Die Psychotherapie steht bald an; wie an die Sache rangehen?

31.07.12 13:19 #1
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Die Psychotherapie steht bald an; wie an die Sache rangehen?

toennchen ist offline
Beiträge: 37
Seit: 21.07.12
Ich find die Frage: "Was ist verkopft eigentlich?" Viel zu interessant eigentlich um sie unkommentiert zu lassen. Aber darum ging es hier ja ursprünglich nicht und JoeHerne profitiert davon vielleicht auch gar nicht.

Deswegen nur ganz kurz von mir dazu:
Meine Gedanken sind ein wesentlicher Auslöser für meine Gefühle. Ich persönlich kann also der Hirn(Gedanken)-Ebene gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Und ich habe immer wieder erfahren, dass Verstehen für mich die Grundlage aller tieferen Wandlungen ist. Meine Gefühle sind für mich wie die Tankanzeige am Auto, sie nicht zu beachten, nicht wahrzunehmen oder gar zu unterdrücken lässt mich kraftlos am Wegesrand stehen. Aber mit Gefühlen löse ich keine Probleme, es ist nur eine Art sie wahrzunehmen. Ich kann auch meine Gefühle gar nicht ändern, nur meine Gedanken und Sichtweisen erweitern sich und ich lasse alte Überzeugungen los.
Und wenn das bei jemand Anderem ganz anders ist, dann bin ich mir sicher, dass das auch richtig sein kann. "Jede Jeck is anners, aber Jecken simmir alle!" hat meine Oma immer gesagt und sie hat für mich natürlich Recht.

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ArmesHaschel ist offline
Beiträge: 903
Seit: 11.04.10
Zitat von toennchen Beitrag anzeigen
Ich find die Frage: "Was ist verkopft eigentlich?" Viel zu interessant eigentlich um sie unkommentiert zu lassen. Aber darum ging es hier ja ursprünglich nicht und JoeHerne profitiert davon vielleicht auch gar nicht.
Ja denke ich auch

Darum:
http://www.symptome.ch/vbboard/psych...-verkopft.html

Gruß Haschel

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Sam77 ist offline
Beiträge: 181
Seit: 03.12.11
Da hier danach gefragt wurde, was ich mit "verkopft" meine: Wer verkopft an eine Psychotherapie rangeht, der überlegt sich schon vorher immer genau, was er heute ansprechen will, was er heute erzählen will usw. Wenn er das dann in der Therapie auch so durchzieht - was ein guter Therapeut allerdings durchbrechen würde - dann würde sich vermutlich nicht allzuviel bewegen bei demjenigen. "Unverkopft" an eine Therapie herangehen, hieße, sich vorher keine Gedanken machen und das erzählen, was einem im jeweiligen Moment einfällt.

Letztendlich würde ich sagen, die Mischung machts, beides ist wichtig und sollte seinen Platz in der Therapie haben.

Gruß,
Sam

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ArmesHaschel ist offline
Beiträge: 903
Seit: 11.04.10
Zitat von Sam77 Beitrag anzeigen
Wer verkopft an eine Psychotherapie rangeht, der überlegt sich schon vorher immer genau, was er heute ansprechen will, was er heute erzählen will usw. Wenn er das dann in der Therapie auch so durchzieht - was ein guter Therapeut allerdings durchbrechen würde - dann würde sich vermutlich nicht allzuviel bewegen bei demjenigen. "Unverkopft" an eine Therapie herangehen, hieße, sich vorher keine Gedanken machen und das erzählen, was einem im jeweiligen Moment einfällt.
Hi Sam77,

ich will mal das Thema verkopft verlassen und ein anderes Thema ansprechen, das vielleicht nicht nur dem Themenstarter hilft.

Für mich fasse ich das unter dem Begriff Auftrag zusammen. Wenn ich zu einem Dienstleister gehe (Hier ein (Psycho)Therapeut) überlege ich mir natürlich was will ich von dem und wie mache ich meinen Auftrag verständlich. Ich erzähle ihm dann zu Beginn der Sitzung mein Anliegen und mache dann eine Anfrage ob der Dienstleister diesen Auftrag übernehmen möchte.

Stellt jetzt einer der Beiden fest, das das Gespräch oder die Behandlung bzw. die Dienstleistung nicht mehr zum Ziel des Auftrages passt, muss nocheinmal über das Ziel und den Auftrag gesprochen werden.

Und gerade wenn der Therapeut den Eindruck hat, das Gespräch ist nicht Zielführend, dann darf das das nicht so einfach durchberechen, den Willen brechen oder den Klienten knacken. Wo kommen wir denn da hin. Das ist Mißbrauch !

Gruß Haschel.

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toennchen ist offline
Beiträge: 37
Seit: 21.07.12
Eine Therapie in der man einen zuvor gesteckten Plan so streng durchzieht, dass man nicht offen für die sich im Gespräch entwickelnden Themen ist, würde denke ich stocken. Wenn ein Thema, das einem Probleme bereitet angesprochen ist, ist nicht unwahrscheinlich dass es weitere Zusammenhänge gibt, denen man sich zuvor noch nicht bewusst war. Diese Zusammenhänge dann nicht zu beleuchten um an einem Plan festzuhalten, stelle ich mir als die Therapie bremsend vor.

