Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind

01.08.07 02:08 #1
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NellyK ist offline
Beiträge: 2.901
Seit: 02.08.06
Ich möchte hier gern ein paar Seiten mit Euch liebe Forummitglieder zusammentragen,über das Thema platonische Liebe zu Gleichgenossenen und ähnlichen Verwicklungen.( Forum eingeschlossen) Dadurch das unsere Gefühle positiv,wie negativ auf unseren mentalen,seelischen und körperlichen Allgmeinzustand mit einwirken. (Hoffe die Ruprik findet sich nicht schon in einer anderen Ecke)

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo nelly,

was ist platonische liebe?

in meinen kinder-jugendjahren, da war ich in wolfgang borchert verliebt.
aber er ist ja schon tod.
ich war so happy, als ich dann in dem krankenhaus war, in welchem er gestorben ist. das fand ich die volle ehre. ich wollte zu seinem sterbezimmer gehen, doch da durfte ich nicht hin.
die türe seiner staion war verschlossen, sonst wäre ich hingegangen, auch wenn ich alle paar schritte hinsitzen musste und nicht alleine hätte weglaufen dürfen.
ist das platonische liebe oder nur bewunderung?

viele liebe grüsse von shelley
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Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo nelly,

zur Begriffsbestimmung erstmal ein paar Sätze aus Wikipedia:
Platonische Liebe ist die Liebe nur auf geistiger Ebene, die auf den antiken griechischen Philosophen Platon zurückgeführt wird.

Nach heutiger Bedeutung bezeichnet die platonische Liebe eine innige Freundschaft und Verbundenheit, eine Liebe, bei der die seelische Verbundenheit im Vordergrund steht, die sexuelle aber keine Rolle spielt.

Im Gegensatz zu der sexuell motivierten Liebe steht die von Platon in seinem Werk Symposion ausführlich beschriebene Bedeutung der Platonischen Liebe.

Nach Platon ist wahre Liebe, die von „sexuellem“ Interesse freie Liebe, der lediglich diese Gesinnung zu Grunde liegt, nur unter „Gleichen“ möglich. „Gleiche“ sind Individuen, die über gleiche Rechte und gleichen Status verfügen (können); die z. B. auch vollgültige Bürger eines Gemeinwesens sind. Frauen waren das im antiken Athen nicht. Daher wäre wahre Liebe zwischen Mann und Frau nicht möglich. Da Platon aber auch die Homosexualität ablehnte, blieb nur die platonische Liebe zwischen Männern.

Platon schildert, wie der junge, schöne Alkibiades vergeblich versucht, den alten und hässlichen Sokrates zu verführen. Dieser schlägt statt der sexuellen Vereinigung eine „höhere“, nichtkörperliche Form der Liebe vor, in der die Seelen zueinander finden.

In Platons Sinn war platonische Liebe eine höhere Stufe der Liebe, im Gegensatz zu körperlichem Begehren und Sex, die er als etwas wie eine erste Stufe der Liebe betrachtete. Davon ausgehend kann der Mensch die nächsten Stufen erreichen: Die Liebe zu den schönen Lebenseinstellungen, danach die Liebe zur Wissenschaft, zu den schönen Gedanken. Die platonische Liebe stellt die höchste und vollkommenste Form der Liebe dar, in dem jedem Menschen eingegebenen Streben und Begehren nach Idealen wie Schönheit, Wahrheit und letztendlich der Göttlichkeit. Diese Stufe erreichen nur sehr wenige Menschen. Diejenigen, die sich intensiv mit ihr auseinandersetzen, nennt Platon Philosophen. Nach diesem Modell fasste Platon auch Philosophie ihrem Wesen nach selbst als Liebe auf und somit als eine Weise des Eros.

Als Erster nach Platon sprach der Philosoph der Renaissance Marsilio Ficino (1433-1499) von dieser Idee der Platonischen Liebe als „amor platonicus“.
Platonische Liebe - Wikipedia

Herzliche Grüße von
Leòn

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

ratio ist offline
Beiträge: 541
Seit: 27.07.07
Philosophie bedeutet ja: Philo (Liebe)-Sophie (Weisheit). Die "Weisheit von der Liebe".

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Diese Interpretation ist neu, aber originell!

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

ratio ist offline
Beiträge: 541
Seit: 27.07.07
"phil" bedeutet doch Liebe. z.B. pädophil, homophil etc. Stimmt das nicht?

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Ich fand die Umdrehung der Begriffe originell.
Aber dass die Übersetzung - Liebe zur Weisheit - lautet, darüber scheint sich mehr als nur die Mehrheit einig zu sein.

