Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

02.04.09 09:02 #1
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Rippchen ist offline
Beiträge: 42
Seit: 31.03.09
Da mich der Mann mit dem ich zusammen bin zur puren Verzweiflung bringt, muß ich hier mal meinen Kummer von der Seele schreiben. Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben.

Wir streiten sehr viel und heftig. Immer wieder gibt es Spannungen zwischen uns. Die schönen verliebten Zeiten halten immer nur kurz an. Wir haben beide 2 verschiedene Meinungen, egal um was es geht.
Der größte Anlaß für einen Streit ist jedoch mein Vorleben.
Ich war vor ihm verheiratet. Mit diesem Mann war ich 10 Jahre eigentlich glücklich zusammen. Leider hat sich die Liebe in eine Art Freundschaft verwandelt. Es war eher ein geschwisterliches Verhältnis. (zumindest von meiner Seite). Wir haben einen gemeinsamen Sohn der mittlerweile 7 Jahre alt ist. Wir verstehen uns immer noch sehr gut und versuchen trotz Trennung für unser Kind gemeinsam als Eltern da zu sein. Er kümmert sich wunderbar um ihn. Ist jederzeit da wenn mein Kind ihn braucht. Für mich ist es einfach normal das mein Kind seinen Papa sehen und hören kann wann er möchte und umgedreht natürlich auch. Für mich käme nie in Frage strenge Zeitregeln einzuführen. Ebenfalls besteht auch guter Kontakt zu meinen Exschwiegereltern und meinen Sohn.

Mit alldem kommt der Mann mit dem ich jetzt zusammen bin nicht klar. Er ist hochgradig eifersüchtig. Erst vorgestern hat er angekündigt das er meinem Exmann ein paar in die Schn.... hauen will wenn er auf ihn trifft, obwohl er ihm nichts getan hat. Die beiden haben sich noch nie gesehen.
Er fordert von mir das ich den Vater-Kind-Kontakt auf max. ein Wochenende alle 2 Wochen (am liebsten wäre ihm alle 4 Wochen) ohne weiteren Kontakt, einschränke. Er will am liebsten Vollmacht in allen Dingen was mein Kind angeht. Mein Ex darf nichts mehr zu sagen haben.
Er kann auch nicht tolerieren das ich mich noch gut mit meinem Exmann verstehe. Ich soll ihn auf einmal hassen.
Wie soll das gehen, ich bin doch keine Maschine. Und ist so ein gutes Verhältnis nicht das beste für ein Scheidungskind? Mein Freund meint, wir wären nicht normal.

Hinzu kommt, das sich mein Freund sehnlichst ein Kind von mir wünscht.
Da wir aber so viele grundlegende Probleme haben, habe ich mich darauf noch nicht eingelassen. Zumal er mir ja jetzt schon ankündigt, das er zwischen den Kindern Unterschiede machen wird, weil ich ihm das volle Mitspracherecht bei meinem Sohn verweigere. Außerdem meint er das im Falle einer Trennung von uns beiden, er mir das gemeinsame Kind wegnehmen würde. Er hätte Einfluß und Geld das zu schaffen. Natürlich werden solche Sprüche auch in einem sehr bösartigen Ton formuliert.
Er ist immer hochgradig enttäuscht von mir das ich ihm diesen großen Wunsch noch nicht erfüllt habe. Nun frage ich mich, welche normal denkende Frau würde mit diesem Mann ein Kind bekommen? Bestimmt keine.
Er ist eifersüchtig auf meinen Exmann, weil er das bekommen hat, was er von mir nicht kriegt. Nämlich ein Kind. Und zuguter Letzt badet das ganze noch mein Sohn aus. Er ist halt das Fleisch und Blut von dem Mann den er über alles hasst. Er tut meinem Kind in dem Sinne nichts böses an. Mein Sohn findet ihn sogar ganz gut. Aber er nörgelt und beschwert sich über 1000 Kleinigkeiten. Da ist dies und das nicht richtig, und das hat er wieder falsch gemacht und, und, und.......! Wenn ich ihn auf seine eigene Kindheit anspreche, indem ich frage ob er es nicht auch so gemacht hätte, meint er nur, er wäre immer brav gewesen. Und das meint er mit vollem Ernst.

