Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

19.10.15 21:19 #1
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Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Gleerndil ist offline
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Seit: 26.07.09
Vielleicht passt an diese Stelle auch nochmal dieser ältere Beitrag von mir sichtweise-psychologie #78 mit Zitaten von Pall und Kuklinski.
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
Da ich mich einige Jahre mit dem Thema CFS, MCS und diversen Vermutungen Richtung
"Depression" rumgeschlagen habe,
ob nun mit Büchern, in 2 Selbsthilfe-Vereinen, mit und bei einigen(!) Ärzt-inn-en, finde ich es
s e h r spannend, dass als AUSLÖSER für CFS -u.a. exzessive lang dauernde Stress-Zustände -
genannt werden.
Danach als Rückfall-Auslöser auch - leichte Psychostress-Belastungen -

Ich denke mal, dass als AUSLÖSER für CFS dann auch - exzessive lang dauernde Psychostress-Zustände - gemeint sein könnten, da zu Anfang ja auch von Traumata als Ursache für NitroStress
die Rede ist.
Gruß - Gerd
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Geändert von ory (06.02.17 um 21:11 Uhr)

Gegen eine (sehr) einseitige Sichtweise auf Psychologie ...

Felis ist offline
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Seit: 14.08.10
Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen
Wuhu,
oyi, das stellte alles was ich bisher darüber weiß auf den Kopf - wobei ich "geistige Entgiftung" als saloppe deutsche Schnell-Übersetzung verwenden wollte, mea culpa - dass da MEHR dazu gehört ist mir freilich auch klar, aber irgendwo muss man auch Abgrenzungen setzen, auch wenn diese teilweise, mehr oder weniger, fliessend sein können...
Vielleicht kommen jetzt zwei Sachen zusammen.
Es ist definitiv NICHT eine geistige Entgiftung.
Fehler meinerseits: ein Wort ausgelassen.
->
Es ist definitiv NICHT nur eine geistige Entgiftung
Und eventuell hast du es anders gemeint, als ich es verstanden habe.
Die Amygdala und die Insula sind eben Hirnbereiche, die offensichtlich für beides zuständig sind. Körper (u.a. auch Immunreaktionen) und Emotionen.
Nebenbei bemerkt noch:Gupta empfiehlt ausdrücklich anti-inflamm. Ernährung, da im Körper und Gehirn bei diesen Erkrankungen inflamm. Prozesse stattfinden.

Gerd, du hast da jetzt selbst bereits zitiert, was ich gerne noch von dir hier zitiert hätte, in diesem Zusammenhang.

Euch beiden einen schönen Sonntag noch.

Felis
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alibiorangerl ist offline
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Seit: 09.09.08
Wuhu,
wobei wir dabei
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
... Zitaten von Pall und Kuklinski...
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
... als AUSLÖSER für CFS - exzessive lang dauernde Stress-Zustände -
genannt werden.
Danach als Rückfall-Auslöser auch - leichte Psychostress-Belastungen -

Ich denke mal, dass als AUSLÖSER für CFS dann auch - exzessive lang dauernde Psychostress-Zustände - gemeint sein könnten, da zu Anfang ja auch von Traumata als Ursache für NitroStress...
...
Zitat von Felis Beitrag anzeigen
... Gerd, du hast da jetzt selbst bereits zitiert, was ich gerne noch von dir hier zitiert hätte, in diesem Zusammenhang...
rasch in der Burn-Out- und/oder Mitochondriopathie-Ecke wären; Leider wird der Begriff "CFS" - auch von Medizinern - sehr inflationär verwendet; Der "klassische" CFidS/ME-Fall hat damit NICHTS zu tun...

