Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

19.10.15 21:19 #1
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Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...
WerniMD
Ein schwerwiegendes Trauma kann zu starken gesundheitlichen Beschwerden führen. Richtig. Aber was steckt dahinter? Es handelt sich um lang andauernde, immer wieder kehrende Stressreaktionen, die der Körper meistern muss. Und für Dauerstress ist er nicht ausgelegt. Bei einer Stressreaktion ist vor allem die Nebenniere mit der Produktion von Adrenalin und Cortisol gefordert. Dabei werden dann auch Unmengen an Vitalstoffen benötigt. So z.B. auch Magnesium usw. Über die Dauer hinweg kann selbst bei bester Ernährung der Körper nicht die erforderlichen Vitalstoffe aufnehmen. In Folge greift er auf eigene Reserven zurück. Doch irgend wann neigen sich diese ebenso und es kommt zu immer mehr Problemen im Körper. Immer mehr Regelkreise funktionieren meist auf Grund fehlender grundlegender Substanzen nicht mehr ordnungsgemäß.

Und leider wird so etwas schulmedizinisch nicht erkannt. Ein Beispiel wäre, dass die Schulmedizin das Magnesium nur im Serum untersucht. Doch liegt Mg im Körper zu 99% intrazellulär vor. Es ist also, wie Kuklinski und Mutter es machen, auch intrazellulär zu messen. Der Körper versucht so lange es geht, den Mg-Spiegel im Serum aufrecht zu erhalten. Symptome zeigen sich jedoch schon weit bevor es im Serum überhaupt zu erkennen ist. Weiterhin untersucht die Schulmedizin auch kein Vitamin-D, was ebenso eine extrem wichtige Rolle im Organismus und dem Immunsystem spielt. Es gibt weitere Beispiele. Alles sieht die Schulmedizin nicht und die Folge ist, es wird die Psyche für schuldig erklärt! In meinen Augen voreilig.

Nun gibt es aber nicht nur psychische Stressoren. Nein, es gibt auch organische Stressoren. So z.B. Hunger, extreme sportliche Aktivität, oder auch nur der Abbau von Blutzucker mit Insulin, wo ebenso Cortisol verbraucht wird. Auch Krebs oder Tumore sind starke Stressoren. Aber auch eine Fehlfunktion eines Organs, allen voran der Schilddrüse. Ganz wichtig auch Umweltbelastungen mit falscher und vitalstoffarmer Nahrung, Zusatzstoffen, Giften, Metallen.. Du hast selber gesagt, dass Dir Ernährungsumstellung Linderung verschafft hat.

Welcher der Stressoren ist nun der mit dem stärksten Gewicht? Ist es die Psyche? Ist es ein Tumor? Wo sollte man also sein Hauptaugenmerk drauf legen, um wieder ansatzweise gesund zu werden?

Nun zu meiner Erfahrung. Mir wurden 8 Jahre lang psychosomatische Diagnosen gestellt. Ich habe dran geglaubt, denn Ärzte waren für mich damals ja unfehlbar. Ich habe also alles gemacht, was man mir so erklärt hatte. Innerseelische Konflikte zum Beispiel. Ich habe nichts gefunden. Ich wollte auch schon Familienaufstellung machen. Doch da fehlte mir das Verständnis und der Zugang. Mit der Zeit ging es immer weiter bergab. Nichts was mir Psychologen rieten und ich geändert habe fruchtete. Jobwechsel, Familie verlassen... Immer mehr kamen in mir Zweifel auf, dass das wohl der falsche Weg ist. Also fing ich an, mich mit allem was ich so erlebe intensiv zu beschäftigen. Insbeondere organische Zusammenhänge haben mich interessiert, denn die Psyche kann es nicht mehr sein. Und je mehr ich mich darin einarbeitete, umso mehr erkannte ich eklatante Defizite in der Schulmedizin. Ich konnte auf einmal Befunde und Blutwerte interpetieren. Erst als ich so viel Wissen hatte, um mit Ärzten intensiv und fordernd sprechen zu können, waren mir weitergehende Untersuchungen möglich. Auf einmal wurde ich zum Nuklearmediziner überwiesen, weil ich einen erkannten Zusammenhang zur Schilddrüse glaubhaft rüber bringen konnte. Und prompt erhielt ich die vermutete Diagnose und Therapie. Komischer Weise ging es ab dann endlich bergauf und ganz ohne Psychopharmaka und Psychotherapie! Der Beweis! Nur ist inzwischen so viel in Mitleidenschaft gezogen, dass sich eine Erholung wohl noch sehr lange hinziehen wird. Die Hoffnung habe ich aber inzwischen wieder.

