Morbus Wilson oder etwas anderes - aber was?

10.08.09 16:35 #1
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Fabiola ist offline
Beiträge: 54
Seit: 10.08.09
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation von Kupfer-Werten.

Seit nun fast 10 Jahre bin ich krank und keiner findet so richtig, was los ist.
Angefangen hat das ganze mit ein paar unerfreulichen Momenten. Auf einmal mußte ich ewig nachdenken um meinen Nachnamen buchstabieren zu können, oder ein Mal verlor ich komplett die Orientierung und wußte gar nicht in welcher Stadt oder Land ich war, dabei war ich in meiner Geburtsstadt. Dauerkopfschmerzen und ein Karpaltunnelsyndrom (falls es einer war) folgten. Ich wollte nur noch schlafen und heulen. Im Blut war damals nichts meßbar, auch eine CT brachte nichts.

Die nächsten Jahre brachten einiges hinzu. Die Welt wurde zunehmend unwirklich. An manchen Tagen konnte ich nicht mehr als zwei Sätze lesen ohne gleich zu vergessen, worum der erste ging, suchte nach Worten, immer mehr und mehr. Eine Therapie und viele Antidepressiva habe ich auch schon gemacht/genommen, da es hieß, es sei alles psychosomatisch.

Mein Studium und mein Job schaffte ich irgendwann auch nicht mehr.
Da ich auch zu heftigen Ödemen tendiere und schwere Muskelschmerzen hatte, behandelte man (ohne klare Diagnose, versteht sich) eine unbestimmte Kollagenose. Mein ANA-Wert immer etwas ehöht, zur Zeit 1:320. Sonst war und ist aber rheumatolgisch nichts zu finden, auch nach zweiwöchigen Aufenthalt im KH nicht. Bis auf eine kleine Vergrößerung von Leber und Milz, nichts. Trotzdem mußte ich mehr Antirheumatika und Kortison nehmen. Da es mir aber damit nicht besser ging und über eineinhalb Jahre keine Entzündung meßbar war (CRP 0-2, auch nach dem Absetzen), habe ich mich wieder auf die Suche gemacht.

Der KH-Aufenthalt war eine Reaktion auf eine zufällig entdeckte CK-Erhöhung, damals 730. Die kommt und geht. Vor 3 Wochen 880! (ohne Sport, Spritze oder sonst was, was es hätte erklären können). Daß meine Muskulatur (vor allem die tiefere) oft richtig verkrampft ist, muß ich wohl nicht mehr erklären.

Ich habe mich selbst seitdem auf einige Experimente in Eigenregie eingelassen, und da deutet einiges auf die Leber. Meine erfolgreichen Experimente waren das Hepa Merz, Laktulose (or.) und meine neueste Entdeckung, Colestyramin. Alles Leber- und Gallenmedikamente. Letzteres nehmen ich seit etwa einem guten Monat und es hat meinen Zustand unbeschreiblich verbessert.

Meine neue Hausärztin hatte neulich die Idee nach MW zu testen, da meine Transaminasen erhöht waren (GOT 40, GPT 59, aktuell nach Colestyramin GOT normal und GPT 40) und ich ihr erzählte, daß ich mich "wie vergiftet" fühle. Nun habe ich nach einer Woche Colestyramin-Pause die Werte in Eigenregie (da sie im Urlaub ist) messen lassen und heute bekommen. Kann sie nur leider nicht deuten. Könnt Ihr?

Hier sind meine Kupfer-Blutwerte, sollte es jemand bis hierher geschafft haben:
Kupfer i. S. 14.9 µmol/l (Ref. 12-24) (ich glaube 94,36 mg/dl Ref. 76-152)
Kupfer i. U. 109.4 nmol/l bzw. 230nmol/die.
Coeruloplasmin 0,2 g/l

Wenn ich das richtig berechnet habe ist das freie Kupfer bei 35.8 mg/dl. Ist das hoch oder noch normal?

