L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

02.06.08 12:26 #1
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Pimpanella ist offline
Beiträge: 281
Seit: 04.02.07
Hallo, ich will es demnächst mal mit L-Tryptophan probieren und möchte wissen, welche Dosierung angebracht ist. Ich habe u.a. chronische Schlafstörungen u. Depressionen. Vielleicht sind sie so schlimm wegen der Fructoseintoleranz, da wird ja Serotonin nicht ausreichend gebildet. Ich habe jetzt z.B. wieder eine Woche komplett "durchgemacht" (keine Sek. geschlafen) u. habe dann 4 Nächte etwas Melatonin genommen - und es hat gewirkt. Es war herrlich! Die 5. Nacht, war dann wie immer Wälzen angesagt. Allerdings wirkt Melatonin bei mir nach kurzer Zeit nicht mehr. Deshalb würde ich gerne L-Tryptophan ausprobieren. An 5HTP traue ich mich nicht so ran, wegen der möglichen Nebenwirkungen. Ein Arzt sagte mal, ich müsse ca. 2-3 Gramm Tryptophan nehmen. Ich würde es aber erst mal mit den 500 mg probieren. Was habt Ihr denn so für Erfahrungen? Danke für die Auskunft!
LG Pimpanella

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Snorri ist offline
Beiträge: 538
Seit: 31.08.07
Hallo Pimpanella,

o weia, Du toppst mich ja noch mit Deinen Schlafstörungen und ich dachte immer ich sei nicht zu toppen!

Ich habe lange Zeit (1,5-2 Jahre) Tryptophan genommen, und zwar meist 500 - 750 mg. Ich hatte Kapseln zu je 250 mg, sodass ich individuell dosieren konnte.

Eine Zeitlang habe ich noch 5HTP dazugenommen, aber die Wirkung war nicht besser. Welche Nebenwirkungen erwartest Du denn vom 5HTP? Ich glaube nicht, dass ich jemals welche hatte.

Melatonin sollte man nicht täglich nehmen, da sich der Körper daran gewöhnt - das ist richtig, aber 2-3 Mal pro Woche kann kann das Zeug ziemlich segensreich sein.

Gut ist auch eine Mischung von allen Komponenten: Melatonin, 5HTP und Tryptophan - Du musst einfach ein bisschen herumprobieren.

Viele Grüße

Snorri

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Pimpanella ist offline
Themenstarter Beiträge: 281
Seit: 04.02.07
Hallo Snorri,
danke für die Antwort! Ich habe schon seit 14 Jahren jede Nacht Schlafstörungen. Mittlerweile geht schlafen gar nicht mehr. Wenn ich Glück habe, dösen. Gespräch im Schlaflabor etc. bringt mir nichts. Wird nur gesagt, dass es an der Depression liegt. Ich merke aber, dass da noch mehr hinzukommt. Es hat sich halt chronifiziert. Es ist ein Teufelskreis. Schlafstörungen durch ursprüngl. psychisches Ungleichgewicht. Psychisches Ungleichgewicht durch massiven Schlafentzug... Mittlerweile werde ich da nicht mehr ernst genommen, da jeder denkt, dass sich der Körper von alleine holt, was er braucht u. dass ich mehr schlafen würde, als ich meine...
Wie hat denn Tryptophan bei dir gewirkt? Hat die Wirkung irgendwann nachgelassen? Hat sich dein Schlaf verbessert (auch ohne T.)? Bezügl. 5HTP steht im Wiki etwas von "ernsthafte Gesundheitsschäden" wie "Endokard-Fibrosen des Herzens" und "Herzklappenschäden" bei längerer Einnahme. Schreckt mich ab... Tryptophan wird auch nur für 4 Wochen empfohlen, aber da habe ich nicht so bedenken, da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich einen Seretoninmangel habe. Ich habe ja neulich etwas Melatonin genommen, war nur eine "Brise" u. es hat geholfen. Sogar die automatischen Gedanken waren weg.War zwar nicht so lange, aber ich bin für alles dankbar. Ich war nach einer Woche ohne Schlaf u. ohne Dösen am Ende. Vor ein paar Monaten schlug Melatonin nicht an. Aber als ich es mir ganz neu bestellt hatte, gings mir auch super damit, es wirkte eine Woche ziemlich gut u. antidepressiv, danach legte es sich wieder...Bei mir sind auch Sympathikus/Parasympathikus komplett im Ungleichgewicht. Ich bin dann so "hochgefahren", dass nur noch eine Narkose wirken würde. Je weniger Schlaf, desto höher gefahren. Nix von: "du müsstest doch tot ins Bett fallen...".

