verurteilst Du auch viele Generationen vor uns, bei denen dies üblich war und die nebenbei wesniger Gewalt speziell weniger Kinder und Jugendgewalt hatten.

Wie kommst du darauf, dass Kinder Schläge als gerechte Strafe anerkennen können?
Kennst du wirklich niemand im deinem Umfeld, der nicht schon mal eine körperliche Strafe als Kind bekommen hat und sie als gerecht betrachtet?
Ausserdem ist eine Strafe immer etwas unangenehmes. Entweder für de Körper, oder die Psyche? Ist also psychische "Gewalt" besser als körperliche?

Jedoch brauchen manche Menschen dringend einen Schlüssel, damit sie diese Liebe erfahren dürfen. Bei vielen wurde es im Elternhaus versäumt den Schlüssel zur Liebe mitzugeben.
Zustimme. Einfach gesagt, wer nicht liebe erfährt, kann auch nicht Liebe geben. Also müssen sie die Liebe irgendwann irgendwie erfahren können.
Und das Geniale ist, Gott liebt uns alle mehr als wir uns vorstellen können.

Natürlich sollte man versuchen gewísse Defizite in einem gesunden Rahmen auszugleichen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich gerade in der jetzigen Zeit alle Lehrer, Erzieher u. auch Eltern regelrecht auf die Suche nach "Defiziten" machen. Ich denke der Ansatz ist nicht gesund, denn man vergißt in diesem System völlig, dass man viel besser fahren würde, die auffälligen Schwächen etwas auszugleich und die Stärken zu fördern. Alleine, wenn man bedenkt, was dieses defizitäre Denken für einen Energieeinsatz bedarf....
Finde dies gute Überlegungen und stimme gerne zu.

Zum Schulsystem: denke auch da hast du völlig recht. Das Problem ist nur, dass die gute schulung wie Du es beschreibst, schwierig umzusetzen ist.
Vieleicht am ehsten noch mit montesoriähnlichen Ansätzen. Abe denke Du hast Recht, m,an sollte zuminsdest versuchen, in diese richtung zu gehen.
ADS hingegen hat meiner Meinung damit kaum etwas zu tun. Es ist eine metabolische Störung die durch falsche Schulung nur verstärkt, aber nicht ausgelöst oder verursacht werden kann.

War interessant
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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chiara ist offline
Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo Beat,

Um welche Studie handelt es sich?

Gemäss einer Metaanalyse von Studien hat man festgestellt
Es würde mich schon sehr interessieren, da ich mir vor allem Punkt 3 nicht so vorstellen kann.

