Gupta Amygdala Retraining

07.06.16 09:52 #1
Neues Thema erstellen
Gupta Amygdala Retraining

Felis ist offline
Beiträge: 5.377
Seit: 14.08.10
Hallo Surya!

Zitat von Surya_S Beitrag anzeigen
Mein Sohn leidet seit 2 Jahren unter CFS. Er ist 14 Jahre und kann das Haus nur selten verlassen. Meinst du, dass er vom Verständnis das Amygdala Training schon machen kann? Krankheitsbedingt ist seine Konzentration nicht sehr ausdauernd. Aber wenn er merkt, dass etwas hilft, dann kann er auch an etwas dran bleiben. Wie würdest du das einschätzen?
Da tragt ihr ein sehr schweres Paket, Surya.
Ich habe mir jetzt lange Gedanken gemacht.
Ich halte es nicht für ganz unmöglich, aber schwierig.
Er müsste Englisch verstehen, du auch.
Wenn du es nur auf Deutsch verstehst und er auch, dann halte ich es derzeit für zu schwierig. (MP3 Hörbuch und deutsches Begleitheft nur) Es würde im Gesamten meiner Meinung nach entweder eines Coaches bedürfen und einer nahen Bezugsperson, die das mit ihm zusammen erlernt, um ihn unterstützen zu können. Denn ich glaube, dass er sehr viel Zuspruch brauchen würde, auch immer wieder Information, die du ihm möglicherweise nur geben kannst, wenn du es mit ihm zusammen erlernst.
Meinst du denn, er würde z.B. zum Meditieren zu bewegen sein?
Vielleicht braucht es keine 20 Minuten bei ihm - vielleicht reichen zehn..
Bei meinem Sohn wäre das mit 14 nicht möglich gewesen...
Erst jetzt und nur durch Begleitung eines Mannes (Therapeut), der es ihm angeboten hat.

Surya, frage doch bitte bei der deutschen Coachin nach Erfahrungswerten mit Jugendlichen an. Oder beim Guptaprogramm selbst, wenn du es auf Englisch kannst. (Email findest du auf der Programmseite).
Das halte ich für das beste.

Vielen Dank für deine Informationen und Links. Ich habe gerade die Einführung auf meaningoflife.tv angesehen. spontan gefällt mir das.
Meaning of life experiment ist sein anderes Projekt, ja.
Spirituell, lebenspraktisch. Psychologisch und vieles mehr.
Das Amygdalaretrainiung selbst ist nicht soo spirituell. Aber es ist gut, wenn dir das zusagt.

Darf ich dich fragen, was mit deinem Jungen war bevor das anfing?
Hatte er starken Stress auf einer Ebene - seelisch oder körperlich? (Virus,
chronische Erkrankungen von wichtigen Bezugspersonen im Umfeld oder mobbing etc..).
Wenn du das nicht beantworten willst, dann gehe einfach drüber weg.
Es interessiert mich halt, weil ich auch einen Jungen habe (17 Jahre) und ich mir das als sehr belastend vorstelle. Mein Junge hat ziemlich sicher die Neigung/Prädisposition zu diesen übererregten Zuständen im Gehirn.

Er hat bisweilen unter gewissen Triggern auf Gerüche (Chemikalien) schon reagiert. Ich habe das beobachtet, wenn er im Gesamten unter Strom stand.
Habe ihm dann "beiläufig" um ihn nicht zu beunruhigen gesagt, was er machen kann.

Ich hätte dir so gerne etwas ganz Sicheres jetzt sagen wollen können, etwas, das dir Hoffnung machen kann.
Vielleicht konnte ich dir ja dennoch etwas helfen.

Liebe Grüße von Felis
__________________
Was man liebt, das möchte man bewahren.