Viele Grüße von P.

Geändert von Pimpanella (03.06.08 um 10:38 Uhr)

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Snorri ist offline
Beiträge: 538
Seit: 31.08.07
Hallo Pimpanella,

nur dösen statt zu schlafen ist echt ziemlich krass. Ich habe seit 22 Jahren Einschlaf-, Durchschlaf- und Ausschlafstörungen, die aber nur zu einem ganz geringen Maße psychisch bedingt sind. Klar, ich bin ein gedanklicher Wiederkäuer, ich brauche unglaublich lange, um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten, aber zum Großteil sind die Schlafstörungen organisch bedingt.

Ich leide seit 22 Jahren an CFS, das ist eine Multisystemerkrankung, die sich in erster Linie auf das neuroendokrine System auswirkt und somit alle Organe und Organsysteme in Mitleidenschaft zieht. Ich bin total vergiftet, übersäuert, das Immunsystem spielt verrückt, die Organe ebenfalls, der Stoffwechsel ist überlastet und am allerliebsten macht das Vegetativum nachts Party. Ich schwitze auch sehr viel und sehr stark, weil der Körper nachts sehr stark entgiftet. Das ist natürlich sehr anstrengend und ich muss mich manchmal sogar umziehen, weil ich mich in der Nässe nicht wohl fühle. Sympathikus und Parasympathikus sind auch bei mir total durcheinander, was typisch ist für CFS. Manchmal hilft mir Zappen (ich habe einen Zapper, auf den meine HP die entsprechenden Frequenzen draufgespielt hat).

Dass man dabei nicht schlafen kann, ist eigentlich kein Wunder. Und das Absurde dabei ist, dass ich umso schlechter schlafe, je müder ich bin. Aber das kennt man ja auch von kleinen Kindern, die, völlig überdreht, nur noch schreien und gar nicht zur Ruhe kommen. Ich schlafe übrigens auch im Urlaub nicht besser oder an einem anderen Ort. Die Schlaflosigkeit reist mit mir überall hin mit - ein weiteres Zeichen, dass sie nicht psychisch, sondern organisch bedingt ist. Tja, was tun?

Eine zeitlang hat mir TCM sehr gut geholfen (vor 8 Jahren), aber leider wurde durch die Behandlung der EBV reaktiviert, wodurch es mir körperlich sehr schlecht ging. Da sowohl mein Therapeut als auch ich überfordert waren, habe ich die Therapie wieder abgebrochen. Die Schlafstörungen kehrten nach ca. 8 Monaten wieder zurück.

Folgende Mittel habe ich schon probiert:

- Tryptophan habe ich 1,5 Jahre lang genommen mit ziemlich gutem Erfolg, aber die Wirkung schwächt sich ab. Ferner hatte ich irgendwann Angst, dass mein Körper selbst keines mehr bilden würde. Daher habe ich es vor einem Jahr abgesetzt.

- 5HTP wirkt nur sehr schwach, da werde ich mir wohl keine weitere Packung kaufen. Nebenwirkungen habe ich keine, meinem Herzen geht es, soweit ich das selbst beruteilen kann, bestens. In Wiki steht viel Müll - da kann man höchstens 50% glauben, insbes., wenn es sich um Naturheilkunde handelt - also bitte nicht verunsichern lassen

- Seit ca. 7 Monaten nehme ich Kytta Sedativum, das mir anfangs allerdings Probleme bereitet hat, weil es den Blutdruck und den Kreislauf ziemlich stark runterfährt, sodass ich kaum noch Puls hatte, und vor lauter Panik, ich könnte über Nacht sterben, erst einmal gar nicht gut geschlafen habe

- Gut ist Hevert Dorm - ein synthetisches Präparat - für den Notfall

- Melatonin ist genial, aber man gewöhnt sich daran und die Schlafintervalle werden immer kürzer

- Ich habe noch ein amerikanisches Präparat - das ist im Prinzip nichts anderes als eine Mischung aus Kytta Sedativum und Melatonin. Die Bioverfügbarkeit ist nicht so gut, aber es ist o.k.

- Gut ist auch Ornithin, eine Aminosäure (essentiell??), die der Körper eh braucht und die praktischerweise müde macht. Als Gegenspieler dazu sollte man morgens Arginin nehmen. Ist beides gut für den Stickstoffwechsel

- Meine HP hat mir noch Calendula-Tee verschrieben. Angeblich soll ich damit die ersten zwei Wochen ganz mies schlafen, und dann soll es besser werden, aber leider habe ich ihn bisher immer vergessen zu trinken. Ich hoffe, dass ich heute Abend daran denke...

