Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

19.10.15 21:19 #1
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Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Das ist sicher auch richtig, Oregano ... die Auswirkungen, vielleicht Angst vor Hungern, oder dem Verhungern, wenn man es bei anderen sogar gesehen hat, oder vielleicht später penibel j e d e n Krumen Brot aufheben (müssen), oder sich unangemessen darüber aufregen, wenn es andere nicht so tun (habe ich in der Form gar nicht erlebt, ist aber leicht vorstellbar), das ist dann ja nicht einfach dadurch abstellbar, dass Jahre und Jahrzehnte danach genug und auch mehr als genug Essen vorhanden ist.

In dem Moment ist nicht das fehlende Brot, fehlende Nahrung das Entscheidende, sondern die psychische Qual, die Angst, auch Todesangst, nicht zu wissen, ob und wann das jemals endet usw.

Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Mein Vater z.B., der ebenfalls in Kriegsgefangenschaft gewesen war (bei den Franzosen) hat seinen Hunger später nie mehr stillen können.
Hat denn dein Vater, Oregano, mal versucht, diesen nicht-stillbaren Hunger psychisch, psychologisch, psychotherapeutisch anzugehen, zu behandeln?
Oder war ihm das selber überhaupt auch so bewusst?
In den 50er, 60er und auch 70er Jahren war es ja nicht gerade üblich, zu einem Psychotherapeuten zu gehen, zu einem Psychiater (freiwillig?!) schon gar nicht.

Gerd
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AW: Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Oregano ist offline
Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Hallo Gerd,

so wie ich die Generation der Kriegsteilnehmer kennen gelernt habe, hatten die so gut wie keine Ahnung von Psychotherapie oder ähnlichen Möglichkeiten, traumatisches Erleben aufzuarbeiten. Sie haben sich eben nach dem Krieg ins Leben gestürzt und waren froh, zum Essen zu haben, Kultur zu genießen, nachts schlafen zu können .....

In diesen Zusammenhang passt auch dieser Thread:
http://www.symptome.ch/vbboard/leben...60-jahren.html

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen

... nach dem Krieg ins Leben gestürzt und waren froh, zum Essen zu haben ...
... wenn sie denn wirklich satt davon wurden, wie du vorher sagst, Oregano - magst du vielleicht nochmal etwas dazu sagen, wie das für deinen Vater war, "seinen Hunger nie mehr stillen zu können"?

Mein Vater erzählte auch vom Essen, das es gab, oder auch nicht, und von geklauten Kohlköpfen (auf dem Weg zur Arbeit außerhalb des Lagers), die dann in einem Mal gegessen, oder verschlungen wurden ... wer's denn überhaupt vertragen hat in der Form (das hatte sich dort nach einigen Monaten gezeigt, wie mein Vater meinte, wer das überlebte - natürlich im wahrsten Sinne des Wortes!).

Gruß - Gerd
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flower4O ist offline
Beiträge: 3.930
Seit: 18.09.07
Lieber Gerd,
danke für Dein Vertrauen und Deine Offenheit.

Mein Vater sprach nie über seine Kriegserlebnisse und sein Leben nach dem Krieg.
Meine Mutter sprach erst jenseits ihres 70igsten Lebensjahres über einige
Erlebnisse in ihrem Heimatdorf während des Krieges. Diese "einige Erlebnisse" erzählte sie mir über mehrere Jahre. Recht kurz und es wühlte sie emotional auf und sie wollte mir von diesen Jahren nicht mehr erzählen. Dieses "nicht mehr erzählen" bezieht sich darauf, daß sie mich damit nicht belasten wollte und das sie nur kurz davon erzählen konnte - mehr schaffte sie nicht und brauchte es auch nicht. Sie konnte manchmal in ihren letzten Lebensjahren ihr Schweigen nicht mehr für sich selber alleine tragen. Dafür reichten ihre Lebenskräfte nicht mehr.
Auch das von ihr über viele, viele Jahre bewahrte Stillschweigen war für sie eine starke seelische Belastung.