Und für eine jodinduzierte Hashimoto-Theroiditis kann die Psyche wohl nicht verantwortlich gemacht werden. Ansonsten könnte man dann selbst einen gebrochenen Arm psychisch interpretieren. Meine Erfahrung ist, Psychologen haben viel Fantasie und würden das auch fertig bringen. Und hat man erst einmal eine psychische Diagnose, dann unterbleiben alle weiteren Untersuchungen. Das ist dann vergleichbar mit der Hexenverbennung im Mittelalter.

Natürlich könnte ich auch ein etwaiges Trauma verantwortlich machen für meinen schlechten Zustand, so wie es die Schulmedizin ja wollte. Dann hätte ich weiter in meinem Leid versinken und mich mit Psychopharmaka vollstopfen lassen können. Vielleicht hätte sich der Körper ja ganz von allein wieder mal erholt. Allein mir fehlt der Glaube.

Ich bin gegen eine einseitige Betrachtungsweise von allem. Auch wenn der Begriff hier nicht so gern verwendet wird, aber ein ganzheitlicher Ansatz ist das, was ich mir unter einer menschenwürdigen Behandlung durch die Medizin vorstelle! Nur so sind wirkliche Ursachen zu erkennen. Und dabei sollte nicht nur auf die Psyche fokussiert werden. Die Schulmedizin untersucht was z.B. Vitalstoffe und Schilddrüse anbelangt nicht hinreichend. Und was sind schon Kosten für z.B. intrazelluläres Mg und Ka in Höhe von 10€ im Verhältnis zu 8 Jahren Leid und Behandlungskosten ohne Ende?

Geändert von Malve (03.11.15 um 07:39 Uhr) Grund: unnötig

AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Oregano ist offline
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Seit: 10.01.04
Hallo Werni,

ein ganzheitlicher Ansatz ist das, was ich mir unter einer menschenwürdigen Behandlung durch die Medizin vorstelle!
Ich denke, daß Du mit diesem Gedankenansatz hier offene Türen einrennst. Denn genau das wird hier doch immer wieder gefordert und beschrieben.
Aber wie hier gesagt: es geht um einen "großen" Blick, der Physis und Psyche einschließt.

Du beschreibst Deine Geschichte, und die ist einfach nur traurig, weil es so lange gedauert hat, bis Du selbst heraus gefunden hast, was sich bei Dir abspielt.
Ich kenne aber auch Geschichten, wo ein Privatversicherter jahrelang immer wieder auf den Kopf gestellt wurde, aber eben die Psyche nicht angeschaut wurde, auch weil er sich dagegen verwehrt hat.
Letzten Endes hat ihm ein Psychopharmakum geholfen, wieder ins Leben zurück zu kehren, seine Phobien und Angstzustände zu verlieren und jetzt ganz zufrieden zu sein.

