Ess - Störungen - Adipositas

16.11.07 17:09 #1
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Zunahme von psychischen Störungen

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Uta,

leider weiß man gar nicht so wirklich viel mehr über Ernährung und Gewicht - weil eben genau der Punkt:
Negative Energiebilanz - trotzdem Zunahme von Gewicht gar nicht akzeptiert wird.

Da wird dann behauptet:
Naja dann isst derjenige eben "falsch" - stimmt aber so auch nicht.

Niemand kann eine Ernährungsform für "alle!" Menschen finden, die Jeder verträgt und mit der auch Jeder abnehmen kann.

Die Kohlehydrathysterie ist genauso wie die Fetthysterie nichts weiter als ein kleiner Teilaspekt und nichts was auf Jeden paßt.

Übrigens bist du wieder, wie schon die ganze Zeit nur auf der Schiene:
Positive Energiebilanz - denn anders funktioniert diese "insulinfalle" ja offensichtlich nicht, jedoch ist das nur ein ganz kleiner Teil der möglichen "Insulinproblematik" die durchaus nicht klein ist.
Diabetes kann (und wird viel häufiger wie früher angenommen) auch durch Infektionen ausgelöst. Dies gilt auch für den Diabetes Typ II sowie für Insulinresistenz - es sind mehrere Bakterielle Infektionen bekannt die bei der Entstehung mitspielen können.

Und ja ich weiß durch meinen Freund das sich eine Kohlehydratärmere Ernährung durchaus bei entsprechender Problematik auf das Gewicht positiv (im Sinne von Sattsein und trotzdem Abnehmen) auswirken kann. Aber und da liegt eben das Problem: Das funktioniert nicht bei jedem Menschen, auch besonders nicht bei "jedem Übergewichtigen".

Übrigens, diese Empfehlung sollte nur eine weitere Zunahme verhindern - was aber nichtmals funktionierte!
Ich weiß mitlerweile warum es gar nicht funktionieren konnte, aber dank dieser Maßnahme ist mein Setpoint mal eben um knappe 10kg gestiegen - aber daran soll ich ja selbst Schuld sein ... ich wüßte nur nicht, wie oder warum.

Die fehlende Anpassung beruht übrigens genau auf dem Prinzip das die Menschheit Jahrtausende lang hat Überleben lassen:
Bei Mangel wird auf Energiesparen umgestellt und der Körper nach der Mangelphase zu einem höheren "grundgewicht" geführt, damit die nächste "Hungersnot" besser überstanden werden kann.

Liebe Grüße,
Cailly

Ess - Störungen - Adipositas

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Ihr Drei,
ich habe mir erlaubt, Eure interessante Diskussion mal in einen eigenen Thread zu stellen. Ich hoffe, Ihr seid einverstanden

Herzliche Grüße von
Leòn


Ess - Störungen - Adipositas

Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Hallo Cailly,

es gibt alle Formen von Ernährung, von Reaktionen von Menschen auf Ernährung. Darüber habe ich wenigstens keinen Zweifel. Und man kann ganz sicher nicht alle Ursachen für z.B. Übergewicht über einen Kamm scheren.

Aber: ich bin trotzdem davon überzeugt, daß ein Großteil der übergewichtigen Amerikaner, Deutschen, Engländer usw. deshalb übergewichtig sind, weil sie schlicht und einfach zu viel essen und trinken.
Und genau diese Gruppe von Übergewichtigen würde ich deshalb gerne auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Bewegung umstellen, damit sie erst einmal sehen, daß Abnehmen überhaupt möglich ist - für diese Gruppe.

Natürlich gibt es auch gute Gründe dafür, daß Menschen nicht abnehmen oder nicht zunehmen können.
Und natürlich sollte man herausfinden, warum das ist und was man dagegen tun kann.

Gruss,
Uta

Ess - Störungen - Adipositas

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Moin Uta,

du schreibst:
ich bin trotzdem davon überzeugt, daß ein Großteil der übergewichtigen Amerikaner, Deutschen, Engländer usw. deshalb übergewichtig sind, weil sie schlicht und einfach zu viel essen und trinken.
siehst du genau da gehen unsere Überzeugungen auseinander - ich glaube aufgrund meiner Erfahrungen mit recht vielen anderen Übergewichtigen das genau diese Annahme (zumindest in Deutschland) einfach so nicht Stimmt.
Es sind eher wenige bei denen es so zutrifft, aber doch sehr viel mehr wo es nicht zutrifft, bzw. wo gerade das "kontrollierte" Essen zu immer mehr Gewichtszunahme führt.

Weißt du es gibt in Bezug zur Energiebilanztheorie mehrere Ergebniss:

Positive Energiebilanz:
1. Menschen die Zunehmen
2. Menschen wo sich das Gewicht gar nicht Verändert
3. Menschen die Abnehmen

Ausgewogene Energiebilanz:
siehe Oben

Negative Energiebilanz:
ebenfalls siehe Oben

Trotzdem wird vorausgesetzt das:
Positive Energiebilanz immer zu Gewichtszunahme führt.
Ausgewogene Energiebilanz (gar nicht Berechenbar) zu "gleichbleibendem Gewicht" führt.
Negative Energiebilanz immer zur Abnahme führt.

Und sorry aber da fehlen jedesmal mindestens 2 andere Möglichkeiten.

Was mich besonders nervt bei diesem Vorurteil das immer auf:
"Alle", "die Meisten", oder ähnliche "zusammenfassungen" gemacht werden - die so nicht Stimmen.