Aufgrund der obgenannten studien und auch sonst finde ich es nicht fair, wenn Du allen die dies tun, mangelnde Achtung und Wertschätzung anderen gegenüber vorwirfst. Gleichzeitig verurteilst Du auch viele Generationen vor uns, bei denen dies üblich war und die nebenbei wesniger Gewalt speziell weniger Kinder und Jugendgewalt hatten.
Ich finde es schon fair und meine meine Ausführung absolut ernst. Ich denke tatsächlich, dass wirklich niemand das Recht hat andere Menschen körperlich zu züchtigen, was für mich gleichbedeutend ist, mit Schaden zufügen an Leib und Seele. Mittlerweile ist diese Gewalt ja auch unter Strafe gestellt und ich finde zu recht. Leider wird es noch nicht konsequent genug zur Anzeige gebracht, vor allem im familiären Bereich. Was man seinen Kindern mit dieser Nichtanzeige antut, sollten manche Frauen einmal bedenken. Und zu deiner Frage:
Kennst du wirklich niemand im deinem Umfeld, der nicht schon mal eine körperliche Strafe als Kind bekommen hat und sie als gerecht betrachtet?
Es gibt Menschen in meinem Umfeld die diese Frage durchaus schon mit Ja beantwortet haben, jedoch nur solange, bis man sich mit diesen Menschen näher beschäftigt hat und etwas in die Tiefe geht. Ich war früher sehr aktiv in der Jugendarbeit und habe auch viele Gespräche mit drogenabhängigen Jugendlichen geführt. Von diesen Jugendlichen hat in der Tiefe seines Herzens wirklich niemand die körperliche Gewalt als gerecht angesehen. Selbstverständlich haben sie sich auch keine psychische Gewalt gewünscht, aber ich denke das ist bei dieser Diskussion "Äpfel mit Birnen" zu vergleichen. Auch denke ich kann man nicht damit argumentieren: Was gibt uns das recht, aus Strafe dem Kind Fernseher oder Fussball zu verweigern, es ins Kinderzimmer zu schicken (absonderung) etc
wenn es um das Wohl des Kindes gehen soll. Fernsehverbot kann z. B. sehr wohl im Sinne des Kindes sein, da ein Zuviel an Fernsehen mehr als schädliche Auswirkungen hat. Auch die Konsequenz mal kein Fußball zu spielen oder für eine gewiße absehbare Zeit ins Kinderzimmer zu gehen, wird das Kind auf Dauer nicht so schädigen, wie die körperliche Züchtigung. Dazu bedarf es dann schon eher seelischer Grausamkeiten, jedoch bedarf die Befähigung dazu meist sehr sadistischer Züge. Ich persönlich kann und will für die körperliche Züchtigung eines Kindes keine Entschuldigung finden, denn ich finde das ist und war auch nicht in Ordnung. Im übrigen gab es auch in früheren Jahren viele Kinder die niemals geschlagen wurden, auch in meinem Umfeld. Dies sind heute durch die Bank die zufriedeneren Erwachsenen mit wesentlich weniger psychischen Problemen. Ich denke die Eltern dieser Kinder hatten grundsätzlich eine andere Einstellung und Wertschätzung ihren Kindern gegenüber. Sie waren einfach froh und glücklich mit ihren Kindern, so dass für sie eine solche Handlung einfach nicht möglich gewesen wäre. Ich weiß sehr wohl, dass meine Worte recht hart sind, aber das ist durchaus gewünscht, denn vielleicht fühlt sich manch einer zu Recht angesprochen. Und das ist gut so, denn vielleicht regt es zum überlegen an. Es gilt die Verantwortung für das Tun zu übernehmen und nicht die Schuld gar in einem kleinen Kind zu suchen. Das paßt einfach nicht.

Es ist eine metabolische Störung die durch falsche Schulung nur verstärkt, aber nicht ausgelöst oder verursacht werden kann.
Das ist es, was ich gemeint habe. Ich habe nicht sagen wollen, dass ich denke, dass ADS durch das Schulsystem verursacht wird - es wird verstärkt. Auch ich sehe im Montessoriansatz die beste Lösung... aber wie gesagt - im Ansatz, denn alles was zu dogmatisch betrieben wird, sehe ich als nicht wünschenswert an.

Liebe Grüße

Chiara

Ach ja - zur Liebe noch kurz...
Und das Geniale ist, Gott liebt uns alle mehr als wir uns vorstellen können.
Leider erreicht diese Botschaft sehr viele Menschen nicht - vielleicht sollte man daran auch mal etwas ändern, denn ich könnte mir vorstellen, dass sich mancher Mensch besser fühlen würde, ob des Gefühls überhaupt geliebt zu werden.

