Sommer

14.06.06 19:23 #1

Hier finden Deine Gedanken zum Leben ihren Platz
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Leòn ist offline
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Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

ich sage es dir! Ich dachte ja auch immer, die würde der hier bringen:

www.gifart.de/gif234/voegel/00009727.gif

Schön, dazuzulernen

Herzliche Grüße von Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)


Oregano ist offline
Beiträge: 53.220
Seit: 10.01.04
Der Almdudler
Der AlmdudIer ist ein Getränk
Das einen jodeln macht
Vergißt darüber das Gezänk
weil man nur immer lacht.
http://www.nowscape.com/renata/spaetlese.htm

Renata Illig ist für mich eine Neuentdeckung, und ich finde bei den vielen Gedichten auf dieser Seite einige, die mir sehr gut gefallen.

Renata Illig, geboren in Graz, Österreich, als Tochter eines dortigen Rechtsanwalts, lebte von 1910 bis 1999 auf drei Kontinenten, zuletzt in den USA.

Sie und ihre Schwester verlebten in ihrer Geburtststadt eine sorgenfreie Jugend. Aber nach dem vorzeitigen Tod ihres Vaters war sie zum Erwerb ihres Lebensunterhalts gezwungen. Sie versuchte ihr Glück in Paris. Dort erlebte sie soziale Gegensätze mit vollem Bewußtsein. Im zweiten Weltkrieg war sie wieder in ihrer Heimatstadt, wo sie Dr. Karl Illig heiratete.

Nach dem zweiten Weltkrieg folgte sie ihrem Mann bereitwillig mit ihren drei Kindern nach Äthiopien, wo ihr Gelegenheit gegeben war ihren Gesichtskreis zu erweitern, insbesondere weil die Stellung ihres Mannes als Augenarzt am Haile Selassie Hospital, ihr neue Einblicke in die menschliche Natur ermöglichte.

In Ihrem letzten Lebensjahrzehnt, nach einem bewegten Leben, entdeckte sie ihre Neigungen und Fähigkeiten zur Dichtkunst.
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Oregano ist offline
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Foren, Schulen des Lebens !
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Leòn ist offline
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Hallo, Uta -

ja, mir sagt zwar "Karl Illig" irgendetwas, aber von der Dichterin habe ich noch nie etwas gehört. Es gefällt mir gut, was ich bisher gelesen habe. Schlicht und klar.


Die Bergeshöhe


Man steht auf Bergeshöhe
Verfolgt den Wolkengang
Wähnt sich in seiner Nähe
Die man nicht messen kann.

Die Wolkenschwaden decken
Die Bergesspitzen ab
Der Nebel muß sich strecken
Und senkt sich tief herab.


Meeresblick

Das Segel bläht im Winde sich
Die Möv’ fliegt drüber hin
Und mit dem Wind ich neige mich
Und weiß noch nicht wohin.


Die klassische Musik

Die klassische Musik ist mir
Ein Traum der immer währt
Sie führt mich immer mehr zu Dir
Sagt mir, ich bin begehrt.

Wenn sie verstummt, bin ich verstört
Und find’ mich nicht zurecht
Als hätte ich sie nie gehört
Und nichts wär’ wahr und echt.
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Malve ist offline
Moderatorin
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Seit: 26.04.04
... Südstaatlerinnen *gg*...

Schöne Grüsse an die Nordlichter !

Heidelberg

Lange lieb ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
Mutter nennen und dir schenken ein kunstlos Lied,
Du, der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, so viel ich sah.

Wie der Vogel des Waldes über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brücke,
Die von Wagen und Menschen tönt.

Wie von Göttern gesandt, fesselt' ein Zauber einst
Auf die Brücke mich an, da ich vorüber ging
Und herein in die Berge
Mir die reizende Ferne schien

Und der Jüngling, der Strom, fort in die Ebne zog,
Traurigfroh, wie das Herz, wenn es, sich selbst zu schön,
Liebend unterzugehen,
In die Fluten der Zeit sich wirft.

