Wie sag ich es meiner Frau?

19.06.09 17:05 #1
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Fleming ist offline
Beiträge: 92
Seit: 27.06.08
Sag ich es ihr überhaupt?

Nach einem halben Jahr melde ich mich erneut und würde gerne über die "Wahrheit" sprechen!

Männern wird ja oft vorgeworfen, sie würden zu wenig sprechen. Frauen wirft man im Gegenzug gerne vor, sie sprächen zu viel. Wesentlich ist wohl, worüber man spricht!

Konkret:
Aufmerksame Leser meines Threads "Langjährige Beziehung und Sex" sind mit meinem "kleinen" Problem vertraut. Zusammenfassend für diese Leser und für die, die Interesse haben und den Thread nicht kennen: Das Liebesleben in meiner Ehe stagniert oder besser: Es tendiert gegen null. Sagen wir 12 mal Sex im Jahr, Tendenz fallend.

Problem: Meine Frau ist kein unangenehmer, hässlicher, unausstehlicher Mensch, sondern das krasse Gegenteil! Andernfalls wäre die Lösung meines Problems ja auch ganz einfach: Scheidung!
Vor 4 Jahren hat sie sich entschieden, mir einmal ganz offen die Meinung zu sagen: Ich habe Sie zu sehr unter Druck gesetzt. Zu viele Projekte. Zu viel Ehrgeiz. Zu aktiv. Zu viel Aktivität. Es hat sie wirklich geschafft und ich war fassungslos und verletzt. Ich war im Glauben, dass wir alle glücklich seien.
Konsequenz: Ich habe mich zurückgenommen, vielleicht zu sehr!

Genau genommen: Ich habe meine Vergangenheit, auf die ich sehr stolz bin, buchstäblich in die Tonne getreten (da will ich nicht zu weit ausholen) und das gleiche habe ich mit meinen Plänen für die Zukunft gemacht. Reiner Tisch. Tabularasa! Reduktion! Ich habe dann 3 Jahre gelitten wie ein Hund und zum Wohle meiner Familie und in der Hoffnung zum eigenen Wohle, meine Bedürfnisse zurückgestellt, eher...eingestellt, im ehrlichen Glauben, es sei sinnvoller mich selbst zu ändern, als zu versuchen etwas an jemand anderen ändern zu wollen (ist ja auch grundsätzlich völlig richtig so!).
Dann hat mich noch die Mdlife-Crisis voll erwischt (keine ärztliche, sondern hobbypsychologische Selbsterkenntnis). Und ich hoffe, ich lag richtig, denn sollte mich eine schlimmere Krise als diese erwarten, bekomme ich ein richtiges Problem!
Gut, ich habe Gedanken über das Leben und den Tod bewegt. Über Scheidung, emotionalen und finanziellen Untergang. Das volle Programm! Zuerst hat mich der Zustand fast zerrissen, dann habe ich mich damit arrangiert und nachdem ich das Selbstmitleid hinter mir gelassen habe, stelle ich nun emotionslos fest:

Ich bin ein langweiliger, antriebsloser, uninspirierter, nahezu gefühlsloser und manchmal trauriger Mensch geworden.

Kaum zu glauben. Vor einem Jahr habe ich über diese Erkenntnis noch heulen müssen. Jetzt schreibe ich es einfach nieder. Vor vier Jahren habe ich zu mir selbst gesagt: Ihr wollt einen anderen Menschen haben. Ihr werdet einen anderen Menschen bekommen! Ich bin ein anderer Mensch geworden! Erschreckend! Vor allem, dass von dieser vollständigen Veränderung niemand etwas mitbekommen hat. Meine Frau ein wenig. Aber sie ist erfolgreich, gut gelaunt, lieb, zeigt gelegentlich Interesse am Sex und genießt es offensichtlich und hat vor etwa einem Jahr mal geäußert, dass ich manchmal etwas schwierig und verschlossen sei. Das ist jetzt aber vorbei. Ich bin ausschließlich in meinem Beruf erfolgreich, überlasse alle Entscheidungen der Familie und bin der perfekte Vater und Ehemann! Innerlich bin ich völlig leer! Geht nicht? Dachte ich auch. Geht!

