Esstörungen - Leben hat Gewicht

13.12.07 21:11 #1
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Esstörungen - Leben hat Gewicht

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Uta,

ich betrachte nicht nur die jetzigen Kinder, sondern die jetzigen Erwachsenen die als Kinder "leicht/mäßig übergewichtig" waren.... und wenn man sich diese Anschaut läßt sich sehr wohl erkennen was bei Ihnen "falsch gelaufen ist" und was man besser anders machen sollte....

Bei starkem Übergewicht im Kindesalter sollte neben den Hormonwerten auch auf psychische Belastungen geachtet werden - nicht umsonst sind ca. 80% aller PTBS Betroffenen Übergewichtig bis extrem Adipös, da sich eine PTBS insbesondere in der frühen Kindheit auf sehr viele Stoffwechselbereiche auswirkt. Von den restlichen ca. 20% sind wiederum 90% untergewichtig mit Magersuchtstendenzen.

Eine "Ausgewogene" und "individuell gesunde" Ernährung ist sicherlich gut und richtig - nur die Frage dabei ist: Was ist ausgewogen und individuell gesund?
Die "standartempfehlungen" berücksichtigen da zu wenig das "individuelle".

Bezüglich der Tageskalorienmengen, sind unterschreitungen mit 1200cal/Tag und weniger bei Teenagern sicherlich im Gefahrenbereich - darunter kann ich es nicht sagen, weiß jedoch das Tagekalorien von 200-400 sicherlich zu "Wenig" sind und die Gefahr schon im Kindesalter eine "Altersdiabetes zu entwickeln" enorm steigern. Unabhängig vom "Ausgangsgewicht" des Kindes.
Wobei, Hungern für Kinder grundsätzlich eine sehr hohe gefahrenquelle ist und eine "Garantie" für steigendes Übergewicht im Erwachsenenalter....
Und Kinder (gerade Übergewichtige) hungern zu lassen ist gar nicht so selten wie man im allgemeinen vielleicht meint.

Liebe Grüße,
Cailly *selbst Betroffene*

Esstörungen - Leben hat Gewicht

Kathy ist offline
Beiträge: 3.388
Seit: 06.03.07
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Es ist doch nicht ohne Grund so, daß es im letzten Krieg und kurz danach fast keine Diabetiker in Deutschland gab. Als aber dann das "große Fressen" anfing, stieg auch die Zahl der Diabetiker rasant an.
Gruss,
Uta
ich bin auch der Meinung, dass Menschen in Deutschland nie gesunder waren als nach dem Krieg, mit Ausnahmen. Das zeigt doch, dass der menschliche Organismus viel weniger Nahrung braucht, als ihm heute oft zugeführt wird. Auch heute leben noch einige Eltern meiner Mitschüler, die jetzt Mitte 90 sind. Also gab es auch keine langfristig negativen Auswirkungen. Es ist nur leider sehr schwer, dem Überangebot zu widerstehen - abgesehen vom Schlankeitswahn.

Gruss
Kathy

Esstörungen - Leben hat Gewicht

pita ist offline
Beiträge: 3.142
Seit: 08.04.07
GEO 4/07 "Was den Menschen prägt - Wo die Macht der Gene endet. Was die Umwelt aus dem Körper macht. Wie Ernährung auf das Erbgut wirkt":
Dabei zeigte sich, dass die Enkel von Männern, deren Kindheit in eine Zeit des Überflusses fiel, mit grösserer Wahrscheinlichkeit Diabetes entwickelten - verknüpft mit dem höheren Risiko eines frühen Todes. Das galt jedoch nur für die männliche Linie, die Enkeltöchter blieben verschont. Sie wiederum waren betroffen, wenn sich ihre Grossmutter väterlicherseits überreich ernährt hatte. In diesem Fall kamen die Enkelsöhne gesund davon.
Interessant, hilft im "Jetzt" aber nicht wirklich weiter .
Da gilt es, aus der vorhandenen Situation, mit den vorhandenen Kräften das Beste zu machen.

Liebe Grüsse
pita

Esstörungen - Leben hat Gewicht

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Kathy,

wie "schlank" sind diese jetzt 90jährigen denn?
wie "gesund" waren sie seitdem?
wie viele "diäten" haben sie gemacht?

