Kalter Nikotinentzug: Wirr, Konfus, Durcheinander?

02.02.11 13:48 #1
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Casadero ist offline
Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Hallo,

nach dem Benzoentzug vor über 3 Monaten dachte ich mir: "Jetzt zieh es komplett durch!" Bereits nach Ausbruch meiner Angsterkrankung (April 2010) habe ich den Konsum von Energydrinks SOFORT eingestellt, zuvor 6 Jahre lang täglich bis zu 3 Liter. Nun rauche ich seit Samstag (ca. 19:30 Uhr), den 31.01.2011 nicht mehr. Zuvor seit dem 19ten Lebensjahr von 0 auf 40 Kippen täglich. Mit anderen Worten: 16 Jahre lang täglich 40 oder mehr, ohne Pause, ohne Versuch des Aufhörens. Morgens wach: Gleich 4 oder 5 Kippen weg, ohne Frühstück.

Nun das ERSTE MAL seit dem ich anfing mit dem Rauchen konsequent 3 Tage keine einzige Kippe angepackt. Nur mir fällt auf: Seither fühle ich mich geistig wie ein 5-jähriger, muss lange überlegen wie ich etwas formulieren möchte, fühle mich irgendwie vergesslicher, verwirrt. Laut Internet gibt es solche Symptome:

Beim Nikotinentzug (plötzliche Beendigung des Rauchens innerhalb von 24 Stunden) treten nach dem DSM-IV mindestens vier der folgenden Symptome auf: Angst, Unruhe, verminderte Herzfrequenz, Konzentrationsschwierigkeiten, Ablenkbarkeit, Enttäuschung oder Ärger, dysphorische oder depressive Stimmung, Schlaflosigkeit, gesteigerter Appetit oder Gewichtszunahme.

Jetzt meine Frage/n:

Kennt das jemand von Euch? Wie lange dauern die Symptome an? War das schlagartige Aufhören nach dem Benzoentzug und meiner ganzen "Angstgeschichte" vielleicht doch zu "hardcore"? Auch wenn es für meinen Körper mit SICHERHEIT besser und gesünder ist, nicht mit 40 - 60 Kippen am Tag benebelt zu werden: Lieber langsam reduzieren? Muss mich auch jetzt beim Schreiben enorm konzentrieren, alles wirkt ein wenig "verschleiert" oder "weit weg"... komisch halt.

Danke im Voraus für jede Antwort, jeden Tipp, jede Reaktion...


Kalter Nikotinentzug: Wirr, Konfus, Durcheinander?

Lightningstar ist offline
Beiträge: 78
Seit: 31.01.11
also ich hatte wegen der angst auch sofort aufgehört mit kippen, alkohol und kaffee, komplett runter und ich habe des gefühl du machst des gleiche durch wie ich damals.ich hab 3 wochen zu kämpden gehabt mit den selben symptomen, naja nach ca 7 wochen habe ich wieder angefangen leicht zu rauchen, also nicht mehr 1 schachterl oder zwei, weil ich es einfach nit konnte... jedochmuss ich sagen, wenn es meine psyche wieder zu lässt möchte ich auch von den kippen weg... aber du schaffst des, wenn du es willst sxchaffste des auch^^viel glück

Bei Nikotinsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu rauchen, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Kalter Nikotinentzug: Wirr, Konfus, Durcheinander?

anonym09 ist offline
Beiträge: 659
Seit: 18.04.09
Vor fast 7 Jahren habe ich aufgehört, rauchte am Tag 2-3 Schachteln.
Wie Du, habe ich schlagartig Schluss gemacht.
Damals gab es noch die Seite rauchfrei online, die hat mir sehr geholfen, weil da viele Symptome gut erklärt wurden.
Nach 3 Tagen ist der Entzug noch nicht schlimm, es wird schlimmer.
Deshalb rate ich Dir zu Nikotinpflastern, sonst schaffst Du das sehr schlecht und quälst Dich unnötig rum.