Soweit der Ist-Zustand. Geht das jetzt so weiter? Toll finde ich es nicht, aber in 3-5 Jahren ist nach meiner Tochter auch mein Sohn aus dem Haus. Solange sollte ich noch weitermachen.

Problem: Sex!
Warum?
Selbst auf dem Höhepunkt der Krise ist es mir gelungen, für eine kurze Zeit den Schalter umzulegen und ich habe funktioniert. War auch in Ordnung. Hat durchaus Spaß gemacht.
Und jetzt?
Meine Emotionslosigkeit schlägt um in völlige Lustlosigkeit! DAS wird meiner Frau nicht verborgen bleiben!

So und nun würde mich Folgendes interessieren: Wie sag ich es meiner Frau? Oder, sag ich es ihr überhaupt?

Ich bin ein langweiliger, antriebsloser, uninspirierter, nahezu gefühlsloser und manchmal trauriger Mensch geworden.

Ich glaube, dass sie dafür gerne eine Erklärung hätte. Aber will sie die wirklich hören? Sollte ich ihr wirklich erzählen, dass sie 4 Jahre mit einem hochgradig depressiven, lebensmüden, zum Eisklotz mutierenden Mann gelebt und es nicht gemerkt hat?

Hier sind wir nun bei der "nackten" Wahrheit angelangt!
Wieviel gibt man von sich Preis?
Ist es nicht besser, manche Dinge für sich zu behalten? Wäre es nicht besser gewesen, sie hätte vor vier Jahren eine andere Lösung gefunden, anstatt mich ganz offen anzusprechen? Das ist kein Vorwurf! Eine reine Feststellung. Sie hat offen gesagt, was sie stört. Ich habe versucht, darauf zu reagieren und es ist ein Katastrophe daraus geworden!

So, viele Worte. Eigentlich ist schon das Schreiben selbst eine gute Erfahrung gewesen. Ich glaube, ich weiß ziemlich genau wo ich stehe. Aber wie geht es weiter?

Lieber Horaz: Sehr intime Bekenntnisse richtig ? Trotzdem würde ich mich über ein paar Gedanken und vielleicht ein paar gute Ratschläge freuen! Und nicht nur von Dir!

Gruß Fleming

P.S.: Schaut Euch mal den Text des Liedes "Zerrissen" von Juli an. Wenn ich das Lied höre, merke ich, dass ich nicht völlig emotionslos bin. Ich heule wie ein Schlosshund.

Wie sag ich es meiner Frau?

Sine ist offline
Beiträge: 3.369
Seit: 15.10.06
Hallo Fleming.
Ohne im Detail auf deinen Beitrag einzugehen:
Ehrlichkeit währt am längsten, heisst es doch so schön.
Ich denke, du kommst um ein, zwei, viele klärende Gespräche nicht herum.
Alles andere ist Symptombekämpfung und beschwört weitere Probleme herauf.
Liebe Grüsse, Sine

Wie sag ich es meiner Frau?

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Hallo Flemming,

um des Friedens (oder was auch immer) sich zurück nehmen mag ja bis zu einem gewissen Grad funktionieren, aber auf die Dauer..?

Ich meine, in Deinem Seelenalter bist Du an dem Punkt, wo Du mit Deinen Ängsten konfrontiert wirst, manche davon durchaus auch existenziell. Dabei sollst Du Dir auch noch selber treu sein. Nicht ganz einfach, da ist es natürlich einfacher sich zurück zu ziehen... Was ist der Preis dafür und bist Du wirklich bereit diesen zu bezahlen?

