Psyche und Körper

02.05.06 14:59 #1
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Wolfgang Jensen ist offline
Gesperrt
Beiträge: 832
Seit: 16.03.06
Hallo Freunde der Ursachensuche!

Der Begriff "Psychosomatisch" wird hier häufig benutzt, wenn es darum geht, sich über inkompetente Ärzte auszulassen - die medizinisch keine Ahnung von bestimmten Zusammenhängen haben und dann über die psychosomatische Schiene auf den Psychiater/Therapeuten verweisen. Wenn ich das richtig verstanden habe, wir den Betroffenen mit dieser "Diagnose" nicht nur nicht geholfen, sondern vielmehr geschadet.

Was ich wahrnehme ist: einige vertreten den Standpunkt, der Körper wirke auf die Psyche ein; andere vertreten den Standpunkt, die Psyche wirke auf den Körper ein. In diesem Thema möchte ich versuchen, die beiden Standpunkte miteinander zu verknüpfen, die Vertreter ihrer Standpunkte miteinander zu versöhnen.

Nach meiner Auffassung besteht zwischen Psyche und Körper eine interaktive Beziehung. Um das Geflecht aus Ursache und Wirkung zu entwirren, brauchte es eigentlich ein klares Bild von der Psyche, welche Aufgaben sie zu erfüllen hat. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es in der von mir erstellen Funktionsstruktur über 30 (dreißig) verschiedene und sehr komplexe Aufgaben.

Aber hier geht es mir vorerst darum zu verstehen, daß weder die Psyche noch der Körper für sich alleine existieren können, bzw. keines der beiden Elemente des menschlichen Systems für sich alleine einen Sinn macht.

In diesem Sinn grüßt Euch Wolfgang

Psyche und Körper

Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Ja, natürlich.

Ein Traum wäre ein Arzt, der auch Heilpraktiker und auch noch Psychologe ist. Das wäre perfekt... Nur leider, ich glaube, so was gibts nicht (oder fast nicht)

Ich hatte eine ganz liebe Bekannte, die sowohl als Arzt sowie als Heilpraktiker ausgebildet war und noch dazu ein unheimlich einfühlsamer Mensch war, wenn auch nicht als Psychologe ausgebildet. Sie zu kontaktieren war immer eine unheimliche Bereicherung.

Leider ist sie vor mehreren Tagen gestorben.

Anne

Psyche und Körper

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Wolfgang

Deinen Ausführungen im wesentlichen zustimme. Psychosomatisch ist aber alleine noch nicht negativ, da dies ja möglich ist, dh die Leiden kommen vor allem, weil die Psyche Verletzungen bekommen hat.



Psychosomatisch wird aber zu oft "diagnostiziert" da das Gegenteil (mit wenig vernachlässigbaren Anteil), oder eben beides miteinader mit ähnlichem Anteil am Problem beteilgt sind
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Psyche und Körper

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Anne

In der Schweiz gibt es jetzt einen solchen Arzt
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Psyche und Körper

Wolfgang Jensen ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 832
Seit: 16.03.06
Grüß Dich, Anne!

Für mich wäre ein Traum, daß der Mensch nicht nur sein eigener Arzt sein kann (und er kann das!) - sondern daß er sich selber so gut versteht, daß er gar nicht erst krank wird, bzw. sich gar nicht krank machen läßt.

Wie Du weißt, bin ich mit einer Heilpraktikerin befreundet, die auch zehn Jahre Psychiatrie-Erfahrung hat. Die lebt noch, und jede Begegnung mit ihr ist für mich auch eine Bereicherung. Durch sie bin ich erst auf die Idee gekommen, mich mit der Psyche zu beschäftigen - wir gründeten damals eine Depressiven-Selbsthilfegruppe.

In meinem Thema möchte ich gerne darüber sprechen, wie Menschen ein eigenes Wissen über ihr Funktionieren bekommen können, damit sie sich selber helfen. Nach meiner Auffassung hat allein schon der Schritt dahin, "Sich-Selbst-heilen-zu-wollen, eine heilende Wirkung. Der Schritt besteht nur darin, einen kleinen Schalter im "Geist" zu betätigen:

ich kann - und ich will.

Dann kommt vieles von ganz allein. Aber solange jemand damit übereinstimmt, daß er ohne "Fremde Hilfe" nicht gesund werden kann, verfestigt sich seine Bedürftigkeit nur.

Ganz liebe Grüße an Dich von Wolfgang

Psyche und Körper

Wolfgang Jensen ist offline
Themenstarter Gesperrt
Beiträge: 832
Seit: 16.03.06
Beat, hallo, Du bist mit Deinen Beiträgen schneller als ich gewesen - dank Dir für Dein Mitmachen.

