Was bedeutet verkopft

02.08.12 07:54 #1
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Was bedeutet verkopft

toennchen ist offline
Beiträge: 37
Seit: 21.07.12
Ich glaub das ist jetzt ein Missverständnis, Oregano.

Analytische Fragen zustellen und dann in sich herein zu spüren bedarf ja auch des Fühlens und sich zu Fragen, wann habe ich das schonmal gefühlt ebenso.


Ich sehe bisher 3 Ebenen:

1. Gefühle unterdrücken, mit Hilfe von abgegrenzeter Theorie --> trifft wohl am ehesten das "verkopft"
2. Gefühle und Gedanken wahrnehmen und zu hinterfragen --> das ist was für mich das anayltische ausmacht
3. Nur Gefühle, die nur ausagiert werden --> Wie nennt man das?

Ich treffe so oft auf Menschen die all ihre Gefühle an der Umwelt ausagieren, ohne sich selbst einmal zu Hinterfragen. Die teilweise Jahrelang in Wut stecken hinter der unendliche Trauer liegt, die sie aber genauso wenig wahrnehmen wie die, die alle Gefühle zu unterdrücken versuchen.

Was bedeutet verkopft

KarlG ist offline
Beiträge: 2.398
Seit: 22.01.11
3. Nur Gefühle, die nur ausagiert werden --> Wie nennt man das?
Denke, "impulsiv", "sprunghaft", "unberechenbar" trifft es am Besten - also nicht eingebettet in eine Konzept oder eine Gedankenkette, sondern rein nach Bauchgefühl oder hormoneller Lage...

..die Mitte machts!

Gruss
Karl

Was bedeutet verkopft

toennchen ist offline
Beiträge: 37
Seit: 21.07.12
Zitat von KarlG Beitrag anzeigen

..die Mitte machts!
Wie so oft

Was bedeutet verkopft

ArmesHaschel ist offline
Themenstarter Beiträge: 894
Seit: 11.04.10
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Da würde ich sagen: in sich gehen, spüren, im Herzen FÜHLEN, den Schmerz zu lassen, die Freude zulassen usw.

Grüsse,
Oregano
Hallo Zusammen,

ich würde sagen, das ist das positive Gegenteil, aber im negativen Sinne, würde ich dazu neigen Menschen in die Schublade zu tun, die in jedem 2. Satz sagen:

Ich fühle mich damit jetzt aber...
oder Ich fühle hier aber jetzt bestimmte Schwingungen ...

Gruß Haschel

Was bedeutet verkopft

Oregano ist offline
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Armes Haschel,

ich glaube, ich verstehe, was Du meinst.
Vielleicht neigen solche Menschen dazu, nur noch in sich selbst zu "versinken" und dabei zu verlernen, sich auch in andere Menschen hinein zu fühlen, was dann in Richtung Narzissmus bzw. narzisstische Störung führt?
(http://www.symptome.ch/vbboard/psych...arzissmus.html
http://www.symptome.ch/vbboard/famil...tml#post380443)

Auf der anderen Seite ist es ja durchaus ok, wenn Menschen sich mit ihren Gefühlen und Emotionen beschäftigen? Auch hier geht es also um das richtige Maß.

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Was bedeutet verkopft

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von toennchen Beitrag anzeigen
Was wäre denn das emotionale Gegenstück zu "verkopft"?
Also wenn jemand keiner analytische Fragen zum eigenen Befinden und den Ursachen einbaut und nicht bereit ist über seine Emotionen und deren Ursache nachzudenken?
Das Eine schliesst das andere Andere mMn. nicht aus.

Verkopft ist für mich eine sachliche, analytische und distanzierte Betrachtung, um ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dabei kann das Problem auch ein emotionales sein.

Das Gegenteil wäre für mich reine Gefühlsduselei, die aufgrund fehlender Distanz gar nicht in der Lage ist intellektuell zu erfassen, wo das Problem liegt.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Was bedeutet verkopft

Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Das Gegenteil wäre für mich reine Gefühlsduselei, die aufgrund fehlender Distanz gar nicht in der Lage ist intellektuell zu erfassen, wo das Problem liegt.
Ich glaube, das Gefühl meldet manchmal eher die Lösung eines Problems, als der Kopf. Der Verstand braucht dabei garkeine Lösung parat zu haben, das Gefühl aber schon.
Das kann dann auch in Verstandsduselei ausarten.
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Meiner Meinung nach gibt es die Gefühls- und Verstandesduselei, oder beides zusammen.

Interessant finde ich immer die Frage, warum ich ein bestimmtes Gefühl habe. Was ist die Kernaussage. Und das wird dann als Wort, Stimmung in den Verstand übertragen. Beides, Gefühls- und Verstandeszentrum gehört für mich untrennbar zusammen. Zum Beispiel steckt hinter so mancher Wut Hilflosigkeit, genauso wie bei den Ängsten usw. Man weiß nicht anders damit umzugehen.