Geändert von Felis (07.12.17 um 16:33 Uhr)

Gupta Amygdala Retraining

Surya_S ist offline
Beiträge: 9
Seit: 06.12.17
Hallo Felis,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Englisch ist für mich kein Problem, ich glaube das ich das gut übersetzen könnte. Mein Sohn spricht nur Schulenglisch. Ich hab mir schon gedacht, dass es nicht ganz einfach sein würde, dieses Programm mit ihm zu machen. Dennoch scheint es mir ein ganz wichtiger Ansatz, an der Amygdala zu arbeiten. Der Arzt, der ihn betreut ist auf Stress- und Erschöpfungs-Krankheiten spezialisiert und auch da ist die Amygdala immer wieder mal Thema.
Es gibt bei CFS leider keinen einfachen Weg der Gesundung. Im Moment macht unser Sohn - neben absoluter Ruhe - eine Therapie mit Antioxidanzien und Vitaminen und Mineralstoffen, also nur Nahrungsergänzungsmittel.
Das hilft schon. Es geht ihm schon viel besser als am Anfang. CFS ist immer eine Multifunktionserkrankung, und ein zentrales Thema bei ihm ist der Stress. Er hat den COMT Polymorphismus homozygot. D.h., dass er Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin nicht oder sehr schwer inaktivieren kann, wenn er in Stress kommt. Warum er so schnell in Stress kommt verstehe ich aber auch noch nicht. Da hoffe ich mit dem Amygdala Training mit ihm Erfolg zu haben.
Er war seit klein auf an eigentlich immer auf einem zu hohen Stress-Level, bis die Krankheit dann irgendwann ausbrach. Das war nach einem Pfeifferschen Drüsenfieber und einem heftigen Sturz auf den Rücken. Im Grunde genauso wie es bei Kuklinski - dem CFS-Arzt und Forscher - beschrieben ist. Insgesamt eine harte Geduldsprobe für einen jugendlichen Jungen. Aber wir sind überzeugt, dass er wieder gesund wird. Sein Arzt kann auf einige geheilte Patienten zurückblicken. Aber wie lange es dauert wissen wir nicht. Und der kleinste Stress macht ihn ganz fertig.
Wahrscheinlich muss ich es einfach ausprobieren.
Für Nahrungsergänzungsmittel haben wir auch schon ein kleines Vermögen ausgegeben.
Magst du mir kurz erzählen, wie du zu dem Amygdala-Training gekommen bist? Das macht man wahrscheinlich nicht ohne Not, oder? Wahrscheinlich hast du es schon irgendwo beschrieben, aber vielleicht magst du's ja noch mal kurz sagen. Danke!
Liebe Grüße, Surya

Gupta Amygdala Retraining

Evgenij ist offline
Beiträge: 1.827
Seit: 08.02.15
Hallo Surya,

arbeitet der Arzt nebenbei auch am Darm mit euch?

Liebe Grüße,
Eugen

Gupta Amygdala Retraining

Felis ist offline
Beiträge: 5.377
Seit: 14.08.10
Zitat von Surya_S Beitrag anzeigen
Der Arzt, der ihn betreut ist auf Stress- und Erschöpfungs-Krankheiten spezialisiert und auch da ist die Amygdala immer wieder mal Thema.
Es gibt bei CFS leider keinen einfachen Weg der Gesundung. Im Moment macht unser Sohn - neben absoluter Ruhe - eine Therapie mit Antioxidanzien und Vitaminen und Mineralstoffen, also nur Nahrungsergänzungsmittel.
Das hilft schon. Es geht ihm schon viel besser als am Anfang. CFS ist immer eine Multifunktionserkrankung, und ein zentrales Thema bei ihm ist der Stress. .
Hallo Surya!
Das klingt vom Ärztlichen her für mich schon mal gut.
Er wird also auch nicht von außen gezwungen körperlich mehr zu leisten, als er kann?

Aber wir sind überzeugt, dass er wieder gesund wird
Das ist die allerbeste Einstellung, die ihr haben könnt. Das wird sich auf ihn übertragen - so wichtig.....
Zum Rest schreibe ich dir demnächst. (bald )

Liebe Grüße von Felis
__________________
Was man liebt, das möchte man bewahren.

Gupta Amygdala Retraining

Surya_S ist offline
Beiträge: 9
Seit: 06.12.17
Hallo Eugen,
Nein, er arbeitet nicht am Darm. Er meinte auf meine Frage dazu, dass eine Darmsanierung nach seiner Erfahrung keine langanhaltende Besserung bringe.

Was er noch macht ist Entgiftung. Hatte ich vorhin vergessen zu Erwähnen. Unser Sohn hat eine genetisch bedingte herabgesetzte Entgiftungsfunktion der Leber. Diese zum Glück nur heterozygot. Man muss ja auch nicht alles haben...

Hast du mit Darmsanierung oÄ. Erfahrungen bei CFS?

Liebe Grüße von Surya.