Man kann eine Beziehung zwar über das "Ablaufdatum" hinaus verlängern, wenn man dem Frieden zuliebe den "Schwanz" einzieht. Längerfristig geht's dann aber doch auseinander. Ein Riss in der Beziehung kann nur dann wieder zusammenwachsen, wenn von beiden Seiten "heilende Energie" kommt, von Dir wie von Deiner Frau. Nur, dazu muss sie sich auch voll und ganz des Risses bewusst sein. Und das wird für Dich wie für sie kaum schmerzfrei von statten gehen.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass wenn nicht beide den "Kurswechsel" mitmachen, man diesen eben für sich vollziehen muss, andernfalls der "nächste Schuss" eben nicht mehr vor den Bug, sondern voll einschlägt. Und das bedeutet unter Umständen massive gesundheitliche und psychische Schäden bis hin zum Exitus.

Du hast also die Wahl! Wähle Klug und vor allem so, dass Du zu Deiner Entscheidung voll und ganz stehen kannst, mit allen Konsequenzen die damit verbunden sind.

Viel Mut & Glück & Vertrauen in Deine eigene Weisheit - herzlichst - Phil
__________________
herzlichst aus Trollhalden!

Wie sag ich es meiner Frau?
Binnie
Hallo Fleming,

ich weiß nicht, ob Du Deine Probleme nur rein auf die Seele und die Situation zurückführen solltest. Vielleicht solltest Du auch körperliche Ursachen in Betracht ziehen. Ich weiß Männer verdrängen sowas gerne, aber ich finde, eine gewisse Grundehrlichkeit, mindestens sich selbst gegenüber, sollte man sich immer bewahren. Es ist ja wohl kein Geheimnis mehr und wird auch immer "gesellschaftsfähiger", dass auch Männer in den Wechsel kommen: Testosteronmangel beim Mann - Onmeda: Medizin & Gesundheit

Vielleicht schätze ich das ja jetzt völlig falsch ein. Dann sieh es mir bitte nach! Aber ansonsten wäre vielleicht auch das nochmal ein Ansatzpunkt nachzuforschen, was mit Dir denn wirklich los ist. Es allein darauf zu schieben, dass man sich 4 Jahre lang für seine Familie und seine Frau aufgegeben hat, klingt zwar "beruhigend" und wirkt heroisch und was weiß ich, aber irgendwie kann ich mir das bei einem Mann jetzt gar nicht so vorstellen, ehrlich gesagt... Zumindest habe ich so ein "Wunderexemplar" bis jetzt noch nicht kennengelernt.

Wie sag ich es meiner Frau?

