Herbst-Gedichte

02.11.05 17:47 #1

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Herbst-Gedichte

Cyntia ist offline
Beiträge: 2
Seit: 02.11.10
Der Himmel ist umgezogen

Der Himmel ist umgezogen
Die Winde rauschen traurig
Der Herbst kommt angeflogen
Die Tage gehen schneller.

Blätter rascheln unter Kindertritten
Der Hut des Nachbarn fliegt davon
Wir gehen schnellen Schrittes
Die Zeit eilt uns davon.

Gedicht von Monika Minder

http://www.gedichte-zitate.com/herbstgedichte.html

Symptome deuten und bearbeiten ist besser als sie bekämpfen. Jedes Symptom will dir etwas sagen.
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Herbst-Gedichte

Resonator ist offline
Beiträge: 338
Seit: 31.01.10
Farbenflut allmählich sich selbst verbleichend,
traurig, ...langsam nur noch den Schatten gleichend.
Doch ein letztes mal in prächtgem Gewand,
gibt Er uns aus lauer Hand,
seinen Früchtereichtum dar,
sagt damit; "das Jahr, ...es geht zu Neigen"
so wird es uns nun doch gewahr,
es endet bald der Jahreszeitenreigen!

Gruß Andreas

Geändert von Resonator (03.11.10 um 13:37 Uhr)

Herbst-Gedichte

Abigail ist offline
Beiträge: 145
Seit: 10.10.10
... so viele wunderbare Herbstgedichte... einen ganzen Novembernachmittag und Abend habe ich damit verschwelgt.

Zum Dank:

Altweibersommer

Die Weiber packen ihre Sommersachen
Noch einmal aus.
Auf der Bank vor dem Haus
und am Rand der Allee
Sieht man sie sitzen und stricken und lachen.

Nun tut die Sonne nimmer weh.
Eine sagt vor sich hin: ich seh
Silberne Fäden inmitten des Blaus –

- Während die Buben die Schnur an dem Drachen
Immer länger und länger machen.

Albrecht Goes

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Drachenlied

Fliege, fliege, kleiner Drache
Steig mit Eifer in die Lüfte
Schwing dich, kleine blaue Sache
Über unsre Häusergrüfte !

Wenn wir an der Schnur dich halten
Wirst du in den Lüften bleiben
Knecht der sieben Windsgewalten
Zwingst du sie dich hochzutreiben.

Wir selbst liegen dir zu Füßen !
Fliege, fliege, kleiner Ahne
Unsrer großen Äroplane
Blick dich um, sie zu begrüßen !

Berthold Brecht

Geändert von Abigail (29.11.11 um 22:27 Uhr)

Herbst-Gedichte

Abigail ist offline
Beiträge: 145
Seit: 10.10.10
... und noch ein paar Herbstgedichte:

August

Im Grund ist's kühl
und manchmal
steigen morgends erste Nebel
eh Sonne wärmt
der frühen Brombeern Pracht.

Bald mischt sich dann
verstohlen
hie und da
hienein in's sommersatte Grün
ein Tupfen Gelb
und heimlich
sinkt ein Blatt.

Ute Vollmöller

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Herbst

Manchmal
im Herbst
trennt das Licht
Hell und Dunkel
ohne Übergang.

Konturen
sind klar
wie sonst nie,
als wäre die Welt
ohne Frage.

Ute Vollmöller

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Herbstabend

Der Tag geht rasch,
die Sonne zieht den kleinen Kreis
mit Eile,
nur eine Weile
liegt der See im Dämmerlicht
dann fällt die Nacht.

Wie Blätter weht Wind
die Zeit mir aus den Händen,
die Bäume harren schwarz
dem neuen Tag.

Ute Vollmöller

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November

Dunstiger Abend
kalte Luft
heiße Schokolade
Novemberduft

feuchter Wald
Pfützen spiegeln Himmel
Dämmerung
Gitarrenklänge
Einsamkeit

und ein Buch im Café,
ein Tisch für mich allein,
Wärme kriecht herauf,
stille sein.

Ute Vollmöller

***********************

Frierend hängt der Mond
oben in kahlen Bäumen
und träumt vom Sommer.

Ute Vollmöller

Geändert von Abigail (29.11.11 um 22:25 Uhr)

Herbst-Gedichte

Abigail ist offline
Beiträge: 145
Seit: 10.10.10
...und auch diese Gedichte möchte ich euch nicht vorenthalten:

Still erhebt sich ein Licht

Regenwolken peischen über das Land,
gehetzt springen die Schatten über die Felder,
still erhebt sich ein Licht und legt sich wieder,
Farben leuchten auf und tragen einiges von einer Freude,
die leise aufbricht und sich
in die schweren Zeiten einschiebt.

Raphael Seitz

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Herbst

Wir sprangen durch's Kartoffelfeuer,
Es beizte Rauch die Augen wund,
Und unter moosigem Gemäuer
War bitterrot von Rauch mein Mund.

Wir rückten dicht ans duftend herbe
Milchblau gewundne Rauchgeäst.
Das nirgends faul ein Kraut verderbe,
Besorgte unser Feuerfest.

Es war noch lang im Heimwärtsfahren
und duftete bis tief in Nacht
Aus vielen warmen Kinderhaaren,
das Spiel und Wind verwirrt gemacht.

Hermann Lenz

Herbst-Gedichte

Resonator ist offline
Beiträge: 338
Seit: 31.01.10
Ins innere mag es mich nun wieder führen,
Der Abend, mit zunehmender Kühle die Stirn mir berührend.
die letzten Sonnenstrahlen, lassen nun den Verstand ein letztes mal erahnen,
wie des Tages verlöschend Licht mich führt zu andrer, fühlenden Sicht.
Die Tiefen der Seele in sich tragend, nicht nach Aussehen und Stand mich fragend, legt der Herbst mein eigenes Sein mir offen,
so steh Ich denn in der Kälte meines Seins mit der einzigen Wahrheit getroffen!

Gruß Andreas

Herbst-Gedichte
Nyota
Rainer Maria Rilke: Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Herbst-Gedichte
LieberTee
Zum Ende

Mit Frische und in allen Tönen
schattiert, hat sich das Jahr gesegnet,
jetzt in der Zeit zum Ende hin.
Wer will erwarten, diesen schönen
lichten Frühling? Ach, es regnet
noch bunte Blätter, wo ich bin.


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