Umfrageergebnis anzeigen: Liest du erotische Geschichten und Romane
Ich bin weiblich, ich lese so etwas sehr gern 2 7,69%
Ich bin weiblich, ich lese so etwas gelegentlich 7 26,92%
Ich bin weiblich, ich lese so etwas nie 6 23,08%
Ich bin männlich, ich lese so etwas sehr gern 2 7,69%
Ich bin männlich, ich lese so etwas gelegentlich 6 23,08%
Ich bin männlich, ich lese so etwas nie 3 11,54%
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Erotische Literatur

16.04.08 08:50 #1
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Erotische Literatur

Eriophorum ist offline
Beiträge: 394
Seit: 20.07.07
Zitat von Horaz Beitrag anzeigen
Ich schrieb vorhin, dass die Grenze zwischen erotischer und pornografischer Literatur fließend ist. Aber für mich ist Anais Nin (Das Delta der Venus) oder Henry Millet (Opus Pistorum) oder Catherine Millet pure Pornografie. Da geht`s um kein erotisches Prickeln, da geht`s ermüdenderweise immer um`s Gleiche. Das sind Bücher, da kann man einsteigen wo man will, nach spätestens drei Seiten wird ohnehin immer gevögelt. Das ist mir zu fad.
Das Lob der Stiefmutter von Vargas Llosa würde ich aber auch zur erotischen Literatur zählen.

Viele Grüße, Horaz
Hallo Horaz,

Du, ich und wir alle verdanken unsere Existenz der Tatsache, daß zwei Menschen miteinander gevögelt haben. So schlecht kann das ja nun auch nicht sein.

In Bezug auf Literatur werte ich nicht, mit Ausnahme von Kinderpornographie, die für mich nicht hinnehmbar ist. Ansonsten enthalte ich mich bewußt jeglicher moralischen Beurteilung. Ich schließe mich Henry Millers Sichtweise an: "Moralische oder amoralische Bücher gibt es nicht. Sie sind entweder gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles." Und so sind seine Bücher eben schlecht geschrieben.

Aber wenn für Dich Pornographie das ist, wenn es nur um das eine geht, und es nur deshalb schlecht ist, scheint mir, daß bei Dir doch eine moralische Komponente in's Spiel kommt.

Dann lese ich halt Pornographie, müßte mich folglich aber aus diesem Thread zurückhalten, weil es ja nach Deinem Urteil keine erotische Literatur darstellt.

Viele Grüße

Jürgen

Geändert von Eriophorum (17.04.08 um 09:23 Uhr)

Erotische Literatur

Eriophorum ist offline
Beiträge: 394
Seit: 20.07.07
Zitat von Carrie Beitrag anzeigen
Auch gut: Das sexuelle Leben der Catherine M. von Catherine Millet.
Und: Mit geschlossenen Augen von Melissa P.
Hallo Carrie,

kannst Du mir über beide Bücher etwas Näheres erzählen? Vielleicht per PM, daß wir hier keinen Sittenkodex verletzen, weil über Pornographie diskutiert wird. Ich habe etwas gegoogelt und mir zusätzlich bei einem Buchversender die Bewertungen angesehen. An beiden Büchern scheiden sich total die Geister, wie nicht anders zu erwarten.

Aber Dir scheinen sie offenbar lesenswert und ich glaube, das könnte ich auch so sehen.

Viele Grüße

Jürgen

Erotische Literatur

Carrie ist offline
Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Ich glaube nicht, dass hier irgendein Sittenkodex verletzt wird.
Horaz hat einfach nur geäußert dass Literatur a la Miller nicht sein geschmack ist, nicht dass er sich dadurch moralisch angegriffen gefühlt hat. Für ihn sind solche Schilderungen einfach langweilig, und das kann ich auch nachvollziehen.
Ich hab solche "Porno"-Literatur früher gern gelesen, vielleicht war da dann auch noch die jugendliche Ausprobier-Mentalität dabei. Ist bestimmt auch altersabhängig, was einen "antörnt".
Zur Zeit hab ich eh null Libido, insofern macht mich weder niveauvolle erotische Literatur noch Porno an

Aber zu den Büchern:
Sie sind beide ganz gut, aber sicher keine Meisterwerke. Bei Melissa P. konnte ich mich teilweise mit der Autorin identifzieren, insofern fand ich es interessant. Wurde auch verfilmt, aber den Film hab ich noch nicht gesehen.
Ist ewig her dass ich beide Bücher gelesen hab, deshalb kann ich da sonst gar nicht weiter viel zu sagen.

@ mezzadiva
Wei Hui fand ich auch sehr schön.
__________________
Liebe Grüße Carrie

Erotische Literatur

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Also ich habe Horaz Bericht nicht als wertend empfunden. Es war eine klare eigene Meinung. Und wenn jemand eine andere Meinung hat dann ist das auch ok.
Wer was wie definiert und interessant findet liegt immer im Auge des Betrachters.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (17.04.08 um 09:51 Uhr)

Erotische Literatur

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Jürgen, die Damen haben völlig recht!
Das hat mit Moral oder Wertung überhaupt nichts zu tun.
Ich finde es einfach lebensnäher, das Prickeln einer körperlichen Begegnung zu spüren, die ich auch selber gut nachempfinden kann, als von der Rammelkraft irgendeines Hengstes zu lesen, der die Frauen angeblich reihenweise jubeln läßt.

