Depressive Mutter

19.04.17 18:14 #1
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Carrie ist offline
Beiträge: 3.735
Seit: 21.05.06
Meine Mutter ist depressiv seit ich denken kann. Sie hat nie gearbeitet, war immer nur zuhause, und es wurde schlimmer und schlimmer mit der Zeit. Nach der Scheidung meiner Eltern wurde es schlimmer, und dann ist meine Schwester ausgezogen, und dann ich, so dass sie alleine war und bis heute ist.
(Nach allem, was ich heutzutage weiß, denke ich, dass ihre Depression ihre Ursachen hat in verschiedenen genetischen Ursachen - da ich ähnliche Anlagen habe und auch mti depressionen zu tun hatte -, in ihrer schlechten Ernährung, ihren Amalgamfüllungen und anderen Toxinen, sowie aber auch psychisch durch Kindheitstrauma).
Ich lebe seit 7 Jahren nicht mehr in Deutschland, und sehe meine Mutter einmal pro Jahr. Es ist grausam zu sehen und zu wissen. Für mich selbst musste ich mich stark abgrenzen, aus reinem Selbstschutz, aber ein großer Teil von mir fühlt sich natürlich UNENDLICH schuldig und traurig für sie. Ein vergeudetes Leben.
Ich habe meinen Weg (mehr oder weniger) aus der Depression rausgefunden, durch diverse Wege, die ich gegangen bin. Umso mehr trauere ich, dass sie es soviel besser gehabt haben könnte, wenn sie gewisse Schritte unternommen hätte/gewusst hätte.
Meine Schwester und ich haben viele Male versucht, ihr zu Therapie zu raten, sogar zu Medikamenten (obwohl oich kein großer Fan davon bin, aber um ihr zumindest eine Art Kickstart zu geben), zu Ernährungsumstellugn etc.
Sie setzt nichts um, und klar, ich weiß, dass das auch Teil der Krankheit ist. Keine Motivation, Ansgt sich mit Fremden auseinanderzusetzen etc. Ich weiß es so gut, weil ich selbst einen Bruchteil dieser Dunkelheit erlebt habe.
Umso mehr tut es mir weh.
Nun ja, ich denke, meine Frage hier ist - ist es gerechtfertigt, sich so zu verhalten wie ich es tue. Ich rufe kaum noch an, vielleicht 2-3 mal im Jahr (Telefonate verlaufen schweigend oder jammernd oder anklagend). Ich habe sie mehr oder weniger im STich gelassen. (Meine Schwester schaut nach ihr alle 2 Wochen).
Ist es gerechtfertigt? Ich weiß, es ist schwer, eine Antwort darauf zu geben. Es tut so weh, die eigene Mutter so zu sehen. Jedes Jahr, wenn ich für eine Woche nach Hause fahre, und sie so sehe, bricht mein Herz und ich habe einen mentalen ZUsammenbruch (ich übertreibe nicht, das letzte Mal hatte ich suizidale Gedanken nach dem Besuch). Es ist, als wenn man einen Dämonen sieht, der die eigene Mutter beherrscht. Sie hat schreckliche Neurodermitis, ihre Hände zittern, die Wohnung ist ein schmutziger Messi-Haushalt.
Und ich. Tue nichts.
Was könnte ich tun? Ich weiß es nicht.
Urlaub nehmen, hinfahren und die Wohnung ausmisten. Bei ihr einziehen und ihr jeden Tag frisches Essen kochen, sie zur Therapie begleiten.
Natürlich kann ich das nicht. Ich habe Arbeit, und es würde mich psychisch kaputt machen.
Aber manchmal machen mich die Schuldgefühle auch fertig.
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Liebe Grüße Carrie

