Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

16.04.15 20:02 #1
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Tussy
Jetzt möchte ich mich hier mal ganz ketzerisch einbringen. Hier lese ich viel von Nahrungsergänzungsmittel.
Inzwischen frage ich mich, ob dies nicht nur ein anderer Markt ist um an das Geld anderer zu kommen.
Die einen nehmen chemische Arzneimitte und die anderen Nahrungsergänzungsmittel, die sie sich selber verordnen.
Dazu gibt es ja auch viel zu lesen.
Es gibt alle möglichen Blutuntersuchungen und ich habe das Gefühl, von einigen, die hier mitschreiben, werden sie ausführlich genutzt.
Für mich entsteht die Frage, weiß man tatsächlich ganz genau, wieviel man von diesen und jenen Stoffen im Körper haben muß? Man kann von manchen auch zuviel haben, es speichert sich und macht auch krank.
Wegen meiner Zuckungen, von denen ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, war ich schon mal bei einem Neurologen. Er stellte sich vor mir auf und stach mir von oben runter mit den Fingern an eine bestimmte Stelle am Schlüßelbein. Als ich aufschrie, meinte er:"Ganz klar, B12 Mangel". Dies verschrieb er mir dann und ich nahm, es brav. Mein Hausarzt war darüber verwundert und fragte, ob er dies im Blut habe messen lassen. Habe es, dann messen lassen, der B12 Spiegel war viel zu hoch. Geholfen hatte dies auch nicht.
Da stellt sich mir die Frage, wenn sich Patienten alles mögliche selber verordnen und einnehmen, könnten da nicht ebensolche Effekte zeigen? Vielleicht wird man davon noch kränker. Wie werden diese Mittel hergestellt?
Es gibt chemisch hergestelltes Vitamin D3 und welches, daß in bestimmten Öl gelagert ist und eingenommen wird. Sind chemisch hergestellte Vitamine gesund? Sind sie nicht auch so schlimm, wie andere Medis? Künstlich hergestelltes Vitamin C ist schädlich.
Durch meine nun erkannte Histaminintoleranz, frage ich, ob es nicht besser wäre auszutesten, ob man eine Lactose-, Fructose- oder Histaminintoleranz hat, ehe man alles mögliche einnimmt?
Ein Beispiel da meine Leber nicht ganz in ordnung ist, bekam ich empfohlen, mal für einige Wochen im Jahr ein Mariendistelpräparat zu nehmen. Habe ich auch ganz brav gemacht.
Nun stellt sich heraus, daß die Mariendistelsamen ein Histamioliberator ist. Ist also kontraindiziert. Wenn sich Ärzte irren können, wissen wir dann immer, ob es uns gut tut, was wir gerade einnehmen?
Ich selber würde dafür plädieren, seine Nahrungsmittel so natürlich wie möglich zu lassen, wie Kollath schon sagte. Auf verarbeitet Produkte zu verzichten und nur frisch Zubereitetes zu essen. Natürlich müßte man auch darauf achten, woher die Nahrungsmittel kommen.
So habe ich uns jetzt auch ein Olivenöl bestellt, welches man mit dem Teelöffel zu sich nehmen kann, da kratzt nichts im Hals, und ich vertrage es, ohne mich noch lange mit ihm zu unterhalten.
Ich habe dafür Verständnis, wenn es einem schlecht geht und die Ärzte einem nicht für voll nehmen, daß man selber auf die Suche geht, genau wie ich. Aber sehr viel Geld in Blutuntersuchungen zu stecken und sich alles mögliche einzuwerfen, kann doch auch nicht das Wahre sein.

AW: Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

Therakk ist offline
Beiträge: 1.692
Seit: 07.08.10
Hallo Tussy,

das ist eine gute Frage, denn es gibt ja Menschen die gar nichts essen (Lichtnahrung) und dennoch allen bekommen.
Aber für uns normalsterblichen denke ich dass es sehr schwer ist alles zu bekommen was man so braucht. Das Problem ist dass es in Tomaten die unter Folie und Nährsupstrat einfach nicht gleich viel Vitalstoffe hat wie in Tomaten die in Erde nachhaltig wachsen.....genau wie alles Gemüse, Früchte etc.
Hinzu kommt dass wir alle durch die Umwelt ständig am Entgiften sind....was Unmengen an Vitalstoffen verbraucht.

Ich nehme Narungsergänzung und fühle mich einfach besser, weniger müde und hab mehr Energie seit damals.
Und wer mich vor 2 Jahren gelesen hart weiss dass ich damals noch dagegen war, aber die Erfahrungen haben was anderes gezeigt.