Allerdings weiß ich nicht inwiefern das Colestyramin einen Effekt auf die Werte hatte. Denn auf mein "vergiftet sein" hatte es definitiv einen positiven Effekt und es wirkt über die Erhöhung der enteralen Gallenausscheidung. Es hat auf jeden Fall die "Giftbelastung" reduziert, von was auch immer das Gift ist.
Ich vermute, dass das "Gift" vom Essen kommt: Ich reagiere oft auf Essen, vor allem, wenn ich auswärts essen gehe. Nach 6 Monaten Allergiesuchdiät ohne Ergebnis, war ich ziemlich verzweifelt, denn es schien, als könnte ich auf viele Sachen reagieren, aber Histamin, Laktose, Fruktose, alles ausgeschlossen. Und trotzdem reagiere ich oft auf irgendetwas. Es fühlt sich nicht unbedingt wie eine Allergie an, auch wenn ich manchmal eine Urtikaria habe. Als erstes fühle ich mich furchtbar und mir kommen die Tränen aus dem Nichts und ohne Grund, dann kann ich mich beruhigen und gleich auf die nächsten 1-3 Tage vorbereiten, mit Schmerzen, Sprach- und Konzentrationsprobleme, tiefster Müdigkeit und dem Gefühl, daß nur Schlaf oder Wand-Anstarren gut oder ertäglich für mich sind.

So, vieleicht kann jemand etwas zu den Werten sagen. Ich bin aber auch für andere Ideen unendlich dankbar.
Hoffnungsvoll,
Fabiola

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Julia84 ist offline
Beiträge: 60
Seit: 05.11.08
Hallo ,

Ich vermute, dass das "Gift" vom Essen kommt: Ich reagiere oft auf Essen, vor allem, wenn ich auswärts essen gehe.
Harnstoffzyklus Defekt, Hepatitische Enzephalopathie und eine ähnliche Erkrankung mit ungenügender Ammoniakentgiftung. Die Leber kann das Ammoniak was bei der Verdauung von Protein entsteht nicht mehr entgiften. Ammoniak durchqueert die Blut-Hirn-Schranke und das Gehirn wird vergiftet. Symptome sind so wie bei Wilson und anderen Krankheiten wo es zu einer Gehirnvergiftung kommt. Ärzte sich eigentlich fast nie damit aus, ist aber ansich ja auch gar nicht so selten, also häufiger als Morbus Wilson und so.

Allerdings könnte es natürlich auch Morbus Wilson sein, wegem dem Ceruloplasmin, nur gerade das mit dem Essen ist halt ein wichtiger Hinweis, der eher in die Ammoniakrichtung geht. Wurde die Leber denn mal geschallt? Wenn sie nur sehr leicht geschädigt, ist ein Harnstoffzyklusdefekt warscheinlicher, welcher im gegensatz zu Wilson die Leber nur leicht schädigt. Nur keine Ahnung warum dann Colestyramin hilft. Gibt aber eine Krankheit irgendwie wo Hyperammonämien durch ein Problem mit der Fettverdauung auftritt, aber keine Ahnung in wie fern das in frage kommen könnte.

Wenn du willst kann du es viel besser in Eigenregie diagnostizieren oder ausschließen, als die Mediziner, denn Ammoniak im Serum ist nun wirklich kein zuverläßiger Wert und einen standartisierten Test gibt es nur für Vierbeiner.

Eine Woche lang.

- Aus der Apotheke Natriumbenzoat besorgen und zu jeder Mahlzeit einen gestrichenen Teelöffel in Mineralwasser (oder viel besser Cola oder Limo, weil es schmeckt nicht besonders) gelöst einnehmen.
- Zudem sollte man dazu die Ernährung umstellen. Am besten vollkommener verzicht auf tierisches Eiweiss und sehr Kohlenhydratreich. Niemals etwas Eiweissreiches ohne etwas Kohlenhydratreiches essen.

Lactulose kann man ruhig noch dazu nehmen, das hilft auch. Hepa Merz und Colestyramin würde das Ergebnis dieser Woche wohl eher verfälschen. Gehts dir nach einer Woche so gut wie die letzten Jahre nicht mehr, dann ist die Ursache auf jeden Fall das Ammoniak.

Falls du irgendwelche Fragen hast kann du dich gerne per PM bei mir melden.

lg
Julia

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Fabiola ist offline
Themenstarter Beiträge: 54
Seit: 10.08.09
Danke für die Ideen.
Dachte ein paar weitere Daten und Werte helfen.