mamchenvonyves ist offline
Beiträge: 42
Seit: 18.05.08
hallo flemming
das ist ja interessant, grad bin ich mal wieder hier drinne und stöbere so rum, lese unter anderem was ich schon so alles geschrieben habe und stosse unter anderem auf unsere kommunikation von anno dazumal, habe dir damals schon zur ehrlichkeit geraten, vielleicht solltest du noch mal nachlesen, falls es interessiert.
tja schade das deine bemühungen soweit geführt haben......
ich hatte vor mehreren jahren an der seite meines mannes, vater meiner kinder, das gefühl "TOT ZU SEIN EHE ICH GESTORBEN BIN" ja das hat was, dann habe ich den schlussstrich gezogen, nachdem ich 5 jahre vergeblich gekämpft hatte, ich sahs vielleicht übertrieben, und er untertrieben, ich wollt ne beratung aufsuchen er nicht, er fands blödsinn, tja was soll man sagen..........seit her habe ich nie mehr einen partner gefunden mit dem ich echt kompatiebel gewesen wäre........der eine war wie eine symbiose, fast schon perfekt, aber er hat immer nur gearbeitet damit er von der hand in den mund leben kann (ich habe 2 kids+haus), der nächste war eine eher vaterähnliche figur, der über ein jahr sein wahres gesicht verborgen hat und dann auf einmal sagte, er würde niemals mehr mit einer frau zusammen leben wollen, jetzt lebe ich grad nach 2,5 jahren wieder eine trennungsphase zu einem mann, der null verständnis hat, das ich mit der ganzheitlich-spirituellen einstellung mein leben heile und trotzdem durch zwei kaputte zähne und skoliose diverse symptome seit über 9 monaten versuche in griff zu kriegen, er nur auf seine egozentrische kuschelzone wert legt und ich deppresive ideen hatte mich selbst zu ritzen oder sowas um anderen nicht weh zu tun (zustände, die durch meine symptome verursacht waren, mittlerweile bin ich nach zahnop und behandlung auf dem besten weg wieder die "alte" zu werden) der zu allem schon meinem sohn ein blaues auge verpasst hat, weil er seine aggressionen nicht in griff kriegt , bin aber mit ihm zusammen geblieben weil ich dazumal sehr geschwächt war und das alles nicht allein geschafft hätte, und vor kurzem meinem sohn, wegen einer nichtigkeit, wieder schläge angedroht hat und mir wünschte, das mir auch mal einer eine aufs maul hauen sollte, damit ich wüsste, wies ist..............jetzt sucht er eine wohnung..................ich kann nur nach vielen jahren feststellen, ich habe viele fassetten männer kennengelernt in der jugend, vor der ehe, nach der ehe, ich glaub ich hab alles durch,sodas ich sagen kann, das der vater meiner kinder der beste von allen war, ich hab es in meiner jugendlichen leichtigkeit nur nicht gesehen und alles zerstört, von heute aus, wüsste ich ALLES wies geht das man eine ehe retten, beleben und aufrechthalten kann.
ich kann dir nur wieder sagen, ehrlichkeit wäre angebracht und gemeinsam alles versuchen zu meistern, deine frau sollte ein ohr für dich haben, viele jahre verbinden euch, vielleicht natürlich mit hilfe von aussen, ich war auch letz jahr mal bei einem familienberater, das war echt hilfreich, ich kanns nur empfehlen auch mal leute aufzusuchen, die echt OBJEKTIV mit eurer "geschichte" umgehen können.
vielleicht wäre deine frau sehr erschreckt, wenn sie wüsste wie es dir geht, denn sie ist zufrieden und beschäfftigt, sie sieht es nicht, sag es ihr, bevor alles zerbricht und bevor du daran zu grunde gehst. was ich auch sehr empfehlen kann ist ein/e heilpraktiker/in, sie sehen den menschen halt als ganzes und heilen als ganzes, körper,geist und seele.
tu dir selber den gefallen, bevor du ganz in selbstmittleid und antriebslosigkeit versinkst..........liebgemeint
geh doch mal hin und schreib die dinge die dir wichtig sind und sachen die du mal toll fands zuvor an deinem leben auf, sie ob du dort wieder eine perspektive aufstöbern kannst, die du ja mal ganz klar hattest, ich bin klassische homöopathin und mein tip wäre noch geh zu jemand der klassisch homöopathisch arbeitet, die können dir helfen aus dem sumpf wieder aufzu tauchen...............tu was, komm raus da, gib dir einen ruck, schlimmer kanns ja kaum mehr werden.......................
liebe grüsse sabine

Wie sag ich es meiner Frau?

Kathy ist offline
Beiträge: 3.339
Seit: 06.03.07
Zitat von Fleming Beitrag anzeigen
Sag ich es ihr überhaupt?

Nach einem halben Jahr melde ich mich erneut und würde gerne über die "Wahrheit" sprechen!

Männern wird ja oft vorgeworfen, sie würden zu wenig sprechen. Frauen wirft man im Gegenzug gerne vor, sie sprächen zu viel. Wesentlich ist wohl, worüber man spricht!