Gupta Amygdala Retraining

Surya_S ist offline
Beiträge: 9
Seit: 06.12.17
Hallo Felis,
Er würde nicht mehr gezwungen. Wir haben ja Schulpflicht in Deutschland. Das war am Anfang schon schwierig. Fast alle mit schulpflichtigen Kindern und CFS haben da erstmal Probleme. Wir sind an dieser Psychiater-Jugendamts-Macht-Psychose, wenn auch sehr aufregend, so doch recht schnell vorbei gekommen, allerdings mit Rechtsbeistand. Aber seitdem sind alle ganz friedlich. Nach einem Jahr Hausunterricht, der zu anstrengend und stressig für unseren Sohn war, bekommt er jetzt Schule über PC. Das läuft erst an und ob es ihm gut tut, werden wir dann sehen. Er wird mit sehr sehr kurzen Einheiten beginnen.

Liebe Grüße von Surya

Gupta Amygdala Retraining

Felis ist offline
Beiträge: 5.377
Seit: 14.08.10
Zitat von Surya_S Beitrag anzeigen
Wir sind an dieser Psychiater-Jugendamts-Macht-Psychose, wenn auch sehr aufregend, so doch recht schnell vorbei gekommen, allerdings mit Rechtsbeistand. Aber seitdem sind alle ganz friedlich.
Sehr gut
Und als Info hier generell auch sehr wichtig, Surya!

Gute Nacht
Felis
__________________
Was man liebt, das möchte man bewahren.

Gupta Amygdala Retraining

Evgenij ist offline
Beiträge: 1.827
Seit: 08.02.15
Zitat von Surya_S Beitrag anzeigen
Hast du mit Darmsanierung oÄ. Erfahrungen bei CFS?
Ich nicht. Aber Dr. Sarah Myhill aus Großbritannien, ME/CFS-Spezialistin, die sich auf Ernährung und Präventivmedizin konzentriert, hat einen Zusammenhang zwischen den Streptokokken, Enterokokken und Prevotella bei ME/CFS erkannt.
Wir haben gute Beweise dafür, dass die Müdigkeit beim chronischen Erschöpfungssyndrom durch eine schlechte Mitochondrienfunktion verursacht wird. Wir haben einen Test, um dies zu messen - den Mitochondrial Function Profile Bluttest (1) - und wir können sehen, ob diese Dysfunktion aufgrund von Mikronährstoffmangel auftritt oder etwas, das Mitochondrien blockiert.

Schwefelwasserstoff (H2S) passt in dieses Bild, weil es die mitochondriale Funktion hemmt, und dies liefert eine gute Erklärung dafür, warum die abnorme Darmflora Ermüdung verursachen kann.

Die Arbeit von Professor Kenny De Meirleir (2) hat gezeigt, dass Menschen mit chronischem Erschöpfungssyndrom im Vergleich zu normalen Kontrollen durchweg mehr Schwefelwasserstoff in ihrem Urin haben. Darüber hinaus ist dies mit hohen Konzentrationen von Bakterien verbunden, die normalerweise nicht in der Darmflora gefunden werden.

• Er hat Bakterien im Darm dafür verantwortlich gemacht. Die Idee ist, dass ein übermäßiges Wachstum von Streptococcus- , Enterococcus- und Prevotella- Bakterien dazu führt, dass Nahrungsmittel fermentiert werden, um Schwefelwasserstoff zu produzieren, und dies ist es, was die Probleme verursacht.

• Er wies ferner darauf hin, dass die Überwucherung dieser verschiedenen Bakterien mit den Symptomen korrelierte.

Insbesondere ist Enterococcus assoziiert mit:
- Kopfschmerzen,
- Armschmerzen,
- Schulterschmerzen,
- Myalgie,
- Herzklopfen,
- Und Schlafstörungen.

Streptokokken korreliert mit:
- Ermüdung nach der Anstrengung,
- Photophobie,
- Gedächtnislücke,
- Lymphadenie der Halsdrüsen [geschwollene Lymphknoten im Nacken],
- Herzklopfen, Schwindel und Ohnmacht.

All diese Assoziationen waren statistisch hoch signifikant.

Quelle: Gut Bacteria, the H2S Test & Mitochondrial Dysfunction in ME/CFS - Dr. Myhill Puts It All Together Simply and Suggests Things to Try
Hier auch noch was:

Resistente Stärke - Präbiotika und Probiotika #1027

Am Darm führt kein Weg vorbei.