Hier die Werte:
Cholesterin schwankt sehr schnell zw. 160 und 288, trotz Colestyramin.
Vitamin D Mangel bei 33 nmol/l (Ref 75-116) und das Parathormon ist bei 9,90 pmol/l (norm. 1,80 - 7,70)

Kalium und Eisen waren auch schon mal zu niedrig sind jetzt aber ok.
Creatinin ist haüfig leicht erhöht.
Ferritin, Alk. phosphatase, Antrstriptisin normal
Schildrusenunterfunktio, aber mit l-Thyrosin sind die Werte gut.

Habe die Kupferwerte umgerechnet (hoffe auch richtig), so:
Coeruloplasmin 20 µg/dl
Serum-Kupfer 94,4 µg/dl
Kupfer i.U. 14,35 µmol/l und in 14,55 µg/24 Std
Freies Kupfer 35,8 µg/dl


Sonst sind diese Muskelverkrampfungen so heftig, daß ich paar Mal in der Notaufnahmen war und heftigste Schmerzmitteln nehmen mußte. Mittlerweile ist die Wirbelsäule schief und einige Gelenke vom Druck beschädigt. Gleichzeitig habe ich oft Probleme beim gehen (Entengang), Gleichgewichtsschwierigkeiten und keine Ausdauer (besonders Treppen sind dann schlimm). Außerdem fallen mir wiederholt Sachen aus der Hand und die Feinmotorik ist komplett gestört. Mein ganzer Körper juckt auf unbeschreiblicher Weise und die Haut wird riesig und sehr trocken.

@Julia

Die Leber wurde von meiner Hausärztin geschallt. Sie sah nichts. Wobei letztes Jahr im KH schien sie vergössert zu sein. Dein Punkt mit dem Essen leuchtet mir ein. Werde mich schlau machen.
An das Harnstoffzyklus hatte ich auch gedacht, wegen Hepa Merz und Laktulose. Damals habe ich mehrmals mit Teststreifen den Urin untersucht und es schien unauffällig. Hätte es nicht verändert sein müssen? Damals habe ich auch gezögert, weil mir Ammoniak und Leberprobleme wie das Ei und die Henne vorkammen. Ich hatte keine Ahnung, wo es Sinn machte anzufangen, vor allem weil der benebelte Kopf nur eins von einigen Symptomen war.

Mit dem Test muß ich nachdenken, da schon ein Tag ohne das Colestyramin richtig reinhaut. Wenn, dann kontaktiere ich Dich per PN. In zwei wochen habe ich einen Termin beim Hepatologen, den warte ich dafür ab. Mal sehen, was der sagt.

LG
Fabiola

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Julia84 ist offline
Beiträge: 60
Seit: 05.11.08
An das Harnstoffzyklus hatte ich auch gedacht, wegen Hepa Merz und Laktulose. Damals habe ich mehrmals mit Teststreifen den Urin untersucht und es schien unauffällig. Hätte es nicht verändert sein müssen? Damals habe ich auch gezögert, weil mir Ammoniak und Leberprobleme wie das Ei und die Henne vorkammen. Ich hatte keine Ahnung, wo es Sinn machte anzufangen, vor allem weil der benebelte Kopf nur eins von einigen Symptomen war.
Nee, ansich nicht. Harnstoffzyklus hat ja nicht viel mit Harn zu tun, sondern ist eine Leberkrankheit. Ausser es gäbe einen Teststreifen auf Orotsäure und selbst das wäre nicht gerade eindeutig, da es verschiedene Defekte gibt. Hepa Merz ist beim HArnstoffzyklusdefekt eher kontroproduktiv.

Ein Harnstoffzyklusdefekt kann ja auch deine Symptome ohne Probleme verursachen.

Deine Werte könnten auch für Wilson sprechen und es sollte mal untersucht werden. Eindeutig sind sie nicht. Nur kommen noch diverse andere Erkrankungen in Frage.

Hmm, wenn das Colestyramin soviel hilft, dann solltest du es weiter nehmen und es halt vielleicht trotzdem mit Natriumbenzoat und ner Ernährungsumstellung versuchen. Dürfte ja dann genauso helfen oder halt nicht je nach Ursache.

LG
Julia

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Oregano ist offline
Beiträge: 62.176
Seit: 10.01.04
Nur mal dazwischen gefragt: wie sieht es mit Amalgam in den Zähnen aus und/oder anderen Metallen?