Viele Grüsse
Therakk
__________________
Wir leben in der Annahme, dass wir denken, wobei es genauso möglich ist, dass wir gedacht werden

AW: Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?
Tussy
Themenstarter
Danke für die Antwort.
Das dem Gemüse bestimmte Stoffe fehlen, kann ich mir gut vorstellen.
Wir hatten lange einen Garten, so köstliches Gemüse wie wir dort hatten, habe ich bisher nie wieder gefunden, auch wenn es Bio sein soll. Die Tomaten haben auch von dort nicht geschmeckt.
Wir schauen auch, daß wir gute Lebensmittel bekommen.
Mein Mann hat Altersdiabetes. Daher verwende ich jetzt Kokosnussblütenzucker. Schmeckt köstlich und enthält viele Mineralstoffe.
Ich denke eben, daß wir versuchen sollten alle Stoffe im natürlichen Verbund zu essen und nicht getrennt.
Eine zeitlang habe ich auch Vitami D3 genommen und es hat mir gut getan.
Nur, wenn ich u.a. auch hier lese, habe ich das Gefühl, manche leben davon. Daher ist dies auch ein wichtiger Markt geworden und es werden einem immer mehr Sachen eingeredet von der Werbung und keiner nimmt es mehr wahr.

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

KarlG ist offline
Beiträge: 2.385
Seit: 22.01.11
Moin,

Zitat von Tussy Beitrag anzeigen
Nur, wenn ich u.a. auch hier lese, habe ich das Gefühl, manche leben davon. Daher ist dies auch ein wichtiger Markt geworden und es werden einem immer mehr Sachen eingeredet von der Werbung und keiner nimmt es mehr wahr.
zuallererst sollte man sich davor hüten, selbst der Propaganda auf den Leim zu gehen. Ich habe das vor ein paar Jahren mal recherchiert und anhand der gefundenen Zahlen lag das Umsatzvolumen der Allopathika (körperfremde, meist giftige Substanzen) um den Faktor 40 über dem der Nahrungsergänzungsmittel in D.

Wohlgemerkt: Umsatz, nicht Gewinn.

Die Gewinnspannen bei "Medikamenten" liegen nicht selten bei mehreren Hundert Prozent, während NEM eher "bescheidene" Margen erzielen. Also "großes Geschäft" ist schonmal nicht. Dazu kommt, dass (bis auf Reinsubstanzen) alles in D "verkehrsfähige" meist überteuert und unterdosiert ist. Also keine Wirkung, hohe Preise und jede Menge nutzlose (und auch giftige ) Inhaltsstoffe. Insofern wundert nicht, dass es viele "Zweifler" gibt.

Ohne ein Minimum an eigener Kompetenz (also Wissen um die Zusammenhänge) geht es auch hier nicht. Dazu gehört auch ein gesundes Maß an Zweifel gegenüber eingefleischten Schulmedizinern - grade, wenn die irgendwas Messen und keine Ahnung haben, was das aussagt. Daraus aber wieder Schlüsse ziehen. (sic!)

Mein Hausarzt war darüber verwundert und fragte, ob er dies im Blut habe messen lassen. Habe es, dann messen lassen, der B12 Spiegel war viel zu hoch.
Tja - wenn man keine Ahnung hat...
"Gemessen" wird meist Serum-B12 und dieser Wert sagt schlicht gar nix aus; ausser, er ist sehr niedrig. Man kann also "stark überhöhte" Werte haben und trotzdem einen massiven Mangel. Auch den "Referenzwerten" sollte man nicht unbedingt trauen, denn das ist der Durchschnitt der (kranken) Bevölkerung und sagt schlicht gar nix über (für den Stoffwechsel) optimale Werte aus. Ob die Werte überhaupt irgendwas aussagen, ist dann noch ein anderes Thema.

Einen starken B12-Mangel kriegt man übrigens nicht mit ein paar oralen Einnahmen "weg". Da muss man schon tlw. über Monate ordentliche Dosen spritzen.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Leute glauben, Vitamine und Mineralstoffe wären "fakultativ" - also "ganz nett". Fakt ist, dass der Körper die zum funktionieren braucht und wenn nur eine einzige Substanz fehlt, funktionieren viele Stoffwechselprozesse nicht mehr und die hängen wieder mit anderen Prozessen zusammen, die dann auch steckenbleiben. Im Ergebnis betreibt der Körper Mangelverwaltung (also Minimalfunktion) und wesentliche Arbeiten (Regeneration) bleiben unerledigt - mitunter über viele Jahre. Ist eigentlich logisch, dass die daraus entstandenen Schäden nicht mit mal eben ein paar unterdosierten Pillen zu beheben sind - der Körper muss ja die Reparaturen ausführen und dazu braucht er sog. "therapeutische Dosen" und viel Zeit.