Dies "vermeintlich richtige Zusammenfassung" ist so einfach oberflächlich, weil keine entsprechenden Ergebnisse in Studien veröffentlich werden.
Dabei steht in sehr vielen Studien zum Thema, das "die meisten!" Übergewichtigen eher "weniger wie normalgewichtige" essen (in bezug auf die Energiebilanz!).....von daher:
Wie willst du also diejenigen finden, die "tatsächlich" zu der von dir aufgeführten Gruppe gehören???
Wobei dann als zweites Kriterium ja auch noch die Essgestörten rausgenommen werden müssen - denn da muss der Ansatz ein ganz anderer sein.

ein Link dazu: Angst vorm Essen macht Dick

Liebe Grüße,
Cailly

Geändert von Cailly (18.11.07 um 19:54 Uhr) Grund: Link angefügt

Ess - Störungen - Adipositas

Pius Wihler ist offline
Beiträge: 1.019
Seit: 24.09.04
Ich habe soeben eine sehr interessante Radiosendung gehört. Es wurden sehr interessante Beobachtungen vermittelt. Z.B. dass die Teller- Schüsselgrösse die Essensmenge beinflusst: je grösser desto mehr mampf....
Sie wird möglicherweise dann auch im Internet hörbar sein, weiss aber nicht wie.
Hab sie auf meinen MP3 aufgenommen und könnte sie auch mailen.
Den Text habe ich von hier:
drs.ch : DRS 1 : Doppelpunkt

Bauchentscheid? Wie wir uns beim Essen beeinflussen lassen
Apfel statt Schokolade? Mineralwasser oder Cola? Rahmsauce oder nicht? Wenn es ums Essen geht, fällen wir täglich gegen 200 Entscheidungen.

Fälschlicherweise haben wir dabei das Gefühl, dass wir alles unter Kontrolle haben. Tatsächlich lassen wir uns vom Frühstück bis zum Mitternachtssnack beeinflussen: von Farben und Formen, Erwartungen und Erinnerungen, Teller- und Verpackungsgrösse. Ob satt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Der «Doppelpunkt» geht unserem Instinkt beim Essen nach. Denn wer weiss, wie dieser funktioniert, bekommt seine Ernährung in den Griff. Oder aber er isst bewusster und damit automatisch weniger.

Eine Sendung über spannende Facts, die aufzeigen, wie wir uns beim Essen beeinflussen - wenn nicht sogar manipulieren lassen.

Doppelpunkt, 04. Dezember 2007, 20.03-21.00 h, DRS 1

Doppelpunkt, 05. Dezember 2007, 12.00-12.57 h, DRS Podcast

Doppelpunkt, 05. Dezember 2007, 15.03-16.00 h, DRS 2
__________________
Gib einem Hungernden einen Fisch, und er hat zu Essen für einen Tag.
Lehre ihn angeln, so hat er zu Essen für das ganze Leben.

Einen schönen Tag wünscht Dir Pius

Ess - Störungen - Adipositas

Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Das ist sicher so, Pius. Auch Werbung hat sicher Einfluss auf uns, auch wenn wir denken, das wäre nicht so.



„Nicht nur die Psyche beeinflusst die gewählte Nahrung, die gewählte Nahrung beeinflusst auch die Psyche“

Menschen mit Essstörungen bringen eine chemische Grundkonfiguration mit, bei der die sog. Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin aus der Balance geraten sind. Da diese Transmitter sehr viele verschiedene Verhaltensweisen beeinflussen und nicht nur das Essen, führt eine entsprechende chemische Grundkonfiguration zu den für Essgestörte typischen Verhaltensweisen und entsprechenden Schwierigkeiten. Allen drei Formen von Essstörungen gemeinsam ist der niedrige Serotoninspiegel. Diesen kann man sowohl durch Zucker und Weißmehl als auch durch Übergewicht (Körperfett) oder durch Fasten steigern. Diesen drei Methoden entsprechen die drei Essstörungen. Das bedeutet, Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind einfach verschiedene Wege zum selben Ziel: die Stabilisierung eines Serotoninspiegels, der durch irgendwelche unangenehmen Erlebnisse und/oder falsche Ernährung langfristig zu tief geworden ist.

Ziel muss nun also sein, den Serotoninspiegel durch neue Verhaltensweisen (die z. B. in Selbsthilfegruppen, Therapien etc. erlernt werden können) und durch richtige Ernährung zu stabilisieren.

Um die richtige Ernährung zu gewährleisten, gelten folgende Regeln:

Der Blutzuckerspiegel muss den ganzen Tag über stabil gehalten werden:

Hierzu ist es notwendig, Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu wählen. Dieser ist ein Maß dafür, wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Konsum eines Lebensmittels ansteigt.

Es ist günstig, wenn regelmäßig und zu ganz bestimmten Zeiten gegessen wird:
die erste Mahlzeit vor 10.00 Uhr
die nächste zwischen 11.00 und 11.30 Uhr
eine weitere zwischen 14.00 und 15.00 Uhr
die letzte zwischen 17.00 und 18.00 Uhr

(Diese Regel dient der Vorbeugung von Heißhungerattacken durch einen schwankenden Blutzuckerspiegel. Wenn jemand keinen Hunger hat, sollte er das Essen aber nicht reinzwingen. Im Zweifelsfall gilt, auf den eigenen Körper zu hören.)

Es ist günstig, wenn Nahrungsmittel gewählt werden, die einen stabilen Serotoninaufbau gewährleisten. Hierzu zählen z. B.: [hier folgt eine lange Liste mit Lebensmitteln]....
Essstörung, Bulimie, Anorexie (Magersucht), Binge Eating, Essproblem, Selbsthilfe

Gruss,
Uta


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