Quellen hattest du ihm, hattest dem Flüchtigen
Kühle Schatten geschenkt, und die Gestade sahn
All' ihm nach, und es bebte
Aus den Wellen ihr lieblich Bild.

Aber schwer in das Tal hing die gigantische,
Schicksalskundige Burg nieder bis auf den Grund,
Von den Wettern zerrissen;
Doch die ewige Sonne goß

Ihr verjüngendes Licht über das alternde
Riesenbild, und umher grünte lebendiger
Efeu; freundliche Wälder
Rauschten über die Burg herab.

Sträuche blühten herab, bis wo im heitern Tal,
an den Hügel gelehnt oder dem Ufer hold,
Deine fröhlichen Gassen
Unter duftenden Gärten ruhn.

Friedrich Hölderlin

www.meinestadt.de/x/images.php/id=8314

Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren,
In einer lauen Sommernacht.
Ich war verliebt bis über beide Ohren
Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht.
Und als wir Abschied nahmen vor den Toren
Beim letzten Kuß, da hab ich's klar erkannt:
Daß ich mein Herz in Heidelberg verloren.
Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.


Friedrich Vesely alias Fred Reymond

www.meinestadt.de/x/images.php/id=24479

Hinweis: Moderatoren sorgen für die Rahmenorganisation im Board. Beteiligen sie sich inhaltlich, sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.


Oregano ist offline
Beiträge: 53.220
Seit: 10.01.04
Hier geht es um eine andere Stadt:
www.npr.org/programs/morning/features/patc/newyorknewyork/index.html
(.... .singt)

Text:
New york, new york

Start spreading the news, Im leaving today
I want to be a part of it - new york, new york
These vagabond shoes, are longing to stray
Right through the very heart of it - new york, new york

I wanna wake up in a city, that doesnt sleep
And find Im king of the hill - top of the heap

These little town blues, are melting away
Ill make a brand new start of it - in old new york
If I can make it there, Ill make it anywhere
Its up to you - new york, new york

New york, new york
I want to wake up in a city, that never sleeps
And find Im a number one top of the list, king of the hill
A number one

These little town blues, are melting away
Im gonna make a brand new start of it - in old new york
And if I can make it there, Im gonna make it anywhere

It up to you - new york new york
new york

images.google.de/images?q=tbn:UgIVTN_sBGCfwM:www.nordfly.com
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Do what you love, love what you do, and the world will come to you.


Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Hallo Uma,

es grüßt das Nordlicht!

Na, dann wollen wir doch gleich den ganzen flotten Song hier lesen, oder?

Herzliche Grüße von
Leòn

Melodie - Melodie - Friedrich Vesely alias Fred Raymond, 1925 (1900-1954), auch in seinem musikalisches Bühnenstück, das zuerst 1927 in der Wiener Volksoper aufgeführt wurde.

Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren

Beda und Ernst Neubach
Es war an einem Abend,
Als ich kaum 20 Jahr'.
Da küßt' ich rote Lippen
Und gold'nes, blondes Haar.
Die Nacht war blau und selig,
Der Neckar silberklar,
Da wußte ich, da wußte ich,
Woran, woran ich war:

Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren,
In einer lauen Sommernacht.
Ich war verliebt bis über beide Ohren
Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht.
Und als wir Abschied nahmen vor den Toren
Beim letzten Kuß, da hab ich's klar erkannt:
Daß ich mein Herz in Heidelberg verloren.
Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.

2. Und wieder blüht wie damals
Am Neckarstrand der Wein,
Die Jahre sind vergangen,
Und ich bin ganz allein.
Und fragt ihr den Gesellen,
Warum er keine nahm,
Dann sag ich euch, dann sag ich euch,
Ihr Freunde, wie es kam.
Ich hab' mein Herz . . . . .

3. Was ist aus dir geworden,
Seitdem ich dich verließ,
Alt-Heidelberg, du Feine,
Du deutsches Paradies?
Ich bin von dir gezogen,
Ließ Leichtsinn, Wein und Glück,
Und sehne mich, und sehne mich
Mein Leben lang zurück.
Ich hab' mein Herz . . . . . .


