Morbus Wilson möglich?

13.06.10 12:15 #1
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Morbus Wilson möglich?

mara022 ist offline
Beiträge: 1.216
Seit: 03.09.09
Hallo nickcave

War bei mir auch so zum Thema MW (auf Eis gelegt aber unter Beobachtung),mache halt jedes Jahr zur Kontrolle ein großes Blutbild mit allen Leber-und Schilddrüsenwerten dabei,dazu nehme ich das Kupfer und die ANA (autoimmune Antikörper) immer noch extra dazu (kostet zwar ein paar Euronen aber es geht).
Úm die Sachen die ich im Verdacht habe eben im Auge zu behalten damit man ernsthafte Dinge früh genug erkennt.
Den einzigen Laborbefund den ich im Moment habe ist HPU/KPU,deswegen nehme ich Vitamin B6 100 mg und Zink 10 mg jeden Tag.(falls ich wirklich MW im Frühstadium haben sollte sind 10 mg auch immer noch besser als gar kein Zink)
Könnte ja schon gut sein dass die Krankheit HPU sogar existiert aber da ist eben nichts dran bewiesen.

Der Zusammenhang zwischen Niacin,Tryptophan,Serotonin und Melatonin interessiert mich auch sehr,vorher wusste ich zb auch nicht dass man auch durch zuviel Trypto und Sero im Hirn depressiv werden kann und nicht nur durch einen Mangel.
Komischerweise passt bei mir vieles eher auf etwas zuviel Serotonin und zu wenig Melatonin im Gehirn (Schlafstörungen teils bis zur Insomnie),klingt jetzt vielleicht absurd aber die Welt ist nunmal kompliziert.

Mit den Fingern meine ich dass unterhalb der Nägel an einigen Stellen die Haut abgeht und man blutig ist (das hängt dann in so Fetzen runter) und dass obwohl meine Hände im Moment ziemlich ruhen *gg*

Es könnte bei dir auch sein dass du durch die vielen Dinge die du durch deine Nahrungsmittelintoleranzen nicht essen darfst einige Mängel entwickelt hast aber es könnte auch etwas vom körpereigenen System sein.

Ich schaue mal ein wenig im Intenet nach niacin-und tryptophanhaltiger Nahrung....

Morbus Wilson möglich?

margie ist offline
Beiträge: 3.240
Seit: 02.01.05
Hallo Nickcave,


Coeruloplasmin 23,3 (Norm 20-60)
alk. Phosphatase 55,2 (Norm 40-130)
Die Werte sprechen nicht unbedingt gegen einen MW.
Die alkalische Phosphatase (AP) halte ich für niedrig. Sie schwankt natürlich immer, d. h. beim nächsten Mal kannst Du auch einen Wert von 45 oder 70 haben.

Das Coeruloplasmin liegt an der untersten Grenze. Es schwankt auch und kann beim nächsten Mal bei z. B. 18 oder auch bei 26 liegen.
Gut ist, dass es sofort bestimmt wurde.
Natürlich wäre ein Wert von unter 20 verdächtiger, aber es gibt Ärzte, die davor warnen, den Coeruloplasminwert überzubewerten, d. h. bei einem niedrigen im Normbereich liegenden Wert gleich den MW damit auszuschließen.
Es könnte sogar sein, dass das Coeruloplasmin als akute-Phase-Protein von der bei MW möglichen Leberentzündung ansteigt.
Einen Infekt oder eine Entzündung hast Du heute nicht gehabt? Dann steigt das Coeruloplasmin an. Evtl. hat man auch mal einen kleinen, kaum wahrnehmbaren Infekt.
Ich würde daher nie einen Wert für eine Diagnostik heranziehen.


Denkbar wäre aber auch, dass Du Genträger für MW bist. Ich würde sagen, das Coeruloplasmin ist so niedrig, dass man davon ausgehen kann, dass Du zumindest Genträger für MW bist. Ob Du nun MW hast, wird von weiterer Diagnostik abhängen.
Genträger können auch Symptome haben, hat mir ein MW-Arzt mal gesagt. Zwar wird offiziell verneint, dass Genträger Beschwerden haben können, aber das sehen eben einige Ärzte anders.

Die niedrige AP spricht eigentlich nicht für einen Zinküberschuss. Bei hochdosierter Zinkzuführung steigt die AP nämlich deutlich nach oben.