Konkret:
Aufmerksame Leser meines Threads "Langjährige Beziehung und Sex" sind mit meinem "kleinen" Problem vertraut. Zusammenfassend für diese Leser und für die, die Interesse haben und den Thread nicht kennen: Das Liebesleben in meiner Ehe stagniert oder besser: Es tendiert gegen null. Sagen wir 12 mal Sex im Jahr, Tendenz fallend.

Problem: Meine Frau ist kein unangenehmer, hässlicher, unausstehlicher Mensch, sondern das krasse Gegenteil! Andernfalls wäre die Lösung meines Problems ja auch ganz einfach: Scheidung!
Vor 4 Jahren hat sie sich entschieden, mir einmal ganz offen die Meinung zu sagen: Ich habe Sie zu sehr unter Druck gesetzt. Zu viele Projekte. Zu viel Ehrgeiz. Zu aktiv. Zu viel Aktivität. Es hat sie wirklich geschafft und ich war fassungslos und verletzt. Ich war im Glauben, dass wir alle glücklich seien.
Konsequenz: Ich habe mich zurückgenommen, vielleicht zu sehr!

Genau genommen: Ich habe meine Vergangenheit, auf die ich sehr stolz bin, buchstäblich in die Tonne getreten (da will ich nicht zu weit ausholen) und das gleiche habe ich mit meinen Plänen für die Zukunft gemacht. Reiner Tisch. Tabularasa! Reduktion! Ich habe dann 3 Jahre gelitten wie ein Hund und zum Wohle meiner Familie und in der Hoffnung zum eigenen Wohle, meine Bedürfnisse zurückgestellt, eher...eingestellt, im ehrlichen Glauben, es sei sinnvoller mich selbst zu ändern, als zu versuchen etwas an jemand anderen ändern zu wollen (ist ja auch grundsätzlich völlig richtig so!).
Dann hat mich noch die Mdlife-Crisis voll erwischt (keine ärztliche, sondern hobbypsychologische Selbsterkenntnis). Und ich hoffe, ich lag richtig, denn sollte mich eine schlimmere Krise als diese erwarten, bekomme ich ein richtiges Problem!
Gut, ich habe Gedanken über das Leben und den Tod bewegt. Über Scheidung, emotionalen und finanziellen Untergang. Das volle Programm! Zuerst hat mich der Zustand fast zerrissen, dann habe ich mich damit arrangiert und nachdem ich das Selbstmitleid hinter mir gelassen habe, stelle ich nun emotionslos fest:

Ich bin ein langweiliger, antriebsloser, uninspirierter, nahezu gefühlsloser und manchmal trauriger Mensch geworden.

Kaum zu glauben. Vor einem Jahr habe ich über diese Erkenntnis noch heulen müssen. Jetzt schreibe ich es einfach nieder. Vor vier Jahren habe ich zu mir selbst gesagt: Ihr wollt einen anderen Menschen haben. Ihr werdet einen anderen Menschen bekommen! Ich bin ein anderer Mensch geworden! Erschreckend! Vor allem, dass von dieser vollständigen Veränderung niemand etwas mitbekommen hat. Meine Frau ein wenig. Aber sie ist erfolgreich, gut gelaunt, lieb, zeigt gelegentlich Interesse am Sex und genießt es offensichtlich und hat vor etwa einem Jahr mal geäußert, dass ich manchmal etwas schwierig und verschlossen sei. Das ist jetzt aber vorbei. Ich bin ausschließlich in meinem Beruf erfolgreich, überlasse alle Entscheidungen der Familie und bin der perfekte Vater und Ehemann! Innerlich bin ich völlig leer! Geht nicht? Dachte ich auch. Geht!

Soweit der Ist-Zustand. Geht das jetzt so weiter? Toll finde ich es nicht, aber in 3-5 Jahren ist nach meiner Tochter auch mein Sohn aus dem Haus. Solange sollte ich noch weitermachen.