Und jetzt noch eine Übersetzung, für die liebe Anne



It was a summer evening,
Just twenty I had seen,
When I kissed ruby lips and
Hair of golden sheen.
The night was blue and blissful,
The Neckar flowed pristine,
It was then I knew, it was then I knew,
What all to me did mean..

I lost my heart in Heidelberg for all time,
On a balmy summer night.
In love head over heels, oh were she all mine,
And like a rose, her laughing mouth my light.
As by the gates she said: "Good-bye my lover,"
That last sweet kiss, it did confirm once more,
I'd lost my heart in Heidelberg forever.
My heart still beats on Neckar's shore.

And once again the vines bloom,
As then, on Neckar's shore,
The years have passed so slowly,
And I'm alone once more.
And if you ask this fellow,
Why he took none to wed,
Then I will tell, then I will tell,
My Friends, what to this led:
I lost my heart . . . .

Whatever happended to you,
Since you and I did part,
Oh Heidelberg of legend,
Oh city of my heart?
I went away and left you,
Left luck and happy days.
I long to be, I long to be,
Back in your arms always
I lost my heart . . . .
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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Ach ja, unser Frankie wieder!

Und nun unser blonder Hans!

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins

Silbern klingt und springt die Heuer, heut speel ick dat feine Oos.
Heute ist mir nichts zu teuer, morgen geht die Reise los.

Langsam bummel ich ganz alleine die Reeperbahn nach der Freiheit rauf.
Treff ich eine recht blonde, recht feine, die gabel ich mir auf.

Komm doch, liebe Kleine, sei die Meine, sag nicht nein!
Du sollst bis morgen früh um neune meine kleine Liebste sein.
Ist dir's recht, na dann bleib ich dir treu sogar bis um zehn.
Hak' mich unter, wir woll'n jetzt zusammen mal bummeln gehn.

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob du'n Mädel hast oder hast keins,
amüsierst du dich, denn das findet sich auf der Reeperbahn nachts um halb eins.

Wer noch niemals in lustiger Nacht solchen Reeperbahnbummel gemacht,
ist ein armer Wicht, denn er kennt dich nicht, mein Sankt Pauli, Sankt Pauli bei Nacht.

Kehr ich heim im nächsten Jahre, braun gebrannt wie'n Hottentott,
hast du deine blonden Haare schwarz gefärbt, vielleicht auch rot.

Grüßt dich dann mal ein fremder Jung', und du gehst vorüber und kennst ihn nicht,
kommt dir vielleicht die Erinnerung wieder, wenn leis' er zu dir spricht:

Komm doch, liebe Kleine, sei die meine, sag nicht nein!
Du sollst bis morgen früh um neune meine kleine Liebste sein.
Ist dir's recht, na dann bleib ich dir treu sogar bis um zehn.
Hak' mich unter, wir woll'n jetzt zusammen mal bummeln gehn.

Auf der Reeperbahn nachts um halb eins...
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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06


Dein Garten wollt ich sein zuerst...
Gedicht von Rainer Maria Rilke

Dein Garten wollt ich sein zuerst
und Ranken haben und Rabatten
und deine Schönheit überschatten,
damit du mit dem muttermatten
Lächeln gern mir wiederkehrst.

Da aber - als du kamst und gingst,
ist etwas mit dir eingetreten:
da ruft mich zu den roten Beeten,
wenn du mir aus den weißen winkst.


http://www.frost-burgwedel.de/load_s...w_9/index.html

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.070
Seit: 19.03.06
Der Apfelgarten

Gedicht von Rainer Maria Rilke


Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,

um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun

unter Bäume wie von Dürer, die
das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen,
dienend, voll Geduld, versuchend, wie

das, was alle Maße übersteigt,
noch zu heben ist und hinzugeben,
wenn man willig, durch ein langes Leben
nur das Eine will und wächst und schweigt.
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