Das Forum für Gesundheit
Erfahrungs- und Wissensaustausch von Interessierten und Betroffenen.
Kein Ersatz für professionelle ärztliche Beratung oder Behandlung.
Morgenwind! Wenn du vorüber
wandelst an dem Land des Freundes,
O so bringe Ambradüfte
von dem Lockenband des Freundes!
Ja, bei meiner Seele schwör ich's:
Meine opfre ich zum Danke,
Wenn du freundlich eine Nachricht
bringest von der Hand des Freundes.
Ist dir aber nicht gestattet,
einem solchen Herrn zu nahen,
O dann bring als Augenschminke
Staub von Tür und Wand des Freundes!
Nie durft' ich, der Bettler, hoffen,
mich mit ihm vereint zu schauen,
Außer wenn vor mir im Schlafe
hold das Traumbild stand des Freundes.
Einem Fichtenapfel gleichet
dies mein Herz, und bebt gleich Weiden,
Weil ich sehnend mich zum hohen
Fichtenwuchs gewandt des Freundes.
Wenn der Freund um mich Verliebten
selbst den kleinsten Preis nicht böte,
Wär' mir doch, selbst nicht um Welten,
feil ein Härchenrand des Freundes.
Frommt's ihm wohl, wenn aus des Grames
Banden sich mein Herz befreiet?
Bleibt ja doch Hafis als Sklave
und als Knecht bekannt des Freundes.
Der dritte Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns in Schiras verlor seinen Vater schon in früher Kindheit; in der Folge geriet die Familie schnell in Armut. Als Jüngling verdiente er sein Brot u.a. bei einem Teigmacher, während er gleichzeitig von einem Tuchhändler zum Dichten angeregt wurde. Schon in jungen Jahren befaßte er sich intensiv mit persischer und arabischer Poesie, mit Theologie und Koranexegese. Den Koran hat er in- und auswendig gekannt, wie sein Dichtername »Hafis«, »der (den Koran im Gedächtnis) Bewahrende« bezeugt. Eine Zeitlang war er vermutlich Professor an einer Medrese, einer islamischen Hochschule. Vielleicht gehörte er auch zeitweilig einem mystischen Orden an, der mit einem weiteren Schiraser Orden in ständigem Streit lag, was die häufigen Angriffe auf die heuchlerischen »Sufis« (Mystiker) erklären würde. Trotz der in manchen seiner Ghaselen ausgedrückten homoerotischen Haltung scheint er verheiratet gewesen zu sein. Abgesehen von einer nicht sicher nachweisbaren Reise in die Stadt Jasd lebte er immer in seiner Heimatstadt.
Noch heute gilt Hafis als der größte Lyriker der persischen Sprache. Durch die 1812/13 erschienene Übersetzung Der Diwan von Mohammed Schemsed-din Hafis von Joseph von Hammer-Purgstall wurde Goethe zu seinem West-östlichen Diwan inspiriert; weitere Übersetzungen unternahmen August von Platen und Friedrich Rückert.
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
Jetzt, da die Rose aus dem Nichts
ins Dasein tritt, zum Schmuck der Auen,
In Demut kaum das Veilchen wagt
zur Herrlichen emporzuschauen –
Sollst Du am Morgenwein Dich freun
bei Paukenschall und Harfenklange,
Bei Flötenhauch und Feuerkuß
an junger Schönheit Dich erbauen.
Genieß des Lebens Rosenzeit
bei Spiel und Sang, im Glück der Liebe.
Nicht über eine Woche Frist
kannst Du der Herrlichen vertrauen!
Von Blumen glänzt die Erde nun,
gleichwie der Himmel glänzt von Sternen,
Drum kann ich gute Zeiten nur
auf Erden wie am Himmel schauen.
Laßt uns im Land den Feuerdienst
erneu'n des alten Zoroaster,
jetzt, da das Feuer Nimrods selbst
aus Tulpen schlägt in allen Gauen.
Trink Wein, kredenzt von schöner Hand,
der neu belebt wie Jesu Odem,
Denk nicht an Ad und an Thamud,
die Gott verstieß in ewiges Grauen.