Ich hatte nur gefühlt, das allein die Wahrnehmung einiger, auf die Psychosomatische Schiene geschoben zu werden, schon negative Emotionen (Ängste?) in ihnen auslöste. Mit "Psyche" kann eben nicht jeder locker umgehen!

An dich, Beat, auch an Anne: ich möchte hier weniger Eure Zustimmung, sondern viel mehr Eure Auseinandersetzung mit einem Thema, das mir sehr wichtig ist.

Zwar heißt es: Gesunder Geist - gesunder Körper; wir sind hier jedoch in einem Zwischenthema, das die Fragen stellt:

Kann der Körper krank werden, wenn die "Psyche" gesund ist? Und:

Kann die Psyche (Verhalten und Stimmung) krank werden, wenn der Körper gesund ist?

Ich fühle, wir sind hier auf einem "richtigen" Weg.

Liebe Grüße Wolfgang

Psyche und Körper

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Wolfgang

An dich, Beat, auch an Anne: ich möchte hier weniger Eure Zustimmung, sondern viel mehr Eure Auseinandersetzung mit einem Thema, das mir sehr wichtig ist.

Tut mir leid, da kann ich nicht dienen. Kann mich mit Dir in diesem Punkt nicht auseinander setzen, da ich mit Deiner Meinung übereinstimme. Wer es aber trotzdem versuchen... smile

Kann der Körper krank werden, wenn die "Psyche" gesund ist?
Ja. Bsp: Wir bekommen oft auch schon körperliche Belastungen, Gendefekte etc etc mitvererbt. Ausserdem wenn die ernährung und das Umfeld (Hygiene) nicht stimmt.
Eine gesunde Psyche ist prägt den Körper/Immunsystem, dadurch wird er wesentlich resistenter gegen Krankheiten.

Kann die Psyche (Verhalten und Stimmung) krank werden, wenn der Körper gesund ist?
Kurzfristig ja. Die Frage wäre m. Erachtens , kann er auch langfristig anhaltend krank werden?
Meine ja, da es auch Einwirkungen aus dem geistigen (okkultem) Bereich gibt, oder auch durch Unvergebenheit.
Auch hier gilt, der egsunde Körper ist resistenter gegen psychsiche "Angriffe"
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Psyche und Körper

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo,

meiner Meinung nach stehen Körper und Psyche natürlich in einer Wechselbeziehung.

Und der Begriff „psychosomatisch“ wäre auch nicht unbedingt negativ, wenn nicht für viele Kranke die Diagnose „psychosomatisch“ im Endeffekt negative Auswirkungen hätte.
Bei dieser Diagnose wird meist nicht mehr weiter nach den wahren Ursachen der Erkrankungen gesucht und Amalgamvergiftungen oder andere Umwelterkrankungen bleiben so unerkannt.

Ist der Körper krank, hat dies natürlich Auswirkungen auf die Psyche. Der Kranke hat Schmerzen, vielleicht berufliche Einschränkungen, auf vieles muss verzichtet werden, und viele andere Beeinträchtigungen entstehen. Natürlich leidet dann auch die Psyche, meist bei den chronischen Erkrankungen sehr stark.

Im umgekehrten Fall, ist es doch genau so. Ist die Psyche krank, sei einmal dahingestellt warum!.
Vielleicht sind es Probleme in der Familie oder Kindheit, im Beruf, der Schule usw.
Dann wird das Immunsystem geschwächt und der Körper wird anfälliger für Krankheiten.

Das sind aber alles nur sekundäre Probleme.

Fakt ist nämlich, Amalgam ist giftig und schädigend. Ist der Körper einer Kummulation damit ausgesetzt, helfen weder irgendwelche Psychotherapien, Yogaübungen , Entspannungsübungen und sonstige Therapien. Die einzige Alternative ist die konsequente Giftbeseitigung.

Liebe Grüße
Anne S.

Psyche und Körper

Ulli ist offline
Beiträge: 12
Seit: 26.07.05
Kann der Körper krank werden, wenn die "Psyche" gesund ist?

Ich verstehe die Frage nicht so richtig : Was ist mit "krank" gemeint?
Wenn man z.B. in Hiroshima oder um Tschernobyl herumfragt...?

Oder präzisiert: wo fängt an / hört auf der (unentrinnbare -> Nagasaki) äußere Einfluss? Ist der Armbruch, den mir ein mich umreißender Radfahrer vermittelt, eine Folge meiner "unvollkommener" Psyche, der vermeidbar gewesen wäre bei entsprechend gesunder "mental attitude"?