Der Vater meiner Mutter, mein Opa, trat der damaligen Partei nicht bei
und so hatte seine Familie unter seiner Parteiverweigerung "zu leiden".
Seine Kinder bekamen z.B. auf Karte (Worte meiner Mutter) keine Schuhe,
erhielten beim Vorzeigen der Lebensmittelkarten keine Lebensmittel.
In Kindheitstagen meiner Mutter war ihre Freundin eine Judin. Mein Opa
erlaubte meiner Mutter weiterhin, trotz gewisser "Judenangriffe im Heimatdorf" mit ihrer Freundin zu spielen. Und eines guten Morgens war ihre Freundin und deren gesamte Familie nicht mehr da. Sie hat sie vermißt.
Der Krieg war zu Ende. Amerikanische Soldaten quartierten sich in mein
Elternhaus aus. Mein Opa wurde zum Bürgermeister ernannt und plötzlich
hatte er "ganz viele Freunde". Er hat es denen, die ihn und seine Familie während der Kriegsjahre "schikanierten", nie mit seinem Herzen nachgetragen.

Meine Eltern heirateten aus Liebe. Die Schwester meiner Mutter wurde nach dem Krieg verheiratet. Männer waren "knapp" und es ging darum, die Schwester meiner Mutter gut versorgt zu wissen.

Wir Kinder wuchsen sehr sparsam auf - das Geld war knapp. Wir kamen halt so, wie wir kamen. Meine Eltern liebten uns auf ihre ihnen eigene Seelenart und Herzensweise. Es gab für sie nach dem Krieg und auch viele Jahre später
keine Möglichkeiten, ihre eigenen seelischen Narben und Wunden aufzuarbeiten; sie lebten mit der inneren Verdrängung. Und auch Seelenkräfte, die innerlich verdrängend zusammengehalten werden, brauchten ihre Mobilisation.
Sie hatten uns Kinder zu versorgen.
Über Gefühle wurde nie, außer in den letzten Lebensjahren meiner Mutter, gesprochen. Es war ihr wertvoll und darauf wollte sie trotz des jahrelangen Kriegsschweigens nicht verzichten.
Mein Vater starb ca. 20 Jahre früher wie meine Mutter. Sie hat ihn sehr vermißt.

Meine erste Oma, die Mutter meiner Mutter, starb kurz nach der Entbindung ihres dritten Kindes an einer Lungenentzündung.
Mein Opa heiratete einige Jahre später ein weiteres Mal. Meine zweite Oma sprach mit uns Kindern nie über die Kriegsjahre. Ich erlebte sie als gute und fürsorgliche Oma, die sich liebevoll um ihre Enkelkinder sorgte.

Die Schwester meiner Mutter konnte sich trotz der Kriegserlebnisse ihre Fröhlichkeit bewahren. Meine Mutter und sie waren unzertrennlich - der Kriegserlebnisse hatten sie "zusammengeschweißt" in schwesterlicher Liebe.
Sie starb früher wie meine Mutter. Und da begriff ich mit meinem Herzen, wie groß ihre Liebe zu ihrer Schwester war und wie liebevoll sich diese um meine
Mutter all die Jahre gekümmert hat.

In meinem Elternhaus wohnte während meiner Kindheitstage eine alleinstehende
ältere Frau. Sie hatte ein größeres Zimmer. Nach dem Krieg mußten meine
Großeltern gewissen Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Die, die unter diesen Umständen in mein Elternhaus einzogen, zogen nach und nach wieder aus und Tante W. blieb. Sie gehörte für mich zur Familie dazu. Tagsüber ging sie ihrer Arbeit und nach Feierabend und am Wochenend lebte sie sehr zurückgezogen in ihrem Zimmer. Sie wollte niemandem zur Last fallen und war froh darüber, daß sie einen gewissen Familienanschluß nach dem Krieg hatte und nicht ganz alleine war.