Das war nur ein Thema von unendlich vielen an dem wir uns ständig aufreiben. Sobald eine Meinungsverschiedenheit entsteht macht er sofort dicht. Man kann von jetzt auf gleich kein vernünftiges Wort mehr mit ihm wechseln. Er hat mit eigenen Worten immer gleich einen riesen Hals. Entweder hat er einen Hals oder er wirft mir vor ich würde immer die Tatsachen verdrehen. Die beiden Sachen kommen immer. Am Ende ist es so, das wenn er mich verletzt, er zum Schluß sauer ist. Ihr glaubt gar nicht wie mir das zum Hals raus hängt. Schon sehr, sehr oft habe ich versucht mich zu trennen. Ich bekomme das einfach nicht hin. Auch er will sich ununterbrochen von mir trennen. Ich hänge trotz allem so sehr an ihm, denn wenn es mal kurz schön ist, ist es wirklich wunderschön.

Das war nur ein kleiner Einblick in unsere Differenzen. Ich könnte ein Buch schreiben. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Guten Morgen Rippchen,

erst einmal finde ich die Regelung zwischen Dir und Deinem Ex-Mann große Klasse. Ihr tragt nicht irgendwelchen Trennungsschmerz auf dem Rücken des Kindes aus und versteht euch wunderbar. Ihr seid ein großes Vorbild und vielleicht macht es anderen Paaren, die in Trennung leben, Mut es genauso zu machen.

Nun zu Deinem jetzigen Partner. Du hast Recht, mit solch einem Mann wollte ich weder Kinder haben und ich gehe noch einen Schritt weiter: "Mit diesem Mann wollte ich keine gemeinsame Zukunft haben". Er hat wohl überhaupt nicht begriffen, dass er eine Mutter mit Kind hat und durch dieses Kind gibt es auch einen Vater.

Wie war es als ihr euch kennengelernt habt? War sein Verhalten schon immer so?

Es klingt vielleicht hart, aber Dir und Deinem Kind zuliebe würde ich mich trennen. So schön eventuell die kurzen Phasen der Versöhnung sein mögen, euer Zusammenleben funktioniert nicht, wenn er nicht an sich arbeitet und Deine Familie komplett akzeptiert. Außerdem kann es nicht angehen, dass er Dir jetzt schon androht, dass er das Kind bekommen würde, gesetzt den Fall ihr würdet Eltern werden und es käme zu einer Trennung. Das Ist nicht normal.

Liebe Grüße Manuela

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Gibt es denn auch gute Gründe, warum Du mit Deinem FReund zusammen bleiben möchtest,
Rippchen?
So, wie Du die Beziehung schilderst, klingt das so gar nicht danach.

Grüsse,
Uta

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Rippchen ist offline
Themenstarter Beiträge: 42
Seit: 31.03.09
Hallo ihr 2,

Natürlich stelle ich mir auch nicht so meine Zukunft vor. Im Gegenteil, jetzt weiß ich zu schätzen was ich aufgegeben habe, indem ich mich damals von meinem Mann getrennt habe. Er war immer sehr tolerant und verständnisvoll.
Während dieser langjährigen Beziehung habe ich solchen Psychostress nicht erlebt. Das soll aber nicht heißen das ich dahin zurück will. Es zeigt mir nur das es auf alle Fälle anders gehen kann. Mein neuer Freund macht auch diese alte Beziehung immer madig. Er behauptet, mein Exmann und ich hätten die schlechteste Beziehung geführt die man sich vorstellen kann. Und weil mein Exmann immer gut zu mir war, ist er ein Ja-Sager und Weichei in seinen Augen. Dabei hat er keinerlei Einblick in dieses alte Leben. Ich glaube ihn zerfrißt die Eifersucht.