Depressive Mutter

Gleerndil ist gerade online
Beiträge: 3.810
Seit: 26.07.09
Oh jeh, Carrie, eine heftige, depressive Geschichte!....obwohl ich selber viele Jahre sowas wie Depressionen, Müdigkeit/Erschöpfungsgefühle und Nichts-tun-können erlebt habe, weiß ich auch nicht, ob man es zum Beispiel mit Alkoholikern irgendwie vergleichen kann, wenn man denen sagt "Du musst erst selber, alleine ganz unten landen, erst - richtig - leiden" - das funktioniert ja auch nicht immer, also erst "richtig" leiden, ganz "unten" sein, um dann den anderen Weg, nach "oben" wieder zu wollen, zu schaffen........Wie lebt Deine Mutter denn alleine? Wovon lebt sie, was isst sie? Sie hat hoffentlich(!) nicht auch noch ein Alkohol-Problem! Und wenn Du sagst "Kindheitstrauma", was ist da passiert, wie lange ist das her? Ist das Deiner Mutter auch bewusst? - Je nachdem, wie alt sie ist, meint sie vielleicht (sowieso), Psyche, Therapie und ähnliches ist entweder Quatsch, oder hat was mit "verrückt sein" zu tun, oder sonstwas. Weiß sie wirklich, dass es solche "Möglichkeiten" gibt? Hat sie das von anderen vielleicht schon mal gehört, dass die damit w i r k l i c h Erfolg hatten? Oder ist es für sie vielleicht auch nur "Gerede", "schönes Gerede", oder ähnliches?

Ich habe keine Kinder, es war nie ein "Gedanke" daran (möglich), ich bin selber auf einen "Ernährungstrip" gekommen, gegangen, dann einige andere Richtungen - wenn ich das Geld gehabt hätte, hätte ich da auch Hunderttausende gelassen...bin jetzt auf einigen Um-Wegen und Wegen bei einer Trauma-Therapeutin "gelandet", mit der Trauma-Geschichte meines Vaters (und auch der ganzen Familiengeschichte) "im Gepäck".....aber ich weiß, die große Frage ist, wie kommt "man" überhaupt erstmal soweit und dahin. Einen Teil meiner Geschichte (und Gedanken) habe ich ja versucht aufzuschreiben symptome.ch/ Sichtweise Psychologie

Meine Eltern waren vielleicht auch "nicht ganz da", emotional, aber sie konnten doch irgendwie ein Leben (ihr Leben?) leben, was Deiner Mutter scheinbar kaum noch möglich ist!?

Soweit erstmal von mir, Carrie,
es tut mir sehr leid für Dich!

Alles Liebe - Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Depressive Mutter

Hexe ist offline
Beiträge: 3.830
Seit: 13.07.07
Hallo Carrie, ich meine mich zu erinnern, dass Du Dich mit diesem Thema schon einmal vor längerer Zeit herumplagen musstest.

Du fragst, ob Dein Rückzug gerechtfertigt ist.
Du weisst natürlich selbst, dass ein "ja" von mir Deine Schuldgefühle nicht kleiner werden lässt. Trotzdem - aus meiner Sicht ein klares "Ja" auf Deine Frage.

Ich möchte hier ein paar Fragen schreiben - die Dir vielleicht helfen könnten, zu schauen, ob Deine Schuldgefühle überhaupt irgendwie "recht" haben - oder ob Du sie nicht vielleicht doch nach und nach abbauen und "stiller" bekommen kannst, indem Du ihnen aufzeigst, wie die Realität ist.

Du selbst hast Dich aus Deinen Depressionen herausgearbeitet.
Du weisst, dass andere das nicht für einen übernehmen können.

Würdest Du es verkraften, Dich "mehr um sie zu kümmern"?
Was würde mit Dir geschehen, wie würde es Dir gehen, wenn Du Dich "mehr" um sie kümmern würdest?
Könntest Du dabei gesund bleiben (werden)?

Und was konkret bedeutet eigentlich "sich (mehr) um sie kümmern"?
Mit ihr zu Ärzten gehen? Du schreibst, sie schlägt Eure Vorschläge in den Wind.
Zu ihr zu ziehen? Du lebst und arbeitest in einem anderen Land.
Was würde passieren, wenn Du dennoch in ihre Nähe ziehen würdest?

