Hier spricht ein völlig kaputter Mensch. Gibt es Hoffnung?

15.08.15 21:31 #1
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Hier spricht ein völlig kaputter Mensch. Gibt es Hoffnung?

Gepeinigter ist offline
Themenstarter Beiträge: 12
Seit: 05.08.15
Hey Gisi,

das mit der Meditation habe ich mehrere Wochen lang in der Traumaklinik versucht. Leider bewirkt es bei mir irgendwie überhaupt nichts :( Ich weiß auch nicht, woran es liegt.

Ein bisschen unfair finde ich, dass du von Selbstmitleid sprichst. Aber ich kann damit leben.

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ullika ist offline
Beiträge: 3.017
Seit: 27.08.13
Zitat von Gepeinigter Beitrag anzeigen
das mit der Meditation habe ich mehrere Wochen lang in der Traumaklinik versucht. Leider bewirkt es bei mir irgendwie überhaupt nichts :( Ich weiß auch nicht, woran es liegt.
Das ist schade.

Vielleicht wirkt dann bei dir Sport, Bewegung oder harte körperliche Arbeit an frischer Luft besser?
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Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke (Sebastian Kneipp)

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Krebscafe ist offline
Beiträge: 41
Seit: 06.07.15
Danke für deinen Beitrag. Aber bitte, ich wäre euch sehr verbunden, wenn aus diesem Thread keine Metadiskussion über die Wirkung oder Unwirksamkeit von komplementärmedizinischen Maßnahmen entstünde. Danke.
Das sehe ich genauso.

Du wirst bzgl. Deiner Medikamente und Therapie am besten wissen, was Du zu tun hast. Wenn Du die Medikamente Deiner und der Einschätzung Deines Arztes/Therapeuten nach momentan brauchst, dann ist das so. Vor allem, wenn es Dich vor dem Suizid oder Selbstverletzung bewahrt.

Als weitere Frage stellt sich mir, wie Du Dir eine mögliche Verbesserung oder sogar Heilung Deiner Situation vorstellen kannst. Bist Du eher auf der Suche nach einer medikamentösen Intervention? Suchst Du etwas für den Alltag? Suchst Du Inspiration, um Dich Deiner Innenwelt besser stellen zu können? Was möchtest Du gern als erstes erreichen/loswerden/verbessern?

Geändert von Krebscafe (17.08.15 um 10:05 Uhr)

Hier spricht ein völlig kaputter Mensch. Gibt es Hoffnung?

Gepeinigter ist offline
Themenstarter Beiträge: 12
Seit: 05.08.15
Weil ich schon viele Dinge ausprobiert habe und festgestellt habe, dass dieses widerliche Gefühl in der Brust völlig unabhängig von äußeren Gegebenheiten omnipräsent ist (ich hatte bis vor einem Jahr wirklich hervorragende Gesamtlebensumstände), hätte ich am liebsten ein Medikament, das noch etwas besser wirkt, als nur als Suizidprävention. Aber auch da habe ich eigentlich alle Wirkstoffklassen durch, die üblich sind, soweit ich weiß. Ich weiß jetzt nicht, ob es auch innerhal der Wirkstoffgruppen gravierende Unterschiede in der pot. Wirkung gibt.

Ansonsten: Klar, Sport hilft, das kann ich bestätigen. Es verbessert mein Allgemeinbefinden. Allerdings ändert es absolut nichts an diesem Gefühl, das ich habe. Bislang hat noch gar nichts etwas daran geändert, leider.

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ullika ist offline
Beiträge: 3.017
Seit: 27.08.13
Zitat von Gepeinigter Beitrag anzeigen
hätte ich am liebsten ein Medikament, das noch etwas besser wirkt, als nur als Suizidprävention. Aber auch da habe ich eigentlich alle Wirkstoffklassen durch, die üblich sind,....
Klar, Sport hilft, das kann ich bestätigen. Es verbessert mein Allgemeinbefinden. Allerdings ändert es absolut nichts an diesem Gefühl, das ich habe. Bislang hat noch gar nichts etwas daran geändert, leider.
Vielleicht siehst du dich bisher immer noch nur als Opfer, bzw. Patient, da bist du vielleicht in der Schulmedizin besser aufgehoben, soll jetzt keine Kritik sein.