Du schreibst, daß Deine Krankheit vor ca. 10 Jahren anfing. Weißt Du noch, ob es damals etwas in Deinem Leben gab, was das ganze ausgelöst haben könnte wie
- Zahnbehandlung (Plomben, Wurzelbehandlung, Kronen, Brücken...); Umzug; Renovierng; Kontakt mit Giften in der Wohnung oder am Arbeitsplatz; Medikamente; Unfall ..... ?

Gruss,
Uta

Gruss,
Uta

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Fabiola ist offline
Themenstarter Beiträge: 54
Seit: 10.08.09
Hallo

Danke Euch beiden für Eure Antworten!
habe noch viel zu lernen. Ich dachte anscheinend an Hyperammonie und hep. Enzephalopatie. Wußte nicht, daß es auch woanders her kommen kann als von einer Leberzirrose. So, jetzt lese ich mich ein und vom ersten Eindruck scheint der Harnstoffzyklus auch Sinn zu machen. Hole mir ein Biochemiebuch von der Bib. Julia, hast Du gute Links?

Nur mal dazwischen gefragt: wie sieht es mit Amalgam in den Zähnen aus und/oder anderen Metallen?
Hm, ich habe ei paar Amalgamplomben noch drin und mittlerweile einen Implantaten. Aber die meisten sind mittlerweile aus Kunststoff.

Du schreibst, daß Deine Krankheit vor ca. 10 Jahren anfing. Weißt Du noch, ob es damals etwas in Deinem Leben gab, was das ganze ausgelöst haben könnte wie
- Zahnbehandlung (Plomben, Wurzelbehandlung, Kronen, Brücken...); Umzug; Renovierng; Kontakt mit Giften in der Wohnung oder am Arbeitsplatz; Medikamente; Unfall ..... ?
Da bringst Du mich zum nachdenken. Was davon war, kann nur nach dem Ausbruch gewesen sein. Die größte Veränderung davor war, daß ich nach fast zwei Jahren aufgehört habe mich ausschließlich vegetarisch zu ernähren. Ich hatte mein Essen davor auf streng fleischlos umgestellt, weil ich schon lange merkte, daß es mir schlechter ging, damals vor allem mit der Urtikaria und geschwollenen Körperteile, aber auch vom Allgemeinbefinden her, je mehr Fleisch u. ähnliches gegesen habe. Hmm, wahrscheilich war schon da was im Busch, so heftig wie die Urtikaria und die Quinkeödeme waren, und das Gefühl ab und zu "blöd zu werden" hatte ich schon seit der Kindheit, hatte es aber für nicht so wichtig gehalten.

Das was ich als der Ausbruch bezeichne war direkt nach dem Abend des feierlichen Nicht-Vegetarier werden, mit allerlei Krustentieren. Die sind besonders heftig. Drei-Vier Tage lang war ich buchstäblich wie besofen. Ich hielt es für eine Eiweßvergiftung, da mein Körper nicht mehr an Proteine gewöhnt war.

So, gehe in die Bib. und fange an zu lesen.
Herzlichen Dank und LG,
Fabiola

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Julia84 ist offline
Beiträge: 60
Seit: 05.11.08
Ohja, ich hab ja nun einen Harnstoffzyklusdefekt und das mit den Krustentieren kenn ich. Allerdings wurde kurz darauf in die Notaufnahme eingeliefert, weil ich schwerste Krampfanfälle hatte und nicht mehr ansprechbar war.

Seid knapp 5 Monaten ernähre ich mich fast ausschließlich Vegan und das hilft mir am besten, weil gerade Ei, Käse und Milch mir auch sehr schlecht bekommen. Mit Hülsenfrüchten und Getreide kann man ja auch seinen Eiweissbedarf decken. Somit liegt meine tägliche Proteinaufnahme bei 30 - 40 Gramm tägl.