Auch Euch einen schönen Sonntag (der bei mir heute ausnahmsweise tatsächlich sehr sonnig war bzw noch ist)
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Gleerndil ist offline
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Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen
wobei wir dabei rasch in der Burn-Out- und/oder Mitochondriopathie-Ecke wären ...
Verstehe ich das richtig, wir SIND damit noch nicht bei Burn-Out usw? Oder wie ist es gemeint?.... also "wären rasch dort" ist ja noch nicht "da angekommen sein", in dieser Ecke - wir, oder wie in den Zitaten Pall und Kuklinski.

Gerd
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alibiorangerl ist offline
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Seit: 09.09.08
Wuhu,
Burn-Out (aka Erschöpfungs-Depression) wird oft mit CFS in einem Atemzug genannt, wie einige weitere Erkrankungen, wo ein gewisser Stress-Faktor wohl - alleinig bzw zusätzlich - auslösend war bzw ist. "Rasch in der Ecke seiend" meinte nicht nur Burn-Out...

Der Rest war betreffend etwas anderem; Denn in dem Zitat vorher fehlte ein nicht unwesentlicher Teil, nämlich:
... Wegen des CFS-Syndroms konsultierten uns die meisten Patienten (n = 862).
Auslösend waren HWS-Traumata, Infektionen, chronische Xenobiotika-Expositionen

oder exzessive, lang dauernde Stress-Zustände...
[größere Schriftauszeichnung durch mich] Es gibt also CFS mit "nur" psychogener Ursache, CFS mit teils diesen sowie gleichzeitig somatogenen Ursachen, und schließlich CFidS/ME, wo es "nur" somatogene Ursachen gibt.
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Geändert von alibiorangerl (06.02.17 um 12:53 Uhr)

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Gleerndil ist offline
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Seit: 26.07.09
Zum Zusammenhang:

In Beitrag #78 ist ja das Original-Zitat von Kuklinski aus der Zeitschrift OM & Ernährung zu sehen. Ich hab jetzt darum gebeten, in meinem Text darunter zu ergänzen "als Auslöser für CFS - u.a. exzessive lang dauernde Stress-Zustände". Als ich das jetzt hier nochmal zitiert habe (meinen eigenen Text), ist das Original-Zitat von Kuklinski ja nicht mehr direkt zu sehen. Ich hab auch darum gebeten, in Beitrag #101 genau diese Stelle zu ändern. Ich denke damit wird deutlich, was gemeint ist, nämlich unter anderem Stress-Zustände.

Ansonsten ging es hier im Thread zu Anfang auch lange darum, dass ich an keinem Punkt sage, dass etwa alle Krankheiten n u r psychisch bedingt, verursacht wären. Ich denke, das ist schon deutlich geworden.

Gerd
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alibiorangerl ist offline
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Seit: 09.09.08
Wuhu Gerd,
naja, ob jetzt der K. nur "oder" schrieb und Du richtiger "u.a" dazu schreibst, ändert ja eh nix an der Tatsache, dass es drei Möglichkeiten gibt.

Hab auch niemandem vorgeworfen von "nur" psychogen zu sprechen, wollte lediglich auf diese drei Möglichkeiten hinweisen; Wichtig halt deswegen, weil man das eine nicht gleich behandeln/therapieren kann wie das andere; Das dritte profitiert freilich von beiden Behandlungswegen (falls das überhaupt jeweils so angeboten/durchgeführt wird, Stichwort Fehldiagnose)...
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Geändert von alibiorangerl (07.02.17 um 06:51 Uhr)

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Gleerndil ist offline
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Seit: 26.07.09
In Beitrag #68 sichtweise-psychologie schrieb ich, nicht nur auf CFS bezogen...
Ich denke,
es gibt Fälle, bei denen die körperlich/stoffwechselmäßig/umweltmedizinischen Ursachen die HAUPTsache sind, oder vielleicht deutlich im Vordergrund stehen. Das sind vielleicht die, die mit entsprechenden Maßnahmen sehr schnell und deutlich Besserung erleben. - Klar, wenn denn jemand erst einmal die entsprechenden Ursachen überhaupt erkannt hat.