Deine Schwester ist alle 2 Wochen bei ihr - hat sie etwas bei Deiner Mutter damit zu Guten ändern können? Bewirkt sie etwas bei Eurer Mutter?

Was würdest Du tun, wenn Du sie - sagen wir mal einmal die Woche - sehen und besuchen würdest?
Neben ihr sitzen - und ihr zuhören? Mit-Leiden? Mir ihr reden?
Was könntest Du tun?

Lässt sie sich denn von Deiner Schwester und Dir helfen? Nimmt sie Anregungen, Gedanken an?
Du schriebst
Meine Schwester und ich haben viele Male versucht, ihr zu Therapie zu raten, sogar zu Medikamenten (obwohl oich kein großer Fan davon bin, aber um ihr zumindest eine Art Kickstart zu geben), zu Ernährungsumstellugn etc.
Sie setzt nichts um, und klar, ich weiß, dass das auch Teil der Krankheit ist. Keine Motivation, Angst sich mit Fremden auseinanderzusetzen etc. Ich weiß es so gut, weil ich selbst einen Bruchteil dieser Dunkelheit erlebt habe.
Gerade weil Du selbst es kennst, weisst Du doch aus eigener Erfahrung, dass nichts helfen kann, wenn "man" nicht selbst bereit ist, etwas zu tun. Es wird ihr nicht besser gehen, wenn sie nicht damit beginnt, etwas zu ändern.

Du könnest zu ihr fahren und einmal die Wohnung entrümpeln. Das wäre eine Möglichkeit, die Du vielleicht sogar in Angriff nehmen könntest; mit Deiner Schwester gemeinsam. Wenn Deine Kraft dazu reicht, wenn genug Energie da ist.
Und wenn es Deine Schuldgefühle beruhigen könnte.
Aber schaue genau hin: Was wäre danach? Würde Deine Mutter danach anders leben (können)? Würde das etwas an ihrer Depression ändern? Wäre sie dann zu (kleinen) Veränderungen bereit? Und was wäre dann mit Dir? Wie würde es Dir nach so einem Einsatz gehen? Wie lange bräuchtest Du, um Dich nahc so einem Einsatz wieder zu stabilisieren? Das muss man wirklich gut abwägen und das hat mit "Kaltherzigkeit" nichts zu tun.

Urlaub nehmen, hinfahren und die Wohnung ausmisten. Bei ihr einziehen und ihr jeden Tag frisches Essen kochen, sie zur Therapie begleiten.
Natürlich kann ich das nicht. Ich habe Arbeit, und es würde mich psychisch kaputt machen.
Das ist schon die Antwort.
Du trägst Verantwortung - und zwar in aller erster Linie und ausschließlich mal für DICH.
Das ist so ein Allerwelts-Satz, ich weiss. Aber er ist zutiefst wahr.
Für Deine Mutter trägst Du keine Verantwortung.

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich kann Deine Schuldgefühle gut nachempfinden. Und ich weiss auch, dass das schmerzt, weh tut, jemanden, der einem nahe steht, so leiden zu sehen - ohne helfen zu können. Das ist so ein großer Kummer und nur schwer auszuhalten.
Wie man damit umgeht, dass es erträglich wird? Ich weiss nicht so recht. Es ist aber wichtig, es zu versuchen - und dabei klar zu sehen, dass man selbst keine Schuld hat.
Du bist nicht schuld, dass sie so leidet.
Du bist auch nicht schuldig, wenn Du nach Dir und Deinem Wohlergehen schaust. Anders herum ist es - es ist Deine Aufgabe, nach Deinem Wohlergehen zu schauen. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Egoismus zu tun.

Was würdest Du einer Freundin auf Deine Fragen antworten?