Gupta Amygdala Retraining

Felis ist offline
Beiträge: 5.377
Seit: 14.08.10
Hallo Surya!


Magst du mir kurz erzählen, wie du zu dem Amygdala-Training gekommen bist? Das macht man wahrscheinlich nicht ohne Not, oder? Wahrscheinlich hast du es schon irgendwo beschrieben, aber vielleicht magst du's ja noch mal kurz sagen. Danke!
Jetzt habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich das möglichst kurz formulieren kann. Ganz kurz wird es nicht gehen, aber vielleicht wenigstens nicht ganz so lange.
Ich wurde bereits auf allen Ebenen hypersensibel geboren.
D.h. dass fast sämtliche starke Reize - grelles Licht, laute Geräusche, für mich ungünstige Nahrung, lieblose oder gestresste Menschen, stärkere Erwartungshaltungen an mich (Leistung unter Druck) aber auch Medikamente, sowie unglücklicherweise das Ausgesetzt sein an neurotoxische Substanzen immer eine Folge hatten: Angst.
Neurotoxisch waren Holzschutzmittel Mitte/Ende der 70er Jahre (Xyladecor) sowie Zahnamalgame.
Mein Umfeld konnte mit dem allem nur ungenügend umgehen, was wiederum zu vielen unglücklichen Empfindungen in mir führte.
Einem Gefühl nie wirklich auf diese laute, brutale Welt zu gehören.
Vielleicht ist zugrunde liegend bei mir das, was du bei deinem Sohn sicher weißt. Ich habe das nie testen lassen. Es scheint mir aber fast so:

Er hat den COMT Polymorphismus homozygot. D.h., dass er Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin nicht oder sehr schwer inaktivieren kann, wenn er in Stress kommt. Warum er so schnell in Stress kommt verstehe ich aber auch noch nicht.
Diese so extreme andauernde Übererregung meines Körpers und meiner Seele war immer nur ertragbar, wenn ich in einem ruhigen, stabilen Umfeld mit lieben Menschen und langen Aufenthalten in der Natur war.
Da war ich dann leistungsfähiger, körperlich wie seelisch.
Ich war eine Sportskanone. Schwimmen, Leichtathletik, Rollschuhe, Rad- egal was - ich war vorne dran.

Mit ca 14 gab es dann einen schlimmen Einbruch-schwere Depressionen, Empfindungen von Unwirklichkeit, körperliche Schmerzen, Muskeln-Knochenschmerzen, MCS Erscheinungen (bei chemischen Gerüchen, aber auch Gummi oder Kartonagen) und wieder vor allem eines: Angst.
Teilweise schlief ich als Jugendliche und junge Erwachsene 12 bis 14 Stunden am Tag.
Es ging nicht anders und Menschen ermüdeten mich ganz schlimm.
Das verfolgte mich in unterschiedlichen Ausprägungen immer und immer wieder.
Natürlich gab es psychotherapeut. Ansätze wegen Angst.
Aber geholfen hat schlichtweg nichts davon.

Letzten Endes landete ich bei einem Psychiater und Neurologen, der verschiedene Antidepr. Medikamente mit mir antestete, die mir aber immer nur die schlimmsten aller aufgeführten Nebenwirkungen bescherten und immer einen erneuten Anstieg der Angst.
Diese Versuche waren dann entsprechend kurz (Gott sei Dank!)
Nach einer strengen Indikationsstellung und unter dem Hinweis, dann aber körperlich abhängig zu werden - ermöglichte er mir den Dauereinsatz von Lorazepam. Ein anxiolytisch wirksames Benzodiazepin.
Das Benzo war für mich eine Krücke, aber es war eine wirksame Krücke, die mir im Zeitraum der Wirkung ein Leben ermöglichte, in dem ich mich einfach einmal normal fühlen konnte. Solange der Spiegel stimmte.
Ich hatte nur wenig Toleranzentwicklung im Laufe der Jahre, aber ich hatte sie eben.
Dazu kommt, dass Benzodiazepine die Rem Schlafphasen verändern bzw manches Verunmöglichen.
Das bleibt nicht ohne Folgen.
Gemessen aber an der Dauer und Länge der Einnahme hatte ich sehr wenig Nebenwirkungen. "Müde" war ich jedenfalls unter Benzos rein gar nicht. Im Gegenteil. Ich wurde ruhig-gleichmäßig-wach davon.
Es hat zuverlässig die Funktion meiner Amygdala gebremst.