Vitamin B6 wird bei MW empfohlen. Ich hatte auch noch nie einen B6-Mangel. Wahrscheinlich nimmt man davon doch über die Nahrung genug auf.
Auch meine B3-Werte waren stets niedrig. Eine Substitution würde ich in niedriger Dosierung in Erwägung ziehen.
Man muss aber bedenken, dass solche Werte auch Momentaufnahmen sind und ein Wert allein nicht immer repräsentativ sein muss.

Mangan:
Zu dem Mangel kann ich wenig sagen, d. h. kann keine Ursachen dazu nennen.


Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.”Volker E Pilgrim, Schriftsteller

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nickcave ist offline
Themenstarter Beiträge: 11
Seit: 13.06.10
Hallo Ihr Beiden,

erneut vielen Dank für Eure Antworten.

Zitat von mara022 Beitrag anzeigen
Hallo nickcave
Der Zusammenhang zwischen Niacin,Tryptophan,Serotonin und Melatonin interessiert mich auch sehr,vorher wusste ich zb auch nicht dass man auch durch zuviel Trypto und Sero im Hirn depressiv werden kann und nicht nur durch einen Mangel.
Komischerweise passt bei mir vieles eher auf etwas zuviel Serotonin und zu wenig Melatonin im Gehirn (Schlafstörungen teils bis zur Insomnie),klingt jetzt vielleicht absurd aber die Welt ist nunmal kompliziert.
Zunächst einmal ist Serotonin für einen guten Schlaf sehr wichtig, sonst hätte Tryptophan ja auch keine schlaffördernden Eigenschaften (vgl. etwa KALMA, ein Tryptophan Präparat, das als leichtes Schlafmittel angeboten wird). Interessant im Zusammenhang mit Tryptophan und Vitamin B3 ist vielleicht noch, dass Fruktosemalabsorption sich auch auf die Aufnahme essentieller Aminos auswirken kann. Zu Tryptophan gibt es - soweit man Wiki glauben schenken kann Intestinale Fructoseintoleranz ? Wikipedia - dazu auch Studien. Das könnte möglicherweise meinen niedrigen Niacin Spiegel ein wenig erklären, da Niacin ja nicht nur durch die Nahrung aufgenommen, sondern auch durch Tryptophan gebildet werden kann.

So, das war's für Heute.

Gute Nacht, die Damen...

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nickcave ist offline
Themenstarter Beiträge: 11
Seit: 13.06.10
Hallo,

Kuper im Urin ist zwar noch nicht fertig, aber die beiden anderen Werte lassen wohl auch nicht auf MW schließen:

Kupfer 110 (!) Norm 70-140
Zink 577 Norm 450-730

Es sieht zumindest eindeutig so aus, als hätte ich mit den Kupfergaben den Kupferwert in die Höhe und den Zinkwert in die Niederungen getrieben.

Jetzt bin ich gespannt auf den Urinwert, der am Dienstag fertig sein soll. Wenn der auch Okay ist, dann mache ich diese Werte in ca. ein-zwei Monaten noch einmal und wenn sie sich bestätigen, ist MW vom Tisch.

Soweit.
Grüße aus dem sonnigen Freiburg

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margie ist offline
Beiträge: 3.240
Seit: 02.01.05
Hallo Nickcave,


das sog. "freie Kupfer", das ist das schädliche Kupfer ist bei einem Coeruloplasmin von 23 und einem Kupferwert von 110 immerhin ca 40. Normal wären Null bzw. <10.

Mit einem MW kann man durchaus Normalwerte beim Serum-Kupfer und beim Coeruloplasmin haben.
Es kommt u. a. auf das Stadium an, in dem man sich befindet.

Am Anfang der Erkrankung ist das Serum-Kupfer noch niedrig oder gar erniedrigt. Dann kann die Leber das Kupfer noch speichern.
Je mehr die Leber aber geschädigt ist, umso weniger kann sie das Kupfer speichern und dann gibt sie es ans Blut ab und das Serum-Kupfer steigt an. Gleichzeitig steigt dann auch das sog. "freie Kupfer" an. In diesem Stadium ist das Serum-Kupfer daher meist normal.
Wenn das Kupfer also nicht mehr von der Leber gespeichert werden kann, so wird das Kupfer über das Blut in andere Organe transportiert und es beginnt die Schädigung dieser Organe. Vor allem das Gehirn ist davon betroffen, aber natürlich auch andere Organe.
Dieser Ablauf ist von Patient zu Patient sicher unterschiedlich. Die einen haben früh Organmanifestationen, die anderen erst später.