Viele andere Methoden erfordern nämlich, dass man die Rolle des passiven Patienten verlässt und zum Täter (in Form von Taten, Handeln) wird, also selber aktiv wird, vielleicht kommt das ja noch.

"dieses widerliche Gefühl in der Brust", wie äussert sich das genau, tritt es immer auf oder nur zu bestimmten Zeiten?
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Krebscafe ist offline
Beiträge: 41
Seit: 06.07.15
Zitat von Gepeinigter Beitrag anzeigen
Weil ich schon viele Dinge ausprobiert habe und festgestellt habe, dass dieses widerliche Gefühl in der Brust völlig unabhängig von äußeren Gegebenheiten omnipräsent ist (ich hatte bis vor einem Jahr wirklich hervorragende Gesamtlebensumstände), hätte ich am liebsten ein Medikament, das noch etwas besser wirkt, als nur als Suizidprävention. Aber auch da habe ich eigentlich alle Wirkstoffklassen durch, die üblich sind, soweit ich weiß. Ich weiß jetzt nicht, ob es auch innerhal der Wirkstoffgruppen gravierende Unterschiede in der pot. Wirkung gibt.
Ok, vielleicht hast Du diesbzgl. aber in anderen (z.B. schulmedizinischen) Foren mehr Erfolg.

Wie steht es denn mit der Psychotherapie? Siehst Du hier Potential? Was könnte in der Therapie passieren, dass Dir dabei hilft, dieses Gefühl in der Brust loszuwerden?

Und noch eine Frage: Hast Du eine Idee, wie Deine Vergangenheit, Dein Körpergefühl und Dein psychischer Zustand zusammenhängen?

das mit der Meditation habe ich mehrere Wochen lang in der Traumaklinik versucht. Leider bewirkt es bei mir irgendwie überhaupt nichts :( Ich weiß auch nicht, woran es liegt.
Das ist eine weitverbreitete Fehleinschätzung dessen, was Meditation ist und was sie bewirkt. Das ist so, als würdest Du Dich nach 4 Wochen Klavierunterricht darüber beschweren, dass Du noch nicht perfekt Rachmaninoff spielen kannst. Meditation ist etwas, das sich über Jahre entwickelt. Und gerade das Nicht-Meditieren-Können ist ein sehr wichtiger Bestandteil. Bei "echter" Meditation geht es nicht darum, sich einfach nur zu entspannen oder den Geist anzuhalten. Es geht darum sich selbst und seine Umstände in all seinen Facetten und Details zu erkennen. Das ist oft anstrengend, manchmal erschreckend und doch unglaublich befreiend.

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ullika ist offline
Beiträge: 3.017
Seit: 27.08.13
Zitat von Gepeinigter Beitrag anzeigen
... dass dieses widerliche Gefühl in der Brust...
Habe das noch gefunden:

Wenn uns etwas Schlimmes passiert, ziehen wir uns auf der Vorderseite zusammen und halten den Atem an. Das schlägt uns oft auf Herz, Brust, Magen und Stimmung. Normalerweise erfolgt ein als befreites Aufatmen, wenn die Belastung vorüber ist: uns fällt ein Stein vom Herzen oder von der Brust.

Negative Erlebnisse im Kindesalter können ein entsprechendes Spannungsmuster entstehen lassen, wo dann Muskeln und Bindegewebe zusammen gezogen bleiben. Durch die körperlichen Verfestigungen bleiben die unangenehmen Empfindungen an Herz, Brust, Magen aber auch eine ängstliche Erwartung und eine negative Sicht der Dinge erhalten, auch wenn die belastenden Lebensumstände längst vorbei sind.