Liebe Grüße, Hexe

Geändert von Hexe (19.04.17 um 22:01 Uhr)

Depressive Mutter

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.314
Seit: 18.03.12
Liebe Carrie,ich bin so froh,dass Hexe dir geschrieben hat,denn ich sitze schon eine Zeitlang vor dem Bildschirm und kann meine Gedanken nicht in Worten kleiden.
Aber so wie es Hexe schreibt,sehe ich es auch.

Deine Zeilen,liebe Carrie berühren mich sehr,denn mit einer depressiven Mutter aufzuwachsen,das war für euch sicher sehr schwer und hat ihre Spuren hinterlassen.
Es freut mich,dass du einen Weg aus deiner Depression herausgefunden hast und zeigt, wie stark du bist.
Auch deine Mutter hatte in all den Jahren die Wahl und entschied sich leider anders.
Nein, du musst nicht weiter die Verantwortung für sie übernehmen,denn das hast du bestimmt sehr oft in der Zeit eures gemeinsamen Wohnens getan.
Dein Abgrenzen hat einen guten Grund und du solltest weiter auf dich aufpassen.

Ich kann mir vorstellen wie schrecklich es sein muss ,wenn du deine Mutter in so einem Zustand siehst,sie sich nicht helfen lässt und bei dir Schuldgefühle entstehen.
Wie Hexe schrieb,du hast aber an diesem Zustand keine Schuld.
Vielleicht hilft dir der Austausch mit uns sie etwas abzubauen.
Auch ich weiß wie quälend Schuldgefühle sein können.

Kannst du denn mit deiner Schwester darüber reden?

Ganz liebe Grüße von Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Depressive Mutter

Wildaster ist offline
Beiträge: 5.314
Seit: 18.03.12
Guten Morgen,liebe Carrie,ich habe vergessen zu schreiben,was ich mir als Mutter für meine 2 erwachsenen Kinder wünsche.
Ich möchte ,dass sie ein erfülltes und glückliches Leben leben,mit einer gesunde Portion Egoismus,Selbstliebe und - Fürsorge.
Es ist gut,dass sie sich abnabeln von mir und mich trotzdem im Herzen tragen.
Ich sprach immer darüber mit ihnen,denn ich wollte nicht,dass sie irgendwann Schuldgefühle entwickeln,so wie du und ich.
Ich erfreue mich daran,dass sie gesund sind und ihr Leben eigenständig meistern.

Liebe Morgengrüße von Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Depressive Mutter

Earl Grey ist offline
Beiträge: 718
Seit: 25.09.13
Hallo Carrie!

Ich glaube, da kann man nicht viel machen. Wahrscheinlich kannst du noch nicht mal entrümpeln, weil sie das Zeug alles braucht.

Ich könnte höchstens öfter anrufen und ihr bestimmte Dinge wiederholt sagen und hoffen, dass die Wiederholung irgendwann wirkt.
Und die organisatorischen Absprachen mit der Schwester ab und zu telefonisch. Die kann aber anscheinend trotz Besuch auch nicht viel ändern.
Vielleicht gibt es noch andere Personen, die Einfluss auf sie haben.

Ich finde das hört sich nach einem Pflegefall an, wenn man so vieles für jemand machen muss.
Vielleicht wäre es wirklich eine Idee, dass sie umzieht, sich verkleinert, aber dann mit mehr Unterstützung lebt.

Ich wünsche dir gutes Gelingen, bei der Lösung des Problems.
Viele Grüße
Earl Grey

