engstirnig ./. weitsichtig

12.03.17 12:01 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 60.875
Seit: 10.01.04
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Engstirnig zu sein ist kein Vorzug. Diskussionen mit solchen Leuten verlaufen für gewöhnlich fruchtlos, da sie bereits mit einer vorgefassten Meinung (statt offen zu sein für anderen Argumente) in eine Unterhaltung gehen. Aber diese mangelnde Offenheit zieht sich durch sämtliche Bereiche:
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Das Hauptproblem liegt allerdings darin, dass viele Menschen es als Angriff auf ihre eigene Persönlichkeit sehen, wenn sich jemand ihrer Argumente verweigert. Das eigene Ego ist gekränkt, dass das Wissen auf diesem Gebiet nicht anerkannt wird, und zwar umso stärker, je mehr Sie sich mit Ihrem Standpunkt identifizieren. Sie können stattdessen mit zwei Tricks arbeiten:

Dieser Trick geht auf den amerikanischen Psychologen Wayne Dyer zurück und funktioniert, indem Sie Ihrem engstirnigen Gegenüber einräumen, dass etwas an seiner Position dran sein könnte: "Sie könnten recht haben." Sie lassen los, was Ihre Position anbelangt. Auf der anderen Seite führt dieser Ausspruch dazu, dass sich Ihr Kollege mit seiner Meinung akzeptiert fühlt.
Gleichzeitig lassen Sie sich eine Art Hintertür offen, denn Sie verwenden den Konjunktiv.
Benjamin Franklin beherrschte die Kunst, andere Menschen für seine Argumente zugänglicher zu machen, indem er seine Meinung als die Meinung Dritter präsentierte. Dazu wählen Sie beispielsweise Formulierungen wie "Ich habe von einer Person gehört, dass..." oder "Wie würden Sie reagieren, wenn jemand behauptet, dass..." oder "Manche sehen es so, dass..." oder "Es gibt das Gerücht, dass...". Sie nehmen so eher eine Haltung des neugierig Fragenden an, anstatt die der Verteidigung Ihrer eigenen Positionen.
Nachfolgend haben wir in neun Schaubildern typische Verhaltensweisen dargestellt, die engstirnige Menschen im Vergleich zu weitsichtigen haben.
Engstirnig: Beschränken Sie sich nicht! | karrierebibel.de

Hier geht es zwar um Karrieren, die auch davon abhängen, ob jemand eben engstirnig ist oder weitblick hat. Das wiederum hängt sicher auch damit zusammen, ob jemand gelernt hat, in die Weite zu sehen oder ob er lieber in seiner eigenen Welt geblieben ist, die ihm sicher und angstfrei vorkommt.

Aber auch im Privatleben oder im Forenleben kann Engstirnigkeit schwierig werden, und zwar immer dann, wenn eine Meinung hartnäckig vertreten wird, ohne auf Argumente aus anderer Sicht einzugehen. Das macht es letzten Endes unmöglich zu diskutieren und ein Thema von verschiedenen Aspekten her zu sehen. Das finde ich schade, weil dadurch ein Thema immer enger wird und Interessierte das Interesse verlieren können.

Um es mit Gerald Hüther zu sagen:
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Das Gehirn wird so, wie und wofür man es mit Freude und Begeisterung benutzt. Das ist die wohl wichtigste Erkenntnis, die die Hirnforscher in dem letzten Jahrhundert zutage gefördert haben.
Statt uns gegenseitig ständig mit Abwertungen und Hinweisen, was alles nicht geht zu entgeistern, müssten wir also versuchen einander einzuladen, zu ermutigen und zu begeistern, immer wieder neue, günstigere Erfahrungen mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit all dem, was uns umgibt, zu machen....
http://www.gerald-huether.de/free/ne...11_online.html

Einen schönen Sonntag !

