Wir gemeinsam oder doch besser getrennt?

12.09.09 21:42 #1
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Carlina ist offline
Beiträge: 560
Seit: 17.01.06
Du hast ja sicher auch schon bemerkt das seid einigen Monaten wenn nicht sogar schon bald ein Jahr zwischen uns nicht mehr alles in Ordnung ist!
Nun ich hab dir mal gesagt das ich dir lieber einen Brief schreibe, das tue ich hiermit und ich denke wenn dieser fertig ist dann hab ich einige Tage daran gearbeitet, auch wenn du ihn nicht lesen wirst weil du ja sowieso nicht gerne ließt.

Bin ich für dich unattraktiv geworden?
Liebst Du mich nicht mehr?
Ist dir unser Zusammenleben egal?
Möchtest Du die Familie verlieren?

Was kann ich tun?
Soll ich mich ändern?

Ich habe Bedürfnisse nach Liebe
nach Zärtlichkeit
nach Geborgenheit
nach Wärme

Ich bin eine Frau mit Gefühlen, die durch dein Verhalten unbefriedigt sind. So kann und werde ich nicht weiter leben.

Jeder hat das Recht, nach seiner Fasson glücklich und zufrieden zu leben. Wenn es mit dem derzeitigem Partner nicht realisierbar ist, hilft alles reden und alles warten rein gar nichts. Da bleibt nur übrig sich zu entscheiden.

Gehe du auch mal in Dich - stelle Dir Fragen wie Dein Leben weiter gehen soll - und dann - entscheide Dich!!

Und ´noch was: Ein Kind darf nie der Grund sein, eine nichtfunktionierende Beziehung aufrecht zu erhalten. Es schadet am allermeisten dem Kind.
Dies ist ein Brief von einer 34 jährigen Frau an ihren 45 jährigen Mann, noch nicht perfekt, er hat ihn auch bisher noch nicht erhalten…. aber immerhin schon ein Anfang…..
Sie sind ein Ehepaar seit 6 Jahren verheiratet und ein gemeinsames Kind von 5 ….momentan ist es wieder harmonisch, „harmonisch“ aber um welchen Preis….er ist nach eigener Aussage sehr zufrieden und glücklich wie alles ist, sie, nicht so ganz, klar wenn die „Stimmung“ zuhause entspannt ist und man sich soweit normal unterhalten kann zu dritt alles soweit ok, vor allem wenn das Kind lacht und fröhlich ist, das ist allerdings beiden sehr wichtig! Das Kind, ja es steht absolut im Mittelpunkt, es drängt sich auch gerne dazwischen wenn sich die Eltern umarmen…

Sie war vor einem Jahr bei einer Eheberatung und sogar bei einem Anwalt um zu erfahren was eigentlich zu tun ist wenn man sich trennt….er weiß von dem Anwaltsbesuch nichts….von der Eheberatung hat sie ihm erzählt, darauf kamen nur Kommentare wie „es ist doch alles in Ordnung, warum suchen Frauen immer nach Problemen wo gar keine sind?“
Er will nicht zu einer Beratungsstelle! Und wenn sich seine Frau scheiden lassen will, dann bitte soll sie es machen, er schläft dann unter einer Brücke, wird arbeitslos und so weiter…die üblichen Drohungen eben.
Sie hatte sich bei einem Anwalt informiert und war (nein ihren Mann ausnehmen, das wollte sie auf gar keinen Fall, wenn dann einen sauberen Schnitt und gut!) besorgt, dass sie von jetzt auf nachher ins Harz 4 fallen würde…. Ist das eigentlich nicht ungerecht, sie zieht mit dem Kind aus und weiß nicht woher die Butter auf das Brot kommen soll
Streitigkeiten und sich nicht nah sein sind an der Tagesordnung, geschlafen wird schon länger getrennt „Zweisamkeit“ …was ist das????
Kind, Kind, Kind.,….das wichtigste!
Das süße Wesen hat es nicht einfach gehabt, es musste sich gleich zu Beginn seiner Zeit hier auf Erden einigen Operationen unterziehen, es steht auch noch was bevor… aber es ist gesund und es wächst hoffentlich „glücklich“ auf?!
Sie hatte vor ihrem Mann vor lauter Arbeit und familiärer Geschehnisse keine Zeit für Männer, das kam dann mit einer Veränderung, sie lernten sich kennen, er biss sich an ihr fest, sie wollte es nicht glauben, weil eigentlich nicht ihr Typ, dennoch wurden sie ein Paar….dann wieder ein Schicksalsschlag, er stand ihr immer beiseite, viele Veränderungen standen an… Heirat weil sie es wollte, neuer Ort neuer Anfang, dann Schwanger und Freude über das Kind, sorgen die seine „Behinderung“ mit sich brachten….aber alles „reparabel“.