Die Mutter meines Vaters starb sehr früh. Mein Vater war 13. Kind. In Kindheitstagen gab es regen Verwandtenbesuch. Einige seiner Geschwister waren nicht mehr da. Es wurde, außer über einen Bruder meines Vaters, nie darüber gesprochen.

Mein Schwiegervater war als Soldat in Stalingrad. Er sprach nie über das, was
er dort erlebte. Kein einziges Wort. Und manchmal frage ich mich, wie er
das hat aushalten können, nicht darüber zu sprechen.
Meine Schwiegermutter sprach nie über Kriegserlebnisse.
Auch die Mutter meiner Schwiegermutter, die ich noch zu ihren Lebzeiten hab
erleben dürfen, sprach nie über Kriegszeiten.

Und ich bin ein Kind der Kriegsgeneration und bin mir bewußt darüber, daß
auch das für mich gewisse seelische Folgen hatte und ich mag meinen Eltern daraus oder damit keinen Vorwurf machen.
Meine Eltern sind beide tot und ich weiß in meinem Herzen, daß sie sich in jeglicher Hinsicht bemühten, ein Familienleben mit uns leben zu wollen und auch zu können und sie schenkten uns ihre Liebe.
Das ist schon wohl so, daß es ein inneres Erbgut ist, welches auch in der nachfolgenden Kriegsgeneration meiner Eltern mit dazu gehörte und dazu gehöre ich, seelisch mitzutragen ist.

Insgesamt blieb es ein sprachloses Kriegsthema, außer einiger kurzer
Erzählungen meiner Mutter.
Meine Eltern stürzten sich in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwunges nicht
in diesen Trubel. Sie blieben sparsam und genügsam. Es wurde nichts weggeworfen - alles fand seine Verwendung. Sie waren sehr, sehr fleißig und
das Dasein in ihrer eigenen Familie, soweit es ihnen nach den Erlebnisses des Krieges und der Aufbaujahre möglich war, blieb ihre wertvolle Lebensaufgabe.

In den letzten Jahren erschienen einige Bücher zum Themenbereich Die Kinder der Kriegsgeneration.
Im Literaturkreis schlug ich das Lesen und die anschließende Besprechung eines solchen Buches vor. Es wurde abgelehnt. Die Bereitschaft darüber reden zu wollen, war nicht sehr groß. Anfangs der Ablehnung ging ich davon aus, daß es an dem Buchvorschlag liegt. Dem war nicht so.

Das Zusammensein mit meinen Eltern ist auch an mir nicht seelisch frei
vorbeigezogen. Inwiefern ich nun als Kind der Kriegsgeneration dieses nicht
seelische freie an die nächste Generation mit Liebe weitergegeben habe, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht gibt es irgendwann ein Gespräch darüber.

Unsere Tochter war vor einigen Jahren in Chile. Ihr fiel, zumindest dort, wo sie
sich aufhielt, auf, daß die ältere Generation eine andere ist - herzlicher und offener.
Sie führte das darauf zurück, daß sie kriegsfrei aufwuchsen.

Hin und wieder habe ich das Bedürfniss über das, was für mich prägend war
in meiner elterlichen Familie, zu reden und es ergeben sich Gespräche darüber zwischen meinem Mann und mir.

In dem Dorf, indem ich nun schon seit vielen, vielen Jahren lebe, lebte während der Kriegszeit ein SA-Obergruppenführer. Bin im Heimatverein tätig, in welchem sich viel über Dorfgeschichte etc. ausgetauscht wird. Es gibt dafür extra Arbeitskreise. Die Zeit des Krieges bleibt ausgespart und die Dokumente, die es aus dieser Zeit gibt, sind fest verschlossen und werden wohl dort bleiben.