Als ich meinen jetzigen Freund kennengelernt habe, erzählte er mir das er nie eine Frau wollte die schon ein Kind hat. Manchmal wünschte ich mir er hätte sich an diesen Vorsatz gehalten. Er hat es auch schon mehrfach bereut sich in mich verliebt zu haben. Ich wäre aber seine Traumfrau.
Kann man sowas glauben, wenn einem ständig nur Frust und Hass entgegen
gebracht wird?

Natürlich ist Trennung der einzigste Weg, aber ich versage über kurz oder lang dabei. Habe es schon paarmal probiert. Solange Wut und Frust im Spiel sind, kann ich die Trennung durchstehen. Wenn diese aber verrauchen leide ich und bin nur noch ein Häufchen Elend. Und in diesem Zustand lasse ich mich wieder breit schlagen.
Vor allem bin ich kein Teenager mehr, der viel Zeit hat herumzuprobieren. Bin 36 Jahre alt. Mir läuft die Zeit davon. Jeder Tag ist kostbar, denn auch ich wünsche mir noch ein Kind. Aber auf keinen Fall so.

Was mich an diesem Mann hält ist ganz eindeutig die Liebe.
Wenn er mal nett ist dann kann es mir besonders gut mit ihm gehen. Er ist in der Lage mir die Sterne vom Himmel zu holen. Ich bin nicht nur irgendeine Frau mit der er zusammen ist, sondern ich bin DIE Frau. Das kann er unglaublich gut zeigen.

Auf Deutsch gesagt, ich lebe ständig zwischen Himmel und Hölle.
Ich spreche hier die ganze Zeit von mir. Möchte aber nochmal deutlich machen, das mir mein Sohn extrem wichtig ist. Ich würde nie zulassen, das er durch ihn leiden muß.

Und ja, es ging eigentlich am Anfang der Beziehung schon los. Nicht so häufig und heftig. Aber es gab schon denkwürdige Vorfälle.

Rippchen

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Sonora ist offline
Beiträge: 3.014
Seit: 10.09.08
Hallo Rippchen!

Ich kann dir leider nur kurz schreiben, weil ich eine extrem schlimme Schulter habe, aber mein erster Gedanke war, ob es wirklich Liebe ist, was du für den Mann fühlst oder ob er dir etwas gibt, das du brauchst, und es wieder wegnimmst und du dann danach dürstest und dich im Himmel fühlst, wenn er es dir wieder gibt... Das Spielchen kann süchtig machen!

Es gibt ein sehr gutes Buch von Susan Forward. Es heißt: Liebe als Leid. Mein Gefühl sagt mir, dass du es unbedingt lesen solltest. Es könnte sein, dass es dir sehr hilft - auch, deinen jetzigen Partner zu begreifen.

Viele liebe Grüße
Sonora

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Rippchen ist offline
Themenstarter Beiträge: 42
Seit: 31.03.09
Hallo sonara,

Mein Gefühl sagt mir schon das es sich um Liebe hadelt. Aber dein Gedanke ist nicht schlecht. Kann sein das ich mich schon abhängig gemacht habe.
Ich war auch schon bei einer Psychologin. Sie hat tief gegraben, wo in der Beziehung mein Problem liegt. Warum ich mich nicht aus so einer belastenden Beziehung lösen kann. Sie meinte auch ich würde mich an die kurzen schönen Erlebnisse klammern und diese würden dann bei einer versuchten Trennung in den Vordergrund rücken.

Wenn ich so zurückdenke an meine früheren Jahre vor meinem Mann, also ich hatte schon immer ein Problem mich von einem Mann zu trennen. Ich habe es mir schon immer schwer gemacht damit und habe ewig gebraucht obwohl keine Liebe mehr im Spiel war. Ich weiß auch nicht woran das liegt.
Ob es Verlustängste sind, ich weiß es nicht. Ich kan auch schlecht allein sein.