Einen MW stellt man übrigens nicht so einfach fest, wie Du das schreibst. Hätte ich nur 2 Untersuchungen machen lassen, so würde ich heute nicht auf MW therapiert. Die Werte schwanken nämlich oft ganz stark und erst wenn man eine größere Anzahl von Untersuchungen hat, so kann man die Richtung erkennen.

Gruß
margie


Gruß
margie
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Morbus Wilson möglich?

nickcave ist offline
Themenstarter Beiträge: 11
Seit: 13.06.10
Hallo Margie,

das heißt, der Wert des freien Kupfers ist auffällig? Könntest Du die Relevanz des freien Kupfer vielleicht noch einmal erklären, da mir das noch nicht ganz klar ist? Was ist das freie Kupfer genau?

Der hohe Kupferwert lässt sich ja durchaus auch durch die Substitution erklären, sodass das Ergebnis wohl auch unter Vorbehalt zu sehen ist. Deshalb bin ich auf das Urinergebnis auch gespannt, denn hier dürfte die Kupfersubstitution keinen Einfluss haben (=wenn ich aufgrund eines MW zu viel Kupfer ausscheide, dürfte das mit und ohne Substitution der Fall sein und die Kupfereinnahme war nicht so massiv, dass sich ganz hohe Werte damit erklären ließen).

Das MW nicht so einfach zu diagnostizieren ist, ist schon klar. Die Frage ist allerdings, wenn dieser Untesuchungsdurchlauf nichts erbringt und ich in ein- zwei Monaten noch einen durchlaufen lasse, der auch nichts erbringt, ob ich dann noch weitere Schritte einleiten sollte. Vor allem würde dann wohl auch kein Arzt - bei solchen Vorergebnissen - noch einen weitergehenden Test machen (Radiokupfer würde ich machen lassen, Leberbiopsie sicher nicht).

Aber jetzt warte ich erst einmal auf die Ergebnisse des Urintestst. Ggf. kann ich nach Vorliegen der Ergebnisse ja mal mit der Heidelberger Sprechstunde Kontakt aufnehmen, wie die sich zu einer weiteren Diagnostik stellen würden.

Schönes WE und Grüße

Geändert von nickcave (19.06.10 um 09:37 Uhr)

Morbus Wilson möglich?

margie ist offline
Beiträge: 3.240
Seit: 02.01.05
Hallo Nickcave,

das freie Kupfer ist das Kupfer, das nicht an das Transportprotein Coeruloplasmin gebunden ist.
Beim gesunden Menschen wird das Kupfer an das Coeruloplasmin (Cp) gebunden und wird dann ausgeschieden.
Ist aber, wie beim MW, wenig Coeruloplasmin vorhanden, so wird die Bindungskapazität von Cp überschritten, wenn zuviel Kupfer im Blutkreislauf ist.
Es entsteht so das "freie", d. h. das ungebundene Kupfer. Dieses Kupfer bleibt im Körper, da es mangels genügend Cp nicht abtransportiert wird. Im Laufe der Zeit kann es dann zu Organschäden kommen.

Am Anfang der Krankheit ist das freie Kupfer oft noch niedrig, weil auch das Serum-Kupfer erniedrigt ist und dann trotz wenig Cp das vorhandene Cp für das Serum-Kupfer noch ausreicht. Am Anfang der Krankheit speichert die Leber das Kupfer auch noch und so ist im Blutserum das Kupfer noch niedrig, weil es eben noch in der Leber gespeichert wird.
Wenn die Leberfunktion aber schlechter wird, so "entläßt" die Leber immer mehr Kupfer in das Blut, da sie es nicht mehr speichern kann. Die Folge ist, dass das Serum-Kupfer ansteigt und - da das Cp niedrig ist - dann vermehrt freies Kupfer entsteht.
Auch ist dann die Gefahr da, dass eine Hämolyse entsteht, insbesondere dann, wenn auf ein Mal sehr viel Kupfer von der Leber abgegeben wird.
(Eine Hämolyse ist der vorzeitige Zerfall der roten Blutkörperchen und kann im akuten Fall eine lebensbedrohliche Situation ergeben. Oft sind deshalb schon bei MW Lebertransplantationen und evtl. auch Nierentransplantationen nötig gewesen).