Deutschland ist Selenmangelland, Magnesiummangelland - ungefähr 80% der Bevölkerung hat einen Vitamin D-Mangel und über 60% erreichen selbst die albernen Vitamin-C-Dosen, die die DGE uns zubilligt, nicht.

Kann nun jeder seine Schlüsse draus ziehen, wer hier wen verascht
....oder auch nicht...

Gruss
Karl

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?
Clematis
Zitat von Tussy Beitrag anzeigen
Aber sehr viel Geld in Blutuntersuchungen zu stecken und sich alles mögliche einzuwerfen, kann doch auch nicht das Wahre sein.
Hallo Tussy,

KarlG hat bereits sehr umfassend geantwortet...

Hier noch zwei Links, die seine Aussagen mit weiteren Details untermauern:

http://www.symptome.ch/vbboard/nahru...schiedene.html

http://www.symptome.ch/vbboard/nahru...-erhoehen.html

Zu berücksichtigen ist, daß die Angaben in den Threads nur ein Auszug sind. Detaillierte Informationen findet man auch in Büchern zur Orthomolekularmedizin. Das Linus Pauling Institut ist so ziemlich die beste freie Quelle - leider aber nur in englisch verfügbar.

Die richtige Kombination ist ebenso wichtig wie die Dosierung. Die Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung raucht man besser in der Pfeife. Die gehen von überhöhten Inhalten in der Nahrung aus, zusätzlich gehen sie von einem viel zu geringen Tagesbedarf aus und dann hat die Pharma bei der EMEA durchgesetzt, daß vernünftige Dosierungen rezeptpflichtig wurden, weil sie angeblich zu hoch sind. Wenn nämlich alle von allen Stoffen genug konsumieren könnten, gäbe es weit weniger Kranke und das gefällt der Pharma schon gar nicht.

Gruß,
Clematis

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

damdam ist offline
Beiträge: 1.853
Seit: 02.10.10
Hallo Karl,
anhand der gefundenen Zahlen lag das Umsatzvolumen der Allopathika (körperfremde, meist giftige Substanzen) um den Faktor 40 über dem der Nahrungsergänzungsmittel in D.
Wohlgemerkt: Umsatz, nicht Gewinn.
Sowas in der Art hab ich mir schon immer gedacht, aber gut zu wissen, dass das wirklich so ist. Wenn jemand fragt, kann man gleich viel besser argumentieren.

"Gemessen" wird meist Serum-B12 und dieser Wert sagt schlicht gar nix aus; ausser, er ist sehr niedrig. Man kann also "stark überhöhte" Werte haben und trotzdem einen massiven Mangel.
Dass es so ist, weiß ich, aber ich frag mich das, insbesondere auch für Mineralstoffe, schon lange: Wie kann man denn im Serum zuviel haben und in den Zellen zu wenig? Müssten dann nicht die Stoffe aus dem Serum in die Zellen aufgenommen werden und dann dort niedrigere Werte vorliegen? Und v.a. woran liegt es, wenn es nicht so ist?
Denn macht man durch NEM-Zufuhr nichts anderes, als erstmal den Serumwert zu erhöhen?

Es ist gut, Dein Posting zu NEM-Zufuhr zu lesen, wieder erinnert zu werden. Das hilft einem, bei der Stange zu bleiben.

Viele Grüße

AW: Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?
Tussy
Themenstarter
Karl,
"ob die Werte überhaupt was aussagen" ist interessant. Warum lassen sich dann so viele irgendetwas messen? Wozu gibt es das? Wer und wie legt man fest, was und wieviel ich an Nahrungsergänzungsmittel einnehmen muß?
Clematis hat einen Link zu einer Liste eigestellt. Kann zwar kein englisch sehe aber was gemeint ist. Dieser Meinug bin ich jedenfalls, daß wir die Stoffe im natürlichen Verband mit unserer Nahrung zu uns nehmen sollten. Dann werden sie auch optimal verarbeitet.
Ascorbinsäure als Vitamin C einzunehemen, ist ungesund, wird künstlich hergestellt. Dann schon lieber Acerolapulver.
Warum Fischölkapseln nehmen, warum keinen Fisch essen. Wenn ich Omega 3 ud 6 brauche, warum nicht ein hochwertiges Leinöl verwenden? Die alte Olivensorten haben viele Polyphenole und Vitamine z.B. E
Karl, wie kann man ganz sicher feststellen, was einem an Mineralstoffen fehlt, denn nur dann kann man sicher etwas tun.
Bei vielem, was ich hier gelesen habe, lese ich davon, welches Nahrungsergänzungsmittel eingenomme wird und wurde und nicht geholfe hat, dann wird was anderes genommen. Manchmal hilt es aber auch.
So gesehen, ist es eine Ausprobiererei, genau wie in der Schulmedizin.
Nahrungsergänzugsmittel sind Mode geworden und es kommt aus Amerika.