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Gaby ist offline
Beiträge: 651
Seit: 14.05.05
Hallo Beat
Ich denke, hier gilt es zu unterscheiden, zwischen Kindern, die in einer nicht intakten Familie gezüchtigt werden und denen, die in einer Familie gezüchtigt werden, in der sie sich geliebt und akzeptiert fühlen.
Ein Kind, das sich in einer Familie geliebt und geborgen fühlt, kommt mit Sicherheit auch einmal mit einer körperlichen Züchtigung zurecht.
Wenn es das, was da mit ihm geschieht einordnen kann, ist es tolerierbar.
Es versteht dann, wieso dieses oder jenes passiert und verzeiht auch von Erwachsenen eventuell überschießende Reaktionen.
Wichtig ist nur, dass man mit den Kindern redet, sie als Gesprächspartner akzeptiert und ihnen zu erklären versucht, wieso dieses oder jenes passiert ist.
Kinder sind nicht dumm, sie verstehen auch die Emotionen der Eltern und können sich damit arrangieren.
Solange man sich die Mühe macht, seinen Kindern zu erklären, warum dieses oder jenes passiert, kann es gar nicht so schlimm sein.
Ein großer Fehler ist es, Kinder zu unterschätzen.
Sie suchen genau wie die Erwachsenen nach Erklärungen, für das was passiert.
Bekommen sie diese, können sie sehr viel leichter als angenommen damit zurechtkommen.

Liebe Grüße
Gaby

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Chiara

Es war eine Metaanalyse, dh man hat viele Studien miteinander verglichen. Man hatte vorher nämlich festgestellt, das diue studien unterschiedliche Ergebnisse liefern. Durch diese analyse hat man festgestellt, das keine Studie eigentlich falsch war, sondern das je nach Studie bzw innerhalb der studie nur andere Kinder (Alter) bzw andere Umgebung (liebevolle Erziehung oder eher nicht) betrachtet wurden.

Ich finde es schon fair und meine meine Ausführung absolut ernst. Ich denke tatsächlich, dass wirklich niemand das Recht hat andere Menschen körperlich zu züchtigen, was für mich gleichbedeutend ist, mit Schaden zufügen an Leib und Seele.
1. Sagt ist die Metaanalyse da differenzierter. Deine Mienung scheint also in Ihrer Absolutheit falsch zu sein.
2. Verurteilst Du praktisch alle Generationen vor uns. Wenn ich die Gewalt und speziell Jungendgewalt damals wie heute betrachte, ist es meiner Meinung mehr als frech, auf diese generationen mit dem Finger zu zeigen.
3. Fügt ein Klaps auf die Finger dem Körper keine nennenswerte Gewalt an (der Zahnarztbesuch tut mehr weh und gilt auch nicht als Gewalt) und der Seele fügt es keine oder zumindest weniger Gewalt an, als irgend eine andere Strafe.

Mittlerweile ist diese Gewalt ja auch unter Strafe gestellt und ich finde zu recht.
Diese absolute Aussage ist so richtig oder so falsch wie die die obige. In der Schweiz zB steht auf Kindermissbrauch und dazu gehört auch Prügel verboten, aber elterliche körperliche Züchtigung nicht.

Leider wird es noch nicht konsequent genug zur Anzeige gebracht, vor allem im familiären Bereich.
Also Gewalt anwenden bei denen?
Das sehe ich nebenbei natürlich differenzierter. Es errinnert mich schon etwas an totalitäre Regime, die ihre Vorstellungen was recht und unrecht ist, ohne irgendwelche Beweise auf andere mit Gewalt übertragen wollen. Nochmals, es gibt keine beweise das Kinder die von Ihren Eltern geliebt werden und die körperliche Züchtigungen erfahren haben, seelisch, charakterlich und sozial schlechter sind als die Anderen, im Gegenteil. Ist es also fair, das alle die es anders sehen, sich nach einer betreffend Wirksamkeit unbewiesenen Ideologie richten müssen?

Deine Beispiele mit Drogenabhängigen können stimmen, aber diese treffen kaum mit den von mir erwähnten überein. Lieblosigkeit, keine Zeit, Gewalt etc sind typische Sachen die Drogenabhängige durchgemacht haben. Wie erwähnt ist die körperliche Züchtigung für die Zukunft negativ, wenn kein liebevolles Umfeld da ist.