Nun gute Links hab ich weniger, weil es sehr wenig Infos über die Defekte des Haqrnstoffzyklus gibt. Halt Wiki und ein paar Berichte über die Wirksamkeit von Natriumphenylbutyrat. Meistens gehts auch nur um die wirklichen Komplettdefekte, die schon im Säuglingsalter zu schwersten Problemen, also Koma, Hirnschaden und Tod führen. Allerdings gibt es gerade beim Ornithintranscarbamylase Mangel auch leicht Defekte, wo der Harnstoffzyklus noch zu 10-25 % funktioniert. Und 10-25 % reichen aus um Zeitweise keine Probleme zu haben und zu einem intelligenten Erwachsenen zu werden. Nur kann sie trotzdem schwere Probleme verursachen und sollte unbedingt behandelt werden. Die Krankheit wird vielleicht die höchste Dunkelziffer überhaupt von allen Krankheiten haben und ist trotzdem mit 1:8000 ja schon wirklich häufig unter den Erbkrankheiten. Nur kein Arzt kenn die Krankheit. Selbst 3 eröhte Ammoniakwerte waren für die Ärzte bei mir nicht Grund genug darauf zu untersuchen, mit der Begründung, Ammoniak kann ja auch erhöht sein wenn man es falsch abnimmt und 2 Werte waren ja auch normal. Seitdem behandel ich selbst und komm ansich recht gut klar. Vielleicht geh ich ja auch irgendwann wieder zum Arzt deswegen, aber im Moment hab ich kein sonderliches Interesse daran mich für geisteskrank abstempeln zu lassen.

So wie du es schilderst klingt es halt stark nach einen Harnstoffzyklusdefekt. Die Leber wird ja demnächst nochmal untersucht und wenn da kein schwerer Leberschaden festgestellt wird, dann ist ja auch die hepatitische Enzephalopathie relativ unwahrscheinlich.

Was vielleicht noch wichtig wäre:

- hast du als Kind dich ungewöhnlich ernährt?
- Wann hast du begonnen die vegetarisch zu ernähren?
- Mit welchem Alter hast du aufgehört?
- Wie ist dein Ruhepuls?

Ödeme können vielleicht durch einen Harnstoffzyklusdefekt hervorgerufen werden, jedenfalls ist das Hirnödem die häufigste Todesursache bei dem Defekt. Zudem kann ja alles mögliche durch das Gift angegriffen werden und je nach Person können verschiedene sekundäre Probleme auftreten.

Die gute Nachricht ist jedenfalls, das du in kürzester Zeit bei der richtigen Behandlung wieder fast Symptomfrei sein kannst. Es wird eine Weile brauchen bis dein Körper sich wieder komplett erholt hat, aber es wird besser werden .

Morbus Wilson ist übrigens eine häufige Fehldiagnose bei der Krankheit und ich wurde auf keine Krankheit so häufig untersucht wie auf Morbus Wilson.

Natriumbenzoat ist alleine zwar nur eine suboptimale Behandlungsmethode, aber es ist deutlich besser als Lactulose oder so. Zudem ist es wahnsinnig Preiswert. In Verbindung mit der richtigen Ernährung konnte ich damit beinahe vollkommene Symptomfreiheit erreichen. Also in den letzten 5 Monaten.

Hier meine Erfahrung:
http://www.symptome.ch/vbboard/erfol...lusdefekt.html

LG
Julia

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Fabiola ist offline
Themenstarter Beiträge: 54
Seit: 10.08.09
Hallo Julia,
Ich könnte Dich knutschen Vielen Dank.

Habe in der Hepatologie angerufen und die ziehen den Stoffwechselexperten hinzu, alles auf einmal. Hoffentlich sind die auch so nett und kompetent wie am Telefon. Weiß man ja nie.

Deine Geschichte kann ich wirklich sehr gut nachvollziehen und das alles gibt mir Hoffnung, daß der Unsinn endlich aufhört. Mit etwas Glück weiß ich in etwa fünf Wochen mehr. Versuche bis dahin mit so wenig tierisches wie möglich zu leben.

Was vielleicht noch wichtig wäre:

- hast du als Kind dich ungewöhnlich ernährt?
- Wann hast du begonnen die vegetarisch zu ernähren?
- Mit welchem Alter hast du aufgehört?
- Wie ist dein Ruhepuls?
Tja als Kind war essen immer ein kleines Drama. Zumindest die Hauptmahlzeiten. Jahrelang schleppte mich meine Mutter durch die Kinderartzpraxen, damit sie mich zum Essen kriegen. Wenn überhaupt wollte ich vor allem Obst, Süßes und Kohlenhydratreiches. Das hat sich bis heute nicht geändert. Wenn ich wieder in so einer Krise bin, glaube ich zumindest, daß Kohlenhydrate helfen, da habe ich echte Cravings danach. Allerdings mußte man bei uns alles essen, was auf den Tisch kamm.

Vegetarisch gegessen habe ich zw. etwa 21 und 23.