Ich halte eine ganzheitliche Sicht des Menschen für sinnvoll.
Daraus folgt unmittelbar die Wechselbeziehung zwischen Körper, Geist, Seele und allen weiteren möglichen, uns vielleicht noch gar nicht bekannten Instanzen. Für eine Trennung im Sinne einer allgemein und für jeden gültigen Hierarchie (ist die Psyche ok haben Krankheiten geringere Chancen oder umgekehrt) sehe ich weder Anlass noch Notwendigkeit. Jeder Mensch hat seine Krankheit bzw. Gesundheit.

Ob es eine findbare Ursache gibt und sich dieser anzunähern, ist ursprünglichstes Anliegen dieses Forums.

Aus ganzheitlicher Perspektive halte ich es für einen Fehler und für vermessen, Psyche oder Körper oder sonst was eine allgemeingültige Priorität zuzuschreiben.

Dass es Menschen gibt, die für sich eine optimale und praktikable Antwort gefunden haben, bestreite ich nicht: Im Gegenteil, ich beglückwünsche sie neidvoll.

Liebe Grüße

Ulli

Psyche und Körper

Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Anne S. hat eigentlich schon alles gesagt, was ich auch sagen würde. deshalb will ich nur ergänzen.

Um es noch etwas anschaulicher zu machen (ihr wisst ich mag solche ausschließlich theoretischen Erörterungen nicht so)

1. Die ersten 6 Jahre lebte ich neben einem großen stinkenden Chemiewerk, was auch jede Menge Dreck aus dem Schornstein gewirbelt hat. Trotzdem habe ich die Zeit als wunderschön und ausgesprochen harmonisch in Erinnerung, da das Umfeld unheimlich liebevoll war. Eine Oase in all dem Schmutz. Der Psyche gings mit Sicherheit prima.

Möglicherweise wurde aber trotz allem der Grundstein für manche spätere Erkrankung gelegt. Gesund war das mit Sicherheit nicht. Vielleicht steckt mir sogar jetzt noch das eine oder andere im Körper, was ich damals eingeatmet hab, von Amalgam und Co, womit ja vieler meiner Zähne gefüllt wurden mal ganz zu schweigen.


2. Ich glaube schon, dass die Psyche krank werden kann, auch wenn der Körper gesund ist. So richtige Schicksalsschläge sind mir aber zum Glück bisher erspart geblieben . Wann ist man psychisch gesund... Das wäre dann schon die nächste Frage.

3. Über eine Formulierung von dir bin ich kürzlich gestolpert. Ich will sie nochmal vor holen. "Laß es geschehen und sorge Dich nicht - traurig sein ist kontraproduktiv" Oh da könnte man lange darüber diskutieren.. Ich bin ein Mensch mit einer gewaltigen Spanne zwischen Glücklichsein und Traurigsein, lebe dadurch sehr intensiv, bin aber vielleicht eher ein Kanditat für Magengeschwüre (hatte ich aber noch nicht) oder ähnliches . Aber auch diese riesige Spannbreite gehört für mich zum Leben einfach dazu. Der Versuch, sich Trauer nicht einzugestehen würde für mich so etwa das gleiche bedeuten wie "Jungs weinen doch nicht" (du weißt sicher wie ich das meine) und würde mich sicher zusätzlich krank machen.
Lass es geschehen... es ist schlimm zusehen zu müssen, wie es mit einem abwärts geht. Gerade mit dem Kind viele Dinge machen zu wollen, die manchmal einfach nicht zu schaffen sind, weil man eben in den letzten Wochen so abwärts geschlittert ist. Würde es nur um mich gehen und ich nicht arbeiten würde, könnte ich mich paar Wochen auf die Couch legen in der Hoffnung, dass es dann besser geht und versuchen mich selbst zu heilen. Aber mein Sohn wird nicht mehr beliebig lange bei mir sein. Wenn wir gemeinsam was machen wollen, dann jetzt, sonst ist es vorbei. Und es macht mir einfach wirklich sehr viel Freude...

Ja wie lange hält der Körper ohne Nahrung und trinken aus? Ich weiß es nicht so genau. Wie lange hält ein Körper fast ohne Vitamin B6 durch? Ich weiß es auch nicht. Ich weiß, dass manche Menschen durch Fasten sich gestärkt fühlen, Werden sie es auch bezüglich Fastens von B6? Ich glaub nicht wirklich. Jetzt wo ich weiß, was fehlt, würde es mir wie Nahrungsverweigerung vorkommen. Warum ich krank geworden bin weiß ich nicht, ich werde später mal dazu recherchieren, aber dazu habe ich jetzt keine Kraft.
Später mal bestimmt. Ein gebrochener Arm muss schließlich auch erstmal geschient werden. Dann kann man später mal über die Ursache des Sturzes nachdenken.

Anne


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