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

schulz frank ist offline
Beiträge: 348
Seit: 07.12.14
Zitat von Tussy Beitrag anzeigen

Bei vielem, was ich hier gelesen habe, lese ich davon, welches Nahrungsergänzungsmittel eingenomme wird und wurde und nicht geholfe hat, dann wird was anderes genommen.
KarlG schreibt :
Ohne ein Minimum an eigener Kompetenz (also Wissen um die Zusammenhänge) geht es auch hier nicht.
Das könnte ein Grund sein !

Gruß !

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?

KarlG ist offline
Beiträge: 2.385
Seit: 22.01.11
Zitat von damdam Beitrag anzeigen
...aber ich frag mich das, insbesondere auch für Mineralstoffe, schon lange: Wie kann man denn im Serum zuviel haben und in den Zellen zu wenig?
Für einige Substanzen ist der Serumwert ja recht aussagekräftig, für andere gar nicht.

Primär muss man erstmal fragen: was ist "zu viel"? Und: Wieviel ist das eigentlich im Verhältnis zur Gesamtmenge? Beim B12 trägt der Körper (im Normalzustand) ungefähr 2-4mg mit sich rum; der Großteil davon in der Leber gespeichert. Umlaufend nur Minimengen ("Normal" um 600-900 pg pro Liter): Ob sich das nun auf den Liter Blut oder Serum bezieht, weiss ich auch grade nicht. Aber mal auf 5l Blut hochgerechnet, wären das maximal 4,5 ng gegenüber max. 4 000 000 ng Speichermenge.

D.h.: Das "umlaufende" B12 ist ca. 1 Millionstel der Gesamtmenge - nämlich normalerweise soviel, wie Ernährung und Speicherentnahme zusammen ins Blut schicken um die Körperzellen zu versorgen. Dass man damit keinen B12-Status bestimmen kann, sollte Jedem einleuchten. Zudem ist nur ein Teil des umlaufenden B12 überhaupt für den Stoffwechsel nutzbar. Nutzbar ist nur ein kleiner Teil, der an Transcobalamin II-Transporter gebunden ist.

D.h.: Wir sprechen über winzige Mengen auch im Verhältnis zur normalen Zufuhr (lt. DGE ca. 3µg/d) - also ca. das Tausendfache und jede ungewöhnlich hohe Zufuhr (bspw. eine Mahlzeit mit Leber, oder eine 1mg-Lutschtablette) läßt den Serum-B12 über Tage oder gar Wochen durch die Decke gehen. Wenn es eine Verwertungs-/Umwandlungsstörung gibt, auch(!)

Gruss
Karl

Müssen Nahrungsergänzungsmittel sein?
Clematis
Zitat von Tussy Beitrag anzeigen
Clematis hat einen Link zu einer Liste eigestellt. Kann zwar kein englisch sehe aber was gemeint ist. Dieser Meinug bin ich jedenfalls, daß wir die Stoffe im natürlichen Verband mit unserer Nahrung zu uns nehmen sollten. Dann werden sie auch optimal verarbeitet.
Hallo Tussy,

die Liste der Vitamine wurde dort auch in deutsch eingestellt.
Herausfinden, was einem fehlt - Du hast sicher eine Diagnose zu einer Krankheit. Überlege, welche Symptome dadurch entstehen. Dann geh auf Seiten, die genau beschreiben was die Vitamine im Körper tun. Ackere erst mal die Vitamine ab, es sind nicht so viele wie Mineralien und Spurenelemente.

Dann prüfe welche Deiner Symptome von Vitaminen -je nach Körperfunktion- behoben werden können. Schreib Dir das auf. Daraus kann sich die Vermutung ergeben, welche Vitamine Dir fehlen - dann frage hier noch mal und schreibe, was genau Du glaubst um Dich zu vergewissern, daß Du richtig liegst. Danach kann man über Dosierungen reden...

Bei den Links für Mineralien werden teilweise auch Informationen über Vitamine gegeben, die solltest Du dann auch ansehen.

Ja, es bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dich erstmal gründlich zu informieren und zu lernen. Dann klappt es aber auch.

Gruß,
Clematis


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