Grüsse,
Oregano

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Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 60.875
Seit: 10.01.04
So kann man mit verschiedenen Meinungen umgehen:
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Wie geht jeder einzelne von uns mit der Meinung des Gegenüber um?
Zeigen Sie Verständnis für die Meinung des anderen oder geraten Sie mit ihm oder ihr aneinander, weil dessen Einstellung oder auch Erfahrung von Ihrer abweicht? Wenn hieraus eine Diskussion entsteht, wobei die Gesprächspartner mit ihren „richtigen“ Argumenten auffahren, passiert folgendes: Entweder, Sie überzeugen Ihr Gegenüber oder Ihr Gegenüber überzeugt Sie, Sie sind sich einig oder die Diskussion geht möglicherweise in Streit über, weil jeder auf seiner Meinung verharrt. Ist das Letztgenannte eine zufriedenstellende Situation? Eher nicht. Ist es nicht angenehmer, wenn man, trotz unterschiedlicher Anschauungen, dem anderen „seine eigene“ lässt. Wie wäre es, wenn man aus Respekt vor seiner „eigenen Wahrheit“, die man sich ja auch nicht absprechen lassen möchte, die des anderen Menschen ebenfalls aus Respekt annimmt? Der Umgang miteinander wäre doch ein viel harmonischerer. Bedenken wir doch eines: Wenn ich mit meinen Argumenten nicht übezeuge, dann sollte ich dieses so hinnehmen und meine wachsenden negativen Emotionen erst einmal überdenken. Fakt ist doch, dass nicht nur ich selbst darüber verägert bin, sondern den anderen Menschen ebenfalls negativ beeinflusse. Das Resultat könnte eine angespannte Situation sein, die bestimmt zu KEINEM Ergebnis führt. Aber es soll ja Menschen geben, die gerne streiten. Nur, was bringt es?
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https://biancaschwacke.wordpress.com...gelten-lassen/

Ein friedliches, von Verständnis geprägtest Wochenende wünsche ich!

Grüsse,
Oregano
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engstirnig ./. weitsichtig

Septembermond ist offline
Beiträge: 46
Seit: 20.03.17
hallo Oregano,

das Thema finde ich sehr interessant!

In der Regel ist es so - meine Erfahrung - daß einer den anderen zu überzeugen versucht von seinen "Argumenten". Das ist aber genau der Knackpunkt, so meine ich.
Ich denke wenn man des Anderen Meinung einfach stehen lassen könnte, wäre vieles besser.

Unter Diskussion verstehe ich, Meinungen auszutauschen. Desto vielfältiger, desto besser. Diskutieren muß nicht heißen den anderen partout überzeugen zu wollen. Gerade dieses missionarische stößt m. Meinung nach oft - verständlicherweise - auf Ablehnung.

Mir fällt aber auch oft auf, daß das, was ich als "Meinungen austauschen" bezeichnen würde, also als "diskutieren" bezeichnen würde, von anderen Menschen als "streiten" bezeichnet wird. Vielleicht existieren unterschiedliche Einstellungen zum Thema, wo die Diskussion aufhört und der Streit anfängt.

gruß,Septembermond

engstirnig ./. weitsichtig

Gleerndil ist gerade online
Beiträge: 3.811
Seit: 26.07.09
Zum überzeugt-sein:
Ich finde, es ist generell gut, wenn man von etwas überzeugt ist, was ja wohl soviel heißt, wie "Ich kann be-zeugen, dass etwas so oder so ist." Also überzeugt sein.
Eine Überzeugung haben, vielleicht schon ein wenig anders, aber "haben" heißt ja nicht, dass man sie (die Überzeugung) nicht auch wieder weggeben, umtauschen, oder auch als falsch erkennen könnte.
Jemand partout, unbedingt von etwas überzeugen wollen, mit missionarischem Eifer dazu, ist etwas anderes....aber deshalb ist es ja nicht schlecht, eine Überzeugung zu haben, von etwas überzeugt zu sein, und das auch zu äußern, Argumente dafür zu bringen, für die eigene Überzeugung. Es kommt vielleicht eher auf die Art an, wie man sowas äußert, und ob man links und rechts der eigenen Überzeugung/Meinung noch was sieht, anderes und andere und deren Meinungen/Überzeugungen auch noch sieht, sehen kann, und bestenfalls daraus auch was für sich selber gewinnt und lernt - wenn es denn überzeugend ist/klingt/erscheint.
Also wenn man im wahrsten Sinne des Wortes weit-sichtig ist (oder breit-sichtig vielleicht).

Gruß - Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner


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