Rhythmus kommt in die junge Familie, aber „Zweisamkeit“, weg…absolut vorbei…das Sexualleben reduzierte sich auf ein „Minimum“ ,logisch war Sie anfangs auch froh, wobei es ja nie so war das er sie bedrängte Sex mit ihr zu haben…er scheint total anders zu sein als andere Männer, Sex ist ihm überhaupt nicht wichtig, sie hätte sich eben als sie jung war austoben sollen…warf er ihr mal im Streit an den Kopf… und das einzige was zählt ist die Zukunft des Kindes… sie findet ihren Mann attraktiv, sexy und würde ihn zu gern auch mal oral verwöhnen, das lehnt er total ab, seine Frau macht sowas nicht, (nein mit „Glauben“ hat das nichts zu tun) das gemeine, er macht sie im vorbeigehen mal an, streichelt ihre Brüste oder wie auch immer….aber Sex, wenn dann 2 mal im Jahr und nur Standard Programm… er weiß wie er seine Frau befriedigen kann, aber dann kommen wohl immer mal so aussagen wie…“ ich bin zu alt für diesen Mist“ oder …ich brauch mehr Kondition…sie macht nur noch mit damit es eben mal „geschieht“….. das ist doch alles total blöde oder???

Das ist doch nur eine Wohngemeinschaft, beide sind zu bequem den ersten Schritt zu tun und das Kind ist glaub ich mal die größte Bremse, es soll ihm doch gut gehen, beide haben Mama und Papa….aber was ist, denn nun wie soll es weiter gehen, ihr gefällt es schon lange nicht mehr so wie es ist, weil sie nicht als Frau wahr genommen wird…Hausfrau, Mutter und das wars….aber wie kann er davon ausgehen das keine anderen Bedürfnisse mehr da sind, warum…ist das so???

Fühlt er sich von ihr in die Ecke gedrängt, weil sie „das sagen“ hat, und wenn sie „Lust“ hat lässt sie es ihn, …. spüren …doch diese Zurückweisungen, „och du schon wieder, früher mochtest du doch auch nicht….“ Bla…bla… sie mag nimmer, aber sie traut sich auch nicht trennen, des Kindes wegen, aber ganz auf Sex….Leidenschaft und so verzichten, nein das auch nicht…was tun?
Ihm einen Brief hinlegen den er eh nicht liest, Ultimatum stellen, für ihn ist alles in Ordnung…sie hat ihn oft gefragt und auch gesagt wenn er wirklich mit der Beziehung zufrieden ist er sollte sich nochmal hinterfragen und sich nicht belügen!
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Schöne Zeit wünscht Carlina

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Carlina,

ein offener Bericht, man fühlt richtig mit.

Es kann schon sein dass er in dieser Beziehung nichts vermisst und es genau so gut findet wie es ist.
Aber, es gibt ja in der Partnerschaft zwei Menschen, und da sollte man schon versuchen beiden eingermaßen gerecht zu werden.
Auch wenn er so glücklich ist, sobald ihm richtig klar geworden ist dass die Partnerin im Moment in der Beziehung unglücklich ist, kann er nicht einfach so weitermachen. Er liebt sie doch.
Also ist es erstmal wichtig ihm ganz klar vor Augen zu halten dass seine Frau leidet. Wirklich leidet.
Wichtig fände ich dabei es so zu formulieren dass er nicht das Gefühl haben muss schuld daran zu sein, dass es an ihm liegt dass sie leidet. Denn sobald man das Gefühl hat man wird "angeklagt" oder als der Schuldige hingestellt, macht man die Schotten dicht und beginnt sich zu verteidigen.
Dabei geht es nicht um Schuld, sonder darum dass den Beiden etwas abhanden gekommen ist, und dass die Frau das nun vermisst, und er wohl nicht. Wenn er das verstehen kann wird auch er das ändern wollen, ganz freiwillig, mit der Frrau zusammen.