Dann wird's bestimmt auch Fälle geben, bei denen genauso das Psychische (in irgendeiner Form) im Vordergrund steht, die HAUPTsache ist, etwa bei (schwer) Traumatisierten, bei Missbrauch (man kennt auch sogenannten 'emotionalen Missbrauch').

Ich würde sagen,
wenn dann eine Mischung von "beidem" vorliegt, und beide Bereiche eine Bedeutung für einen Fall, für einen Menschen haben, oder es dabei irgendwelche Wechselwirkungen gibt (z.B. ist chronisch-krank-sein immer auch eine psychisch-seelische Belastung, das nicht-richtig-diagnostiziert-werden genauso!) - dann wird's auf keinen Fall leichter, die Lösung, oder nur die richtigen Ansätze zu finden. Vielleicht behindert sogar ein "Bereich" den anderen, solange man dann nicht beide sieht, und entprechend auch nicht auf beiden "Ebenen" was unternimmt.

Ich weiß, der Punkt ist wohl, wie kommt man d'rauf. Und zwar auf das Richtige. Die tatsächlichen Ursachen.

Wenn man die kennt, kann man (je nachdem) auch konkret etwas tun und ansetzen.
und danach....
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen

Ja, und es braucht Leute, die alle diese Richtungen kennen,
unterscheiden und auseinander halten können,
einschätzen und differenzieren können.
Mal nur von 2 Richtungen gesprochen, körperlich und psychisch, da hat jemand ja schon genug zu lernen, zu studieren - wenn man bei 'körperlich' auch die Umweltmedizin dazu sieht, um so mehr.

Ich habe Ärztinnen/Ärzte kennengelernt, die "beides" verstanden, auch zwei Psychiater/Neurologen, die hier im Forum "auftauchen" (Dr. Binz/Umweltmediziner, und Dr. W./orthomolekulare Psychiatrie aus Limburg), ich habe einen Psychotherapeuten kennengelernt, der nach der Aussage einer Psychiaterin "über seinen Tellerrand hinausschaut", der z.B. zu jahrelanger Erschöpfung/Müdigkeit meinte "Bevor wir hier lange herumpsychologisieren(!!) - es gibt auch noch andere(!!) Ursachen dafür." UND er wollte ALLE (alten) Unterlagen/Ergebnisse von mir sehen, für ihn habe ich extra bestimmte genetische Befundergebnisse angefordert, weil er sie AUCH sehen wollte ..... letztlich bin ich aber auch mit ihm noch nicht wirklich (für mich) weiter gekommen, das kam erst später.

Also der/die richtige Arzt/Ärztin und/oder Therapeut/in zur richtigen Zeit, mit den richtigen (wichtigen) Erfahrungen/Wissen/menschlichen Fähigkeiten(!) ...... dann könnte es vielleicht auch mit der richtigen Behandlung aufgrund der richtigen Diagnose(n) hinhauen.

... dieser Weg wird kein leichter sein ...
und zu Anfang, Beitrag #7......
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen

WENN es also solche Blockaden gibt, gefühlsmäßige, emotionale Blockaden, vielleicht ausgelöst durch Traumata, Konflikte, allgemein Stress, Angst, Scham, Schuld, durch Mobbing, Trennung usw ... selber erlebt oder vielleicht auch von Eltern oder sogar schon von der Großeltern-Generation übertragen, weiter gegeben, weil noch nicht (auf)gelöst ... zum Teil bewusst, oder auch (völlig) unbewusst, verdrängt, vergessen oder als Klein(st)kind (mit)erlebt, mit den Eltern oder in der Familie gespürt, empfunden, verinnerlicht,

UND WENN dann solche Erlebnisse, Situationen und ganze Familiengeschichten psychisch, emotional und geistig-seelisch (spürbar) wirken, und sich (wie in dem Beispiel mit der Scham) psycho-somatisch oder psycho-neuro-immunologisch aus-wirken ... wenn es auch nicht nur einmalige Wirkungen sind, sondern chronisch-andauernde Aktionen, Reaktionen, Wirkungen und letztlich daraus resultierende Veränderungen,

dann hat man wohl ein Psychisches Problem, vielleicht ein psychisch-emotional-seelisches Problem.