Danke für den Buchtipp. Werde dann gleich mal losgehen.

LG Rippchen

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Sonora ist offline
Beiträge: 3.014
Seit: 10.09.08
Hallo Rippchen!

Wenn du das Buch liest, ist es bestimmt von Vorteil, wenn du dir alles, was dir wichtig erscheint, mit einem Textmarker oder Buntstift fett anmalst. Du wirst bestimmt öfter wieder in das Buch schauen, wenn du es durch hast. Es muss ja alles erst sacken und man muss innerlich für viele Erkenntnisse erst bereit sein. Ganz langsam. Es ist eine schmerzhafte, aber auch wirklich befreiende Erkenntnis.

Fühl dich mal ganz doll umarmt! Ich glaube, ich weiß ungefähr, was du im Moment durchmachst!

Liebe Grüße
Sonora

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo Rippchen,

ich hatte vormittags gelesen, was du schriebst, hatte aber keine Zeit für eine Antwort. Nun las ich Sonoras Beitrag und ich kann auch als Mann nur sagen, ich seh das ganz genauso. Du genießt wohl die Traumfrau eines Mannes zu sein, aber er ist nicht dein Traummann. Wenn ihr ein Kind hättet, wäre es sogar ein Alptraum. Gerade wenn du die biologische Uhr ticken hörst, wird es Zeit, diesen Mann zu lassen und dir was Besseres zu suchen.

Viele Grüße, Horaz

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich denke mir das dieser Mann krankhaft eifersüchtig ist. Gut man kann mal eifersüchtig sein, aber es sollte kein Dauerzustand daraus werden.
Ich denke auch das Menschen sich ändern können, wenn ihnen etwas wichtig ist. Meines Erachtens braucht dein Mann eine Therapie.

Er hat sich da in etwas hineingesteigert das zerstörerisch wirkt und das kann so nicht bleiben. Entweder er tut etwas für sich, damit er ein gleichberechtigter Partner wird, oder du musst die Konsequenzen ziehen.

Ich weiß nicht ob er sein Verhalten als normal ansieht, denn das ist es sicher nicht. Man kann durchaus mehrere Männer lieben, auf unterschiedliche Art und weise, freundschaftlich, brüderlich/schwesterlich, wie auch immer und das ist normal und dafür muss man sich nicht verkriechen oder schämen, sondern das gehört zum Leben. Liebe/Freundschaft hat nichts mit besitzdenken zu tun.

Meines Erachtens sollten sich die beiden Männer sogar kennen lernen. Aber das ist nur möglich, wenn dein Mann sein Verhalten ändert. Außerdem ist das, was dein Mann da macht, auch ein Mangel an Vertrauen. Wie kann er da von Liebe sprechen, wenn er meint seine Fäuste schwingen zu müssen?

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (02.04.09 um 17:12 Uhr)

Mein Freund bringt mich zur Verzweiflung

Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Am meisten stößt mir eigentlich das hier auf:

Zumal er mir ja jetzt schon ankündigt, das er zwischen den Kindern Unterschiede machen wird, weil ich ihm das volle Mitspracherecht bei meinem Sohn verweigere. Außerdem meint er das im Falle einer Trennung von uns beiden, er mir das gemeinsame Kind wegnehmen würde. Er hätte Einfluß und Geld das zu schaffen. Natürlich werden solche Sprüche auch in einem sehr bösartigen Ton formuliert.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass er nur deshalb eine Frau sucht, damit sie ihm ein Kind auf die Welt bringt (sozusagen nur zum Gebären), die Empfindungen der Frau ihm aber egal sind.
Wie kann man einer Frau nur so was Grausames schon vorher ankündigen!
Das man als Frau da kein Bedürfnis hat, ein Kind zu bekommen, wenn schon vorher klar ist, dass man es bei Streitigkeiten los wird, liegt doch nun wirklich auf der Hand.

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