Grüsse,
Oregano
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Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Danke für die persönlichen Schilderungen, Werni,
ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier im Thread (aber auch in anderen Beiträgen) mit keinem Wort solchen Beispielen und Erfahrungen widerspreche, da ich ja Ähnliches, Vergleichbares selber kenne und erlebt habe ..... in zwei Selbsthilfe-Vereinen (Themen Amalgam bzw MCS/CFS), in verschiedenen Kliniken (Themen u.a. Ernährungsmedizin, Umweltmedizin, Fasten), durch entsprechende Bücher und in vielen persönlichen Gesprächen, auf meiner "Pilgerreise" mehr oder weniger durch ganz Deutschland zu entsprechenden Spezis und Ärzten undundund.
Davon hatte ich hier ja zu Anfang geschrieben.
Zitat von WerniMD Beitrag anzeigen
Ich bin gegen eine einseitige Betrachtungsweise von allem.
Auch wenn der Begriff hier nicht so gern verwendet wird, aber ein ganzheitlicher Ansatz ist das, was ich mir unter einer menschenwürdigen Behandlung durch die Medizin vorstelle! Nur so sind wirkliche Ursachen zu erkennen.
Und dabei sollte nicht nur auf die Psyche fokussiert werden.
Wie Oregano schon (wie ich meine richtig) sagt ...
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Ich denke, daß Du mit diesem Gedankenansatz hier offene Türen einrennst.
Denn genau das wird hier doch immer wieder gefordert und beschrieben.
Aber wie hier gesagt: es geht um einen "großen" Blick, der Physis und Psyche einschließt.
Ich habe nicht von "NUR PSYCHE" gesprochen (und auch schon mal in einem anderen Thread darauf hingewiesen), ich habe meine Geschichte, meinen Fall erzählt, in dem sich - nach noch viel mehr Jahren als bei dir, und vielleicht auch nach noch ein paar mehr(?) Laborergebnissen - eben gerade zeigte, dass meine Geschichte, mein Fall, mein Gesundheitszustand, meine Lebenskraft, meine Kraft einfach "da zu sein" und mein Gefühl von Selbstständigkeit (im Leben) ..... bzw entsprechende Blockaden, trotz einiger Erfolge und Veränderungen in den genannten materiell-stoffwechselmäßigen Bereichen ..... dass sich eben zeigte, dass das Ganze AUCH noch eine psychische Komponente für mich hat.

Auch.

Ich hab deshalb zum Beispiel nicht etwa angefangen, mir wieder Amalgam einsetzen zu lassen (dazu vielleicht mal "... Amalgame als Zahnfüllmittel eine arge Versündigung an der Menschheit ..."), oder etwa eine extra-Portion Pestizide in's Essen zu streuen

Natürlich ist es richtig, dass Stress und psychische Belastungen, Probleme, Überforderungen usw auch stoffwechselmäßig festzumachen sind. Wäre die Frage für mich, ob das dann wirklich auf ALLES zutrifft, was man so "psychisch" nennen könnte?

Vorhin unterwegs fiel mir ein: Liebe. Lässt sich da wirklich alles an Gefühlen, die dabei eine Rolle spielen, nur und letztlich im Stoffwechsel festmachen? Meinst du, dass es irgendwann die Liebes-Pille gibt, für den Fall, dass Kinder mal wieder allein gelassen werden müssen, und so einen tollen Pillen-Ersatz für fehlende Mutter- und Elternliebe "bei der Hand" hätten?

Oder in meinem Fall ein Problem mit Kritik umgehen zu können, weil ich da (oft genug) ein seltsam unbestimmtes Gefühl habe, es könnte da irgendwas Unangenehmes mit verbunden sein, vielleicht eine für mich unangenehme Reaktion kommen, obwohl ich vielleicht sogar weiß, dass Kritik völlig berechtigt und entsprechend formuliert ist? ..... meinst du, solche unbestimmten Gefühle (oder z.B. auch das bekannte Problem, nicht Nein sagen zu können), ließen sich alle auf Stoffwechsel-Ebene festmachen, und durch Ergänzung von bestimmten Stoffen wieder auflösen?
Ich bin mir sicher, dass da noch etwas anderes in's Spiel kommt, eine andere Ebene, eine andere "Dimension" ..... Psyche, Seele, Unbewusstes, Unterbewusstsein - alles nicht unbekannt in der Psychologie.

Und das alles, und vielleicht noch ein paar Sachen, Ebenen oder sogar "Dimensionen" mehr, gehören für mich (inzwischen) zur Ganzheitlichkeit MIT DAZU.

Und nicht "nur Psyche".

Für mich.

Soweit erstmal - Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...
WerniMD
Ich bin ja nicht gegen Deine Ansätze. Es mögen dabei reale Zusammenhänge bestehen. Doch möchte ich diese gerne erfahren. Wie auch schon beim Thema Bioresonanz möchte ich gerne echte und nachvollziehbare Zusammenhänge sehen. Leider bin ich so gestrickt. Ich glaube ungern, will es wissen. Wie gesagt, ich hatte es ja versucht, ein etwaiges Trauma aufzulösen. Nur sollte dann nach Ursache und Wirkung sich was lösen und bessern, sofern ein solches wirklich vorliegen sollte. Ansonsten gibt es keinen Zusammenhang. Ich habe sicher viele psychische Baustellen. Doch lindern tut im Moment die Behandlung der Defizite meines Körpers. Und hierbei spüre ich tatsächlich reale Zusammenhänge und Linderung meiner quälenden Symptome.