Selbstverständlich haben sie sich auch keine psychische Gewalt gewünscht, aber ich denke das ist bei dieser Diskussion "Äpfel mit Birnen" zu vergleichen
Oh nein, ist es nicht! Ein Kind das zB mehrfach bewusst vor dem Essen trotz Erklärung und Verbot in die Süssigkeiten greift, was machst Du denn da? Ein Klaps auf die Finger ist die körperliche Züchtigung. Welche Konsequenz ist den besser, mit weniger körperlicher und/oder seelischer "Gewalt"?

Fernsehverbot kann z. B. sehr wohl im Sinne des Kindes sein, da ein Zuviel an Fernsehen mehr als schädliche Auswirkungen hat.
Im Bsp geht es aber um eine konsequenz wegen einer bewusst falschen Handlung nicht wegen zuviel Fernsehen. Fernsehverbot kann seelisch grausam sein, da das kIND DANN DAS EINZIGE IN DER sCHULE IST, WELCHES die Jugendsendung XY nicht gesehen hat. Oder weil es so freudig sich auf etwas geferut hat, welches es jetzt nicht sehen kann, weil die mama es nicht mehr liebt. Etc Etc.

Auch die Konsequenz mal kein Fußball zu spielen oder für eine gewiße absehbare Zeit ins Kinderzimmer zu gehen, wird das Kind auf Dauer nicht so schädigen, wie die körperliche Züchtigung.
Das ist eine schlichte unbewiesene Behauptung. Ich kann Dir die Metastudie entgegen halten und zumindest einige Erfahrungen (zT eigene) mit den von Dir und mir aufgeführten Konsequenzen also mit beiden seiten, das dem nicht so ist! Ein auf das Zimmer schicken kann das Kind als persönliche Ablehnung empfinden (kenne persönlich so ein Kind) was seelisch schaden kann. Der Klaps auf die Finger unmittelbar nach dem Griff wird das Kind automatisch mit der Tat und nicht seiner Person in Zusammenhang bringen und hat keine seelische Schädigungen zur Folge. Der Klaps hat auch keine körperliche Schädigung zur Folge.

Dazu bedarf es dann schon eher seelischer Grausamkeiten, jedoch bedarf die Befähigung dazu meist sehr sadistischer Züge.
Absolut nicht. Ein Kind speziell wenn es klein ist, kann relativ schnell das Gefühl bekommen, seine Person wird abgelehnt. Deshalb haben kleine Scheidungskinder manchmal auch das Gefühl, sie seien Schuld an der Scheidung Ihrer Eltern.

Ich persönlich kann und will für die körperliche Züchtigung eines Kindes keine Entschuldigung finden,
Ich auch nicht, denn es gibt richtig eingesetzt keinen Grund sich dafüpr zu entschuldigen, was die metaanalyse auch aufzeigt. Zum Verständnis, damit ist nicht Prügel gemeint und anderes, welches ich absolut ablehne.

Im übrigen gab es auch in früheren Jahren viele Kinder die niemals geschlagen wurden, auch in meinem Umfeld. Dies sind heute durch die Bank die zufriedeneren Erwachsenen mit wesentlich weniger psychischen Problemen.
Deine verallgemeinende Behauptung (durch die Bank) widerspricht die seriöse Metastudie.

vielleicht regt es zum überlegen an
Finde harte Aussagen in Ordnung, aber Du solltest sie belegen können. Hoffe das meine Äusserungen Dich auch zum Überlegen anregen.

Es gilt die Verantwortung für das Tun zu übernehmen
Zustimme, gilt für das tun und nicht tun (zB antiautoritäre Erziehung) und nicht die Schuld gar in einem kleinen Kind zu suchen. Welche Schuld meinst Du da?

Betreffend ADS und Schule scheinen unsere Meinungen quasi deckungsgleich zu sein.

Liebe Grüsse
Beat, ein liebender Vater, der zur richtig angewendeten Züchtigung steht und der von seinen wundervollen Kindern ebenso wunderbar geliebt wird.