Es ist ein gemeinsames Problem dass man nur gemeinsam lösen kann, ohne Anklage. Und beide haben ihren Anteil daran dass es gerade so ist wie es ist.
Ein Kind ist eine Bereicherung für eine Partnerschaft, aber auch eine Bewährungsprobe. Die Partnerschaft ändert sich von Grund auf, alles muss neu sortiert werden. Das dauert eine gewisse Zeit. Eine Chance für Beide gemeinsam die Grundlage für eine neue, etwas veränderte Art der Partnerschaft zu schaffen. Basis dazu ist natürlich Liebe, aber auch Vertrauen, Offenheit, Verständnis füreinander. So kann dann die Beziehung wachsen und sich entfalten.

Solche Bewährungsproben gemeinsam zu durchleben und sie zu meistern, das kann einer Partnerschaft eine ganz neue Tiefe geben.
Allerdings nur wenn dabei offen die Bedürfnisse und Gefühle Beider angesprochen werden. Alles zu unterdrücken und wegzuschieben wäre die falsche Vorgehensweise.

Das sind so meine Gedanken dazu.

liebe Grüße von hexe

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Ja Carlina, das klingt leider sehr lebensnah!
Versorgungsgemeinschaft statt gelebter Beziehung reicht vielen Männern aus.
Im Grund gibt es immer nur drei Möglichkeiten:

Es gelingt, dem gemütlich Zufriedenen die weiblichen Entbehrungen klar zu machen und ihn zur Änderung seiner Beziehungsauffassung zu bewegen, weil sie sonst endet (ein solcher Brief wäre dann eine Einleitung dazu).
Man arrangiert sich, weil alles andere zu kompliziert ist – auch schließlich des Kindes wegen (das ist sicher der häufigste Umgang mit dem Problem).
Oder man plant das Leben tatsächlich neu – ohne den bisherigen Partner (das kann natürlich sehr belastend und anstrengend sein).

Viele Grüße, Horaz

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Carlina ist offline
Themenstarter Beiträge: 560
Seit: 17.01.06
Hallo Hexe, hallo Horaz,

danke für eure Gedanken, ja es ist schon irgendwie erschreckend beruhigend das es nicht nur den beiden so geht, sondern in vielen Beziehungen es sich eingeschlichen hat, die Gewohnheit, man ist ein gutes Team, nach außen hin alles Tipp top, das irgendwas fehlt, fällt ja nicht auf.
Ja Hexe, anklagen das sollte man nicht, es ist nur schwierig nicht in die Schiene rein zu kommen, wenn es zu einem offenen Gespräch käme.
Horaz, die drei Möglichkeiten, es mit der ersten probieren, wenn das nichts bringt zur zweiten über gehen und ansonsten den Hintern hoch bekommen und gehen….die zweite Möglichkeit wäre ja wegen dem Kind die Beste, sich arrangieren, weiterhin ein gutes Team sein, jeder macht soweit seins, sie könnte sich ja einen männlichen Leidensgenossen suchen, dem in seiner Beziehung gleiches fehlt, zur Befriedigung, körperlicher Bedürfnisse und Sehnsüchte…sie wäre nicht mehr frustriert und vielleicht wieder zufriedener?!?!?! Nur so eine Idee…
Ist das dann eigentlich auch normal, solange sie funktioniert also Haus und Hof in Ordnung hält und Kind erzieht ist alles ok, aber wenn sie mal wegen Krankheit aus fällt, hat er total schlechte Laune, ich würde ja behaupten, das er dann einfach überfordert ist. Es soll ja Männer geben die ihrer Frau dann einen Tee machen und sie unterstützen das sie schnell wieder gesund wird, aber na ja Männer sind unterschiedlich genau wie die Frauen auch! Anders wäre es ja auch langweilig
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Schöne Zeit wünscht Carlina