Vielleicht doch Yoga, Meditation, Akupunktur, Homöopathie, Massage Shiatsu, Sport, .... ?
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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
als info noch einmal den ersten beitrag von "gepeinigter" .

Hallo liebes Forum,

als ich meinen ersten Thread hier erstellt habe, in dem es um Schmerztherapie ging, war ich ganz überrascht, als die Antworten eintrafen. Ich habe ehrlich gesagt in noch keinem Forum so eine echte Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit erlebt. Ich habe, auch durch das Lesen in anderen Threads, Vertrauen in dieses Forum gefasst und mich überwunden, mein "Lebensproblem" anzusprechen, in der Hoffnung, dass es vielleicht jemanden gibt, der einen hilfreichen Tipp geben kann, wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.

Ich werde mich so kurz wie möglich fassen und alles so wesentlich und prägnant wie möglich halten.

Ein paar Daten zu mir:
männlich
26 Jahre alt
aktuell wenige, aber vereinzelte wertvolle soziale Kontakte
finanziell stabile Situation
derzeit nicht arbeitend

Aktuelle Medikaton:
Cipralex 20mg
Tilidin (Retard) 400-700mg am Tag (Suchtproblematik)

Bereits erfolglos probiert:
Venlafaxin
Fluoxetin
Citalopram
Elontril
Trevilor
diverse andere Trizyklika

Folgende Ausgangslage:
Ich wurde im Alter von 3 Jahren von einem Familienmitglied anal missbraucht
Vermutlich durch diesen Missbrauch massive Probleme im Analbereich mit Hyperempfindlichkeit (nur Morphin hilft gegen Schmerzen), Fissuren, Analvenenthrombosen alle 12 Wochen
War als Kind fast immer allein, depressive Mutter schaute nur fern oder schlief auf dem Sofa, weckte ich sie versehentlich, gab es Prügel, wurde bespuckt, gekratzt, gebissen...
Emotionaler Missbrauch durch Mutter, Vater und Stiefvater
Bruxismus (Zähne völlig abgemahlen) und Tinnitus wegen Hypertonie, ständig angespannt
Soziale Angst und Gefühl, nicht in Ordnung zu sein. Daher ständige Selbstbeobachtung und Verhaltenskorrektur
Depression mit Antriebslosigkeit, verbringe Wochen im Bett
Leichte Opioidsucht (Tilidin)
Fingernägelkauen bis es blutet, als Kind auch SVV und Zwangsverhalten
Komplexe PTBS diagnostiziert
Bindungstrauma diagnostiziert
Kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert
Ständiges Engegefühl in Hals-, Brust und Gesichtsbereichen
Freundin (8 Jahre Beziehung) trennte sich vor einem Jahr von mir. Ich bin daran Schuld, habe einen Fehler gemacht, den sie mir nicht verzeihen kann.

Ich will jetzt nicht zu viel aufzählen, dann würde es kein Ende nehmen, aber vielleicht gibt es so einen Überblick.

Ich fühle mich sehr mies und weiß nicht weiter. Psychotherapie mache ich seit Jahren, ändert jedoch nichts an meiner Befindlichkeit. Ich fühle mich lebensunfähig, ich habe solch große Angst vor sozialen Situationen und vor sozialer Konfrontation usw. Mein Leben zieht zur Zeit an mir vorbei...

Die derzeitigen Medikamente helfen nicht gut, das Cipralex bewahrt mich allerdings gut vor Suizidalität - nehme ich es nicht, werde ich gleich hochgradig suizidal. Ansonsten hilft es mir aber nicht merklich.

Die stationäre Traumatherapie hat ebenfalls absolut nichts geholfen, aber immerhin habe ich Diagnosen bekommen (s.o.).

Was ich momentan probieren will ist Hypnose. Habe aber, nach all den Versuchen, an die ich recht optimistisch herangegangen bin, wenig Hoffnung, dass es etwas hilft. Was meint ihr?