Problem: Sex!
Warum?
Selbst auf dem Höhepunkt der Krise ist es mir gelungen, für eine kurze Zeit den Schalter umzulegen und ich habe funktioniert. War auch in Ordnung. Hat durchaus Spaß gemacht.
Und jetzt?
Meine Emotionslosigkeit schlägt um in völlige Lustlosigkeit! DAS wird meiner Frau nicht verborgen bleiben!

So und nun würde mich Folgendes interessieren: Wie sag ich es meiner Frau? Oder, sag ich es ihr überhaupt?

Ich bin ein langweiliger, antriebsloser, uninspirierter, nahezu gefühlsloser und manchmal trauriger Mensch geworden.

Ich glaube, dass sie dafür gerne eine Erklärung hätte. Aber will sie die wirklich hören? Sollte ich ihr wirklich erzählen, dass sie 4 Jahre mit einem hochgradig depressiven, lebensmüden, zum Eisklotz mutierenden Mann gelebt und es nicht gemerkt hat?

Hier sind wir nun bei der "nackten" Wahrheit angelangt!
Wieviel gibt man von sich Preis?
Ist es nicht besser, manche Dinge für sich zu behalten? Wäre es nicht besser gewesen, sie hätte vor vier Jahren eine andere Lösung gefunden, anstatt mich ganz offen anzusprechen? Das ist kein Vorwurf! Eine reine Feststellung. Sie hat offen gesagt, was sie stört. Ich habe versucht, darauf zu reagieren und es ist ein Katastrophe daraus geworden!

So, viele Worte. Eigentlich ist schon das Schreiben selbst eine gute Erfahrung gewesen. Ich glaube, ich weiß ziemlich genau wo ich stehe. Aber wie geht es weiter?

Lieber Horaz: Sehr intime Bekenntnisse richtig ? Trotzdem würde ich mich über ein paar Gedanken und vielleicht ein paar gute Ratschläge freuen! Und nicht nur von Dir!

Gruß Fleming

P.S.: Schaut Euch mal den Text des Liedes "Zerrissen" von Juli an. Wenn ich das Lied höre, merke ich, dass ich nicht völlig emotionslos bin. Ich heule wie ein Schlosshund.
Hallo Fleming

willst Du Deiner Frau nicht diesen Deinen Beitrag zeigen, wenn das Reden so schwer fällt? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Vielleicht würde sie Dich überraschen und Deine Offenheit zu schätzen wissen. Mag sie Offenheit? Mag sie Wahrhaftigkeit? Vielleicht wäre aber ein guter Mediator an diesem Punkt auch noch sinnvoll.

Alles Gute!

Kathy
__________________
Die Flöte des Unendlichen wird ohne Ende gespielt und ihr Ton ist Liebe. (Kabir)

Wie sag ich es meiner Frau?

Gina-NRW ist offline
Beiträge: 1.059
Seit: 15.06.08
Hallo Fleming

ich frag mich / dich, ob denn nur die Extreme möglich sind,
ob nicht auch etwas dazwischen zu machen wäre.

war / ist bei deiner veränderten Haltung eine gute Portion Trotz dabei?
sowas wie "pff, der zeig ich´s, dann wird sie sehen, was sie davon hat!" ?

Mensch tut nichts, wovon er sich nicht auch selber etwas verspricht.

so ganz nehm ich dir darum nicht ab, daß du dich nur wegen ihrem
Wunsch so sehr verändert hast. vielleicht paßte ja dein eigener "Wunsch"
oder wie´s zu nennen wäre, ganz gut zu ihrem, und nun kannst du
den Salat auf sie abwälzen. halte ich nicht für erfolgversprechend.

LG
Gina

Wie sag ich es meiner Frau?