Die Platonische Liebe unter Kranken und solche die es nicht sind...

chris ist offline
Beiträge: 624
Seit: 13.07.06
Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7: P-Q, hrsg. von Joachim Ritter und
Karlfried Gründer. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989, Sp. 573-575

(Fußnotenzeichen wurden weggelassen)
1. Antike. - A. Der Ursprung des Begriffs. - Den Anfang der abendländischen Ph. pflegt man
seit ARISTOTELES bei den ionischen Naturphilosophen des 6. Jh. v.Chr. anzusetzen; das Wort
und der Begriff ,Ph.‘ ([philosophia]) sind jedoch erst später, zur Zeit Platons faßbar. Die ionischen
Philosophen selbst bezeichneten ihre eigenen Untersuchungen nicht als Ph., sondern als
„historie“ ([historiê]). Als erster, der sich „Philosoph“ genannt und damit das Wort geprägt haben
soll, wird schon nach antiker Überlieferung (durch Herakleides Pontikos, einen Platonschüler)
PYTHAGORAS namhaft gemacht, was jedoch als eine Rückprojizierung aus späterer Zeit
angesehen werden muß. Erst im ausgehenden 5. Jh. finden sich zunächst die Verbal- und Adjektivformen
,philosophieren‘ bzw. ,philosophisch‘, später dann, in den achtziger Jahren des 4.
Jh. bei den Sokratesschülern, das Substantiv ,Ph.‘.
Das Kompositum [philosophia] aus [philein] (gern haben) und [sophia] (Wissen) steht in der
langen Reihe der seit Homer gebräuchlichen Wortbildungen von [phil(o)] mit einem beliebigen
Substantiv oder Adjektiv, die das Gefallen und Interesse, die Liebe oder Leidenschaft für bestimmte
Dinge oder Bereiche kennzeichnen, wie z.B. das Gefallen am Trinken ([philoposia]),
Essen ([philotrophia]), Lernen ([philomathia]), an Reichtum ([philoplousia]), Sieg ([philonikia])
und Ehre ([philotimia]). „Die Freude, die im Vorderglied ausgedrückt ist, empfindet man, indem
man mit der Sache, die im Hinterglied ausgedrückt ist, umgeht“ [...]. Entsprechend bedeuteten
auch das zunächst gebräuchliche Verb [philosophein] und das Adjektiv [philosophos], daß einem
an Wissen (Sophia) gelegen ist.
,Sophia‘ war im 5. Jh. ein weit verbreitetes Wort für Wissen,
Kenntnis, Fertigkeiten im Handwerk oder für die Vertrautheit mit einer Sache, im eminenten
Sinne dann freilich auch für Klugheit, Urteilsfähigkeit und praktische Umsicht in den wesentlichen
Lebensangelegenheiten, vor allem im politischen Bereich. Das Interesse an der Sophia wird
naheliegenderweise auch zunächst einem der bekannten „Weisen“ ([sophoi]) bescheinigt.
HERODOT läßt den König Kroisos zu Solon sagen: „Verschiedene Kunde ist zu uns gelangt
über deine Weisheit ([sophiê]) und deine Reise. Man hat uns erzählt, du habest, weil dir an Wissen
liegt ([hôs philosopheôn]), viele Länder der Erde besucht, um des Schauens willen“ ([theôriês
heineken]. Solche Reisen aus reinem Interesse grenzt Herodot ab von den Reisen um des
Krieges oder des Handels willen.

...
www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/beckermann/Veranstaltungen/06-07%20Orientierung/handout02.pdf
LG
Christian
__________________
aude sapere!

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Shelleys Liebe zu Wolfgang Borchert würde ich als Schwärmerei bezeichnen. (Wer kennt heute W.B. überhaupt noch?). -

Ohne jetzt weiter auf den Begriff Plato, Phil... usw. einzugehen, würde ich Platonische Liebe umgangssprachlich als rein mental-geistig-spirituelle Liebe zu jemand bezeichnen, ohne körperliche Beziehung. Das kann dann eine reale Person sein oder auch eine ideale Person.

Nicht zu verwechseln ist für mich diese platonische Liebe mit Freundschaft.

Gruss,
Uta

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Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
Zitat von ratio Beitrag anzeigen
"phil" bedeutet doch Liebe.
Stimmt das nicht?
hallo ratio,

nein, es stimmt nicht.

ich habe altgriechisch gelernt.
"ho philos" heisst nicht "die liebe", sondern "der freund".
"philippe" heist also pferdefreund, weil "ho hippos" "das pferd" heisst.

ach ja und "philosophie" kommt von "freund der weisheit".

viele liebe grüsse von shelley
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