- Eine Freundin von mir nimmt jedern Abend Hopfen in Kapseln, Magnesium und Vitamin B12 und fährt gut damit. Mich macht Nahrungsergänzung am Abend leider wieder wach... geht also nicht bei mir

- Eine zeitlang hat mir Zincum Valerianicum gut geholfen - das ist genial bei depressiven Verstimmungen

- Eine Kombination aus Mangan und Molybdän hat mir auch für ein paar Wochen gute Dienste geleistet - leider nur für ein paar Wochen....

- Chrom soll auch gut helfen - insbes. an stressigen Tagen - das probiere ich als nächstes aus - das Mittel ist schon in der Post

- Dolormin: Der allerletzte Schrott! Man schläft nicht besser, wird aber den ganzen Tag nicht wach, sondern man hat einen Schädel wie nach zwei Mass Bier auf dem Oktoberfest. Einfach grauenhaft!

- Vivinox: Auch nicht viel besser. Das reinste Gift! - Da trinke ich lieber eine Flasche Rotwein, damit schlafe ich auch nicht besser, habe aber dafür den Genuss

Die Firma Heel empfiehlt noch folgende Mittel:

- Coffea (Insomnie infolge hellwacher Gedanken) - hat mir nicht geholfen

- Nux Vomica ( Durchschlafstörungen mit nächtlichem Erwachen zw. 3 u. 7 Uhr) - hilft ganz gut

- Sulfur forte ("Katzenschlaf" und Erwachen zwischen 3 und 4 Uhr nachts) - sofern ich bis dahin schon schlafe, dann hilft es ganz gut

- Medorrhinum (nachts schlaflos, morgens müde) - habe ich noch nicht getestet

- Valeriana (Schlaflosigkeit als Folge von Aufregung, Überarbeitung, Stress) - habe ich auch noch nicht getestet. Mein Leben ist derzeit so langweilig, dass ich es nicht brauche

- Hyoscyamus (nächtliche Ruhelosigkeit mit Verwirrungszuständen) - noch nicht getestet

Gegen Depression kannst Du übrigens wunderbar mit Zink und einem Vitamin B Komplex vorgehen. Bei CFS leidet man ja auch immer unter Depressionen, weil man unter Mangelzuständen und Chaos im Immunsystem leidet. Ich dachte eien zeitlang ich hätte KPU (Labortest war grenzwertig) und habe größere Mengen Zink (Verla) und einen Vitamin B Komplex (aus den USA) eingenommen und seitdem bin ich trotz der Schlaflosigkeit und der ständig wechselnden CFS-Symptome Mega-gut drauf. Psychisch war ich seit XX Jahren nicht mehr so ausgeglichen.

Tja, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Ich kann Dir nur den Tip geben, nicht so viel auf andere Leute zu hören und das Wiki nicht allzu ernst zu nehmen, sondern einfach mal auf Deinen Bauch zu hören und ein wenig mutiger an die Sache heranzugehen. Probier einfach mal das eine oder andere aus, vielleicht findest Du "Dein" Schlafmittel.

Gute Nächte wünscht

Snorri

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Pimpanella ist offline
Themenstarter Beiträge: 281
Seit: 04.02.07
Hallo Snorri, danke für die umfangreichen Tipps! Ich habe ja u.a. eine posttraumatische Belastungsstörung durch meine Kindheit. Außerdem ADHS. Allerdings haben sich die psychischen u. körperlichen Symptome mittlerweile vermischt u. ich glaube nicht so ganz an die reine Psychoschiene. Vor einigen Monaten bin ich mit 50 mg Zink und B-100 Komplex sowie Folsäure angefangen, außerdem Darmbakterien u. mir ging es auch das allererste Mal seit langer Zeit besser. B-100 ist mir dann ausgegangen u. ich war bisher nicht noch mal in Holland, werde es mir aber bald besorgen. Das Zink tut mir auch sehr gut. Ich habe einen nachgewiesenen Mangel u. Fructoseintoleranz.Außerdem will ich mit Magnesiocard anfangen. Das mit den Nebenwirkungen von 5-HTP kann man nicht nur bei Wiki lesen. Ich kann mir schon vorstellen, dass da was dran ist. Man darf es halt nicht übertreiben... Vielleicht gibt es die Nebenwirkungen eher bei "gesunden" Personen, die es eigentl. nicht brauchen..Bzgl. des Sympathikus/Parasympathikus habe ich gelesen, dass es da verschiedene Mittel zur Regulation gibt (Polyxan Tropfen, Neurotropan, Simvita u. Paravita...), da wollte ich mal meine Ärztin drauf ansprechen.
Du hast ja auch schon einen lange "Leidens"geschichte hinter dir, was?
Coffea hat mir auch nicht geholfen. Chemische Schlafmittel wie Zolpidem u. Zolpiclon haben anfangs gewirkt, danach nicht mehr. Außerdem helfen sie nicht,zu gesunden .
Ich werde mir als nächstes Tryptophan besorgen u. schauen, wie es mir geht. Meiner Meinung nach pendelt es sich nicht mehr von alleine ein. Zu chronisch.
Es ist doch schön, dass es dir besser geht. Ich drücke dir die Daumen, dass es weiterhin bergauf geht.
Alles Liebe von P.