Ich habe hier einen lieben und kompetenten Neuropsychiater gehabt, der mich schützte, wo er konnte. Das muss ich ehrlich sagen und ich sage es gern.
Er erklärte mir vor fast 20 Jahren, dass bei mir eben bereits ab morgens und vielleicht sogar im Schlaf die Amygdala (und das Hirn, so sagte er ) einen Radar fährt. So müsse ich mir das vorstellen und dann halt Stoff gibt (seine Worte). Ihm verdanke ich, dass ich bereits ein Augenmerk auf die "Amygdala" an sich bekam. Wir hatten aber keine Bremse anderweitig. Daher das Benzo.

Ca 2007 dann hatte ich eine schwere Sommergrippe, von der ich mich nie mehr richtig erholte. zunehmend ausgeprägte Verschlechterungen des Befindens nach Anstrengungen.
2009 kam ich dann zu den Vitaminen.
Die brachten erst enorme Verbesserungen.
Hier vor allem das Vitamin C, Omega Drei-Fettsäuren, Magnesium, aber vor allem auch B Vitamine.
Im Laufe der Zeit vor allem das B12, welches ich mir bis heute ab und an spritze.
Seit der Zeit keine Depressionen mehr, die Ängste waren etwas weniger, aber eben immer noch dauerhaft....

Weitere Verbesserung brachte eine Ausleitung von Quecksilber mit DMPS.

Die Umstellung der Ernährung auf Weizen/getreide/milchfrei war ebenso ein wichtiger Baustein. Ich esse weitgehend nach Leo Pruimboom's und Martin Rinderers Wirkkochbuch.

Das alles funktionierte - wie schon mein ganzes Leben lang, vor allem dann, wenn ich in einer relativ stabilen Umgebung mit berechenbaren Menschen war.
War ich das aber nicht, kamen viele Sachen gnadenlos zurück.
Stress ist eine sehr gefährliche Sache.
Chronischer Stress wird irgendwann alle Körpersysteme betreffen. Nebenniere, Immunsystem, Herz-Kreislauf, Gehirn... (somit dann auch Psyche)

Ich wüsste nicht, wie man das trennen sollte und aus Erfahrung kann ich nur sagen: wer trennt, der macht es falsch oder hat gerade Glück, dass sein EINES System gerade noch gut genug behandelbar ist. Wir bestehen aus allem. Und alles hängt miteinander zusammen.

Lediglich deine Schwachstellen im System werden als erstes offensichtlich.
Beim einen die NN, beim anderen der Darm. Beim nächsten das Herz...

Im Frühjahr 2015 dann begann ich aus einem Grund, der mir bis heute nicht ganz klar ist, spontan noch einmal das Amygdala Retraining. Ich nenne es heute weise, liebevolle Führung, die mich dazu brachte.
Nach den ersten zwei Wochen wurde mir klar, dass ich die Benzos absetzen kann und werde unter dem Programm.

Das ist mir auch gelungen. Eine Irrsinns Sache nach der länge der Einnahme. Ohne Klinikaufenthalt. Ohne Zusatzmedikamente und unter stetig steigender Verbesserung der gesamten Angstsymptomatik.

So. Jetzt ist es eben doch wieder lang geworden.

Surya, wer brachte euch auf das Adrenalin und wo habt ihr diese Tests gemacht?

Liebe Grüße von Felis
__________________
Was man liebt, das möchte man bewahren.

Geändert von Felis (08.12.17 um 07:57 Uhr)