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Gaby

Ich denke, hier gilt es zu unterscheiden, zwischen Kindern, die in einer nicht intakten Familie gezüchtigt werden und denen, die in einer Familie gezüchtigt werden, in der sie sich geliebt und akzeptiert fühlen.
Das ist absolut richtig und ein entscheidender Punkt. Die erwähnte metastudie hat dies auch bestätigt.

Ein Kind, das sich in einer Familie geliebt und geborgen fühlt, kommt mit Sicherheit auch einmal mit einer körperlichen Züchtigung zurecht.
Das gilt für Schläge, bei denen jemanden sogenannt die Hand ausgerutscht ist (überschießende Reaktionen hast Du es genannt). Dies vertragen sie wie Du sagst, aber dies ist nicht gut und vertrete ich absolut nicht. Die körperliche Züchtigung (die die ich meine) sind bewusste Konsequenzen auf ein bewusst falsches tun des Kindes, wie der obige Klaps auf die Finger.

Wichtig ist nur, dass man mit den Kindern redet, sie als Gesprächspartner akzeptiert und ihnen zu erklären versucht, wieso dieses oder jenes passiert ist.
Ein großer Fehler ist es, Kinder zu unterschätzen.
Sie suchen genau wie die Erwachsenen nach Erklärungen, für das was passiert.
Bekommen sie diese, können sie sehr viel leichter als angenommen damit zurechtkommen

Das sehe ich auch so. gehe sogar weiter. Dies ist auch wichtig bevor es zum falschen Verhalten kommt, bzw das es möglichst nie zum falschen Verhalten kommt. Die Kinder haben ein Recht zu erfahren, wieso etwas nicht richtig ist, sie etwas nicht dürfen, wieso es die Konsequenzen gab oder eben auch wieso etwas passiert ist, wenn es nötig sein würde.
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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chiara ist offline
Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo Beat,

Diese absolute Aussage ist so richtig oder so falsch wie die die obige. In der Schweiz zB steht auf Kindermissbrauch und dazu gehört auch Prügel verboten, aber elterliche körperliche Züchtigung nicht.
In Deutschland ist die elterliche körperliche Züchtigung ein Straftatbestand und ich denke, das ist vollkommen in Ordnung so.

1. Sagt ist die Metaanalyse da differenzierter. Deine Mienung scheint also in Ihrer Absolutheit falsch zu sein
Bisher fehlt mir der absolute Beweis deiner Metaanalyse - so überzeugst du mich nicht ;-) Und ich sich sehe in meiner Meinung auch nichts falsche, sondern es ist so, dass ich z. B. meine Tochter achte und wertschätze und ich ihr deshalb weder einen Klaps auf die Finger gebe, noch auf den Popo, geschweige denn ins Gesicht. Ich frage mich immer noch: Mit welchem Recht? Würdest du einem erwachsenen Gegenüber auch eine Klaps auf die Finger geben, wenn er eine für dich nicht nachvollziehbare Handlung ausübt? Denk mal wirklich darüber nach? Wieso sollten wir das Recht bei unseren Kindern ausüben? Sie sind weder unser Besitz, noch sind Kinder in ihrer Grundstruktur so bösartig, dass man sie in irgendeiner Form körperlich züchtigen müßte. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass wir Eltern die Kinder erst zu gewißen Taten anregen. Ist nicht alles ein Spiegel? Wenn wir uns über Kind so fürchterlich aufregen, müssen wir uns dann nicht auch fragen, wieso regt uns das jetzt so auf - erkennen wir darin nicht vielleicht ein paar Anteile von uns die wir nicht annehmen können?

Das ist eine schlichte unbewiesene Behauptung. Ich kann Dir die Metastudie entgegen halten und zumindest einige Erfahrungen (zT eigene) mit den von Dir und mir aufgeführten Konsequenzen also mit beiden seiten, das dem nicht so ist
...hmmm - der Beweis der Metastudie steht ja auch noch aus und vielleicht setzt du deinen Ehrgeiz darein mir diese Studie zu präsentieren - wäre wünschenswert. Ansonsten ist diese Studie nämlich genauso viel oder wenig wert wie meine Erfahrungswerte.

