Wie mit psychischen/körperlichen Folgeschäden umgehen?

08.10.13 00:45 #1
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Wie mit psychischen/körperlichen Folgeschäden umgehen?
Clematis
Zitat von Schwarzflug Beitrag anzeigen
Es ist eben nur die Frage ob man diese Folgeschäden nur mit einer Gesprächstherapie wieder "reparieren" kann. Ich werden auf jeden Fall so oder so nochmal eine Therapeutin aufsuchen die mir dabei helfen soll diese schlimme (eigentlich ungelogen die schlimmste Zeit meines Lebens) zu überstehen.
Hallo Schwarzflug,

ich denke schon, daß das in Ordnung kommen kann. Dabei ist Jugend ein großer Vorteil, weil der Körper noch viel mehr vertragen kann und sich auch leichter regeneriert als ein "Oller", der schon viele Kilometer gelaufen ist. Falls eine Gesprächstherapie nicht tief genug greift, ziehe die Hypnosebehandlung in Betracht, die Du schon mal gemacht hast.

Es ist nur manchmal verdammt schwer zu akzeptieren das man aus heiterem Himmel plötzlich so krank wurde und alle anderen um einen herum glücklich lachen und energiegeladen sind, obwohl sie einen Scheiß auf ihre Gesundheit achten so wie ich es jetzt tue. Da fragt man sich immer was aus einem geworden ist, erinnert sich an die Zeit wo man noch gesund war und fragt sich wofür das alles? Warum ausgerechnet ich der es schon so schwer in der Kindheit hatte? Und das auch noch so jung, da werde ich manchmal total depressiv und dann plötzlich wieder total wütend.
Ja, es ist schwer zu akzeptieren. Doch wenn Du Dir klar machst, daß kämpfen nichts bringt, eher schadet - könnte es da nicht einen Tick leichter werden?

Die Frage, warum ausgerechnet ich, stellt sich so mancher, der schwer krank wurde und findet keine Antwort. Folgendes ist jetzt vielleicht kein Trost, das weiß ich, denn Du bist jung, doch ich habe es mehrfach erlebt, daß ich nach schwerer und teilweise chronischen Erkrankungen immer wieder auf die Füße gefallen bin. Im Rückblick, nach jeder einzelnen überwundenen Krankheit, war ich danach stärker, war reifer und auch selbstbewußter. Das befähigte mich dann dazu den nächsten Schlag ins Genick etwas besser zu verkraften, weil ich durch den Vorherigen gestärkt worden war und im tiefsten Innern wußte, daß ich auch damit fertig werden würde. Krankheiten sind so betrachtet auch ein Lernprozeß durch den wir über uns hinaus wachsen können. Letztlich kann man sie unter wertvolle Lebenserfahrung verbuchen, auch wenn man das während der Krankheit kaum so sehen kann.

Verhindere auf jeden Fall in eine Depression zu verfallen - das hieße Aufgeben. Dann sei lieber ein bißchen wütend, denn das hält Dich im Bereich von Aktivität, wer wütend ist geht nicht so leicht unter, sondern wehrt sich und handelt.

Auch Du wirst es schaffen. Der Mensch ist zu so vielem fähig und hinterher ist man selbst erstaunt, daß man das "damals" so tragisch genommen hat.

Liebe Grüße,
Clematis


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