Kerstin9 ist offline
Beiträge: 2.455
Seit: 25.10.04
Hallo Fleming,

ich habe damals deinen thread gelesen und deine ganze Zerissenheit zwischen deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen und den Wünschen deiner Frau und deinen Kindern verfolgt.
Zu der Zeit hast du dich anscheienend entschieden, dich völlig zurückzunehmen und nur dich zu ändern. Ohne aber dein daraus resultierendes Problem mit deiner Familie zu besprechen.

Deine Frau hat damals ihre Meinung gesagt und einiges in dir ausgelöst. Du hast ihren Wunsch "nur" befolgt, nicht aber nochmal ihr gegenüber verlauten lassen, wie es dir dabei geht.

Meinst du das hat deine Frau gewollt? Dass du dich selber aufgibst?
Ich wunder mich, dass du dich nach einem halben Jahr immer noch fragst, ob es gut wäre, mit ihr zu sprechen? Wie weit willst du noch gehen?

Damals schon gab es den Einwurf, dass du deiner Frau auch mal die Gelegenheit geben sollest, an deinem Gefühlsprozess teilzuhaben, um eventuell auch eingreifen zu können.. eh es zu spät ist.
Du sprichst schon von Scheidung, und deine Frau hat gerade mal mitbekommen, dass du "in letzter Zeit etwas verschlossen bist"!

Ich glaube, irgendwann wird es eh aus dir rausbrechen..dann aber eventuell unkontrollierter..

Ich finde, es wäre mal wieder an deiner Frau, einige Schritte auf dich zuzugehen. Dazu muß sie allerdings wissen, wie es in dir aussieht...


Viele Grüße,
Kerstin
__________________
Wer keine Zeit für Gesundheit hat, benötigt später viel Zeit für seine Krankheit (Kneipp)

Wie sag ich es meiner Frau?

Andrea65 ist offline
Beiträge: 413
Seit: 19.11.08
Fleming, deine Frau hat es gewagt, mit dir über ihre Unzufriedenheiten zu sprechen. Vielleicht hat sie auch länger gewartet, bis sie es gemacht hat (ich weiß es nicht).

Nun wäre es an dir, mit deiner Frau offen über deine innere Befindlichkeit zu sprechen. Ich meine, es gehört in einer Ehe auch dazu, über intime und auch vielleicht unangenehme Dinge zu sprechen. Ich würde deine Frau so einschätzen, dass sie dem offen gegenüber steht.

Wichtig ist, dass es nicht in Vorwürfen oder Anklagen endet (die Offenheit deiner Frau ist nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass du dich entgegen deiner inneren Natur sofort gefügt hast), sondern du über die Veränderungen, die du durchgemacht hast, und die Probleme, die du dadurch erfahren hast, sprichst. Sicherlich wird deine Frau nicht wollen, dass du so unglücklich und überhaupt nicht mehr du selbst bist. Vielleicht hat sie auch schon bemerkt, dass du nicht mehr so glücklich wirkst o.ä.

Ich meine, dass in einer Öffnung gegenüber dem Partner eine große Chance liegt, zu erfahren, so angenommen zu werden, wie du bist, mit deinen Gefühlen.

Oft kommt es in der Ehe/Beziehung darauf an, Kompromisse zu finden, mit denen beide leben können. Sicherlich dürfte es möglich sein, dass du aktiv bist, so wie es dir liegt, und deine Frau die Dinge etwas gemütlicher angeht, so wie sie es gerne mag? Oder jeder einmal dem anderen folgt, aus Liebe.

Mir erscheint euer Problem jedenfalls durchaus lösbar, wenn der Wille dazu vorhanden ist.

Alles Gute.

Wie sag ich es meiner Frau?

Jo ist offline
Weiblich Jo
Beiträge: 156
Seit: 11.06.04
Hallo Fleming,

mir ist gerade das begegnet, vielleicht auch eine interessante Lektüre für dich?

http://www.lier.de/files/55_Offenheit-2.6-h2.pdf
__________________
Viele Grüsse
Jo


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