Werni

AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Oregano ist offline
Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Hallo Werni,

in #31 schreibst Du:
... Nein, es gibt auch organische Stressoren. So z.B. Hunger, extreme sportliche Aktivität, oder auch nur der Abbau von Blutzucker mit Insulin, wo ebenso Cortisol verbraucht wird. ...
Kannst Du das etwas ausführlicher erklären?
Eigentlich ist es doch so, daß Cortisol/Cortison den Blutzucker erhöht, worauf dann mehr Insulin ausgeschüttet wird, wenn man ein Nichtdiabetiker ist, also gesund. Damit wird der Blutzucker reguliert und kommt in den Normalbereich.
Beim Diabetiker steigt der Blutzucker durch erhöhte Cortisol-Ausschüttung und durch die Einnahme von Cortison. Da da aber die Regulierung über die Bauchspeicheldrüse (Ausschüttung von Insulin, soweit vorhanden) nicht funktioniert, ist der BZ dann zu hoch, was Folgen hat. Deshalb werden dann entweder Medikamente verschrieben, die die Bauchspeichseldrüse zur Ausschüttung von Insulin anregen. Oder es wird Insulin gespritzt.

Wieso wird - laut Deiner Aussage - Cortisol verbraucht, wenn der Blutzucker durch Insulin in die Zellen gebracht wird und so aus dem Blut verschwindet bzw. wieder im Normbereich liegt?

Grüsse,
Oregano
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AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Ich kenne aber auch Geschichten, wo ein Privatversicherter jahrelang immer wieder auf den Kopf gestellt wurde, aber eben die Psyche nicht angeschaut wurde, auch weil er sich dagegen verwehrt hat.
Letzten Endes hat ihm ein Psychopharmakum geholfen, wieder ins Leben zurück zu kehren, seine Phobien und Angstzustände zu verlieren und jetzt ganz zufrieden zu sein.
Ein Medikament ist aber keine psychologische Intervention sondern m.E eine körperliche Therapie. Es wird ein Organ (das Gehirn) behandelt. Eine psychologische Intervention wären beispielsweise Lebensveränderungen, Gespräche etc. Wenn ich müde bin und ein Stimulanzium nehme und darauf mehr Energie habe heisst das nicht zwangsläufig dass die Müdigkeit psychisch war.

Ein konkretes Bsp:

Die höchste Dichte von den Schilddrüsenhormon T3 Rezeptoren ist im menschlichen Körper im Gehirn zu finden. T3 hat einen massiven Einfluss auf den Stoffwechsel reguliert die Produktion aller wichtigen Neurotransmittter wie. zb. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin. Wenn jemand zu wenig T3 im Gehirn hat wird sowohl der Stoffwechsel verlangsamt als die Neurotransmitter gesenkt.

Das wirkt sich sowohl auf den Körper wie die Psyche aus.

Wenn man die Spiegel der Neurotransmitter künstlich erhöht durch ein Medikament wie zb. ein Psychopharmakum kann es sein das der Stoffwechsel wieder besser läuft, in Folge reduzieren sich die Beschwerden.

Deswegen ist es schwer zu sagen ob ein Medikament jetzt eigentlich die Psyche behandelt hat(was auch immer das genau sein mag) oder den Körper.

lg

Geändert von dmps123 (03.11.15 um 19:25 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Das stimmt, dmps .
Dieser Bekannte hatte schon ein paar Psychotherapien hinter sich, die überhaupt nichts verändert hat - aus welchen Gründen auch immer.
Erst das Psychopharmakum hat eine Veränderung gebracht.

Grüsse,
Oregano
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WerniMD
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Kannst Du das etwas ausführlicher erklären?
Hallo Oregano,

Ja, Cortisol trägt zusammen mit Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei. Er erhöht den Blutzuckerspiegel, was zu vermehrtem Verbrauch führt. Bei Anstieg des BZ wird Insulin zum Abbau ausgeschüttet. Ist evtl. etwas unglücklich geschrieben. "Abbau des Blutzucker mit Insulin" ist nur die halbe Wahrheit. Ich meinte aber eigentlich den gesamten Ablauf mit Auf- und Abbau.