Für mich steht innerlich seit vielen, vielen Jahren fest, daß die Kriegszeit wohl
eine, hier zumindes, sprachlose Zeit bleiben wird. Und auch, daß es zwei Seiten
dieses Krieges gibt:die Generation, die ihn mit ihren damit verbundenen seelischen Wunden und Narben erlebte und die danach kommende Generation, die auch
ihre seelischen Wunden und Narben in sich trägt.
Es ist nicht nur auf die körperlichen Symtome zu konzentrieren.

alles Liebe
flower4O

Geändert von flower4O (27.10.15 um 05:25 Uhr) Grund: Ergänzung

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flower4O ist offline
Beiträge: 3.930
Seit: 18.09.07
Eine in früheren Lebensjahren meiner Kindheit, Jugendzeit, Zeit als junge Erwachsene etc. recht bekannte Redewendung in meinem Elternhaus: spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.

alles Liebe
flower4O

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Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Danke flower40für den langen Bericht, auch an Oregano und Clematis für den 'Einstieg' in's Thema,
später mal mehr dazu von mir,
ich kann mich auch nicht immer so konkret mit diesen Dingen und Zeiten auseinander setzen,
das muss ja auch nicht (immer) sein.
Und es geht (mir) ansonsten auch nicht nur um Kriegserlebnisse, die psychisch-seelisch-emotional wirken und nachwirken können, und eben vielleicht sogar über Generationen weiter wirken, oder weiter gegeben werden ... vielleicht als Aufgabe, sie aufzulösen? Wie auch immer.

Klassisch sind ja auch relativ einfache Sätze wie "Aus dir wird nie was!", oder "Du schaffst das sowieso nicht!", "Dazu bist du einfach zu dumm!" oderoder. Und wenn solche Sätze nicht nur einmal, sondern immer wieder, bei vielen Gelegenheiten, vielleicht auch vor anderen Leuten gesagt werden, alle lachen dazu, es ist doch nur ein Spaß ... ich glaube Kinder- und auch Erwachsenen-Seelen können solche "Späße", die eben keine Späße sind, einfach nicht verstehen, und auf Dauer auch nicht gut vertragen, sie können sich je nachdem immer tiefer in Seele und Herz hineinbohren, wie ein Stachel, an den man nur noch zu tippen braucht, und schon tut's weh.

Und sowas sind ja nun auch keine materiellen Wirkungen und Ursachen, die man etwa mit Vitaminen oder einem Einlauf etc behandeln würde.

Alles Liebe - Gerd
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Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
... können sich je nachdem immer tiefer in Seele und Herz hineinbohren,
wie ein Stachel, an den man nur noch zu tippen braucht, und schon tut's weh.
Und genauso können sich Schweigen, Sprachlosigkeit, Nichts-Sagen, Wände und Nebel aus Schweigen, unterdrückten, aufgestauten und verdrängten Gefühlen in Seelen und Herzen bohren, was man zuerst, und auch lange Zeit vielleicht gar nicht (be)merkt, weil es für einen als Kind in den Zeiten auch gar nichts anderes gibt, weil es so "normal" erscheint, und Eltern natürlich versuchen, das Beste, oder gar alles für ihre Kinder zu tun ..... soweit sie das eben seelisch-gefühlsmäßig können in ihrem eigenen Betroffensein, und vielleicht auch eigenem Opfersein - nein, hier muss nicht die große Schuldfrage an irgendwelchen Kriegen geklärt werden, die wird man auch nie in einer Psychotherapie klären (können), das wäre einfach die falsche Frage am falschen Ort.
Natürlich kann die Schuldfrage des Einzelnen noch dazu kommen, und daraus resultierend Schuldgefühle, Scham, schlechtes Gewissen usw.