Depressive Mutter

Carrie ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.735
Seit: 21.05.06
Ihr Lieben!
Zuallererst, ich danke Euch von Herzen für Eure aufmunternden Worte, es bedeutet mir wirklich sehr viel!! Es ist so schwer mit jemanden darüber zu reden, weil es so schwer ist für andere, sich in die Situation hineinzuversetzen. Das GRauen, das man vor seiner eigenen Mutter hat, die Person, die einem am nächsten und wichtigsten in der Welt sein sollte. Diesen Abgrund zu verstehen.
Ich danke Euch daher sehr.
Und ja, ich weiß, es gibt wahrscheinlich keine richtige Antwort, die meine Schuldgefühle oder die ganzen Emotionen damit verbessern würde.
Meine Schwester geht alle zwei Wochen, und es tut mir sehr leid für sie, weil sie mit der Situation meist alleine da steht. Hinzu kommen meine Großeltern, die immer stärker jetzt Hilfe benötigen, und für die mir das Herz auch bricht, weil sie herzensgute Menschen sind. Das Elend ist, dass meine Mutter im selben Haus wohnt wie meine Großeltern (es sind ihre Adoptiveltern, was ich als ihr Kindheitstrauma bezeichnete. Sie hat die ersten 3 Jahre in einem Waisenhaus gelebt, was natürlich schlimme Auswirkungen auf jeden Menschen haben würde). Aber sie hat den KOntakt zu ihnen vor Jahren abgebrochen. Meine Großeltern haben ihre Depressionen nie verstanden und dadurch hat sie sich auch stets missverstanden gefühlt.
Meine Mutter scheint auch stark "autistisch" (so wie ich früher, was ich auf meine Schwermetallbelastung zurückführen würde), sie lebt in ihrer eigenen Welt, ist sehr zurückgezogen, hat keine Kontakte. Ich war wie sie früher, aber nur zu einem Bruchteil. Durch konsequente Entgiftung und Ernährungsumstellung geht es mir heute sehr gut. Aber meine Großeltern leiden natürlich nun auch, dass ihre einzige Adoptivtochter, die in demselben haus wohnt, keinen KOntakt zu ihnen hat, obwohl sie soviel Unterstützung benötigen würden.
Aber das ist nun einmal die Krankheit Depression. Die schlimmste von allen.
Mir graut natürlich auch vor der ZUkunft. Meine Mutter lebt von der finanziellen Unterstützung von meinem Vater (trotz ewig zurückliegender Scheidung zahlt er immer noch UNterhalt für sie). Aber irgendwann kann all dies auch zusammenbrechen natürlich. Wenn Waschmaschine oder ähnliches kaputt geht, zahlen natürlich meine Schwester und ich. Wenn meine Großeltern (es ist ihr Haus) irgendwann nicht mehr sind, müssen wir eine andere Unterkunft für meine Mutter finden.
All diese Dingen lassen mich manchmal natürlich arg grübeln und ängstlich werden, aber zum Teil weiß ich auch, dass dies etwas ist, was ich von meiner Mutter geerbt habe. Die Neigung zum Grübeln, zum sorgen.
Und daher bin ich seit über 10 Jahren auf diesem Weg, auf der Suche nach Gesundheit, und ich denke, ich habe einen sehr großen Teil geschafft. Und wahrscheinlich muss ich diesen Weg einfach so weit wie möglich gehen, um stark genug zu sein, nicht zusammen zu brechen, wenn es zum großen Knall kommt.
Dieses Forum hier mit all seinen lieben Menschen hat mir damals vor 10 Jahren so wahnsinnig geholfen. Ich bin Euch allen so von Herzen dankbar!
Organisatorisch, ja, sie ist ein absoluter Pflegefall, und wir hatten bereits an betreutes Wohnen gedacht. Aber sie hat so starke Angst vor fremden Menschen. Sie hatte schon Betreuer, die ab und zu zu ihr in die Wohnung kamen, aber nach ein paar Wochen hat sie jedes mal alle vergrault. Sie war schon in der psychiatrischen Abteilung im Krankenhaus, aber auch dort wollte sie jedesmal nach ein paar Tagen wieder raus (unglücklicherweise hat sie dort auch einen psychisch kranken "Freund" gefunden. Sie mag ihn eigentlich nicht, und er nutzt sie total aus, aber weil sie so einsam ist, lässt sie ihn immer wieder rein).
Man kann sie nicht einweisen,weil sie keine Gefahr ist für sich oder andere.
Aber das wird meine Schwester und mich wohl noch in den kommenden Jahren beschäftigen. Zusammen mit der herzbrechenden Sorge um meine Großeltern (die ich leider auch nur einmal im Jahr sehe, aber immerhin kann ich da regelmäßig anrufen)...