Und zu den vielen "gesunden" nach dem "krieg" - wieviele "nicht gesunde" sind wohl während des Kriegs allein aufgrund schlechter Versorgung gestorben? *nur so am Rande* Wenn die "kranken" Menschen aussortiert werden ist die betreffende Generation zwangsläufig sehr viel "gesünder" wie die Generationen wo dies "nicht!" stattfindet

Cailly

Esstörungen - Leben hat Gewicht

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Pita,

ja das ist schon blöd, wenn die eigene Ernährung wenig mitspielt sondern die der "Groß" generation (2 davor)....

Bei gentischer Disposition ist es jedoch so das man durchaus geringen Einfluß hat; je ausgeglichener (kein Hungern, kein Überessen) man sich selbst Ernährt, desto größer die Chance das es lange bis zum Ausbruch einer Diabetes dauert.

Aber das ist wie bei allen Krankheiten:
ausgewogene Ernährung (die man gut verträgt) und wenig Streß halten Gesund - eine schon sehr alte Theorie....

Liebe Grüße,
Cailly

Esstörungen - Leben hat Gewicht

Oregano ist offline
Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Hallo pita,
früher war der Stand des Wissens, daß Diabetes jeweils eine Generation überspringt, daß er also vom Großvater auf den Enkel übergehen kann.
Das stimmt früher schon nicht, aber heute weiß man, daß es nicht stimmt. Wenn die erbliche Anlage zum Diabetes in der Familie liegt, dann ist es gut möglich, daß er Familienmitglieder "trifft", obwohl die beste Voraussetzungen haben, ihn nicht zu kriegen.

Gruss,
Uta

Geändert von Oregano (16.12.07 um 19:16 Uhr)

Esstörungen - Leben hat Gewicht

pita ist offline
Beiträge: 3.142
Seit: 08.04.07
Hallo Uta

Dann präzisiere ich mal die Grundlage dieser Aussage:
Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass epigenetische Vererbung auch beim Menschen auftritt. Im November 2005 präsentierte Marcus Pembrey, Genetiker am Londoner Institute of Child Health, auf einer Konferenz an der Duke University Aufsehen erregende Belege für diese Theorie. Er hatte gemeinsam mit seinem schwedischen Kollegen Lars Olov Bygren bis 1890 zurückreichende Aufzeichnungen über Ernte-Einträge, Lebensmittelpreise und Sterbefälle in einer abgelegenen Stadt Nordschwedens studiert.
Daraus gingen dann die vorhin zitierten Ergebnisse hervor.
Es war also "nur" ein Teilaspekt dieser Untersuchung und ausserdem wurde sie "nur" in einer abgelegenen Stadt Nordschwedens durchgeführt.
Eine Verallgemeinerung dieser Aussage ist wohl nicht angebracht, da hast Du Recht, Uta.

Liebe Grüsse
pita

Esstörungen - Leben hat Gewicht

Kathy ist offline
Beiträge: 3.388
Seit: 06.03.07
Zitat von Cailly Beitrag anzeigen
Moin Kathy,

wie "schlank" sind diese jetzt 90jährigen denn?
wie "gesund" waren sie seitdem?
wie viele "diäten" haben sie gemacht?

Und zu den vielen "gesunden" nach dem "krieg" - wieviele "nicht gesunde" sind wohl während des Kriegs allein aufgrund schlechter Versorgung gestorben? *nur so am Rande* Wenn die "kranken" Menschen aussortiert werden ist die betreffende Generation zwangsläufig sehr viel "gesünder" wie die Generationen wo dies "nicht!" stattfindet

Cailly
Hallo Cailly

deine Fragen kann ich nicht beantworten. Klar, habe ich verallgemeinert; erwähnte aber auch Ausnahmen. Es ging mir darum, zu sagen, dass eine bescheidene Ernährung der damaligen Selbstversorger, ihnen gut getan hat. Es gab ja fast nur Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten, einige tier. Produkte von den Bauernhöfen. Für die ländliche Bevölkerung war die Situation sicherlich besser als für die Städter. Natürlich gab es Menschen, die auf der Flucht verhungert sind. Darum ging es in diesem Thread nicht.

Gruss
Kathy

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Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Kurzer Zwischeneinwurf von mir: Eine Bekannte lobte für Übergewichtige gerade das Forum Austauschplattform - Willkommen

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Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Anne,

tja, was ist wenn man zwar "Adipös" ist aber definitiv kein "binge Eater" ?

Leider wird das meist in einen Topf geworfen, obwohl es durchaus nicht wenige Adipöse gibt, die Bulimiker sind oder einfach nur ständig "zu wenig Essen" - für die gibt es nur wenig "hilfreiches", weil:
Es kann ja nicht sein, was nicht sein Darf! (wiederspricht der Energiebilanztheorie)

Liebe Grüße,
Cailly


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