Jedoch schreibt Wilson - Grundlos erschöpft
Bei einem erhöhten Insulin- und einem verringerten Cortisolspiegel fällt der Blutzucker rapide ab.
Damit ist dann wohl auch ein gewisser Cortisolspiegel bei bereits erhöhtem Insulin erforderlich, damit der BZ nicht so schnell absackt. Also auch, wenn der BZ mit Insulin bereits abgebaut wird. Und somit wird weiter Cortisol verbraucht.

Deshalb sind einfache KH bei einer Nebennierenschwäche (letztendlich organische Erschöpfung) Gift, und selbst für Diabetiker in meinen Augen nicht empfehenswert. Denn auch sie sind organisch erschöpft, so meine Vermutung. Kuklinski behandelt auch hierbei.

Gruß
Werni

Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Ich habe den Eindruck, dass doch eigentlich niemand hier abstreitet, dass es (auch) sowas wie körperlich-organisch-stoffwechselmäßige Erschöpfung gibt, auf welchen tausend Stoffwechsel-Wegen auch immer.

Bleibt für mich aber die Frage, was der "Rest" des Menschen, eben Seele, Geist, Psyche, Gefühle, Ich-Bewusstsein ... was noch? ... so alles anstellen, oder auch mal verhindern, blockieren können?

Es geht nach meinem Wissen und nach meinen Erfahrungen auch nicht darum, irgendwas "verantwortlich" zu machen ...
Zitat von WerniMD Beitrag anzeigen
Und für eine jodinduzierte Hashimoto-Theroiditis kann die Psyche wohl nicht verantwortlich gemacht werden. Ansonsten könnte man dann selbst einen gebrochenen Arm psychisch interpretieren. Meine Erfahrung ist, Psychologen haben viel Fantasie und würden das auch fertig bringen. Und hat man erst einmal eine psychische Diagnose, dann unterbleiben alle weiteren Untersuchungen. Das ist dann vergleichbar mit der Hexenverbennung im Mittelalter.

Natürlich könnte ich auch ein etwaiges Trauma verantwortlich machen für meinen schlechten Zustand, so wie es die Schulmedizin ja wollte. Dann hätte ich weiter in meinem Leid versinken und mich mit Psychopharmaka vollstopfen lassen können. Vielleicht hätte sich der Körper ja ganz von allein wieder mal erholt. Allein mir fehlt der Glaube.
... und bei Trauma-Therapie geht's garantiert nicht darum "sich mit Psychopharmaka vollzustopfen".
Ich bin nach einigen anderen Anläufen bei einer Trauma-Therapeutin mit Spezieller Psychotraumatherapie nach Luise Reddemann "angekommen".

Gut, das mit der Hexenverbrennung, finde ich, ist so ein (Totschlag-)Argument wie Hitler, NS-Zeit o.ä. ..... womit i c h zumindest irgendwie bei meinem (Familien-)Beispiel (wieder) angekommen wärenur habe ich den Eindruck, so richtig bringen verbrannte Hexen an dem Punkt ganzheitlich gesehen auch nicht weiter.
Zitat von WerniMD Beitrag anzeigen
Ich bin ja nicht gegen Deine Ansätze.
Es mögen dabei reale Zusammenhänge bestehen. Doch möchte ich diese gerne erfahren. Wie auch schon beim Thema Bioresonanz möchte ich gerne echte und nachvollziehbare Zusammenhänge sehen. Leider bin ich so gestrickt. Ich glaube ungern, will es wissen. Wie gesagt, ich hatte es ja versucht, ein etwaiges Trauma aufzulösen. Nur sollte dann nach Ursache und Wirkung sich was lösen und bessern, sofern ein solches wirklich vorliegen sollte. Ansonsten gibt es keinen Zusammenhang. Ich habe sicher viele psychische Baustellen. Doch lindern tut im Moment die Behandlung der Defizite meines Körpers. Und hierbei spüre ich tatsächlich reale Zusammenhänge und Linderung meiner quälenden Symptome.
Ich bin mir auch sicher, dass ich hier im Thread (und an anderen Stellen) NICHT sage, man kann doch einfach mal probieren, ob's vielleicht doch ein Trauma ist. Für mich gab es ganz klar Ansatzpunkte, die sich dann bei einer (eher zufälligen) Reha-Behandlung noch deutlicher zeigten, zusammen mit einer Psycho- und einer Musiktherapeutin, als ich eben in Kontakt mit meinem Unbewussten kam, und ich ganz deutlich spürte, dass es (sehr) wichtig ist für mich ..... und danach weiter in ambulanter Psychotherapie war, seitdem aber auch schon zweimal Therapeuten gewechselt habe, weil es mich nicht weiter brachte (oder auch nicht tiefer in meine Gefühlswelten?), bis ich jetzt das gute Gefühl für mich habe, angekommen zu sein.