Stell Dir vor, in den Zigaretten sind versch. Stoffe, die dafür sorgen, das Nikotin schneller unser Hirn errreicht und die machen uns abhängig.
Mir ist Ammoniak im Gedächtnis geblieben.
Das erweitert die Lungenbläschen, Nikotin geht mit dem Sauerstoff schneller ins Blut und erreicht in größerer Konzentration das Hirn.
Dort sorgt es für ein Glücksgefühl, was normalerweise vom Hirn selber produziert wird.
Resultat: unser Hirn stellt die Produktion ein und muss erst wieder lernen, die
Botenstoffe selbst herzustellen.
Das hatte bei mir zur Folge, das ich ca 1 Jahr lang schlecht drauf war.
Die schöne leck mich Stimmung, die ich vorher hatte, das permanente Wohlgefühl, war weg.
Mich nervte alles, auch Menschen, die ich vorher...sagen wir mal, nicht unbedingt liebte, aber die mich mit ihren dummen Gequake nicht weiter störten.
Die Konzentration lässt auch nach, da Sauerstoff ohne Amoniak nicht mehr so schnell das Hirn erreicht.
In einiger Zeit wirst Du das Gefühl haben, nicht mehr richtig Luft zu bekommen, das liegt auch daran.
Da rauchen Mund und Nasenraum ständig desinfiziert, wirst Du jetzt evtl. mit Zahnfleischbluten und blutenden Nasenschleimhäuten zu tun haben.
Auch normal.
Nach 2 Wochen könnte es sein, Dir tun Organe weh.
Man bekommt einen leicht aufgeblähten Bauch, Nierenschmerzen, hat einen Druck auf dem Unterleib.
Das ist keine gefährliche Krankheit(fühlt sich nur so an), sondern man entgiftet.
Da hilft Wärmflasche oder Wärmkissen, warme Bäder und viel Tee.
Unterstützend kann ich Dir raten, so viel wie möglich an die frische Luft zu gehen und zu laufen oder Rad zu fahren. Sauerstoff unterstützt bei der Entgiftung.

Nachts wirst Du sehr realistische Träume von Zigaretten haben.
Du wirst wach und weisst nicht, hast Du geraucht oder nicht.

Dann die Suchtanfälle; die dauern nicht lange, vielleicht 30 Sekunden, kommen einen aber sehr viel länger vor.
Dein Kleinhirn will Dich damit überlisten, weil es keinen Bock hat, die Glücksbotenstoffe wieder selber herzustellen und den einfachen Weg gehen will.
Du sollst wieder rauchen. Da ist dem Hirn auch die Gesundheit egal, da ist es egoistisch.

Du kannst es schaffen.
1. solltest Du wegen deiner Gesundheit aufhören (kürzer treten geht nicht)
2. gibst Du pro Tag mehr als 10 Euro aus, wenn Du rauchst.
Überleg mal, was Du von dem Geld für einen schönen Urlaub machen kannst oder was Du Dir für Wünsche erfüllen kannst.
Natürlich ist es traurig, das der Staat dann weniger Geld von Dir bekommt, das wird schon irgendwo fehlen...
Aber davon darfst Du Dich nicht beeinflussen lasssen.
Kein Mitleid!
Du bist wichtiger.

Tipp: kipp einen vollen Aschenbecher in ein Schraubglas, kannst ja mal rumfragen, wer noch raucht. Wenn es Dich überkommt, schraub den Deckel ab und riech rein. Das ist so wiederwärtig, da vergeht Dir jede Lust auf eine Zigarette.

Nochwas. Ich bin jetzt nicht mehr abhängig. Es juckt mich nicht mehr.
Mein Freund raucht Zuhause, ist mir egal, mich stört es nur, wenn die Wohnung stinkt.
Aber es schmeckt mir nach wie vor.
Wenn ich zu einer Familienfeier fahre, rauche ich mit meinen Schwestern.
Nicht Eine oder Zwei, sondern wie früher, Schachteln.
Danach platzt mir bald der Kopf und ich könnte mich übergeben, wenn ich blos an Zigaretten denke.
Das mache ich aber sehr selten, weil ich weiß, es ist eine Gewohnheit und ich bin ganz ganz schnell wieder abhängig.
Also, Du darfst keine Ausnahme machen.
Fänsgt Du wieder an unter irgendeinem Vorwand, findest Du immer eine Entschuldigung für die nächste Zigarette.

Viel Glück!

Hier noch eine nette Seite, die hilft:
SWR 3 Rauchfrei Download - - PC-WELT

Körperliche Entzugssymptome nach Nikotinentzug: Wie lange?

Casadero ist offline
Themenstarter Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Hallo,

vieles meiner aktuellen Befindlichkeit wird mit Sicherheit AUCH dem Nikotinentzug geschuldet sein. Nach 16 Jahren Dauerkonsum (ohne Pause!) von täglich 40 - 60 Kippen bin ich seit dem 31.01.2011 absolut auf NULL. Kein Reduzieren nach Plan, keine Pflaster, keine Ersatzstoffe sondern seit 19:20 Uhr am erwähnten Datum: Vorbei!

Ich habe bisher bemerkt: Schwindel, Verwirrtheit, plötzliche Traurigkeit, leicht geschwollene Adern an den Händen, um ca. 10 Einheiten verminderter Blutdruck (sonst immer so ca. 120 - 130 zu 80, jetzt im Schnitt 110 zu 70), ab und an leichte Beklemmungen im Brustbereich, dumpfer Schwindel, leichtes Benommensein, ständiges Aufwachen in der Nacht, Nachtschweiß. Gereizt eher weniger, aggressiv auch kaum. Eher depremiert. Vieles davon ist ja nun bekannt bei Nikotinentzug, meine Frage ist: Wie lange dauert im Schnitt ein körperlicher Entzug? Ich bin männlich, 35, wiege ca. 86 Kilo bei 181cm - gibt es da Regeln? Hat jemand eigene Erfahrungen? Was sollte man beachten?

