DSM als Marketinginstrument der Psychiatrie

06.03.12 17:29 #1

Zusammenhänge zwischen psychischem und körperlichem Wohlergehen, sowie psychische Auffälligkeiten und Störungen. Bitte die Grenzen unserer Möglichkeiten bzw. Notfallnummern unbedingt beachten.
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bartel ist offline
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Citizens Commission on Human Rights, CCHR, Homepage. Schauen Sie sich die Videos an.

Ich weiß nicht, ob dieses Video hier schon mal verlinkt wurde. Die neue Ausgabe, das DSM 5, ist ja gerade in Arbeit und soll im Frühjahr 2013 erscheinen- mit einer Ausweitung der gelisteten psychischen Störungen und teilweise einer Umdefinition der bereits bestehenden. So erwartet der Leiter der DSM 4-Arbeitsgruppe, Francis Allen, einen deutlichen Anstieg z. B. der Autismus-Diagnosen:

Diese „Autismus-Epidemie“ wird sich ab Mai 2013 noch weiter ausbreiten, wenn die nächste Ausgabe des Diagnosehandbuchs (DSM 5) veröffentlicht wird. Die in DSM 5 enthaltene Definition eines „autistischen Spektrums“ wird noch weiter gefasst sein und viele Menschen einbeziehen, die heute als normal gelten oder an einer anderen Krankheit leidend eingestuft werden. Ihre Symptome werden sich nicht verändern – nur der Name dafür.
Krankheiten: Wie Autismus zur Modediagnose geworden ist - Nachrichten Debatte - Die Welt in Worten - WELT ONLINE

Die Website des Projekts: http://www.dsm5.org/Pages/Default.aspx

Gruß von bartel

Geändert von bartel (06.03.12 um 17:37 Uhr)

DSM als Marketinginstrument der Psychiatrie

Paula3 ist offline
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Allen Frances "Normal" Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen

"Normal" von Allen Frances: Beichte eines Psychiater-Papstes - SPIEGEL ONLINE
Von Jörg Blech

Er machte viele Gesunde zu psychisch Kranken - jahrelang. Jetzt hat sich der US-Psychiater Allen Frances, einer der ehemaligen Autoren des Katalogs für psychiatrische Störungen DSM (Diagnostisches und Statistische Manual Psychischer Störungen), gegen seine eigene Zunft gerichtet: In seinem neuen Buch "Normal" legt er eine bemerkenswerte Beichte ab.

Je weiter die Psychiatrie voranschreitet, desto weniger Normale bleiben übrig. Einer Studie zufolge erfüllen schon mehr als achtzig Prozent der jungen Erwachsenen die Kriterien für eine psychische Störung. Das sei irre, sagt der US-amerikanische Psychiater Allen Frances. "Die diagnostische Inflation hat dafür gesorgt, dass ein absurd hoher Anteil unserer Bevölkerung heutzutage auf Antidepressiva, Neuroleptika, Anxiolytika, auf Schlaf- und Schmerzmittel angewiesen ist" ….

Seine Gegner allerdings fragen sich, warum Frances so lange geschwiegen hat. Er wird just in dem Augenblick vom Saulus zum Paulus, wo seine Tantiemen für ein DSM-IV-Begleitbuch in Höhe von 10.000 Dollar pro Jahr versiegen. Über diese Einkünfte schweigt Frances sich in seinem Buch ebenso aus wie über Details zu seinen Verbindungen zur pharmazeutischen Industrie. Zwei Nachfragen lässt er offen. Er könne nicht einmal einen Computer bedienen und habe keine Unterlagen mehr. Am Ende kann Allen Frances sich an den Namen keiner einzigen Pharmafirma erinnern, von der er die ganzen Jahre Honorare kassierte.


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