So gesehen halte ich solche Schreibweisen für schlechte Literatur. Aber über Geschmack lohnt sich nicht zu streiten. Um`s an einem anderen Beispiel festzumachen: Ich lese gerne Geschichten von Stephen King. Es gibt viele Leute, die das was er schreibt für schlechte Literatur halten. Bei manchen Büchern gebe ich ihnen völlig recht. Andere habe ich schon 3 x gelesen, weil ich sie für vital und lebensecht halte, selbst wenn er seine Phantasie mit sich durchgehen läßt.

Die Tolldrastischen Geschichten von Balzac finde ich übrigens durchaus lebensnah, auch wenn die Schilderung der Welt, in der sie stattfinden, nicht mehr die unsere ist.


Viele Grüße, Horaz

Erotische Literatur

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich finde es einfach lebensnäher, das Prickeln einer körperlichen Begegnung zu spüren, die ich auch selber gut nachempfinden kann, als von der Rammelkraft irgendeines Hengstes zu lesen, der die Frauen angeblich reihenweise jubeln läßt.
Hab auch den Casanova gelesen. Fands zum Teil interessant, vor allem das Venedig der damaligen Zeit. Ansonsten waren es halt seine Erfahrungen, wenn die mal korrekt so wiedergegeben wurden.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (17.04.08 um 11:45 Uhr)

Erotische Literatur

Eriophorum ist offline
Beiträge: 394
Seit: 20.07.07
Zitat von Horaz Beitrag anzeigen
Jürgen, die Damen haben völlig recht!
Das hat mit Moral oder Wertung überhaupt nichts zu tun.
Ich finde es einfach lebensnäher, das Prickeln einer körperlichen Begegnung zu spüren, die ich auch selber gut nachempfinden kann, als von der Rammelkraft irgendeines Hengstes zu lesen, der die Frauen angeblich reihenweise jubeln läßt.

So gesehen halte ich solche Schreibweisen für schlechte Literatur. Aber über Geschmack lohnt sich nicht zu streiten. Um`s an einem anderen Beispiel festzumachen: Ich lese gerne Geschichten von Stephen King. Es gibt viele Leute, die das was er schreibt für schlechte Literatur halten. Bei manchen Büchern gebe ich ihnen völlig recht. Andere habe ich schon 3 x gelesen, weil ich sie für vital und lebensecht halte, selbst wenn er seine Phantasie mit sich durchgehen läßt.

Die Tolldrastischen Geschichten von Balzac finde ich übrigens durchaus lebensnah, auch wenn die Schilderung der Welt, in der sie stattfinden, nicht mehr die unsere ist.


Viele Grüße, Horaz


Hallo Horaz,

dann ist's ja gut. Solange keine moralische Wertung "mit erhobenem Zeigefinger dabei ist", sondern stilistische Kriterien den Ausschlag geben, sehe ich es genauso.

Viele Grüße

Jürgen

Erotische Literatur
MisterX
Zitat von Eriophorum Beitrag anzeigen
Ach, bei dieser Gelegenheit. Hat schon jemand das wohl zur Zeit umstrittenste und am meisten zerrissene Buch "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche gelesen?
Ich hab mir gerade - probehalber - ein Stück vom Hörbuch reingezogen Ist wohl eher was für Frauen!

Lieben Gruß

Erotische Literatur

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo X,

prinzipiell hast du völlig recht. Mit Feuchtgebieten haben Frauen mehr Erfahrung als Männer.
Die kennen das nur, wenn sie infolge erhöhten Biergenusses nicht mehr rechtzeitig aufs Klo kommen.

Einen recht interessanten Kommentar zum Roman Feuchtgebiete las ich in der FAZ:
Charlotte Roche: Sexualität ist Wahrheit - Debatten - Feuilleton - FAZ.NET

Viele Grüße, Horaz

Erotische Literatur

Eriophorum ist offline
Beiträge: 394
Seit: 20.07.07
Zitat von Horaz Beitrag anzeigen
Einen recht interessanten Kommentar zum Roman Feuchtgebiete las ich in der FAZ:
Charlotte Roche: Sexualität ist Wahrheit - Debatten - Feuilleton - FAZ.NET

Viele Grüße, Horaz
Hallo Horaz,

danke für den Link.

Es ist wirklich interessant, was man aus einem Roman alles herauslesen bzw. in ihn hineininterpretieren kann. Daß sich Ingeborg Harms in ihrer Rezension auf so unterschiedliche Werke wie Richard Sennetts "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität" und Brad Easton Ellis' "American Psycho" bezieht, finde ich beachtenswert.

Fragte man Charlotte Roche, was sie von der Rezension hält, würde sie sich wahrscheinlich in ein süffisantes Schweigen hüllen und sich um so mehr über die Verkaufszahlen ihres Buches freuen. Vielleicht kommt es eines Tages noch so weit, daß ihr Werk "Feuchtgebiete" unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt wird .
Ramsar-Konvention – Wikipedia

Viele Grüße

Jürgen

Geändert von Eriophorum (18.04.08 um 12:46 Uhr)


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