Gupta Amygdala Retraining

Surya_S ist offline
Beiträge: 9
Seit: 06.12.17
lieber Felis,

vielen vielen Dank für die ausführlichen Worte. Ich bin wirklich sehr gerührt! Natürlich finde ich unseren Sohn in vielem wieder, was du schreibst. Als Baby ein kompletter Tragling. Das erste Halbe Jahr ließ er sich nicht ablegen. Immer am Körper, schon kochen war unmöglich, weil er sich nicht ablegen ließ - immer brauchte er Nähe. In Kaufhäuser gehen war unmöglich - ist es eigentlich immer noch. Gerüche und Geräusche dort waren immer schlimm für ihn. Wenn er als Baby nachmittags schlief und ich wollte am Computer arbeiten war er sofort wieder wach, wenn wir uns am anderen Ende der Wohnung unterhielten verstand er alles. Wie war das möglich? Sensitiv? Keine Ahnung was es war. Haben wir mittlerweile behandeln lassen und zumindest das ist etwas besser, denn konnte zwischen wichtig und unwichtig der gesprochenen Dinge gar nicht unterscheiden und gleichzeitig viel zu viel aufgenommen. Ängste fielen auch schon im frühkindlichen Alter auf. Subjektive Ängste vor allem vor Gewitter und Sturm. Hat er heute noch und er weiß, wie subjektiv das ist, aber er kann nichts dagegen tun. Nicht alles, was ich beschreibe kann ich heute mit den vorliegenden Laborbefunden zusammenbringen. Es steckt noch mehr dahinter.

Irgendwann ca. mit 4-5 bekam er Asthma als erste richtige Erkrankungen. Verstopfung hatte er seit er 3-4 war. Wir konnten aber alles nicht zusammenführen. Bis dann CFS ausbrach vor 2 Jahren. Zuerst die Rennerei von Arzt zu Arzt aber nach "nur" einem dreiviertel Jahr bekamen wir den Tipp zu einem Facharzt für Erschöpfungskrankheiten zu gehen. Seitdem wird er von Herrn Dr. Kersten in Bamberg behandelt. Meiner Meinung nach einer der führenden Ärzte auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum. Seitdem nimmt unser Sohn vor allem das, was du auch beschreibst: B12, weitere B-Vit., Vit. C, Vit. E, Vit. D, Omega3, Astaxanthin, Carnitin, Alpha-Liponsäure, und DMSA und Chlorella seit Anfang 2017.
Dr. Kersten nennt Stress einen Killer. Viele Krankheiten sind darauf zurückzuführen. Eigentlich ist Dr. Kersten nicht auf Erschöpfungskrankheiten sondern auf Stressfolgekrankheiten spezialisiert und das sind viele!
Daher untersucht er von Anfang an unter anderem: Cortisol, Stress-Hormone, Vitamine und Mineralstoffe (MUSS im Vollblut untersucht werden, normale Blutbilder bilden die Werte nicht mitochondrienrelevant ab), Darmflora, HPU, Nebenniere, Gene, die Einfluss haben, Toxine, natürlich die Freien Radikalen... wir haben schon einen Ordner voll mit Laborwerten.
Vorherige Blutbilder von Schulmedizinern waren VOLLKOMMEN okay gewesen...
Aber die Therapie hilft. Langsam kommt wieder Kraft in unseren Sohn, wobei im ersten Halbjahr der Behandlung nichts passiert ist. Jetzt geht es sehr langsam bergauf.

Nur eben, dass wir noch nichts gefunden haben, was er zukünftig Stress entgegensetzen kann. Im Moment wird er durch die Krankheit ja völlig stressfrei gehalten. Aber wenn doch ein kleines bisschen Ärger irgendwo lauert, dann haut ihn das gleich wieder um.

Im Übrigen gibt es auch Ärzte, die Körper, Geist und Seele nicht mehr trennen. Unserer ist so einer. Er hält als Folge allerdings auch Depressionen oftmals für eine Begleiterscheinung und nicht für die Hauptkrankheit. Depressionen sind nicht zwangsweise psychisch! In unserer Zeit machen sich viele Psychologen, Psychiater usw. ja ziemlich stark. Das ist nicht immer richtig. Aber er sagt auch, dass seine Patienten sich auch auf der geistigen Ebene heilen müssen und rät immer wieder, einen Psychotherapeuten oder auch Geistheiler hinzuzuziehen.

So, nun ist auch meine Antwort lang geworden. Ich hoffe, dass ich alles einigermaßen korrekt über den Behandlungsansatz wiedergegeben habe. Es ist nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben.

Ich denke, wir werden das Gupta-Training ausprobieren. Wenn es zu früh sein sollte, so lassen wir es liegen, bis es eben passt für unseren Sohn. Mir scheint es überzeugend.

So lange ist es bei dir ja auch noch nicht her, dass du das Gupta-Training für dich gefunden hast. Kannst du seitdem wieder einem normalen Leben nachgehen? Warst du vorher bei der Arbeit eingeschränkt? Wirklich wunderbar, wie die Dinge zur richtigen Zeit gesunden dürfen, oder?
Schön!

Liebe Grüße von Surya.


Optionen Suchen


Themenübersicht