18.04.13, 16:49
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DSM als Marketinginstrument der Psychiatrie
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Allen Frances "Normal" Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen
"Normal" von Allen Frances: Beichte eines Psychiater-Papstes - SPIEGEL ONLINE
Von Jörg Blech
Zitat:
Er machte viele Gesunde zu psychisch Kranken - jahrelang. Jetzt hat sich der US-Psychiater Allen Frances, einer der ehemaligen Autoren des Katalogs für psychiatrische Störungen DSM (Diagnostisches und Statistische Manual Psychischer Störungen), gegen seine eigene Zunft gerichtet: In seinem neuen Buch "Normal" legt er eine bemerkenswerte Beichte ab.
Je weiter die Psychiatrie voranschreitet, desto weniger Normale bleiben übrig. Einer Studie zufolge erfüllen schon mehr als achtzig Prozent der jungen Erwachsenen die Kriterien für eine psychische Störung. Das sei irre, sagt der US-amerikanische Psychiater Allen Frances. "Die diagnostische Inflation hat dafür gesorgt, dass ein absurd hoher Anteil unserer Bevölkerung heutzutage auf Antidepressiva, Neuroleptika, Anxiolytika, auf Schlaf- und Schmerzmittel angewiesen ist" ….
Seine Gegner allerdings fragen sich, warum Frances so lange geschwiegen hat. Er wird just in dem Augenblick vom Saulus zum Paulus, wo seine Tantiemen für ein DSM-IV-Begleitbuch in Höhe von 10.000 Dollar pro Jahr versiegen. Über diese Einkünfte schweigt Frances sich in seinem Buch ebenso aus wie über Details zu seinen Verbindungen zur pharmazeutischen Industrie. Zwei Nachfragen lässt er offen. Er könne nicht einmal einen Computer bedienen und habe keine Unterlagen mehr. Am Ende kann Allen Frances sich an den Namen keiner einzigen Pharmafirma erinnern, von der er die ganzen Jahre Honorare kassierte. 
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