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Traumdenker ist offline
Beiträge: 1.182
Seit: 09.01.11
Mit L-Tryptophan schlafe ich wie ein Baby,komme aber auch schlechter aus dem Bett. Wenn ich es tagsüber anstatt abends nehme bin ich den ganzen Tag über total träge,müde. Aber die Wirkung ist wirklich gut.

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

cathy04 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 08.11.12
hallo zusammen,
ich habe ebenfalls eine fruktoseintoleranz und seit ich die habe (2,5 jahre) auch immer wieder schlafstörungen. seit 8 monaten sind diese wirklich schlimm, habe bereits viele medikamente ausprobiert und versuche nun langsam von diesen los zu kommen. bin jetzt auch bei einer traditionellen chinesischen medizinerin, die mir unter anderem auch l tryptophan empfohlen hat. ich werden es ausprobieren. ich möchte aber denjenigen, die an (teils schon jahrelangen) schlafstörungen leiden, ein buch empfehlen. ich habe dies von einem schlafmediziner (der nicht einfach nur medikamente verschreibt) bekommen. dieses buch basiert auf dem wissen von kognitiver verhaltenstherapie und ist für ein-und durchschlafprobleme gedacht. dieser weg ist wirklich hart, aber teilweise (andere störungen müssen natürlich ausgeschlossen werden) der einzige, weil man oft einfach verlernt hat, richtig zu schlafen.

wer interesse hat kann es sich ja über amazon bestellen.
"Overcoming Insomnia and Sleep Problems" von Colin A. Espie

vielleicht hilft es ja einem von euch, würd mich freuen!

glg und alles gute

L-Tryptophan, Wirkung+Dosierung

Mingus ist offline
Beiträge: 551
Seit: 19.11.04
Mein Arzt empfiehlt stets, Tryptophan bereits Nachmittags zu nehmen, da es seine Zeit bräuchte und Abends nicht mehr schnell genug wirken könne.

Herzliche Grüße,
Mingus

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Snorri ist offline
Beiträge: 538
Seit: 31.08.07
Witzig. Da ich diesen Themenstrang noch abonniert hatte, bin ich somit auf meinen obigen, 4 Jahre alten, Beitrag gestoßen, den ich längst vergessen hatte. Die Schlafprobleme bestehen leider immer noch, aber ich habe gestern Silicea genommen (Schüssler Salz Nr. 11) und endlich mal wiedere eine Nacht durchgeschlafen! Ich sollte mal wieder meine alten Beiträge durchlesen, da scheinen ja echt brauchbare Dinge drin zu stehen!

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dadeduda ist offline
Beiträge: 957
Seit: 23.08.12
Also-wie ich schon in meinem Erfolgsdings geschrieben habe- bei mir hat Tryptophan gewirkt...allerdings war das unlustig, mich hat es voll abgedreht(bei 500 mg!), das war beim 3. oder 4. Mal Nehmen....Ich bekam sogar Durchfall davon...... hab es dann nochmal probert, weil ich dachte...kann ja nicht sein...und wieder gings mir schlecht...panisch, im Bauch ging es rund, Herzklopfen, Klaustrophobie...naja....klingt nach mildem Serotoninsyndrom.
5htp war ok, aber mich macht das sowas von motivationslos, ich nehms nicht mehr! Haeng dann den ganzen naechsten Tag herum, tu nix und auch das ist mir egal Manche moegen da moegen....ich nicht...
Man muss die Einnahmeregeln beachten uebrigens...sonst geht das Meiste verloren.

Bei meinen Schlafstoerungen hilft auch etwas Disziplin: Keine heissen Baeder zu spaeter Stunde, nicht spaet essen, nicht schwer essen abends....jetzt probiere ich gerade Leberentgiftung mild (mit ayurvedischen Tabs), soll auch helfen. Bei mir sind uebrigens auch Proteine abends toedlich! Da kann ich nachher Party machen (von wegen schlank im Schlaf....mit den Rezepten kaeme ich ins Grab..auch eine Form von Schlaf.. )


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