Ob sich nun vorher, nachher, oder auch parallel dazu ein rein körperliches gesundheitliches Problem entwickelt, ob durch Impfungen, Schad- und Giftstoffe, schlechte Ernährung oder Umweltbelastungen allgemein, Infektionen oderoderoder ..... das macht das Ganze natürlich nicht einfacher, sondern im Ganzen noch komplexer, Zusammenhänge undurchsichtiger, weil sich beide Ebenen ständig vermischen und beeinflussen werden.
Stress wird mich schneller "stressen", wenn ich schlecht ernährt bin, und weil ich (mehr) gestresst bin, achte ich vielleicht noch viel weniger auf meine Gesundheit (Ernährung, Erholung etc) ..... bis es irgendwann (gar) nicht mehr geht, alles chronisch geworden ist, oder sich in einem körperlich-seelisch-geistigen "Syndrom" ausdrückt.
Hat man mit CFIDS/ME per Definition und in 100% der Fälle tatsächlich nie irgendein seelisch-psychisch-emotionales Problem (gehabt)?

Und was ist dann mit den psycho-neuro-sozio-endokrino-immunologischen Zusammenhängen?

Was, wenn bei einem Fall von CFIDS/ME z.B. 10%, 20, 30% nicht erkannte seelisch-psychisch-emotionale Problematik m i t dabei w ä r e, die erstmal unbewusst, unerkannt mit w i r k t, mit f e u e r t (die gesamte Problematik, das Syndrom m i t befeuert, m i t in Gang hält), und so v i e l l e i c h t auch eine richtige, konsequente, passende Behandlung auf Dauer hemmt und blockiert?

Wird dann aus CFIDS/ME automatisch, per Definition "nur" CFS?

Und dann vielleicht noch die Frage, wie wahrscheinlich es umgekehrt ist, dass man als Mensch mit der Diagnose CFIDS/ME tatsächlich n i e ein solches seelisch-psychisch-emotionales Problem im Leben hatte?

Nein, mir geht es ganz klar nicht um ein "Abschieben" in Psycho-Ecken (habe ich selber erlebt), kein "alles psychisch" und weiß Gott nicht um ein Psychiatrisieren - sondern um die ernsthafte Frage, wie man das entscheiden, unterscheiden, herausfinden kann, um letztlich richtig, passend behandeln zu können.....mit ernsthaft menschlichen Psychologen/Psychotherapeuten, die niemand "abstempeln" müssen!

....wenn, natürlich w e n n sich zeigt, dass man (auch) genau ein solches seelisch-psychisch-emotionales Lebensproblem hat, mit sich rumschleppt. Vielleicht unerkannt. Wie bei mir.....jahrzehntelang.

Darum geht es mir in diesem Thread.

Ausdrücklich nicht um CFS-Grabenkämpfe.


Alles Liebe - Gerd
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alibiorangerl ist offline
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Wuhu,
das
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
... die ernsthafte Frage, wie man das entscheiden, unterscheiden, herausfinden kann, um letztlich richtig, passend behandeln zu können.....mit ernsthaft menschlichen Psychologen/Psychotherapeuten, die niemand "abstempeln" müssen! ...
wäre natürlich sehr schön, würde es so sein respektive gäbe es für jede/n Betroffene/n so jemanden...

Ps: Wieso Grabenkampf?
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Felis ist offline
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Seit: 14.08.10
Gerd, du hast hier Gedanken und Fragen wunderbar zusammengefasst, die ich dazu auch habe und hätte.

Liebe Grüße von Felis
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