Das freie Kupfer errechnet sich wie folgt:
freies Kupfer> 10 µg/dlFormel: (Serumkupfer in [µg/dl])-(Cp [mg/dl]×3)
siehe:
Morbus Wilson e.V.

Du hast 110 Serum-Kupfer und 23,3 Coeruloplasmin.
Das Cp wird mit 3 mulipliziert, ergibt also ca. 70.
Nun wird das 3-fache Cp vom Serum-Kupfer abgezogen und die Differenz von 40 ergibt das freie Kupfer.

Die Formel beruht darauf, dass man weiß, wieviel Serum-Kupfer durch das Cp gebunden wird.

Ein Laborarzt, der früher in einer Uniklinik mit MW-Ambulanz oft die Kupferwerte untersuchte, sagte mir mal, dass ein Gesunder meist ein negatives freies Kupfer habe.

Der hohe Kupferwert lässt sich ja durchaus auch durch die Substitution erklären, sodass das Ergebnis wohl auch unter Vorbehalt zu sehen ist. Deshalb bin ich auf das Urinergebnis auch gespannt, denn hier dürfte die Kupfersubstitution keinen Einfluss haben (=wenn ich aufgrund eines MW zu viel Kupfer ausscheide, dürfte das mit und ohne Substitution der Fall sein und die Kupfereinnahme war nicht so massiv, dass sich ganz hohe Werte damit erklären ließen).
Das Urinkupfer wird aber in µg/24h gemessen, d. h. da 1000 µg ein mg sind (oder?) und Du über ein Milligramm täglich Kupfer zugeführt hast, könnte man überlegen, ob das nicht doch einen Einfluss hat.
Ich kann das schwer einschätzen.

Nur: Ich selbst halte von den Urinkupfer-Bestimmungen nicht mehr allzu viel, da sie m. E. zu sehr fehlerbehaftet sind.
Wenn Du eine Probe aus demselben Sammelurin an mehrere Labore schickst, kann es passieren, dass das eine Labor einen mehrfachen Wert des anderen Labors feststellt oder die Abweichung mehr als 50 % beträgt. Das habe ich wiederholt bei meinen Urinkupferbestimmungen erlebt. Und man weiß dann nicht, welcher Wert denn nun der richtige ist.
Gerade für die Diagnostik kann dies fatale Folgen haben.


Was MW-Ambulanzen angeht im allgemeinen:
Es scheint deren Ziel zu sein, die klaren und dann meist schwereren MW-Fälle zu diagnostizieren, d. h. eventuellen MW-Fällen, die milder verlaufen, will man nicht mit "allen Mitteln hinterherlaufen". Solltest Du grenzwertige Werte haben, so wirst Du selbst aktiv werden müssen, wenn Du wirklich wissen willst, ob Du MW hast.

Und MW im Erwachsenenalter ist häufiger milde ausgeprägt. Die schweren MW-Fälle werden daher auch meist schon im Kindesalter gefunden. Aber auch ein milde ausgeprägter Fall wird das Leben des Betroffenen beeinflussen...

Diese Haltung der Ärzte, dass man darauf aus ist, die schwereren MW-Fälle zu diagnostizieren und die Unbekanntheit des MW sind auch einer der Gründe, weshalb die Dunkelziffer bei MW bei rd. 66 % liegt.
Derzeit sollen in Deutschland rd. 600 MW-Fälle bekannt sein. Gemessen an der Einwohnerzahl Deutschlands müsste es aber über 2500 Fälle geben.


Radiokupfertest:
Der wird ganz selten noch gemacht und zwar in Leipzig.


Leberbiopsie:
Diese bekommt man auch nicht so leicht, falls kein hinreichender Verdacht auf eine Leberkrankheit da ist.
Bei mir hat es keine Komplikationen gegeben und die sind auch sehr sehr selten.
Allerdings ist das Leberkupfer das wohl wichtigste Diagnosekriterium und besonders, wenn die übrigen Diagnosewerte nicht eindeutig sind, wäre die Bestimmung des Leberkupfers sinnvoll.


