D-Penicillamin Nebenwirkung

07.03.11 11:20 #1
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bandabassotti ist offline
Beiträge: 3
Seit: 07.03.11
Hallo,

auch wenn es ein wenig aussergewöhnlich ist, das ein Tier an MW erkrankt ist, bei uns trifft dies zu. Bei meinem Hund wurde 2008 nach einem etwas längeren Leidensweg MW diagnostiziert, Behandlung dann mit u.a. mit D-Penicilamin, also Metalcaptase, 300mg am Tag.
Bis zum Januar diesen Jahres, als sie plötzlich extreme Verhaltensveränderungen aufzeigte, die mich bei Menschen an psychatrische Krankheitsbilder erinnerten.
Nach vielen Untersuchungen und organischem Ausschlussverfahren,ist es nun so, das sie die Nebenwirkungen des Medikaments Metalcaptase hat.
Nachdem das Medikament letzten Monat abgesetzt wurde, verbesserte sich ihr Verhalten, es ist nun deutlich abgeschwächt und nicht mehr 24 Std. am Tag da.
Gibt es irgendwie Erfahrungsberichte bezüglich der Nebenwirkungen hier im Forum?

LG
Sandra

D-Penicilamin Nebenwirkung

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo Sandra,


ja, ich weiß, dass auch Hunde M. Wilson haben können. Der arme Hund!

Ich selbst nehme kein Penicillamin, aber ich weiß, dass es auch Nebenwirkungen haben soll.
Man gibt beim Menschen dann kein Penicillamin, wenn es sich um einen neurologischen M. Wilson handelt, weil es beim Penicillamin öfters zu einer Anfangsverschlechterung der neurologischen Symptomatik kommen soll.
Andererseits kann ein unbehandelter oder unzureichend behandelter MW neurologische und/oder psychiatrische Störungen auch machen.

Dass Penicillamin psychiatrische Störungen macht, ist meines Wissens als Nebenwirkung nicht bekannt.
Evtl. handelt es sich um die oben geschilderte Anfangsverschlechterung?
Oder ist die Dosis bei Deinem Hund gar zu niedrig? Das wird man sicher nach dem Gewicht des Hundes entscheiden müssen. Oder werden beim Hund auch Kontrollen von Kupfer und Coeruloplasmin im Blut zur Überwachung gemacht? Den Urin wird man ja beim Hund nicht kontrollieren können...

Falls die Dosis zu hoch sein sollte: Es gibt auch Penicillamin mit 150 mg.

Nebenwirkungen des Penicillamins findest Du hier unter "6.2" beschrieben:
www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-091_S1_Morbus_Wilson_10-2008_10-2013.pdf

Was vielleicht wichtig sein könnte, ist, dass man bei der Penicillin-Therapie einen Vitamin B6-Mangel bekommen kann (als Mensch - ob das beim Tier auch der Fall ist, vielleicht...).

Ich hoffe, dass Du die Ursache der Probleme Deines Hundes herausfindest und hoffe, dass es Deinem Hund bald wieder gut geht.

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

D-Penicilamin Nebenwirkung

bandabassotti ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 07.03.11
Hallo Margie,

danke für Deine Antwort.

Ich habe mich etwas ungeschickt ausgedrückt, was ihre Verhaltensauffälligkeiten betrafen. MICH erinnerte das ganze Verhalten an eine psychatrische Erkrankung, da ich das Verhalten des Hundes aufgrund seiner "Angst-Panikattacken", Zitterepisoden und div. anderen Dinge von Menschen so auch kenne.
Letztendlich besserten sich nach Absetzen von Metalcaptase sämtliche neurologischen Symptome, wobei die Prognose wohl die ist, das ihr wohl was bleibt. Von der Dosis her passte die Medikation zum Gewicht des Hundes und wie gesagt, es schlug auch echt prima an und gab dem Hund sein "normales" Leben wieder zurück.

Ja, es werden engmaschige Kontrollen im Blut gemacht, selbst den Urin könnte man untersuchen, wird jedoch in unserem Falle nicht gemacht, da das Blutbild wohl differenziert genug ist.
Vitamine nimmt sie auch, Vitamin B-Komplex, C und hochdosiertes E.

Ich bin gespannt, wie sich das noch weiter entwickeln wird , denn wenn die Leberwerte wieder steigen und das Kupfer im Körper verbleibt, werden wir wohl auf Trientine umsteigen müssen.

LG
Sandra

D-Penicillamin Nebenwirkung

margie ist offline
Beiträge: 4.564
Seit: 02.01.05
Hallo,

M. Wilson hat man lebenslänglich und man muss lebenslänglich behandeln.
Wenn man die Therapie länger als ein paar Tage unterbricht, riskiert man ein akutes Leberversagen oder eine akute Hämolyse.
Also ich würde, wenn der M. Wilson gesichert ist, die Therapie irgendwie fortsetzen.
Vielleicht war die Höhe der Dosis falsch?

Oder vielleicht ist das Metalcaptase nicht das Richtige?

Ist natürlich schwer zu sagen, zumal man beim Tier nicht so genau untersuchen kann wie beim Menschen.

Was die Leberwerte angeht, so ist es beim Menschen so, dass man beim MW oft keine erhöhten Leberwerte hat. Sie steigen oft erst dann an, wenn es schon sehr schlimm ist, d. h. das Leberversagen sich bereits ankündigt.
Man kann als Mensch eine (kompensierte) Leberzirrhose haben, ohne erhöhte Leberwerte haben zu müssen.

Ob das Vitamin E unbedingt hochdosiert sein muss? Es heißt beim Menschen, dass man einen Vitamin E-Mangel beim MW haben kann. Aber ich nehme nur ab und zu mal Vitamin E, eben soviel, dass das Vitamin E nicht unter den Normbereich sinkt. Würde ich es hochdosiert nehmen, so lägen meine Werte sicher weit über dem Normbereich.
B-Vitamine, vor allem B 6 sind sicher ganz richtig. Nur würde ich auch da nicht übertreiben. Bei Überdosierung können B-Vitamine nämlich auch zu neurologischen Störungen führen. Als ich mal hochdosiert B-Vitamine vom Neurologen bekam, konnte ich fast nicht mehr laufen. Erst als ich sie wieder weg ließ, hörte der Spuk auf.

Vielleicht sind die neurologischen Symptome die Anfangsverschlechterung, die man auch beim Menschen kennt. Oder aber die Dosis war doch zu hoch und wenn auf einmal zu viel Kupfer mobilisiert wird, kann dies auch zu Symptomen führen.

Und letztlich gibt es noch die Möglichkeit, auf Metalcaptase allergisch zu sein (aber auch bei Trientine gibt es viele Allergien).

Ich selbst habe eine Kombinationstherapie: Zink und Trientine
Ich sage mir, da hat man von jedem Wirkstoff nur geringere Nebenwirkungen.
Nimmt man nur einen der beiden Stoffe, muss dieser immer sehr hoch dosiert sein und dementsprechend hoch sind die Nebenwirkungen.
Wenn man Zink und Trientine nimmt, muss man es aber zeitversetzt nehmen, weil sich beides gegenseitig stört.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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