Ich danke Euch von Herzen für Eure Gedanken und ratschläge! Alles Liebe !
__________________
Liebe Grüße Carrie

Depressive Mutter

Tarajal ist offline
Beiträge: 4.336
Seit: 12.05.13
Liebe Carrie,

ich kann mich meinen wunderbaren Vorschreibern nur voll und ganz anschließen.

Es ist eine sehr schwierige und auch belastende Situation für Dich.
Selbst der Umzug in ein anderes Land hat Dir nur begrenzt die gewünschte Distanz bringen können.

Hast Du Dich vielleicht schon einmal mit den Bachblüten beschäftigt?
Sie könnten Dir eine sehr gute Unterstützung sein.

Hier kannst Du einen sehr guten kostenlosen Online-Test machen:

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Liebe Grüße Tarajal

Depressive Mutter

Gleerndil ist gerade online
Beiträge: 3.810
Seit: 26.07.09
Was ist denn mit den Eltern Deiner Mutter passiert, Carrie? Oder weshalb ist sie ihre ersten 3 Lebensjahre in einem Kinderheim gewesen? Das war vermutlich schon Nachkriegszeit - irgendwo hattest Du was geschrieben, demnach müssten die Adoptiveltern der Mutter schon fast 90 sein, und die leiblichen Eltern wären dann heute vielleicht in einem ähnlichen Alter, oder? Ist da überhaupt bekannt, was in der Vergangenheit war?.....ich nehme mal an, dass sie gar nicht mehr leben, oder? (Pardon, viele Fragen, aber Familiengeschichte, Du weißt.....)
Habt ihr Geschwister mal versucht, diese Familiengeschichte zu "klären"?....für euch, und damit vielleicht auch für die ganze Familie - und wenn es erstmal nur die "Fakten" sind, soweit eben bekannt.
Dass da (einige) Gründe liegen mögen, ist durchaus vorstellbar - was nicht heißt, dass es unbedingt alle Gründe sein müssen.
Toll ist ja, dass Dein Vater Deine Mutter finanziell unterstützt, ohne diese Hilfe wäre sie doch sicher schon ganz woanders "gelandet" - also das ist sicher nicht selbstverständlich, und ich denke mal auch nicht so häufig, dass ein Mann das macht!

Alles Liebe - Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Geändert von Gleerndil (21.04.17 um 09:43 Uhr) Grund: ergänzt

Depressive Mutter

Hexe ist offline
Beiträge: 3.830
Seit: 13.07.07
Zitat von Carrie Beitrag anzeigen
Das GRauen, das man vor seiner eigenen Mutter hat, die Person, die einem am nächsten und wichtigsten in der Welt sein sollte.
Liebe Carrie, warum? Warum "sollte" die Mutter die Person sein, die einem am nächsten und wichtigsten in der Welt ist?
Wer sagt das?
Ich weiss, dass einem das Gefühl vermittelt wird, es sollte so sein.
Hier schon nimmt das Schuldgefühl seinen Anfang.

Sehr wichtig sind einem Menschen, zu denen man eine intensive Beziehung hat. Denen gegenüber man positive Gefühle hegt.
Und das ist abhängig davon, WIE die Beziehung ist und wie die Personen sich verhalten. Die Beziehung zur Mutter ist nicht zwangsläufig eine positive!

Nur weil sie Dich geboren hat, hat sie nicht den Anspruch darauf, der wichtigeste und näheste Mensch in Deinem Leben zu sein.
Das schreibe ich als Tochter und Mutter.

Lieben Gruß, Hexe


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