Fragen die dazu dienen sich zu überlegen, was man möchte, würde ich aber im Gegenteil dazu als sehr förderlich bezeichnen. Ich glaube das es essentiell für die Therapie ist sich selbst kennen zu lernen und zu lernen mit seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu arbeiten. Die Frage: "Was möchte ich?" macht mich nicht unfähig auch auf andere Dinge einzugehen, die mir nicht als erste Antwort in den Sinn gekommen sind. Sie verrät mir nur etwas über mich, bringt mich mir selbst näher.

@Hascherl

Ich denke auch, dass es nicht des Therapeuten Aufgabe ist einen Patienten zu durchbrechen, aber neue Verhaltensstrategien, neue Denkmuster und allgemein neue Herangehensweisen anzubieten halte ich für essentiell in manchen Therapieformen. Ein Therapeut, der mir nicht mitteilt, wenn er meine Gedanken für Kreise auf den immer gleichen Bahnen hält, würde meinen Therapieauftrag, den ich am Anfang auch durchaus formuliert habe gar nicht einhalten. Ich habe jahrelang ohne Therapeuten versucht meine Probleme in den Griff zu bekommen und wollte bewusst vom Wissensschatz der Therapeutin profitieren.
Ich denke das Verhältnis von Therapeut und Patient ist sehr speziell und stark von den beiden Persönlichkeiten abhängig und missbrauch gibt es auch dort. Trotzdem denke ich das auch unbequeme Angebote eines Therapeuten immer lohnenswert sind überdacht zu werden und sei es nur um zu der Erkenntnis zu kommen, dass es nicht hilft.

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Vanilla ist offline
Beiträge: 345
Seit: 18.02.12
Interessant finde ich nun, dass sich hier ein "Gespräch"entwickelt und der eigentliche Thread-Eröffner wohl gar nicht mehr "on board " ?? ist..
Ich denke jedoch es ist ok, wenn ich weiterhin hier meine Gedanken zu dem Thema einbringe.
Therapie ist ein sehr umfangreiches Thema....leider wird die "Seelenpflege" eher vernachlässigt, wenn man es mal mit den Tüv-Untersuchungen des Autos vergleicht ;-)
Ich denke, dass wohl erst , wenn nichts mehr geht, die Reissleine gezogen wird und man sich in eine Therapie begibt.
Dort nun möchte man sich im Grunde genommen von den belastenden Gedanken und einschränkenden Gefühlen befreien...Warum??
Man möchte wieder durchschnaufen können....man möchte verstanden werden in seinem Leid...um wenn es gut läuft, mit neuen Erfahrungen in ein neues, besseres Leben starten zu können.
Von der Sicht des Leidenden gesehen völlig verständlich. Der Therapeut hat nun die Aufgabe als Dienstleister ein Angebot zu machen, die Ziele gemeinsam abzustecken um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Da die Seele aber eben kein Auto ist...wer weiss es..lach...ich rede immer mit ihm, wenn es nicht anspringen will.....kann man auch nur bedingt planen.
Ich finde, gerade wenn es mal "brenzlig" wird, der Therapeut sich - für mich - nicht meinen Vorstellungen gegenüber verhält, dann:
einfach mal von meinem Ego zur Seite treten..sich fragen, was hat das jetzt mit mir zu tun....was macht es mit mir?
Diese Sichtweise finde ich persönlich klasse, hat mich schon weit gebracht.Es bringt mich nämlich zu meinen darunterliegenden Gefühlen...
Wenn man sich dann missbraucht fühlt, weil der Therapeut eben nicht auf mich"eingeht", dann würde ich mich fragen, wieso ich gerade dies so empfinde und es so tituliere.....
Dies soll kein Statement sein, dass alle Therapeuten in Ordnung sind..es gibt überall schwarze Schafe...ich gehe jetzt aber mal von der Annahme aus, dass man Therapeut wird, weil man den Menschen helfen möchte, ein besseres Leben zu führen...
und vielleicht steckt auch bei dem Beruf eine eigene Erfahrung dahinter...

LIebe Grüsse, Christine

Geändert von Vanilla (03.08.12 um 09:57 Uhr)

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von christinedk Beitrag anzeigen
Na sowas..da ich indirekt gefragt worden bin, was ich unter "verkopft" verstehe, möchte ich es möglich kurz und schmerzlos darlegen..;-)
= Mit Verkopftsein ist (für mich) gemeint, dass jemand taktisch an Gefühlsdinge herangeht, was soviel heisst wie: es wird der Nutzen, der Aufwand und die Möglichkeiten "berechnet".
Good Luck!
Was Du meinst heißt Berechnung.

Verkopft bedeutet nach unserem Duden einfach nur sehr vom Intellekt beherrscht bzw. sehr vom Intellekt beeinflusst ähnlich wie kopflastig intellektuell, vom Verstand bestimmt bedeutet.

Nicht mehr und nicht weniger.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11


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