Absolut nicht. Ein Kind speziell wenn es klein ist, kann relativ schnell das Gefühl bekommen, seine Person wird abgelehnt. Deshalb haben kleine Scheidungskinder manchmal auch das Gefühl, sie seien Schuld an der Scheidung Ihrer Eltern.
Ich gebe dir recht, dass Kinder sehr schnell die Schuld in ihrer eigenen Person suchen, jedoch hat ein sadistisches Verhalten der Eltern nichts mit Scheidungskindern zu tun - oder denkst du dass die Eltern sich aus sadistischen Beweggründen scheiden lassen?

Ich auch nicht, denn es gibt richtig eingesetzt keinen Grund sich dafüpr zu entschuldigen, was die metaanalyse auch aufzeigt. Zum Verständnis, damit ist nicht Prügel gemeint und anderes, welches ich absolut ablehne.
Wobei wir wieder beim Beweis wären... aber selbst wenn dem so sein sollte und irgendeine Studie hat irgendwann einmal belegt, dass es in Ordnung ist, seine Kind in leichter Form körperlich zu züchtigen... ist das wirklich die Absolution??? Kann man dann die Verantwortung auf eine Studie abschieben, dass man sein Kind geschlagen hat? Das ist doch wirklich zu einfach... Wenn ich mal davon ausgehe, dass ich als Erwachsener nicht nur einige Jahre Wissens- und Erfahrungsvorsprung habe, so bin ich auch körperlich mindestens einen halben bis einen Meter größer als mein Kind was ich züchtige, wiege etliche Kilos mehr - bin ihm also in jeder Hinsicht komplett überlegen. Ist es da richtig mit Mitteln wie Schläge und sei es auch nur der berühmte Klaps, zum Ziel zu kommen? Wie würdest du es denn sehen, wenn ein kräftiger Erwachsener einen Hänfling dazwischen hätte und mehrfach auf die Finger hauen würde, weil dieser ihm gerade mal nicht zu Willen war? Also es ist verdammt einfach sich auf einer Metastudie auszuruhen. Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen.... sorry

Finde harte Aussagen in Ordnung, aber Du solltest sie belegen können. Hoffe das meine Äusserungen Dich auch zum Überlegen anregen.
dito

Aber hier einige von mir:

und hier einige Aussagen von UNICEF zu diesem Thema:

Körperstrafe - Wikipedia

Todesfälle bei Kindern durch Misshandlungen und Vernachlässigung in den Industrieländern
Zusammenfassung der internationalen Vergleichsstudie
„Child Maltreatment Deaths in Rich Nations“
UNICEF-Innocenti Report Card Nr. 5
Florenz, August 2003

Zentrale Ergebnisse:

In den OECD-Ländern sterben jedes Jahr rund 3.500 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen körperlicher Misshandlung und Vernachlässigung. Jede Woche sind dies in Deutschland und England zwei Todesfälle, in Frankreich drei, in Japan vier und in den USA 27.
Das Risiko ist für kleine Kinder am größten. Für Kinder unter einem Jahr ist es dreimal so hoch wie für die Altersgruppe der Ein- bis Vierjährigen. Diese wiederum haben immerhin noch ein doppelt so hohes Risiko wie die Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren.
In einer kleinen Gruppe von Ländern (Spanien, Italien, Irland und Norwegen ) kommen Todesfälle auf Grund von Misshandlungen eher selten vor. In fünf Ländern (Belgien, Tschechien, Neuseeland, Ungarn und Frankreich) liegt die Rate pro 100.000 Kinder vier bis sechs mal höher. In drei Ländern (USA, Mexiko und Portugal) ist sie sogar zehn bis 15 Mal höher.
Unterschiedliche Definitionen von „Kindesmisshandlung“, uneinheitliche Erfassung von Todesfällen sowie das Fehlen einer international akzeptierten Forschungsmethodik führen dazu, dass das wahre Ausmaß von Kindesmisshandlung von den Statistiken nicht erfasst wird.
Insgesamt scheint allerdings die Zahl der Todesfälle von Kindern aufgrund von Misshandlung und Vernachlässigung in der Mehrzahl der Industrieländer zu sinken.
Die Länder, mit niedrigen Todesraten haben auch insgesamt niedrige Mordraten bei Erwachsenen. Umgekehrt weisen die Länder mit hohen Todesraten aufgrund von Misshandlungen bei Kindern auch hohe Mordraten bei Erwachsenen auf.
Kindesmisshandlungen sind sehr häufig mit Armut und Stress in den Familien – verstärkt durch Drogen- und Alkoholmissbrauch – verbunden.
Sieben Industrieländer (Österreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Island, Norwegen und Schweden) haben Gesetze erlassen, die explizit die körperliche Züchtigung von Kindern verbieten.
nachzulesen unter diesem Link: UNICEF - Studie
eine weitere aussagekräftige Seite: Karin Kortmann: Kinder