Alles nicht sehr materiell-stoffwechselmäßig, wie ich meine ..... Gerd
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ullika ist offline
Beiträge: 3.039
Seit: 27.08.13
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
....UND WENN dann solche Erlebnisse, Situationen und ganze Familiengeschichten psychisch, emotional und geistig-seelisch (spürbar) wirken ...... parallel dazu ein rein körperliches gesundheitliches Problem entwickelt, ob durch Impfungen, Schad- und Giftstoffe, schlechte Ernährung oder Umweltbelastungen allgemein, Infektionen ....
ich glaube auch, dass sich psychische und körperliche Belastungen gegenseitig verstärken, Stress verursacht als Beispiel Übersäuerung und vieles andere, umgekehrt führt Übersäuerung zu Stress, oder man kann auch sagen: basisch essen macht gute Laune, bzw. gute Laune macht den Körper basisch.

Aber das geht noch viel weiter, ich glaube, wenn man ein Tier isst, isst man nicht nur die Medikamente, das es bekommen hat, man verspeist mit ihm auch sein Leiden, seine Gefühle.

Wenn Parasiten (und Bakterien, Viren, Pilze) in uns leben, bestimmen sie unseren Appetit, verursachen Depressionen oder machen aggressiv,
Wissenschaftler haben sogar einen Virus identifiziert, der Menschen dumm macht, vielleicht machen sie noch andere Dinge mit uns?

Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen

Für mich also nicht die Henne-Ei-Frage, sondern eher die Frage, wie man genau solche zum Teil verdeckten (weil unbewussten, verdrängten, kompensierten) Ursachen erkennt und dann auch behandeln kann....
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Problemelösen parallel verlaufen ist, ich weiß nicht, ob das gesunde Essen und Leben meine Psyche geheilt haben oder ob das Aufarbeiten meiner psychischen Probleme mein Essensverhalten immer mehr geändert hat.

Ich weiß auch nicht, ob Parasiten (und Bakterien, Viren, Pilze) sich nur deshalb im Körper halten können, weil wir so vergiftet (Schwermetalle, chemische Zusatzstoffe, Farbstoffe, Süßstoffe....) sind oder weil unser Immunsystem aus psychischen oder materiellen Gründen (Mangel oder zuviel von etwas) geschwächt ist.

Ich glaube, alles hängt mit allem zusammen, schwingt in verschiedenen Rhythmen, Frequenzen, Ebbe und Flut, Tag und Nacht, der Herzschlag, Puls, Gehirnströme, Einatmen-Ausatmen, die Tiere - ein Vogelschwarm, Fischwanderungen ... was immer uns antreibt oder krankmacht, es betrifft immer auch alle.
__________________
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke (Sebastian Kneipp)

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Gleerndil ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Ich habe den Eindruck, wir sprechen da zum Teil noch über unterschiedliche Welten ...

Beispiel einer jungen Frau, die den Bosnien-Krieg als Jugendliche erlebt hat, und 20 Jahre später immer noch bei jedem Aufwachen alle Bilder wieder in sich sieht und spürt, und erstmal einige Minuten benötigt, um wirklich hier in ihrer realen, bewussten Welt anzukommen - ich denke, ich habe das so einigermaßen richtig gesagt, J., falls du das hier jemals lesen solltest - ich sehe an dem Punkt, in dem Beispiel einfach nichts mit Übersäuerung, Parasiten oder Natur-Rhythmen, nicht grundsätzlich und grundlegend, und nicht, wie sie ein solches Trauma verursacht haben sollten.

Dass es unterschiedlichste Methoden und Mittel geben mag, die da hilfreich sein können, in welcher Art und Weise auch immer, gar keine Frage, aber grundlegend bedarf es einer professionellen Trauma-Psychotherapie.

UND das hat für meine Begriffe auch überhaupt nichts mit einem Abschieben in die Psycho-Ecke zu tun, sondern da geht es um eine deutliche psychisch-emotional-seelische Störung/Veränderung/Erkrankung.

Alles Liebe J. - Gerd
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Geändert von Gleerndil (28.10.15 um 13:14 Uhr)


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