Ruhepuls ist so eine Sache. In relativ fitte Zeiten wie jetzt 65, aber nach Krisen und in doofen Zeiten zeitweise über 110.

Herzliche Grüße,
Fabiola

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

margie ist offline
Beiträge: 4.553
Seit: 02.01.05
Hallo Fabiola,

Du schriebst:
Kupfer i. U. 109.4 nmol/l bzw. 230nmol/die
Ist die Einheit also µmol beim Kupfer im Urin?
Das wäre ja ein extrem hoher Wert.

Durch den Vitamin -D-Mangel ist Deine Alkalische Phosphatase (AP) höher. Beim MW ist die AP oft niedrig, sie steigt aber, wenn Gründe vorliegen, die sie erhöhen. Ein solcher Grund ist ein Vitamin-D-Mangel.

Das freie Kupfer von ca. 35 ist erhöht.
Es schwankt allerdings sehr, d. h. kann bei der nächsten Berechnung höher oder tiefer sein.

Die Werte sollte man bestimmen, wenn man weder eine Entzündung hat, noch die Pille bzw. Hormone einnimmt und auch Zink verändert die Werte.
Ein MW halte ich für denkbar und man sollte diesen ausschließen.
Evtl. Leberbiopsie mit Bestimmung des Leberkupfers und Genuntersuchung.

Natürlich sollte man auch den Harnstoffzyklusdefekt überprüfen.
Sind denn die Harnstoffwerte niedrig?

Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Morbus Wilson? Etwas Anderes? aber Was??

Shelley ist offline
Beiträge: 10.455
Seit: 28.09.05
Zitat von Julia84 Beitrag anzeigen
Harnstoffzyklus Defekt, Hepatitische Enzephalopathie und eine ähnliche Erkrankung mit ungenügender Ammoniakentgiftung.

Die Leber kann das Ammoniak was bei der Verdauung von Protein entsteht nicht mehr entgiften. Ammoniak durchqueert die Blut-Hirn-Schranke und das Gehirn wird vergiftet. Symptome sind so wie bei Wilson und anderen Krankheiten wo es zu einer Gehirnvergiftung kommt. Ärzte sich eigentlich fast nie damit aus, ist aber ansich ja auch gar nicht so selten, also häufiger als Morbus Wilson und so.

Eine Woche lang.

- Aus der Apotheke Natriumbenzoat besorgen und zu jeder Mahlzeit einen gestrichenen Teelöffel in Mineralwasser (oder viel besser Cola oder Limo, weil es schmeckt nicht besonders) gelöst einnehmen.
- Zudem sollte man dazu die Ernährung umstellen. Am besten vollkommener verzicht auf tierisches Eiweiss und sehr Kohlenhydratreich. Niemals etwas Eiweissreiches ohne etwas Kohlenhydratreiches essen.

Lactulose kann man ruhig noch dazu nehmen, das hilft auch.
Hepa Merz und Colestyramin würde das Ergebnis dieser Woche wohl eher verfälschen.
Gehts dir nach einer Woche so gut wie die letzten Jahre nicht mehr, dann ist die Ursache auf jeden Fall das Ammoniak.

Falls du irgendwelche Fragen hast kann du dich gerne per PM bei mir melden.

hallo julia,

danke für deinen beitrag!

ich habe schon seit ich klein bin eine leberkrankheit.
ich habe aber auch encephalopathie.
ich dachte schon an einen zusammenhang, doch dachte ich, dass ich da schon total balla auf der intensivstation hätte sein müssen.

aber jetzt lese ich das bei dir da.

ich denke, ich will jetzt das auch mal versuchen, unter der hoffnung, es wird bei mir durchschlagend sein.

weil ich die ursache leber für meine encephalopathie aufgab, dachte ich schon, es sei bei mir vielleicht wegen vitamin b1 mangel oder was.
beriberi nennt man es.

aber vielleicht ist es ja wirklich ammoniak.

gibt nicht hulda clark zu ihrer leberreinigung ornitin und arginin gegen ammoniak?

weisst du da mehr?

danke also nochmals für deinen beitrag!

und warum willst du in pn weiter schreiben mit fabiola?

da kann ich dann nicht mehr mitlesen und das wäre ja echt voll doof!

viele liebe grüsse von shelley

p.s.:
wie findet man einen harnstoffwechseldeffekt heraus?
also ich meine labortechnisch so.

__________________
IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.


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