Das sind ja keine "Entscheidungen", irgendwas "verantwortlich" zu machen, sondern ich merke, dass da jemand ist, mit der ich an meine emotional-seelischen Welten und Probleme herankomme, und die mir zum Teil mit wenigen einfachen Worten weiterhelfen kann, oder neue befreiende Sichtweisen aufzeigen kann.
Für mich im Moment genial und total professionell.

Genau weil es "wirkt" und hilft, befreiend und Kraft gebend wirkt, und ich nach einer der letzten Stunden ein "Zipfelchen" meiner "Selbständigkeit" spürte, der Kraft, einfach "da zu sein", die ich seit Jahren und noch mehr Jahren schmerzlichst vermisst habe ...... eigentlich gar nicht wirklich wusste, was das sein soll, und wo in mir ich sowas vielleicht finden sollte, könnte, wo und wie ich überhaupt danach suchen müsste .......

Gerd
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Geändert von Gleerndil (03.11.15 um 22:12 Uhr) Grund: ergänzt

AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...
WerniMD
Vielleicht ist das ja der Unterschied? Dir geht es evtl. mies und Du möchtest daran was ändern. Doch lebst Du noch. Ich musste mit Krämpfen im Kopf und an allen Muskeln in die Notaufnahme. Sie haben mich mit Tavor ruhig gestellt. Da nichts gefunden wurde, ging es in die Psychiatrie, wie beschrieben.

Ich habe sehr oft mit meinem Unterbewusstsein geredet, was es denn mit mir macht, was ihm nicht gefallen würde... Ich bekam keine Antwort. Das hat sich soweit entwickelt, dass ich mit CFS ein Jahr lang im Bett lag. Und immer noch keine Antwort aus dem Unterbewussten. Ich habe vegetiert, von leben keine Spur! Ich war nicht mal in der Lage, irgend welche Therapien anzutreten! Ich habe es wirklich versucht, doch da ist bei mir dann jeglicher Glaube an eine psychische Ursache vergangen. Nein, das wäre Selbstverstümmelung. Das macht das Unterbewusstsein nicht mit seinem Wirtskörper.

Das Unterbewusstsein speichert alle Erfahrungen, negative und positive. Evtl. sind da ja auch noch von der Mutter übertragene Erfahrungen dabei. Ängste werden z.B. häufig von der Mutter übernommen. Dieses Unterbewusstsein prägt nun den Menschen. Es lässt ihn zögern, wenn er einem kleffenden Hund begegnet, weil er mal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Es stoppt ihn, bevor es am Feuer zu heiss ist. und und und Warum hat man ggf. ein komisches Gefühl, wenn man einem Mann mit schwarzen Haaren und Vollbart begegnet? Womöglich weil sich in der Kindheit mal in einem Film oder wo auch immer genau dieser Typ Mensch als was Böses eingeprägt wurde. Dieses Muster ist dann zeitlebens vorhanden, solange man es nicht bewusst erkennt und auflöst. Interessant sind dabei auch die Spiegelneuronen.

Und damit wieder zurück. Das Unterbewusstsein hat sehr wohl Einfluß auf unser Denken und Handeln. Doch es wird nicht einfach so die Schilddrüse oder das Herz soweit unterdrücken, dass Lebensgefahr besteht. Denn dann wär es aus mit der Symbiose zwischen Bewusstein und Unterbewusstein.

Ergänzend noch: Ich möchte sehr wohl irgend etwas verantwortlich machen können. Sei es die Seele oder sei es der Organismus oder was auch immer. Denn nur so habe ich konkrete Möglichkeiten, Probleme zu beheben. Wieder das Thema Ursache - Wirkung.

Gruß
Werni

Geändert von WerniMD (03.11.15 um 23:10 Uhr)


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