Evtl., d. h. wenn man bei Dir 2 MW-Mutationen finden würde, könnte noch die Genuntersuchung etwas bringen. Viele MW-Patienten wurden im Rahmen von Studien kostenlos untersucht. Dazu muss aber ein gewisser Verdacht da sein, wenn so eine Untersuchung gemacht wird.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, so eine Untersuchung bei kommerziellen Laboren privat zu bezahlen.
Ich weiß, dass auch die Entdeckerin des Wilson-Gens, Frau Prof. Dr. Cox in Kanada solche Untersuchungen zum Pauschalpreis anbietet. 1500 Canadische Dollar, sind mir als Preis mal genannt worden. Das wären je nach Umrechnungskurs vermutlich deutlich weniger, als man dafür in Deutschland bei einem kommerziellen Labor zahlt. Hier ihre Seite:
Diane W. Cox
Solltest Du dies in Erwägung ziehen, so musst Du aber dafür sorgen, dass das Untersuchungsmaterial den Transport heil übersteht. Evtl. kann man auch einen Abstrich aus dem Mund untersuchen (Cox hat dafür Transportgefäße und Abstrichbestecke, die sie verschickt).

Aber:
Die Genuntersuchung ist leider noch nicht so sicher, als dass man damit einen MW sicher beweisen oder sicher ausschließen kann. In manchen Fällen findet man gar keine Mutation und in vielen Fällen nur eine Mutation und dennoch werden solche Fälle dann doch als MW-Fälle behandelt, wenn sie aufgrund der anderen Diagnosekriterien einen MW haben.


Gruß
margie
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Geändert von margie (19.06.10 um 11:42 Uhr)

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nickcave ist offline
Themenstarter Beiträge: 11
Seit: 13.06.10
Danke für die ausführliche Antwort!

Zu dem freien Kupfer: ist das denn ein Wert, den ich in einem Zentrum als für MW auffällig vorlegen könnte? Wird bei der Diagnose von MW dem freien Kupfer überhaupt eine hohe Bedeutung zugemessen?

Zitat von margie Beitrag anzeigen
Nur: Ich selbst halte von den Urinkupfer-Bestimmungen nicht mehr allzu viel, da sie m. E. zu sehr fehlerbehaftet sind.
Wenn Du eine Probe aus demselben Sammelurin an mehrere Labore schickst, kann es passieren, dass das eine Labor einen mehrfachen Wert des anderen Labors feststellt. Das habe ich wiederholt bei meinen Urinkupferbestimmungen erlebt. Und man weiß dann nicht, welcher Wert denn nun der richtige ist.
Aus diesem Grund habe ich mir doch die Zeit genommen, meine Urinprobe an ein zweites Labor zu schicken.Wenn sich die Werte gleiche/ähneln, würde ich einfach davon ausgehen, dass sie ungefähr stimmen. Sollten sie stark divergieren, würde ich mir wahrscheinlich den auffälligeren Wert nehmen - so es denn einen gibt - und damit zu einem Zentrum gehen, um weitere Tests machen zu lassen. Das Zentrum in Heidelberg scheint unter anderem standardmäßig in der Sprechstunde den Gentest anzubieten.

Wie stimmig Deine Vorbehalte gegenüber solchen Zentren sind, kann ich natürlich nicht einschätzen, aber letztlich werde ich - im Falle von auffälligen Werten - einen Spezialisten brauchen. Die einzige Vorarbeit, die ich leisten kann, sind die Untersuchungen, die ich jetzt auf den Weg gebracht habe, die Entscheidung, ob es sich dann am Ende vielleicht um MW handelt, kann ich aber kaum meiner Hausärztin in die Hände legen oder selbst treffen. Dies wird nur mit Spezialisten gehen. Hier habe ich dann eigentlich nur noch die Möglichkeit möglichst gute Anlaufstellen auszumachen.

Zitat von margie Beitrag anzeigen
Radiokupfertest:
Der wird ganz selten noch gemacht und zwar in Leipzig.
Ich hab vor kurzem noch gelesen, dass der Radiokupfertest zu bevorzugen ist, weil er ähnlich zuverlässig wie eine Biopsie, dafür aber nichtinvasiv ist, siehe http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-091.htm Deine Formulierung ("noch") legt aber fast nahe, es würde sich hierbei um ein veraltetes Verfahren handeln (??).