Durch Lilienglanz und Rosenglut
ward nun die Welt zum Paradiese,
Doch über solcher Herrlichkeit
nie lange will der Himmel blauen.
Die Rose reitet auf dem Wind
wie weiland Salomo, der König,
Und – gleichwie David – Psalmen singt
die Nachtigall, voll Gottvertrauen.
Leer den Pokal auf Mahmuds Wohl,
des wahren Glaubens starke Säule,
Den neuen Assaf Salomos –
nie zucke Gram um seine Brauen.
Nichts, Hafis, mangelt deinem Glück
in seiner Gnade Schirm und Schatten,
Drum bitte Gott, du mögest nie
ein Ende seiner Herrschaft schauen.
Bringt Wein her! Hafis, hoff auf Den,
der stets Erbarmen dir erwiesen,
Und voll Erbarmen immerdar
wird Segen auf dich niederschauen.
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
Eichrodt, Ludwig (1827-1898)
Schriftsteller, Erfinder des "Biedermeier"
Stadt Karlsruhe: Ludwig Eichrodt
Litlinks: Ludwig Eichrodt
Gedruckte Werke des Autors Ludwig Eichrodt in der Badischen Landesbibliothek
Ludwig Eichrodt prägte zusammen mit seinem Studienfreund Adolf Kußmaul durch die parodierenden "Gedichte des Weiland Gottlieb Biedermaier" den Begriff für die Zeit zwischen dem Beginn der Restauration 1818 und der Revolution 1848/49.
Am 2. Februar 1827 wurde der Schriftsteller und Jurist in Durlach geboren. Nach dem Besuch des Karlsruher Lyzeums verbrachte er die Studienzeit in Heidelberg und Freiburg. Im badischen Justizdienst war er in Bühl und Lahr tätig. Sein Grab befindet sich auf dem alten Friedhof in Lahr
Beim Gewitter.
1.
Es donnert. Gott! Wie schrecklich ist
Des Himmels Wetternacht.
Es blitzt und donnert, guter Christ,
So hör’ doch, wie es kracht!
Gott reinigt seine Luft für uns,
Drum fürchtet euch und dankt
Dem weisen Schöpfer, ob er uns
Auch tüchtig heute zankt.
2.
Ein Wetter steht grad’ über der Erd’,
Wenn’s nur in’s Württembergische führt!
Denn tut es bei uns sich entladen,
So haben wir Hagelschaden.
Als Beispiel hat man es schon erlebt,
Dass ein Gewitter vorüber schwebt,
Der gütige Fürst von Baden
Tut sonst sich weh, in Gnaden.
Doch wenn auch Hagel sich her bewegt,
Wenn’s nur nicht in die Kirch’ einschlägt,
Mitreißend auf schrecklichen Pfaden
Des Pfarrers arme Waden.
Wie’s neulich geschehen in Grimmelsbach,
Wo auch der Herr Amtmann Ungemach
Erlitt auf der Retiraden,
Indem er war eingeladen. http://www.georgeovermeire.nl/giorgi.../bied1004.html
Hinweis:
Moderatoren sorgen für die Rahmenorganisation im Board. Beteiligen sie sich inhaltlich,
sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.
Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Occident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seiner Hände!
*
Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sei von seinen hundert Namen
Dieser hochgelobet! Amen.
Mich verwirren will das Irren,
Doch du weißt mich zu entwirren.
Wenn ich handle, wenn ich dichte,
Gib du meinem Weg die Richte!
Ob ich Ird'sches denk' und sinne,
Das gereicht zu höherem Gewinne.
Mit dem Staube nicht der Geist zerstoben,
Dringet, in sich selbst gedrängt, nach oben.
*
Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehn, sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich preßt,
Und dank ihm, wenn er dich wieder entläßt!
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
Das da hätt' einmal fast die Welt regiert,
Die Völker wurden seiner Herr.
Jedoch ich wollte,
daß ihr nicht schon triumphiert:
Der Schoß ist fruchtbar noch,
aus dem das kroch .
Woher kommt eigentlich dieser Spruch?
Uta
Hinweis:
Moderatoren sorgen für die Rahmenorganisation im Board. Beteiligen sie sich inhaltlich,
sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.