Gerne kann ich dir weitere aufführen, aber jeder ist nur für das empfänglich was er lesen will. Tatsächlich werden wir wohl was die körperliche Gewalt insgesamt und im besonderen bei Kindern auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Ich finde es nach wie vor für einen Erwachsenen würdelos und bar jeder christlichen Einstellung einem Kind solches anzutun.

Liebe Grüsse

Chiara, die ihre Tochter noch nie gezüchtigt hat, weder zur rechten noch zur unrechten Zeit... ebenso wie mein Mann und alle unsere Freunde ;-) Vielleicht fehlt uns dafür auch die entsprechende Denkstruktur.

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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo,

die Wendung in der Diskussion ist mir vorhin aufgefallen. Vielleicht kann über das Thema "Züchtigung"
hier weiter gesprochen werden: http://www.symptome.ch/vbboard/nachd...html#post61886

Leòn

Krankheit & Wiedergeburt

chiara ist offline
Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo Leòn,

ich habe eben ein neues Thema eröffnet zu diesem Thema, da auch mir die Wendung aufgefallen ist. Wobei ich persönlich durchaus die Theorie vertrete, dass körperliche Züchtigung zu Krankheit führen kann, die man nicht in diesem Leben verarbeitet bekommt ;-) Aber gut - du hast recht und die Themen verselbständigen sich manchmal. Aus diesem Grund - das neue Thema.

Liebe grüße

Chiara

Krankheit & Wiedergeburt

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Chiara

In Deutschland ist die elterliche körperliche Züchtigung ein Straftatbestand
Das weiss ich, habe auch nichts anderes geschrieben. Habe auch bei dIESEM pUNKT DEINE ABSOULUTE AUSSAGE (ES IST VERBOTEN) RICHTIGGESTELLT.

Vorweg zur Ausgangelage.
Ich bin völlig gegen Prügelund jeglichen Liebesenzug gegenüber den Kindern. Es geht also nicht um die Diskussion Prügel ja oder nein, sondern ob zB ein Klaps auf die Finger bei einem jüngeren Kind schlecht bzw schlechter ist, als es auf das Zimmer zu schicken, das Nachtessen zu verweigern oder itgend eine andere konsequenz.