Bei Sachen die einen immer wieder umtreiben, gibt es ein für mich stimmiges Konzept. Das Gefühl sagt die Wahrheit und die Aussage, die dahinter steckt lügt, also die Gedanken die einen mürbe machen. Taucht man in die Tiefe, dann erkennt man die eigene Schwäche die dahinter steckt und diese ist dann die ursächliche Wahrheit, die Lücke die man im Bewusstsein über sich selbst hat. Die Lücke im Bewusstsein ist die Schwäche, die passende Energien anzieht. Das sind Gedanken, die einen unglücklich machen, die das natürliche Selbstwertgefühl in hilflose Gedanken verwandeln. Sie kompensieren damit das was einem fehlt, einen Mangel. Viele versuchen dann im Außen mit ihrem Verstand die Dinge zu regeln, Kontrolle auszuüben. Das funktioniert leider nicht so gut, aber weil man keine andere Möglichkeit kennt, macht man es weiter und es kommt selten zu einer Lösung. Die Energien von Verstand und Gefühl finden keinen Ausdruck, sondern bleiben stecken. Das läuft dann ins Verkopftsein und in die Emotionen, die einem erstmal nicht gut tun.

In Wirklichkeit kann man alles, was man im Außen geändert haben will nur im Innern lösen, gerade wenn man im Außen keine Möglichkeit dazu hat. Wenn man die Möglichkeit hat, dann ist es gut, aber leider machen einen gerade die Sachen fertig, wo man im Außen erstmal wie ein begossener Pudel dasteht.

Als Beispiel könnte ich eine Bekannte von mir nennen, die einen Streit mit einer Frau hatte. Seit Monaten hat man sich nicht mehr gesprochen und der alte Groll flackerte immer wieder auf. Die Gedanken liefen Amok, weil keiner den ersten Schritt zu einer Aussprache machte. Die Frau machte aber regelmäßig Meditationen und bei einer fiel ihr ihre Bekannte ein. Sie vergab ihr innerlich von ganzem Herzen, weil ihr nach so vielen Monaten der Streit nicht mehr sinnvoll erschien. Eine Stunde später klingelte das Telefon und die Frau, der sie vergeben hatte, war am Apparat.

Es gibt noch andere solcher Beispiele. Mir hilft es sehr, dass ich Gespräche die ich nicht im Außen führen kann, im Innern mache. Das befreit und die Gedanken, die mir früher nicht gutgetan haben, sind weniger geworden, oder bleiben ganz aus.

Meine Schwester bekam eine solche Art der Handlung auch von ihrer Heilpraktikerin empfohlen. Darin heißt es, dass man vor dem Schlafen gehen, wenn es einen Disput gibt, man sich die Person die betroffen ist, vorstellen soll. Man sollte das wenn möglich mit Empathie und freundlich machen, egal was gewesen ist. Man sollte auch ihre Sichtweise und Meinung anerkennen, auch wenn man sie nicht teilt. Und dann kann man nachdem man etwas wertschätzendes gesagt hat, mit der Person sprechen, ihr sagen wie es einem damit geht und das man gerne Frieden schließen würde, vielleicht ein Frieden der für beide Seiten stimmig ist. Ist man fertig wartet man ruhig ab. Manchmal kommt die Person auf einen zu und sagt etwas oder umarmt einen, oder sie dreht sich um und geht.
Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber meine Schwester sagt, dass Dinge die sie auf diese Weise macht im Außen später zum Ausdruck kommen. Die Personen verändern sich ihr gegenüber, meist zum positiven, andere melden sich nicht mehr. Aber das ist in Ordnung. Man hat getan was möglich war.

Grüsse von Juliette

Was bedeutet verkopft

toennchen ist offline
Beiträge: 37
Seit: 21.07.12
Hallo Juliette,

ich bin eine ziemliche Gegnerin von Vergebung als einer Aktion die man bewusst zu steuern versucht, aber ansonsten kann ich dir bei vielem zustimmen.
Ich denke zwar nicht, das meine innere Aussprache mit einem Streitpartner ihn beeinflusst, aber ich wähle diese Methode so gut wie immer, bevor ich jemanden direkt Anspreche und manchmal ist das Ansprechen dann auch gar nicht mehr nötig.

Personen mit denen man "noch was offen" hat sind nicht immer ansprechbar und trotzdem kann man seine inneren Konflikte noch lösen. In manchen Fällen ist es bei mir aber auch nur eine Hoffnung, dass es irgendwann einmal klappen wird.

Grüße,
Toennchen

Was bedeutet verkopft

Rota ist offline
Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Ich möche mich auch noch zu dem Begriff verkopft einbringen.

Für mich klingt das negativ, so als würde das Wort auf dem Weg sein sich hin zu Besessheit zu entwickeln. Anders ist es, wenn einer von sich selber sagt, ich habe mich darauf verkopft... dann zweifelt er zwar etwas daran, ob es richtig ist, worauf er sich da "spezialisiert " hat, aber er sagt es halt selber von sich und nicht ein anderer über ihn.

Grüßle
Rota
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker


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