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo Carlina,

mit einem Brief zu starten, halte ich für eine gute Idee.
Dann muss man natürlich beobachten, reicht der Änderungswille, um sich wirklich wohler fühlen zu können. Reicht es nicht, könnte die Variante 2 oder 3 angegeangen werden; vielleicht auch eine Kombination von beiden.
Frauen und Männer sind leider viel unterschiedlicher, als sich die Geschlechter im allgemeinen bewußt sind. Dass es für eine Frau sehr wichtig ist, auch nach 5 oder 10 Jahren weiterhin eine begehrenswerte Frau zu sein und nicht das "Hotel Mama" in einer neuen Form, ist den meisten Männern nicht bewußt. Dass eine kranke Frau verwöhnt werden sollte (so wie sie es normalerweise umgekehrt macht) leider auch nicht.

Viele Grüße, Horaz

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Carlina,

da möchte ich Horaz beipflichten. Es ist wirklich vielen Männern nicht bewusst.
Aber ich würde sagen, auch Männer sind lernfähig. Allerdings braucht Frau dafür viel Geduld und Ausdauer, liebevolle Hartnäckigkeit.

Einfach nach aussen hin alles laufen lassen, dem Kind zuliebe, das fände ich falsch.
Erstens spürt ein Kind sehr gut wenn etwas nicht ganz stimmt, oft besser als alle Eltern es wahrhaben wollen.
Zweitens brodelt es innen weiter, bis es eines Tages zu einem Vulkanausbruch kommt. Dummerweise meist im falschen Moment bei einer Lappalie, und Mann wundert sich dann warum Frau wegen sowas einen Aufstand macht.
Drittens kann es sein, dass dabei die Liebe und Zuneigung zueinander verloren geht.

Ich würde der Partnerin raten sich erst mal selber darüber klar zu werden, was ihr wirklich wichtig ist in einer Beziehung, was sie auf keinen Fall vermissen möchte und was sie für Bedürfnisse hat die sie in einer Beziehung erfüllt sehen will.
Und welche ihrer Wünsche eigentlich nicht ganz so dringend und wichtig sind, auf die sie also ihrem Partner zuliebe verzichten könnte ohne darunter zu leiden.
Und welche Wünsche an ihren Partner überzogen und unrealistisch sind.
Das letzte schreibe ich aus eigener Erfahrung. Ich weiss dass meine Vorstellungen von einer guten Partnerschaft früher so waren: ich wollte den Traumprinzen, ein Leben wie: "und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit".
Da passte der Morgenmufffel nicht rein, den man nicht vor dem ersten Kaffee ansprechen sollte, und auch nicht der Mann der mir bei Verspannungen im Rücken den Rat gab zum Arzt zu gehen und mir Krankengymnastik verschreiben zu lassen anstatt mich mit liebevoller Hingabe zu massieren.

Dabei bin ich aber mit einer Selbstverständlichkeit davon ausgegangen dass er meine "Quasselsucht" an mir liebt, und auch über meine Unordentlichkeit entzückt ist.

Ich finde, mit das Wichtigste in einer Partnerschaft ist Offenheit (hab ich schon geschrieben, glaube ich ).

Und wenn man dann tatsächlich feststellt das es gar nicht mehr passt, dann fände ich eine Trennung nur richtig und konsequent. Auch das können Kinder ganz gut vertragen, wenn beide Partner dabei fair bleiben und das Kind keinen Elternteil dadurch verliert.

liebe Grüße von hexe

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Carlina ist offline
Themenstarter Beiträge: 560
Seit: 17.01.06
Danke euch, ja mal schauen wie es sich entwickelt, da ich momentan irgendwie einen Wandel bei beiden beobachten kann....hoffen wir mal das Beste


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Schöne Zeit wünscht Carlina


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