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich liege den ganzen Tag im Bett und lasse mein Leben an mir vorbeiziehen. Eigentlich wollte ich gerne noch einmal studieren, aber wie soll ich das in diesem Zustand schaffen? Ich bin von innen kaputt und weiß nicht, wie ich überhaupt wieder auf die Beine kommen soll. Die üblichen Tipps, wie "mach mal Sport, Bewegung ist das beste Antidepressivum" helfen übrigens auch nicht, da dieses schlimme Gefühl, wertlos zu sein und nichts zu können, immer präsent ist.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Hat jemand eine Idee?
fg ory
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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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Gleerndil ist gerade online
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Krebscafe Beitrag anzeigen
Wie steht es denn mit der Psychotherapie? Siehst Du hier Potential? Was könnte in der Therapie passieren, dass Dir dabei hilft, dieses Gefühl in der Brust loszuwerden?
... und vielleicht wäre es für's Verstehen und auch für weitere Ideen hilfreich zu wissen, welche Art von Psychotherapie und auch (stationärer) Traumatherapie Du kennengelernt, erlebt hast, denn es gibt ja nicht DIE Psychotherapie, und auch nicht DIE EINE Art und Methode von Traumatherapie. In der Klinik wurden ja wahrscheinlich auch verschiedene Formen von (Psycho-)Therapie angewendet, in (Gruppen-)Gesprächen, kreativen Therapien, Körpertherapien o.ä. Und auch da kommt es ja wie immer auf den/die richtigen Therapeuten/in an.

Vielleicht magst Du dazu etwas erzählen.

Grüße - Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

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Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von Gepeinigter Beitrag anzeigen

Aktuelle Medikaton:
  • Cipralex 20mg
  • Tilidin (Retard) 400-700mg am Tag (Suchtproblematik)

Folgende Ausgangslage:
  • Ich wurde im Alter von 3 Jahren von einem Familienmitglied anal missbraucht
  • Vermutlich durch diesen Missbrauch massive Probleme im Analbereich mit Hyperempfindlichkeit (nur Morphin hilft gegen Schmerzen), Fissuren, Analvenenthrombosen alle 12 Wochen

  • Leichte Opioidsucht (Tilidin)
Vermutlich wird Dir die Hypnose erst weiterhelfen, wenn Du bezüglich Deiner Schmerzen vernünftig eingestellt wirst.

Es besteht für mein Empfinden bei einer "täglichen" maximalen Tilidin Dosis von mind. 400-700 mg bereits eine zumindest mittel schwere Suchtproblematik.

Deine Schmerzen sind tatsächlich alle 12 Wochen vorhanden, jedoch benötigst Du wahrscheinlich psychisch Tilidin täglich?

Weiterhin beeinflusst Tilidin, da es ein Opioid ist, Deinen Verdauungstrakt ungünstig; Nahrungsmittel werden langsamer verdaut, die Organe sind ruhiger gestellt u.s.w. und somit kommst Du aus Deiner Erkrankung nicht raus.

Eine Verbesserung der Schmerz- und Gesamtsituation sehe ich am ehesten in einer Suchtbehandlung mit evtl. Entzug (kommt darauf an, wie lange Du Tilidin schon täglich in der Höchstdosis einnimmst?), dazu begleitende Psychotherapie und einer hilfreichen Schmerztherapie alle 12 Wochen; da kann dann auch mal kurzfristig, solang der Schmerz dauert, ein Morphin eingesetzt werden; jedoch nicht täglich diese unnütze Tilidin-Einnahme, welche Dich in allen Bereichen lähmt.

Gute Besserung und ich hoffe, Dir mit meinem Beitrag nicht weh zu tun.

Liebe Grüße von Kayen

Nachtrag: Die Retardtabletten stellen keine so große Suchtgefahr dar, trotzdem erschliesst sich diese tägliche Einnahme für mich nicht.
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Geändert von Kayen (17.08.15 um 13:58 Uhr)


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