Im Notfall könnte ich ansonsten noch versuchen, meine Hausärztin von der Notwendigkeit eine D-Penicilamintest zu überzeugen, wobei ich den ungerne machen würde, da D-P nicht ohne ist.

Soweit. Herzliche Grüße

Geändert von nickcave (19.06.10 um 14:28 Uhr)

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nickcave ist offline
Themenstarter Beiträge: 11
Seit: 13.06.10
Hallo,

nun liegen auch die Urinergebnisse vor und zurzeit sieht es wohl nicht nach MW aus und ich denke auch, kein Zentrum würde aufgrund dieser Werte eine weitergehende Diagnostik machen. Ich fasse die Werte noch einmal alle zusammen:

- AP: 55,20 (Norm 40-130)
- Coeruloplasmin: 23,3 (Norm 20-60)
- Kupfer Serum: 110 (Norm 70-140)
- Kupfer im 24h Urin Labor 1: <15 (Norm <80)
- Kupfer im 24h Urin Labor 2: 83,7 (Norm 160 - 940 nmol/24 Stunden)

Besonders mein zurzeit - aufgrund der Substitution - hoher Kupferwert hätte in meinen Augen auch eine hohe Kupferausscheidung im Urin nahe gelegt (zumal beim Verdacht MW). Das hohe freie Kupfer ist zwar auffällig, dürfe aber als alleiniger Indikator nicht ausreichen (zumal bei einer so geringen Kupferausscheidung) für den Verdacht MW.

Somit werde ich diese These wohl erst einmal wieder etwas zurückfahren und nach 1-2 Monaten die vier Werte nur zur Sicherheit noch einmal machen lassen.

Bis dahin sollte ich dann vielleicht noch ein- zwei andere Ideen verfolgen (für Vorschläge bin ich offen).
Was meint Ihr?

Grüße

Geändert von nickcave (22.06.10 um 18:43 Uhr)

Morbus Wilson möglich?

margie ist offline
Beiträge: 3.240
Seit: 02.01.05
Hallo Nickcave,

sind die angegebenen Urinkupferwerte wirklich schon auf 24h umgerechnet? Oft geben die Labore das Ergebnis in µg/l an und man muss dann noch diesen Wert mit der Sammelmenge in Liter multiplizieren, um das Ergebnis für 24h zu erhalten.
Die Werte sind sehr niedrig, eigentlich zu niedrig für die anderen Werte im Blut.
Ich bin da fast skeptisch, ob die Werte reell sind, d. h. ob nicht doch irgendein Fehler die Werte so abgesenkt hat.
Hoffentlich hatten die Labore mit der Urinkupferbestimmung ausreichend Erfahrung.
Aber das Urinkupfer ist nicht der wichtigste Wert bei der MW-Diagnostik, das sollte man im Auge behalten. Wenn die anderen Werte für einen MW sprechen, kann dies ausreichen. Allerdings sollte man dabei noch ein auffälliges Leberkupfer haben. Dem Leberkupfer wird der höchste Stellenwert in der MW-Diagnostik eingeräumt.

Ich würde dennoch die Kontrolle in einigen Wochen noch machen.
Du hattest immerhin ein niedriges Serum-Kupfer bisher, das Coeruloplasmin ist so niedrig, dass damit ein MW immer noch denkbar ist, das freie Kupfer ist recht hoch, auch wenn es evtl. von der Kupfereinnahme beeinflusst ist.
Du hast Beschwerden, die auf MW passen könnten.
Warst Du wegen des Kf-Rings schon beim Augenarzt?
Wenn ein MRT des Gehirns gemacht wurde, so könnte man dies noch einem auf MW spezialisierten Neurologen zeigen. Die Radiologen wissen nicht immer, welche Auffälligkeiten im MRT des Gehirns beim MW vorkommen.



Ob es andere Krankheiten gibt, auf die Deine Beschwerden passen? Ich kann Dir da kaum weiterhelfen. Sicher gibt es die eine oder andere Krankheit, die vielleicht noch in Frage kommt. Aber dazu kenne ich mich zu wenig mit anderen Krankheiten aus, als dass ich Dir einen guten Tipp geben könnte.


Gruß

margie
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