Es geht um die REIN KÖRPERLICHE Seite, die Psyche (auch wenn Sie dazu gehört) ist ja beim Entzug noch mal ein Thema für sich. So weit ich richtig informiert bin, soll es beim Entzug anfänglich auch zu rapidem Zuckerabfall kommen, weshalb Ex-Raucher auch Traubenzucker mit sich führen sollten - ist das richtig oder Quatsch?

Freue mich auf fachlich versierte Aussagen zu diesem Thema, vielleicht auch mal eine Art "Liste", was im Körper über welchen Zeitraum nach und nach passiert, wie er sich in welchen Bereichen regeneriert, was nach Tagen, Wochen und Monaten so passiert - ich hatte so eine Liste mal, leider nicht mehr auffindbar..

Danke im Voraus...

Körperliche Entzugssymptome nach Nikotinentzug: Wie lange?

Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 12.04.10
Hallo Casadero,

ich habe rauchfrei: wie sich der Körper erholt diese Liste gefunden.

Die körperlichen Entzusgsymptome sind bei jedem in der Dauer anders.
Das kann aber schon durchaus ein paar Wochen dauern, bis sie verschwinden.
Ich kenne aber auch Leute, bei denen wars nach drei Tagen schon gut und sie hatten nichts mehr. Bei mir dauerts auch deutlich länger.


Auf jeden Fall ist es immer PRIMA, wenns wieder jemand schafft von dem Zeug los zu kommen!

LGB
__________________
Nette Grüße
Bergeversetzer

Blutzucker und Nikotinentzug: Zusammenhang?

Casadero ist offline
Themenstarter Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Hi,

also das der gesamte Körper nach 16 Jahren Rauchen ohne Pause und plötzlichem "Kaltentzug" am 31.01.2011 erst mal lange braucht sich von täglich bis zu 60 Kippen auf 0 umzustellen: Okay. Aber:

Kann es sein, dass bei so einem Entzug der Blutzucker im Körper munter vor sich "hin spinnt"? Nikotin hat Einfluss auf den Stoffwechsel, keine Frage, aber seit ich nicht mehr rauche, ist 1) mein Blutdruck im Schnitt um den Wert 10 - 15 gesunken (105 zu 65, früher 120 zu 80) und mein Blutzucker tuckert immer im Niedrigbereich herum, trotzt kontinuierlicher, kleiner, über den Tag verteilter, wertiger Mahlzeiten (Vollkornbrot, usw.) - im Schnitt Blutzucker so um die 65 - 85, nach etwas mehr Nahrung schon mal 100, aber auch nur kurz und dann wieder runter...

Pegelt sich das wieder ein, kennt das jemand von Euch?

Blutzucker und Nikotinentzug: Zusammenhang?

Casadero ist offline
Themenstarter Beiträge: 104
Seit: 09.01.11
Habe jetzt mal ein kleines Tagesprotokoll:

Nach dem Aufstehen Blutzucker: 70

Nach Nahrungsaufnahme (Milch, Brötchen, etwas Kakao): 75 (nach 1 Stunde)

Dann am Mittag Blutzucker: 80

Mittagessen: Bockwurst mit Senf, Tomaten (roh), Knoblauch (frisch), viel Wasser, ein Brot dazu: Blutzucker 1 Std. später: 144!

Dann Ruhe, hingelegt, eingeschlafen. Blutzucker 3 - 4 Stunden später: 75.

Mir kommt es so vor, als würde mein Blutzucker nicht "in Schwung" kommen am Morgen und insbesondere über Nacht rapide abfallen (also im Schlaf)...

Kann Einbildung sein, aber die Werte sprechen ja eine recht deutliche Sprache, oder?

Körperliche Entzugssymptome nach Nikotinentzug: Wie lange?

Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 12.04.10
Hallo Casadero,

ich habe gelesen, das der Blutzuckerspiegel sich verändert beim Aufhören und das das dann gut ein paar wöchelchen dauern kann, bis reguliert.

Hast du denn durch den niedrigen Spiegel Symptome?
Ansonsten kann ich sagen das deine Werte eigentlich nicht ganz so übel sind. Bei manchen Menschen ist er etwas niedriger als die "Norm" es vorschreibt. Das ist aber kein Grund zur Sorge.

Ein Wert von 144 nach dem Essen ist vollkommen ok.

LGB
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Nette Grüße
Bergeversetzer


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