Einerseits fehlt Dir der Beweis der Metaanalyse, andererseits schreibst Du unter weiter, dass du sogar dann sie nicht akzeptieren würdest. Ich finde Du bist gar nicht bereit, auf das Thema bzw auf meine Argumente einzugehen. Das Unicef-Zitat ist ein Indiz dafür. Bei dem geht es um Misshandlung (die ich vlöllig ablehne) und um Vernachlässigung (was ich auch klar ablehne). In diesem Bericht geht es nicht um einen Klaps auf die Finger.
Übrigens solltest du und nicht ich den Beweis erbringen, dass zB ein Klaps auf die Finger schlecht bzw schlechter ist als das was Du tust. Ich sage nicht das was Du tust sei schlecht und schon gar nicht verurteile ich es. Du tust es aber, also solltest du den beweis erbringen.
Ich gebe dir recht, dass Kinder sehr schnell die Schuld in ihrer eigenen Person suchen, jedoch hat ein sadistisches Verhalten der Eltern nichts mit Scheidungskindern zu tun - oder denkst du dass die Eltern sich aus sadistischen Beweggründen scheiden lassen?
Nein, tun sie nicht, so wie es Eltern gibt, die nicht aus sadistischen Grübnden Ihrem Kind einen Klaps auf die Finger geben.

Ich frage mich immer noch: Mit welchem Recht? Würdest du einem erwachsenen Gegenüber auch eine Klaps auf die Finger geben, wenn er eine für dich nicht nachvollziehbare Handlung ausübt?
Würdest Du einem Erwachsenen gegenüber vorschreiben, wann er zu hause sein muss? Wo er am Abend hingehen darf? Wo er Ferien verbringen muss? Wer er besuchen muss? In auf das Zimmer schicken, wenn er eine Dir nicht nachvollziehbare Handlung ausübt? Ihn festhalten, wenn er in eine andere richtung geht, als Du für richtig hälst? Etc Etc.

Tatsächlich bin ich der Meinung, dass wir Eltern die Kinder erst zu gewißen Taten anregen. Ist nicht alles ein Spiegel? Wenn wir uns über Kind so fürchterlich aufregen, müssen wir uns dann nicht auch fragen, wieso regt uns das jetzt so auf - erkennen wir darin nicht vielleicht ein paar Anteile von uns die wir nicht annehmen können?
Schön gesagt, und stimmt oft. Die Frage steht aber immer noch im Raum, was mache ich bei einem Vergehen des Kindes?

Kann man dann die Verantwortung auf eine Studie abschieben, dass man sein Kind geschlagen hat?
Nein das tue ich auch nicht. Es ist aber ein Beweis, dass das was andere Eltern machen und Du völlig verurteilst, vielleicht eben nicht schlechter ist, als das was Du machst.

bin ihm also in jeder Hinsicht komplett überlegen.
Genau. Aus dieser Überlegenheit kannst du ihm Sachen verweigern, es auf das zimmer schicken, es isolieren oder sonst wie strafen. Ob Klaps oder sonst was, immer kannst Du dies aus Deiner Überklegenheit machen und wir sollten dabei an unsere Verantwortung denken.

Deine links beziehen sich entweder auf Misshandlung / Vernachlässigung und sind wie du selber schreibst, reine Aussagen. Es gibt Aussagen die Zb Begründen, wieso Farbige weniger wert sind als weisse und viele andere Aussagen. Wo sind die Beweise?

Gerne kann ich dir weitere aufführen, aber jeder ist nur für das empfänglich was er lesen will.
Chiara, bist nicht Du diejenige, die nur für Klaps = Misshandlung = Vernachlässigung = Lieblosigkeit ansprechbar ist? Dies obwohl ich mehrfach betonte das ich gegen Lieblosigkeit, vernachlässigung und misshandlung bin. Es wäre schön wenn du Dir zumindest mal die Mühe machen würdest, überhaupt in eine andere Sicht sich hienainzudenken und dir danach ein Urteil zu bilden. Die Metastudie war vor einigen Jahren übrigens im Folio eine beilage der neuen Züchre Zeitung, wenn es Dich wirklich interessiert.
Nochmals Du verurtielst gewisse Leute auf das Schärfst, ohne überhaupt zu kennen um was es geht und ohne Beweise etc anführen zu können, rein auf Deiner Einschätzung. Es gab viele leute die rein auf Ihrer Einschätzung sachen machten und anderes verurteilten. Manchmal ist die eigene Einschätzung falsch, oder zumindest nicht ganz richtig. Oder ist dies bei Dir anders?
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso


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